Akku 0% - Was bedeutet das wirklich? Das ist doch keine (schädliche) Tiefentladung?

M.B.H.

Commander
Registriert
Dez. 2006
Beiträge
2.222
Hallo!

Man liest ja oft, dass man nie unter 5 % kommen sollte um deutlichen Akku-Verschleiß zu vermeiden.

Was stimmt daran wirklich?

Ich habe gelesen, dass das totaler Humbug ist und dass, wenn der Akku in der Handyanzeige 0% hat, in wirklichkeit noch 30-40% Ladungs-reserve hat (somit knapp 1V über der kritischen Spannungsgrenze liegt) und sich erst nach diesem Verbrauch (wochen- oder monatelanger Lagerung in diesem Zustand) erst der deutliche Verschleiß der Zellen (= Tiefentladung) beginnt. Heißt, wenn das Handy auf 0% ist, man aber weniger Tage wieder auflädt ist das nicht ansatzweise so schädlich wie oft behauptet. Klar ist eine Ladung/Entladung im Bereich 30-70% am schonendsten, will ich nicht abstreiten, aber wie gesagt...

also wie sieht es nun aus? bestätigt ihr diese Aussage? was stimmt bei aktueller Li-Ion Technologie?
 
Ich erwarte, daß das Handy oder Notebook noch bis nahe an 0% läuft, und das tuen die auch. Also ist der Akku dann auch noch nicht annähernd bei 0V.
 
Genau, wenn 0% angezeigt wird, ist der Akku noch nicht vollkommen entladen. Bei einer definierten Spannung wird abgeschalten, um den Akku nicht zu schädigen.
 
Ich meine früher gehört zu haben, dass der Akku immer eine kleine Reserve hat, damit der Verschleiß so gering wie möglich gehalten wird. So ist immer eine kleine Restkapazität im Akku, um die Spannung über einer Grenze zu halten. Merkt man auch, wenn der Akku "leer" ist und man einen Tag wartet und das Gerät wieder startet, auch wieder gut 5 Minuten betrieben werden kann. Allerdings hört man ja auch oft, dass ständiges Laden auch schädlich ist. Was man am Ende glauben kann, wer weiß ...
 
Wenn dir das Notebook oder das Handy 0% anzeigt bzw. dann aus ist, dann ist der Akku noch lange nicht leer. Du hast dann eine nicht mehr nutzbare Restkapazität weil die Spannung zu niedrig ist und das reicht als Schutzpuffer für den Akku.
 
Bei 0V wird er garantiert nicht sein, da wäre der Akku schon komplett zerstört. Grundsätzlich ist weniger entladen natürlich besser, aber ab wann es arg schädlich wird kommt auch darauf an wie der Hersteller die 0% festlegt. Ich denke das kann man nicht pauschal für alle Geräte sagen.
Wenn der eine Hersteller sagt bei 3,4V ist 0% und ein anderer legt das auf 3,2V (beim gleichen Akku), darf man dieses Gerät nicht immer auf 0% entladen wenn man die gleiche Lebensdauer wie beim ersten will.

Bei aktuellen Lithium Akkus ist es auch nicht ideal wenn sie immer ganz voll (oder leer) sind, am besten ist es wenn die Spannung nahe an den Nennspannung ist (bei 3,7V z.B. im Bereich 3,6-3,8V). Bei Handy wäre das vermutlich der Bereich zwischen 30 und 70% (so ungefähr). Das heißt natürlich nicht, dass man das Handy nicht voll Laden soll. Sollte nur nicht dauerhaft an der Steckdose hängen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei Handyakkus reden wir ja meist über Li-Ion / Li-Po Akkus oder ähnlich.

Diese haben eine eigene Schutzschaltung, die bewirkt, dass der Akku nach außen hin zwar als entladen angesehen wird, er aber noch eine kleine Restladung aufweist.

Die Prozentangaben sind immer so eine Sache, die können sehr genau sein, oder auch mal etwas abweichen, bzw nicht linear sein.
Z.B. hat ein älterer Zusatzakku meines Laptops die Eigenart, nach Ladestandsanzeige im einen Augenblick noch 25% zu haben, dann aber plötzlich doch "ganz leer" zu sein, sodass das Laptop einfach ausgeht. Da ist die Elektronik offenbar nicht in der Lage, den Akkuverschleiß richtig mit einzurechnen.

Was die Lagerung und Pflege eines Li-Ion Li-Po Akkus angeht, empfehle ich, den Akku idealerweise immer zwischen 20 und 80% laut Anzeige zu halten, falls die Anzeige der Akkukapazität ungenau wird, hilft einmaliges komplettes laden / entladen.

Wenn du weißt, dass du z.b. ein altes Zweit / Notfallhandy lange Zeit nicht benutzt, solltest du den Akku auf etwa 40% laden und ihn dann aus dem gerät nehmen und kühl lagern. (allerdings ohne Frost ;-)) Dann hast du selbst nach einem Jahr noch eine gute Aussicht, dass der Akku noch funktioniert.

"Tiefentladung" eines auf Lithiumtechnologie basierenden Akkus ist eigentlich nurnoch möglich, wenn er "leer" ist und dann monatelang entladen im Schrank herumliegt. Dann kann die Zellenspannung soweit abfallen, dass die Schutzschaltung innerhalb des Akkus öffnet und er damit i.d.R. defekt ist, sofern sich diese Schutzschaltung beim anlegen einer Ladespannung nicht wieder zurücksetzt.

Also kurzum: Siehs entspannt, meist ist es absolut unnötig, sich Gedanken um seinen Handyakku zu machen, halten sie doch häufig länger, als man ein gerät besitzt. Falls man, so wie ich, ein Smartphone länger nutzen möchte, achtet man eben darauf, dass der Akku wechselbar ist. Für mein Galaxy Note (GT-N7000) gibts z.b. Ersatzakkus für 10€, welche dem Original sogar überlegen sind.

Die Prozentangabe der Ladekapazität ist nur eine Schätzung, die genaueste Möglichkeit, den Ladezustand eines Akkus zu bestimmen ist, seine Leerlaufspannung zu messen. Sprich nachdem der Akku eine Stunde lang ohne Verbraucher o.ä. rumliegt, mal ein Multimeter ranhalten. Im Internet finden sich für jeden Akkutyp Spannungstabellen, nach denen man beurteilen kann, wie geladen der Akku ist. Mir fallen atm nur die Spannungspegel von Autobatterien ein *gg*

Gruß vom dude
 
Ich kann meinem vorredner absolut zustimmen. Perfekt erklärt :)

@felix94
les dir den beitrag von thedude durch da wird erklärt dass es egal ist was angezeigt wird weil das nicht der tatsächlichen akkustand ist. Der wird der anzeige vorenthalten durch die schutzschaltung. Bei 0% sind ca 15 bis 20 % noch drin die bleiben damit die Spannung nicht zu weit sinkt. Wie er schon sagte ist es nicht schädlich den akku bis zur abschaltung zu verwenden und dann zu laden. Was schädlich ist ist den akku nach der abschaltung ein paar monate so liegen zu lassen ohne zu laden. Wie schnell er sich genau entlädt weiß ich nicht gibt aber genug tests dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gut ist es auch dir Smartphone Akkus am besten immer zwischen 30% und 70% zu nutzen.
 
Vielen Dank an alle die geantwortet haben!
Das bestätigt das, was ich gelesen habe und ich muss mir echt nicht so den Kopf darüber zerbrechen / sorgen machen!

Was krasses:
Ich habe einen uralten Compaq Handheld, von 2003, mit Lithium Polymer Akku. Habe das Gerät über 2-3 Jahre jeden tag dauernd benutzt. danach abgelöst durch anderes gerät.Das Compaq Handheld lag viele Jahre im Schrank, komplett leer. dann habe ich es angesteckt an saft, es tat sich nichts. dann habe ich es mehrere Tage am Strom gelassen und dann hat er auf einmal wieder geladen, komplett voll. Und was soll ich sagen? Das Ding läuft! Der Akku kommt mir vor wie neu, ich kann das ding ewig lange benutzen, display paar Stunden an, alles. finde ich richtig krass. altert polymer nicht im vergleich zu Ionen?
 
Lithium Polymer Akkus sind auch Lithium Ionen Akkus, das Elektrolyt ist halt nur in einem Polymer gebunden. Die altern alle auf die eine oder andere Weise, gerade bei langer Lagerung ist die Gefahr einer Tiefentladung groß.
Die Anfälligkeit eines Akkus unterscheidet sich jedoch von Fall zu Fall, je nach Einsatzzweck. Hochstromfähige LiPo Akkus, z.B. aus dem Modellbau, sind deutlich anfälliger als die Akkus für Anwendungen mit geringerem Strom, z.B. in mobilen Geräten. Wobei das bei modernen Akkus auch nicht mehr heftig ist wie es früher mal war.

In deinem Fall war jetzt halt auch Glück dabei und natürlich gibt es auch immer qualitativ gute und schlechte Akkus, was auch ein ausschlaggebender Faktor sein kann.
 
ja... kann wohl sein.

aber ich habe auch einige mehrere LiIon Akkus für meine DSLR cams, deutlich neuer, da sind ein paar von tot, gehen garnicht mehr^^
 
Zurück
Oben