Apple Watch Series 12 im Test: Der neue Sensor erweitert die Gesundheitsmessung enorm
Mit neuem Gesundheitssensor, der die Herzfrequenz alle 5 Sekunden und die Herzfrequenzvariabilität auch tagsüber und häufiger misst, zeigt die Apple Watch Series 12 im Test weit mehr Veränderungen als zunächst gedacht und setzt die Messlatte für die Konkurrenz erneut hoch.
Nicht weniger als die genauesten Wearables zur Gesundheitsmessung überhaupt sollen Apples neue Smartwatches sein. Der Gesundheitssensor der Apple Watch Series 12 wurde vollständig überarbeitet und erfasst die Herzfrequenz nun 60 mal so oft wie vorher – alle fünf Sekunden. Und das rund um die Uhr, nicht nur beim Sport. Damit einher geht eine häufigere Erfassung der Herzfrequenzvariabilität, die nun zudem auch tagsüber gemessen wird. Doch der neue Gesundheitssensor ist nicht die einzige Veränderung an der Apple Watch 12 gegenüber der Apple Watch 11, wie der Test offenbart. Neben einem neuen S11-Chip und neuen Audio-Funktionen hat Apple auch das Gehäuse komplett überarbeitet.
Keramik ergänzt wieder Alu und Titan
Die Apple Watch Series 12 startet zum jeweiligen Preis des Vorgängers, also ab 449 Euro. Das 46-mm-Modell in Aluminium ist mit einem Preis ab 499 Euro statt 479 Euro jedoch etwas teurer geworden. In der Titan-Variante kostet die Watch 12 mit 42 mm 799 Euro und in 46 mm 849 Euro. Der Aufpreis für das GPS+Cellular-Modell beträgt 120 Euro. Die Keramik-Version der Watch 12 ist am teuersten. Sie kostet 1.049 Euro in 42 mm und 1.099 Euro in 46 mm. Das im Test genutzte Modell aus Aluminium mit 46 mm in Schwarz mit GPS + Cellular und Sportarmband kostet bei Apple 619 Euro.
Bei den Farben hat Apple Veränderungen vorgenommen. Neu sind die Farbvarianten Dunkelbronze und Lichtgold. Und das Schwarz ist nun wieder matt statt glänzend. Die Titangehäuse sind in Brillantgold und Natur erhältlich, Keramik in Perlweiß und Nachtblau. Bei den Keramik-Modellen ist auch der Verschlusspin am Armband aus Keramik und in der passenden Farbe gehalten. Die Sportarmbänder der Aluminium-Versionen bieten dieses Extra nicht.
| Ausstattung | Series 12 (Aluminium) | Series 12 (Titan) | Series 12 (Keramik) | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 42 mm | 46 mm | 42 mm | 46 mm | 42 mm | 46 mm | |
| GPS | 449 € | 499 € | – | – | – | – |
| GPS + Cellular | 569 € | 619 € | 799 € | 849 € | 1.049 € | 1.099 € |
Neuer Gesundheitssensor zeichnet viel häufiger auf
Apple hat mit der Watch Series 12 den Gesundheitssensor grundlegend überarbeitet. Die neuen optischen und elektrischen Herzsensoren an der Unterseite der Apple Watch 12 sind auf den ersten Blick zu erkennen. Die Elektrodenfläche wurde überarbeitet und bei gleichem Fußabdruck des Sensors deutlich vergrößert. 32 statt 2 Elektroden zieren die Unterseite. Dies sorgt für eine bessere Kontaktfläche bei EKG-Messungen. Zudem wurden die Photodioden neu entwickelt und sind nun in einem Kreis um die LEDs herum angeordnet. Auf diese Weise könne das Licht effizienter eingefangen werden. Größere und effizientere grüne LEDs sollen zudem die Erfassung der Herzfrequenzdaten verbessern, gerade auch bei Bewegung.
Herzfrequenz: alle 5 Sekunden statt 5 Minuten
Diese Änderungen führen dazu, dass Apple die Herzfrequenz nun den ganzen Tag über alle 5 Sekunden erfasst, 60 Mal so oft wie vorher. Die Herzfrequenzvariabilität wird nun alle 5 Minuten erfasst, 24 Mal so oft wie bisher. Und das, ohne dass die Akkulaufzeit der Watch 12 darunter leidet.
Laut Apple bieten die neuen Apple Watches die präziseste Herzfrequenzmessung in einem Wearable, wofür man eine Studie durchgeführt hat, bei der die Studienteilnehmer eine Apple Watch an einem Handgelenk sowie einen Polar H10-EKG-Brustgurt als Referenz trugen. Zudem trugen sie eines von vier Geräten – eine Garmin Forerunner 970, eine Google Pixel Watch 4, eine Samsung Galaxy Watch 8 oder eine Huawei Watch 5 –, die zusammen etwa 90 Prozent des weltweiten Smartwatch-Marktes abdecken. Auch der Oura Ring 5 und das WHOOP-Band 5.0 wurden einbezogen. Die Teilnehmer absolvierten verschiedene Aktivitäten, darunter Läufe im Freien, Intervallläufe auf dem Laufband, Radfahren im Freien, hochintensives Intervalltraining (HIIT) und Krafttraining sowie alltägliche Tätigkeiten wie Gehen, simulierte Büroarbeit und die Zubereitung von Mahlzeiten. Für jede Aktivität und jedes Gerät wurden mindestens 50 Vergleiche mit der Apple Watch durchgeführt. Gemäß der Studie (PDF) lieferte die Apple Watch hierbei die höchste Genauigkeit aller getesteten Geräte.
Das neue System misst die Herzfrequenz nicht nur alle 5 Sekunden passiv im Hintergrund, ohne dass der Nutzer hiervon etwas mitbekommt, sondern man kann sich diese Werte auch in einer Live-Herzfrequenzanzeige der letzten zwei Minuten sowie in einer neuen Herzfrequenz-Komplikation direkt auf dem Zifferblatt anzeigen lassen. Letzteres hat im Test fast immer funktioniert. Denn weckt man die Apple Watch aus ihrem Standby auf, schaltet die Komplikation vom Herz-Symbol auf die aktuelle Herzfrequenz um. Und genau dies hat nicht immer sofort funktioniert. In seltenen Fällen blieb auch bei aktivem Zifferblatt das Herz-Symbol statt der Live-Anzeige stehen und auch beim Öffnen der Live-Ansicht wurde dann nicht sofort die Herzfrequenz angezeigt und alle 5 Sekunden aktualisiert. Hier scheint die Software ab und an noch Aussetzer zu haben, was Apple mit einem Update aber beheben dürfte.
Und natürlich führt die neue Komplikation auf dem Zifferblatt dazu, dass man anfänglich häufiger einen Blick auf die Herzfrequenz wirft, etwa beim Treppensteigen, aber auch beim ruhigen Sitzen oder dem Gehen. Dass die Werte immer sofort verfügbar sind, ist sehr viel angenehmer als früher, wenn man erst die Herzfrequenz auf der Watch öffnen und die Messung abwarten musste, die genau dann, wenn man den Wert sehen wollte, gefühlt immer ewig gedauert hat.
Qualität aus Quantität
Die kontinuierliche, viel häufigere Messung soll aber nicht nur die Quantität der erhobenen Daten erhöhen, sondern daraus abgeleitet auch die Qualität anderer Daten verbessern. Beispielsweise könne durch die häufigere Messung die Genauigkeit der Kalorienschätzung verbessert werden. Insbesondere Tätigkeiten, bei denen es sich nicht um ein klassisches Training handelt, die aber trotzdem die Herzfrequenz steigen lassen, werden so erfasst. Auch Analysen zu Stress und Erholung seien aufgrund der neuen Daten zur Herzfrequenzvariabilität besser möglich. All dies ermögliche Nutzern einen besseren Einblick in ihre Fitness und ihren physiologischen Zustand.
Häufigere und andere Herzfrequenzvariabilität
Alle 5 Minuten statt alle 2 Stunden
Bislang hat die Apple Watch vor allem nachts die Herzfrequenzvariabilität (HRV) gemessen, bestenfalls alle zwei Stunden, gegebenenfalls aber nur alle 4 Stunden. Dabei hat Apple das SDNN-Verfahren (Standardabweichung der Normal-zu-Normal-Intervalle) genutzt, um die Variabilität zu bestimmen.
Nun misst Apple die HRV alle 5 Minuten, den ganzen Tag und in der Nacht.
Neue HFV bei Erholung
Diese häufigeren Messungen der HRV und ihr Trend können in der Health-App unter dem Punkt „HFV bei Erholung“, also als Erholungsherzfrequenzvariabilität, eingesehen werden. Darüber hinaus misst die Apple Watch 12 aber auch weiterhin die „normale“ HFV. Künftig werden also zwei Werte zur HFV ermittelt und entscheidend ist, dass Apple hierbei auch zwei verschiedene Berechnungsmethoden einsetzt.
RMSSD und SDNN?
Denn die HFV bei Erholung wird anhand der RMSSD-Formel (Quadratwurzel des mittleren quadrierten Abstands aufeinanderfolgender Differenzen) bestimmt, die HFV hingegen – wie bei älteren Apple Watches – über die SDNN-Formel berechnet. Viele andere Wearables nutzen die RMSSD-Formel, weshalb die HRV einer Apple Watch bislang mit den meisten anderen Wearables nicht vergleichbar war. Wichtig ist zudem, dass die Roh-RMSSD-Skala nicht linear ist, weshalb viele Apps eine natürliche Log-Transformation für die Datenauswertung durchführen. Werte über Geräte und Apps hinweg zu vergleichen, ist deshalb nur nach Analyse der Berechnung möglich.
| Wearable | HFV-Methode | Wann misst es? | Was wird gemessen? |
|---|---|---|---|
| Apple Watch Series 12 und Ultra 4 | SDNN und RMSSD | Alle 5 Minuten in Ruhe | SDNN-HFV und Erholungs-HFV |
| Ältere Apple Watches | SDNN | Opportunistisch (2-4h) und bei Atemübungen | SDNN-HFV |
| WHOOP | RMSSD | Im Tiefschlaf | nächtliche RMSSD und HFV-CV |
| Oura Ring | RMSSD | Im Schlaf | Durchschnittliche und maximale RMSSD |
| Fitbit | RMSSD | In der längsten Schlafphase (> 3h) | nächtliche RMSSD |
| Google Pixel Watch | RMSSD | In der längsten Schlafphase (> 3h) | nächtliche RMSSD |
Innerhalb eines Systems wie bei der Apple Watch gilt jedoch, dass bei jeder beliebigen Aufzeichnung die mittels SDNN bestimmte HFV stets größer oder gleich der mit RMSSD ermittelten HFV ist. Bedeutet bei der Apple Watch 12 und Ultra 4 konkret: Die „Herzfrequenzvariabilität“ ist immer größer oder gleich der „HFV bei Erholung“.
Was sagt welche Formel aus?
RMSSD eignet sich besser zur Erkennung von täglichen Stress- und Müdigkeitssignalen, indem sie die kurzfristige Variabilität erfasst und hauptsächlich die parasympathische (vagale) Aktivität des Nervensystems widerspiegelt. Sie wird von Apple für die Vitalzeichen, die Tagesform und in der Herzfrequenz-App auf der Apple Watch verwendet. SDNN, das seit der Einführung von Benachrichtigungen über unregelmäßigen Herzrhythmus auf der Apple Watch verfügbar ist, erkennt hingegen umfassendere Gesundheitssignale, einschließlich solcher, die mit der Herz-Kreislauf-Gesundheit zusammenhängen, besser und spiegelt die Gesamtvariabilität der Herzfrequenz über einen Messzeitraum wider. Sie wird von Apple für das neue Health Age – das anhand der gemessenen Daten errechnete Alter des Trägers – verwendet, das später in diesem Jahr in der überarbeiteten Health-App verfügbar sein soll. Die Apple Watch misst nun beide Formen der Herzfrequenzvariabilität, um Empfehlungen für unterschiedliche Aspekte auf Basis beider Werte treffen zu können.
Denn die HRV spiegelt wider, wie gut das autonome Nervensystem auf Stress und körperliche Herausforderungen reagiert. Durch konsequentes Tracking der HRV kann man erkennen, wie der Körper auf verschiedene Reize reagiert und so Entscheidungen über Lebensstilanpassungen, Stressmanagement und HRV-Trainingsroutinen treffen. Auch beim Sport ist das Tracking der HRV wichtig, da man hierüber eine sinnvolle Trainingsintensität ableiten kann, um so die Leistung zu optimieren und gleichzeitig das Risiko von Übertraining zu senken.
Denn die HFV ist ein variabler Wert, der sich auch aktiv beeinflussen lässt. Wichtige Faktoren sind regelmäßige Bewegung, erholsamer Schlaf, Atmung und Stress. Während Bewegung, Schlaf und Stress vor allem langfristig die HFV verändern, kann eine gezielte Atemübung sogar kurzfristig Einfluss auf die HFV nehmen.
HRV in der Vitalzeichen-App
Die Vitalzeichen-App der Apple Watch zeigt nun auch die HRV der nächtlichen Erholung an. Diese wird dabei immer mit dem persönlichen Referenzwert verglichen, so dass Veränderungen besser nachvollzogen werden können. Dies bedeutet aber auch, dass der persönliche Referenzwert erst über ein paar Nächte gebildet werden muss, was rund eine Woche dauert.
Darüber hinaus wurde die Vitalzeichen-App um eine Tagesansicht erweitert, die Herzfrequenz- und HRV-Daten für den Tag einbezieht. So kann man Veränderungen auch schon am Tag erkennen, bevor sie sich in der nächsten Nacht auswirken. Grundlage hierfür sind die viel häufigeren Messungen des Sensors der neuen Apple Watch 12. Zudem liefert die App jetzt eine konkretere Einschätzung des Gesundheitszustands und zeigt an, ob die aktuellen Werte deutlich abweichen, leicht abweichen, im normalen Bereich liegen oder besonders positiv sind.
Über das kleine Symbol einer Sonne beziehungsweise eines Betts oben rechts in der App kann man zwischen der Tages- und Nacht-Ansicht wechseln.
Neuer Tagesformwert als Hilfe für Erholung und Training
Auch Apple gibt künftig morgens einen Tagesformwert aus, der Aufschluss über die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit für den bevorstehenden Tag geben soll. Der Wert wird anhand der jüngsten Aktivitäten, der Vitalwerte in der Nacht sowie des Schlaf-Scores gebildet. Er liegt zwischen 0 und 10. Der Wert, der Aufschluss darüber geben soll, ob man sich an diesem Tag lieber erholen oder ausgiebigen Sport treiben sollte, wird von einer Einordnung begleitet. Der neue Tagesformwert ist auf die neue Apple Watch Series 12 und Ultra 4 begrenzt, da hierfür der neue Gesundheitssensor vorausgesetzt wird.
Ein wichtiger Unterschied im Vergleich zu vielen anderen „Readiness Scores“ ist die dynamische Anpassung des Werts im Tagesverlauf. Während viele andere Hersteller morgens einen Wert anzeigen, der dann für den Tag festgelegt ist, passt Apple die Tagesform anhand von Aktivitäten, Ruhephasen oder auch Veränderungen der Herzfrequenz im Laufe des Tages an. Auch der HFV-Trend fließt darin ein, so dass Apple nicht nur einen Wert der HFV aus der Nacht als Basis nimmt, sondern die kontinuierliche Messung der „HFV bei Erholung“ über den Tag hinweg auch hier einen praktischen Nutzen findet.
Grundgedanke ist jedoch, dass man seinen Tag anhand der gegebenen Empfehlung am Morgen anpasst. Ein „Geh es ruhig an“ soll den Träger also dazu bringen, die Trainingseinheit zu reduzieren oder ausfallen zu lassen. Durch die Anpassung im Laufe des Tages soll der Nutzer zudem ein Gefühl dafür bekommen, was seine Tagesform positiv oder negativ beeinflusst.
| Tagesformwert | Empfehlung |
|---|---|
| 0-1 | Erholen |
| 2-4 | Geh es ruhig an |
| 5-7 | Bereit |
| 8-10 | Leg los |
Hierfür hat Apple auf der Watch eine neue Tagesform-App umgesetzt, in der man Einblicke erhält, was den Wert beeinflusst. Die Faktoren Fitness, Vitalzeichen und Schlaf lassen sich aus der App direkt auf der Uhr öffnen. Die Tagesform kann ebenso wie die Vitalzeichen direkt auf dem Watchface angezeigt werden. Die Werte und Empfehlungen lassen sich aber auch in der Fitness-App auf dem iPhone einsehen. Da die Tagesform typische Basiswerte des Nutzers benötigt, um seine Leistungsfähigkeit bewerten zu können, muss die Apple Watch für erste Werte rund eine Woche auch nachts getragen werden.
Ende 2026 soll zumindest in den USA auch eine komplett überarbeitete Health-App eingeführt werden, die mit Apple Intelligence auch mehr Analysen bereitstellen und das „Health Age“ des Nutzers berechnen soll, also einen Vergleich seines tatsächlichen Alters mit seinem in verschiedenen Gesundheitsbereichen gemessenen Alters. Da sie zunächst auf Englisch starten wird, ist offen, ob und wann sie auch in Deutschland eingeführt wird.
Neue Audio-Funktionen mit Apple Intelligence
Apple hat im Rahmen der Ankündigung der Apple Watch Series 12 und Ultra 4 neue Audio-Funktionen auf Basis von Apple Intelligence und Siri vorgestellt. Dies umfasst die vier Funktionen „Sound Recognition“ (Geräuscherkennung), automatische Musikerkennung via Shazam, „Live Rewind“ und „Siri Recap“.
Die neuen „Audio Intelligence“-Funktionen „Live Rewind“ und „Siri Recap“ kommen vorerst aber nicht nach Deutschland und in die EU. Grund für das Fehlen in der EU sind rechtliche Bedenken und strengere Datenschutzvorgaben rund um die dauerhafte Audioanalyse und das Verarbeiten von Gesprächen. Bevor auf diese beiden Funktionen noch einmal eingegangen wird, aber zunächst das, was die Apple Watch Series 12 und Ultra 4 auch in Deutschland bieten: Geräuscherkennung und Shazam.
Grundlage für die neuen Features ist der neue S11-SoC und eine Secure Enclave für Audio, dazu gleich mehr.
Geräuscherkennung macht auf Umgebung aufmerksam
Die Geräuscherkennung erkennt über die Mikrofone der Watch Geräusche wie Sirenen, Alarme oder Babygeschrei in der Umgebung und macht auf diese auf der Smartwatch aufmerksam. Insbesondere Gehörlosen oder Personen mit eingeschränktem Hörvermögen soll so geholfen werden, wichtige Geräusche wahrzunehmen und sie über die Umgebung zu informieren. Apple nutzt hierfür die Apple Watch, auch wenn man ein iPhone dabei hat, da sie die Umgebung in der Regel besser erfassen kann, weil sie anders als das Smartphone nicht in einer Tasche steckt.
Shazam erkennt Musik live im Hintergrund
Shazam zur Musikerkennung bietet Apple bereits seit geraumer Zeit auf der Apple Watch und dem iPhone an. Neu mit der Series 12 und Ultra 4 ist, dass Shazam Musik nun automatisch im Hintergrund erkennt, wenn man den Smart Stapel öffnet, ohne dass man die Funktion erst manuell starten muss – und der Titel dann unter Umständen bereits zu Ende ist. Im Smart Stapel auf der Watch sieht man nun stattdessen sofort den Song und Interpreten, ohne dass Shazam noch mal zuhören muss.
Live Rewind und Siri Recap: Nicht in der EU
Die anderen beiden Funktionen, die auch auf Englisch erst später als Beta freigegeben werden, kommen hingegen wie erwähnt nicht nach Deutschland. Beide Funktionen, die standardmäßig deaktiviert sein werden, also erst manuell aktiviert werden müssen, setzen zudem neben der Apple Watch 12 oder Ultra 4 ein iPhone 16 oder neuer voraus.
Live Rewind wird über das doppelte Drücken der Krone aktiviert. Daraufhin werden die letzten 15 Sekunden eines Gesprächs virtuell zurückgespult als zusammengefasste Texttranskription auf dem Display der Apple Watch angezeigt. Ging es also mal wieder zu schnell, kann man hierüber den Inhalt der letzten 15 Sekunden zusammengefasst noch einmal nachlesen. Apple weist darauf hin, dass Gespräche weder im Hintergrund transkribiert noch Texte automatisch gespeichert werden. Erst wenn der Nutzer dies manuell veranlasst, können sie gespeichert werden. Vorher landet der Mitschnitt der letzten 15 Sekunden in der Secure Enclave, wird dort gepuffert, verlässt diese nie und wird sofort wieder verworfen, wenn man nicht darauf zugreift. Zudem soll es sich um eine Zusammenfassung, keine 1:1-Wiedergabe des Gesagten handeln und die Identität des Sprechers werde auch nicht genannt.
Siri Recap nimmt hingegen automatisch im Hintergrund Notizen von Gesprächen, erstellt eine Zusammenfassung und gliedert diese direkt in einzelne Ereignisse. So lassen sich Notizen aus einem Meeting in der Siri-App einsehen oder der Elternabend noch einmal zusammenfassen. Siri Recaps lassen sich den ganzen Tag über automatisch aufzeichnen oder nur nach einem Zeitplan, etwa um sie auf die Arbeitszeit zu beschränken. Zudem können sie jederzeit deaktiviert werden, wenn Gespräche gerade nicht aufgezeichnet werden sollen. Audio-Aufnahmen werden auch bei Siri Recaps nicht gespeichert und sind auch für Apple nicht zugänglich, sondern nur die Zusammenfassungen werden auf dem Gerät erstellt.
Trotz dieser Einschränkungen bei der Speicherung und dem Zugriff auf Audioinhalte sind beide Funktionen innerhalb der EU zunächst nicht geplant. Ob die automatisierte Transkription der letzten 15 Sekunden eines Gesprächs ohne Speicherung des Audiosignals in Deutschland zudem eine Aufnahme im Sinne des § 201 StGB darstellt, wonach eine Gesprächsaufzeichnung ohne Zustimmung der beteiligten Personen strafbar ist und die Vertraulichkeit des nichtöffentlich gesprochenen Wortes geschützt wird, lässt sich rechtlich bisher nicht sicher einschätzen.
Schnellerer S11-Chip mit Secure Enclave und Always-on-Prozessor
Mit dem S11-SoC erhalten die Apple Watch 12 und Apple Watch Ultra 4 mehr Leistung – vor allem für die neuen Siri-Funktionen auf den Smartwatches. Hierbei soll bei der CPU, GPU und NPU auch Technik aus dem A20 Pro des iPhone 18 Pro in den S11 eingeflossen sein. Vor allem aber enthält der S11 eine neue Secure Enclave, so dass Rohaudio getrennt vom Rest des Systems verarbeitet werden kann. Ein neuer Always-on-Prozessor ermögliche die Audioverarbeitung im Hintergrund, ohne dass hierfür ständig der Hauptprozessor aktiv sein müsse. Hierüber wird in Deutschland die Geräuscherkennung der neuen Apple Watch umgesetzt, die Geräusche wie Sirenen, Alarme oder Babygeschrei erkennt.
Neben erhöhten Speicherbandbreiten für die einzelnen Komponenten hat Apple unter anderem auch den L3-Cache um 50 Prozent vergrößert.
Da der S10 aus der Apple Watch 11 und Ultra 3 weitgehend dem S9 aus dem Jahr 2023 entsprochen hat, kann der S11 tatsächlich mehr Leistung bieten. Apple setzt wie beim S10 grundsätzlich aber weiterhin auf einen Dual-Core-Prozessor mit 4‑Kern Neural Engine. Die Zugewinne kommen also nicht durch einen weiteren CPU-Kern zustande. Auch die GPU behält einen Kern, der aber eine höhere Rechenleistung bieten soll.
Am W3-Wireless-Chip hat sich ebenso wie am 64 Gigabyte großen internen Speicher und am Ultrabreitband-Chip nichts geändert. Auch die Apple Watch 12 unterstützt wie der Vorgänger Wi-Fi 4 nach 802.11n mit 2,4 und 5 GHz sowie Bluetooth 5.3.
Genauere Schrittzählung in Echtzeit
Der S11 soll auch für eine genauere Schrittzählung sorgen. Denn Apple hat die Schritterkennung mit neuen Algorithmen für maschinelles Lernen komplett überarbeitet, um genauere Entfernungsmessungen bei Indoor-Geh- oder -Lauftrainings zu ermöglichen. Erst der eben erwähnte, neue Always-on-Prozessor im S11-Chip ermögliche so auch die neue Schritte-Komplikation, mit der man seine Schritte in Echtzeit direkt auf dem Zifferblatt verfolgen kann. Bislang ließ sich eine solche Anzeige auf dem Watchface, die andere Smartwatches schon lange bieten, aber auch schon mit Drittanbieter-Apps für die Apple Watch umsetzen. Apple selbst präsentiert die Schritte in Echtzeit jedoch erst mit den neuen Modellen. Und für den einen oder anderen kann die Anzeige durchaus eine zusätzliche Motivation darstellen, wenn man morgens sieht, wie man die Grenze von hunderten zu tausenden Schritten nimmt und dann über den Tag versucht, die 10.000 Schritte zu knacken.
Härteres Glas mit Ceramic Shield 2
Saphirglas ist bei der Apple Watch 12 weiterhin den Modellen mit Titan- und Keramikgehäuse vorbehalten. Das Aluminium-Modell erhält allerdings das neue Ceramic Shield 2, das das Glas der Apple Watch widerstandsfähiger machen soll. Laut Apple ist es 60 Prozent härter als das Ion-X-Glas der vorherigen Generation und robuster als jedes andere Smartwatch-Glas. Die beim Ceramic Shield 2 genutzte Siliziumoxynitrid-Keramikbeschichtung ist atomar mit der Oberfläche verbunden.
Neues Gehäuse mit mehr Glas und Displayrand
Sah es zunächst so aus, als habe Apple am Design der Apple Watch nichts geändert, zeigt ein genauerer Blick, dass Apple das Gehäuse komplett überarbeitet hat. Dies äußert sich gleich an mehreren Stellen. Einerseits ist das Aluminium-Gehäuse selbst dünner, was dazu führt, dass der sichtbare Glasbereich größer wird, indem er am Rand weiter hinuntergezogen ist. Dies sorgt dafür, dass der Displayrand der Apple Watch 12 größer aussieht als bei der Apple Watch 11. Tatsächlich ist der sichtbare schwarze Rand auf dem Glas um das Panel herum größer geworden, dafür ist jedoch der Aluminiumrahmen dünner geworden.
Bildschirmfläche bleibt unverändert
Die OLED-Bildschirme wiederum hat Apple gemessen an der Auflösung und Fläche nicht verändert. Diese kommen unverändert auf Auflösungen von 446 × 374 Pixel bei einer Fläche von 970 mm² (42 mm) sowie 496 × 416 Pixel bei einer Fläche von 1.196 mm² (46 mm). Diese Angaben gelten auch für die ältere Series 10, wie der Vergleich aller drei Generationen zeigt.
Auch am hervorragenden Display selbst hat sich nichts geändert. Apple setzt weiterhin auf ein LTPO3-OLED-Display mit 1 Hz Bildwiederholrate im Always-On-Modus für tickende Sekundenzeiger, das mit bis zu 2.000 cd/m² leuchten, aber auch auf bis zu 1 cd/m² heruntergeregelt werden kann.
| Apple Watch 12 | Apple Watch 11 | Apple Watch 10 | Apple Watch 9 | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 46 mm | 42 mm | 46 mm | 42 mm | 46 mm | 42 mm | 45 mm | 41 mm | |
| Maße (H×B×T) | 46 × 40 × 9,7 mm | 42 × 37 × 9,7 mm | 46 × 39 × 9,7 mm | 42 × 36 × 9,7 mm | 46 × 39 × 9,7 mm | 42 × 36 × 9,7 mm | 45 × 38 × 10,7 mm | 41 × 35 × 10,7 mm |
| Gewicht | 39,5 g (GPS) | 32,2 g (GPS) | 37,8 g (GPS) | 30,3 g (GPS) | 36,4 g (GPS) | 30,0 g (GPS) | 38,7 g (GPS) | 31,9 g (GPS) |
| Displaygröße | 1.196 mm² | 970 mm² | 1.196 mm² | 970 mm² | 1.196 mm² | 970 mm² | 1.143 mm² | 904 mm² |
| Auflösung | 496 × 416 Pixel | 446 × 374 Pixel | 496 × 416 Pixel | 446 × 374 Pixel | 496 × 416 Pixel | 446 × 374 Pixel | 484 × 396 Pixel | 430 × 352 Pixel |
Neues Gehäuse, schmalere Taste und Lautsprecher
Von der Seite sieht man die Veränderung am Gehäuse ebenfalls sofort. Das Gehäuse ist dünner und endet deutlich unterhalb der Oberkante der Krone. Bei der Watch 11 ist das Gehäuse hingegen sichtbar dicker. Dies hat auch Veränderungen an der seitlichen Taste zur Folge, denn diese ist bei der Apple Watch 12 nun schmaler und breiter als bei der Apple Watch 11. Zudem hat Apple auf der gegenüberliegenden Seite die Ausgänge für den Lautsprecher überarbeitet. Statt gefräster Löcher sind hier nun wieder breite Schlitze integriert.
An der Aufnahme der Armbänder hat Apple nichts verändert. Die bislang angebotenen Armbänder bleiben vollständig kompatibel zur neuen Smartwatch.
Gehäuse ist minimal breiter
Darüber hinaus ist die Watch 12 aber auch etwas breiter geworden. War das 42-mm-Modell der Series 11 (Aluminium) noch 42 × 36 × 9,7 mm groß, sind es bei der Series 12 nun 42 × 37 × 9,7 mm. Das größere 46-mm-Modell (Aluminium) ist von 46 × 39 × 9,7 mm auf 46 × 40 × 9,7 mm gewachsen. In beiden Fällen hat die Smartwatch somit einen Millimeter in der Breite zugelegt.
Die beiden folgenden Bilder zeigen Series 12, Series 11 und Series 9 im Vergleich, wobei die Series 9 den bisher dünnsten Displayrand aufweist.
Auch beim Gewicht gibt es minimale Veränderungen. Das 46-mm-Modell aus Aluminium wiegt in der GPS-Version nun 39,5 Gramm. Bei der Watch 11 sind es noch 37,8 Gramm gewesen, bei der Watch 10 36,4 Gramm. Die Watch 12 ist also abermals etwas schwerer.
Nur Watch Ultra 4 mit verbessertem GPS
Das Ortungssystem der Watch 12 und Watch Ultra 4 ist erneut nicht identisch. Das genaueste GPS besitzt laut Apple die Watch Ultra 4 (Dual-Band L1 und L5). Die Apple Watch 12 unterstützt erneut nur eine GPS-Frequenz (L1). Unterschiede gibt es aber auch schon bei den unterstützten Ortungsdiensten, was Änderungen bei der Watch Ultra 4 zeigt. Denn die Apple Watch Series 12 unterstützt wie der Vorgänger GPS, Galileo, QZSS, BeiDou und GLONASS. Bei der Ultra 4 hat Apple hingegen das russische globale Navigationssatellitensystem GLONASS gestrichen, das bei der Ultra 3 (Test) noch zugegen war.
Akkulaufzeit und schnelleres Aufladen
Während die Watch Ultra 4 einen 5 Prozent größeren Akku erhalten hat, woraus laut Apple eine Laufzeit von 50 statt 42 Stunden resultiert, gibt der Hersteller bei der Apple Watch 12 weiterhin eine Akkulaufzeit von 24 Stunden an, wie bei der Apple Watch 11. Allerdings wird auch hier von einer etwas größeren Batterie gesprochen, ohne Details zur Kapazität zu nennen. Im Test hält die Apple Watch 12 bei geringer Nutzung fast 2 Tage durch. Kommen aber etwas Training und GPS-Tracking und eine häufigere Nutzung dazu, liegt die Akkulaufzeit wie beim Vorgänger bei rund 1 3/4 Tagen. Beim Tracking und somit bei Outdoor-Trainings soll die Akkulaufzeit auch etwas besser ausfallen – bis zu zehn Stunden und somit 25 Prozent mehr als bei der Watch 11.
Je nach persönlichem Rhythmus sollte man sich also jeden Tag eine kurze Lücke suchen, um die Apple Watch 12 zu laden, damit sie nicht gegebenenfalls unterwegs oder in der Nacht leer ist. Dies ist beispielsweise morgens oder abends, während man im Bad ist, problemlos möglich.
Kurz ist dabei ein gutes Stichwort, denn die Apple Watch 12 lädt schneller als der Vorgänger. 15 Minuten Laden reichen bei der Watch 12 jetzt für bis zu 12 Stunden zusätzliche Batterielaufzeit aus – 50 Prozent mehr als beim vorherigen Modell. Hierfür lädt das magnetische Ladepad (Modell A3277) nun mit bis zu 10 statt 5 Watt. Apple empfiehlt deshalb jetzt ein Netzteil mit 20 statt 10 Watt. Diese schnellere Ladegeschwindigkeit gilt allerdings nur am Anfang des Ladeprozesses, also für das Schnellladen, und nicht für den gesamten Ladevorgang.
Die neue Apple Watch 12 lädt aber auch mit alten Ladepads problemlos – nur nicht ganz so schnell –, neues Zubehör muss man sich also nicht kaufen, wenn man aktuell bereits eine alternative Ladestation einsetzt. Ein neues Ladepad mit 10 Watt (5 V, 2 A oder 9 V, 1,2 A) und USB-C liegt der Watch 12 bei. Das alte Ladepad unterstützt ausschließlich 5 Watt (5 V, 1 A).
An der Ladedauer insgesamt hat sich abseits des Schnellladens aber nichts geändert. Nach rund 30 Minuten ist die Watch 12 zu 80 Prozent geladen. Die letzten 20 Prozent dauern dann noch einmal genauso lang, so dass die Apple Watch 12 nach rund einer Stunde komplett aufgeladen ist.
| Wann sind 80 % erreicht? | 15 Minuten Laden reichen für... | Bemerkungen | |
|---|---|---|---|
| Apple Watch Ultra | |||
| Ultra 4 | 45 Minuten | 18 Stunden Nutzung | Deutlich mehr in 15 Minuten, unverändert insgesamt. |
| Ultra 3 | 45 Minuten | 12 Stunden Nutzung | Lädt insgesamt schneller als die Ultra 2 mit gleichem Ladegerät |
| Ultra 2 | 60 Minuten | k. A. | × |
| Ultra | |||
| Apple Watch Series | |||
| Series 12 | 30 Minuten | 12 Stunden Nutzung | Deutlich mehr in 15 Minuten, unverändert insgesamt. |
| Series 11 | 30 Minuten | 8 Stunden Nutzung | × |
| Series 10 | 30 Minuten | k. A. | Lädt schneller als die Series 9 insgesamt |
| Series 9 | 45 Minuten | k. A. | × |
| Series 8 | |||
Kein App-Switcher mehr
Mit watchOS 27.0 weggefallen ist der App-Switcher über ein Doppelklicken der Krone. Denn über diese Geste wird außerhalb der EU das Audio-Feature Live Rewind aktiviert. Bislang konnte man über diese Funktion die zuletzt verwendeten Anwendungen schnell wieder aufrufen und über die Krone oder per Finger durchwischen. Die Beta 2 von watchOS 27.2 bietet eine solche Funktion jedoch wieder, wenn auch nicht über die Krone. Stattdessen kann man innerhalb einer App den unteren Bildschirmrand gedrückt halten, was einen Stapel der zuletzt geöffneten Apps aufruft. Ob die Funktion über diese neue Geste zurückkehrt, bleibt aber noch abzuwarten.
Zudem wurde mit watchOS 27 jedoch eingeführt, dass beim Drücken der Krone nun die kürzlich verwendeten Apps groß in einem dynamischen Raster angezeigt werden und nicht mehr direkt die gesamte Liste, was den Zugriff auf häufig genutzte Apps tatsächlich vereinfacht.
Abstürze und unerwartete Neustarts
Kurz nach dem Verkaufsstart der neuen Apple Watch Series 12 und Ultra 4 häuften sich Berichte, dass beide Smartwatches immer wieder unerwartet neu starten. Auch im Test der Apple Watch 12 konnte ComputerBase dieses Verhalten feststellen. Das Problem könnte mit der Apple Neural Engine zusammengehangen haben. Denn auffällig ist, wann die Apple Watch 12 abstürzte. Im Test passierte dies während der Nutzung der neuen Shazam-Erkennung, beim Öffnen der Live-Herzfrequenz über das Zifferblatt und beim Aufrufen der Tagesform-App. Käufer berichten zudem von Abstürzen und Neustarts beim Anpassen des Zifferblattes, bei der Interaktion mit Siri, beim Starten eines Trainings und beim Öffnen von Karten oder dem App Store.
Die Diagnoseprotokolle einiger Besitzer weisen auf einen Timeout der Neural Engine hin, die für rund zwei Sekunden hängengeblieben ist, woraufhin ein Firmware-Watchdog eine Kernel Panic ausgelöst und einen Neustart der Uhr erzwungen hat. Ein Zurücksetzen der Apple Watch änderte nichts an den gelegentlichen Abstürzen.
Apple hat mit watchOS 27.0.1 am 23. September bereits ein Update ausgeliefert, das die unerwarteten Abstürze beseitigen soll. Im Test ließen sich seither keine ungewollten Neustarts mehr feststellen.
Viele weitere Gesundheitsfunktionen
In diesem Test wurde bereits viel über Gesundheitswerte gesprochen. Allerdings nur über solche, bei denen es Änderungen mit der neuen Apple Watch gab. Da die Apple Watch 12 aber noch viele andere Gesundheitsfunktionen bietet, sollen diese an dieser Stelle zumindest noch einmal aufgeführt werden, auch wenn sie sich gegenüber der Apple Watch 11 nicht verändert haben.
Die Liste der Gesundheitsfunktionen auf der Apple Watch 12 umfasst:
- Herzfrequenzmessung alle 5 Sekunden
- Erkennung von Vorhofflimmern
- Herzfrequenzvariabilität (SDNN und RMSSD)
- Mitteilungen bei hoher oder niedriger Herzfrequenz in Ruhe
- EKG
- Messung der Blutsauerstoffsättigung
- Atemfrequenz während des Schlafs
- Hauttemperatur
- Zyklustracking
- Vitalwerte
- Tagesformwert
- Medikamentenerinnerungen
- Atemübungen
- Warnung bei lauter Umgebung
- Schlaftracking
- Schlafapnoe-Mitteilungen
- Bluthochdruck-Benachrichtigungen
Beim Schlaftracking muss erneut positiv festgehalten werden, dass Apple es auch mit der Watch 12 erneut schafft, kurze Wachphasen besser zu erfassen als viele Konkurrenten. Registrieren Smartwatches von Huawei diese meist gar nicht, merkt das Google Fitbit Air zum Beispiel oft nicht, wenn man zwischendurch wieder einschläft.
Die Apple Watch 12 ist darüber hinaus erneut bis 50 m wassergeschützt und kann auch beim Schwimmen eingesetzt werden, wofür sie auch einen Wassertemperatursensor besitzt. Wassergeschützt bis 100 m und fürs Tauchen nach EN13319 bis 40 m zertifiziert ist allerdings weiterhin nur die Apple Watch Ultra. Staubgeschützt nach IP6X sind hingegen beide.
| Apple Watch 12 | Apple Watch 11 | |||
|---|---|---|---|---|
| Modelle | 46 mm | 42 mm | 46 mm | 42 mm |
| Maße (H×B×T) | 46 × 40 × 9,7 mm | 42 × 37 × 9,7 mm | 46 × 39 × 9,7 mm | 42 × 36 × 9,7 mm |
| Gewicht | 39,5 g (GPS) | 32,2 g (GPS) | 37,8 g (GPS) | 30,3 g (GPS) |
| Displaygröße | 1.196 mm² | 970 mm² | 1.196 mm² | 970 mm² |
| Auflösung | 496 × 416 Pixel | 446 × 374 Pixel | 496 × 416 Pixel | 446 × 374 Pixel |
| Spitzenhelligkeit | 2.000 cd/m² | |||
| Displayglas | Ceramic Shield 2 | Ion-X-Glas | ||
| Schutzklassen | Wassergeschützt bis 50 m, IP6X | |||
| Konnektivität | Wi-Fi 4 (802.11n, 2,4 und 5 GHz), Bluetooth 5.3 | |||
| GPS | L1 GPS, GLONASS, Galileo, QZSS und BeiDou | |||
| 5G | Optional | |||
| Satellitenkommunikation | Nein | |||
| SoC | S11 | S10 | ||
| UWB | Ja | |||
| Speicher | 64 GB | |||
| Schnellladen | 15 min für 12 h | 15 min für 8 h | ||
| Tagesformwert | Ja | Nein | ||
| Herzfrequenzsensor | Ja, alle 5 Sekunden | Ja, alle 5 Minuten | ||
| Herzfrequenzvariabilität | HFV (SDNN) und HFV bei Erholung (RMSSD) | HFV (SDNN) | ||
| Doppeltipp-Geste | Ja | |||
| Handgelenksgeste | Ja | |||
| Bluthochdruckerkennung | Ja | |||
| Schlafindex | Ja | |||
| Schlafapnoeerkennung | Ja | |||
| Schlaftracking | Ja | |||
| Zyklustracking | Ja | |||
| EKG | Ja | |||
| Blutsauerstoffmessung | Ja | |||
| Temperatursensor | Ja | |||
| Kompass | Ja | |||
| Offline-Karten | Ja | |||
| Höhenmesser | Ja | |||
| Sturzerkennung | Ja | |||
| Unfallerkennung | Ja | |||
| Notruf-SOS | Ja (Mobilfunk) | |||
| Action-Button | Nein | |||
| Nachtmodus | Nein | |||
| Sirene | Nein | |||
| Mikrofone | 1 | |||
| Lautsprecher | 1 | |||
Fazit
Was nach einem kleinen Update aussah, entpuppt sich im Test in Summe doch als große Veränderung. Die Liste der Neuerungen mit der Apple Watch Series 12 ist dann doch recht lang, wenn man sie sich noch einmal gebündelt vor Augen führt:
- neuer Gesundheitssensor mit 60-mal so häufiger Herzfrequenzmessung und neuer Komplikation auf dem Watchface
- neues Gehäuse
- neue Messung der Herzfrequenzvariabilität
- neuer Tagesformwert
- neue Audio-Features
- neues SoC S11-SiP
- neuer Schrittzähler
- Ceramic Shield 2
- schnelleres Schnellladen
Der neue Gesundheitssensor ist dabei das zentrale Element und Basis für weitere Neuerungen in diesem Jahr.
Mit am beeindruckendsten ist, dass Apple die enorm häufige Messung der Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität bei unveränderter Akkulaufzeit ermöglicht hat. Die Akkulaufzeit selbst ist allerdings weiterhin einer der Kritikpunkte, denn nach etwas über 1,5 Tagen muss man die Apple Watch 12 aufladen, was im Alltag meist tägliches Laden bedeutet, damit der Akku nicht unverhofft leer ist. Aktiviert man den Stromsparmodus für eine längere Akkulaufzeit, verliert man hingegen unter anderem die extrem häufige Herzfrequenzmessung.
Abgesehen davon punktet die Apple Watch Series 12 wie bisher mit enorm vielen Funktionen, einem extrem umfangreichen App-Angebot, sehr genauen Gesundheitswerten, hervorragender Trainingserfassung mit sehr guter Standortbestimmung und Sicherheitsfunktionen wie einer Sturz- und Unfallerkennung, Notfall-SOS, der Wegbegleitung und einer Kompass-Rückkehrfunktion, die automatisch verfügbar ist, sobald man keinen Empfang mehr hat.
Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass Siri AI in der EU nicht verfügbar ist und bislang völlig unklar ist, wann sie hierzulande starten könnte. Und ob die überarbeitete Health-App mit biologischem Alter und besseren Einblicken in die Langzeitdaten der Gesundheit dieses Jahr noch in Deutschland starten wird, ist ebenfalls fraglich.
Noch für viele Diskussionen werden hingegen die neuen „Audio Intelligence“-Funktionen sorgen, mit denen die Apple Watch fortwährend zuhört – verständlich, dass sie in Deutschland erstmal gar nicht kommen. Es bleibt abzuwarten, ob Smartwatch-Träger damit künftig unter Generalverdacht gestellt werden und ihre Uhr etwa bei Besprechungen ablegen müssen oder das Thema in Kürze einfach wieder aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwindet.
- Neuer Gesundheitssensor
- Herzfrequenz alle 5 Sekunden
- Neue Messungen der Herzfrequenzvariabilität
- Neue Tagesform und bessere Vitalzeichen-App
- Genaues Schlaftracking
- Kratzfesteres Ceramic Shield 2
- Helles OLED-LTPO3-Display
- EKG, Schlafapnoe, SpO2, Bluthochdruckerkennung und Temperatur
- Wassertiefe und -temperatur
- Genaue Gesundheitswerte
- Sicherheits- und Notfallfunktionen
- UWB
- Hervorragende Verarbeitungsqualität
- Hoher Tragekomfort
- Armband auswechselbar
- Telefonie und Musik über die Smartwatch
- Sehr viele Apps von Drittanbietern
- Flüssiges watchOS 27
- Eingeschränkte KI-Funktionen in Deutschland
- Nur 1 3/4 Tage Akkulaufzeit
- Gar keine Unterstützung für Android
ComputerBase hat die Watch Series 12 leihweise von Apple zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Test fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
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