News Amazon: E-Books künftig auch als DRM-freies Epub und PDF

mischaef

Kassettenkind
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Amazon steht offenbar vor einer Kehrtwende und will künftig im eigenen Online-Shop angebotene E-Books auch im Epub- und PDF-Format bereitstellen – allerdings nur ohne DRM, dafür aber sogar herunterladbar. Einen offiziellen Grund für das Umdenken hat das Unternehmen bisher nicht genannt.

Zur News: Amazon: E-Books künftig auch als DRM-freies Epub und PDF
 
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Bei der Meldung glaubt man zuerst an einen Scherz.

Für was dann aber im Kindle-Format noch mit DRM?
Im epub Format ohne DRM würde ich mich auch endlich für einen Kindle interessieren.

Aber wenn die großen Verlage die Wahl hätten weiß man jetzt schon was kommen wird.
Kaum epubs ohne DRM, nur die Masse an Indie Autoren würde ggf. darauf einsteigen.

Wichtig wäre aber auch die Info.
Ob man dann endlich auch Konzern fremde epubs auf einen Kindle ohne zentralen Import einspielen kann?
 
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Das dürfte vor allem daran liegen, dass in Zeiten von KI (die ja auch auf AWS-Infrastruktur läuft) jeglicher Urheber- und Kopierschutz flöten gegangen ist. Ich bin überzeugt, das ist der einzige Grund für Amazon – da haben sie sich einfach selbst kräftig ins Bein geschossen.

Nie war es einfacher, sich auf anderem Wege normale .ebup-Dateien des gewünschten Buches kostenlos ohne Anmeldezwang im Internet zu finden (nicht, dass ich es gutheiße, die Autoren leiden natürlich darunter). Nie gab es mehr Hardwareauswahl an besseren Kindle-Alternativen.

Was das vor allem bedeutet, ist, dass immer weniger Autoren mit ihren Werken Geld verdienen werden. Die, die es können, werden dafür fürstlich entlohnt. Und zwar nicht über Buchverkäufe, sondern über Filmrechte oder durch die Aufnahme in den erlauchten Kreis der gut bezahlten Drehbuchautoren für Netflix, Amazon und Hollywood. Denn noch ist es nicht möglich, mithilfe eines Prompts am heimischen Schreibtisch einen 2-stündigen Blockbuster zu erstellen, den man auch wirklich konsumieren möchte und der nicht aus emotional abstoßendem AI-Slop besteht.

Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass Netflix/Amazon/Hollywood einfach jedes vielversprechende Schriftwerk nehmen und durch eine KI jagen werden, um durch das entstandene Werk überhaupt keine Filmrechte an irgendwen abtreten zu müssen.



Vor kurzem habe ich was Treffendes gelesen:
AI will save humanity by destroying (social) media as everyone starts to realize "nothing (online) is real anymore".
Dann gehen die Leute wieder ins Theater, auf Konzerte mit echten Künstlern auf der Bühne (sorry Gorillaz, war eine andere Zeit damals), und die Bezeichnung "bestätigter/gesichter Live-Act" auf Programmführern wird zum hoch bezahlten Zugpferd der Aufmerksamkeit und des Respekts.

Der Wert echter haptischer Kunst wird wieder steigen, zumindest so lange, bis die Roboter endlich eine Spülmaschine einräumen können. Bücher der Belletristik sind leider "nur" Kunst in Textform und damit in heutiger Zeit zu leicht zu fälschen, aber im Laufe der Geschichte ist immer irgendeine Kunstform auf der Strecke geblieben und zu späterem Zeitpunkt wieder zurückgekommen (ich meine dich, "Korbflechterei").

Da bin ich gespannt, vielleicht gibt es ja irgendwann in ferner Zukunft eine Art Siegel für menschliche Ideen/Gedanken – hoffentlich nicht gesteuert über ein Musk’sches Implantat …
 
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Das Amazonformat und deren Praktiken in diesem Bereich haben damals dazu geführt, dass ich mir einen Tolino gekauft habe und ePub Bücher wo anders bezogen habe. Das wird sich jetzt auch nicht mehr bei mir ändern.
 
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@frontloop Ich will kein Arsch sein aber Absätze würden wirlich helfen.
 
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FrAGgi schrieb:
Das wird sich jetzt auch nicht mehr bei mir ändern.
Wobei man Unternehmen eigentlich genau so "belohnen" sollte wenn sie etwas "richtig" machen. Späte Einsicht ist besser als gar keine Einsicht. Ich lese Ebooks halt nach wie vor einfach meistens auf dem Handy, schlicht und ergreifend weil ich es immer dabei habe. Dahingehend wird Amazon für mich jetzt überhaupt erst interessant.
 
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Janoe schrieb:
Wobei man Unternehmen eigentlich genau so "belohnen" sollte wenn sie etwas "richtig" machen.
Generell nutze ich Amazon schon gerne für viele Bestellungen. Aber ich sehe noch keinen Vorteil für mich, bei eBooks jetzt von meinen bisherigen Shops zu Amazon zu wechseln. Damit würde ich Amazon nicht belohnen, sondern die anderen Shops, die bereits seit Jahren auf das "richtige" Format setzen, bestrafen.
 
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@Incanus Stimmt schon. Verhält sich aber halt irgendwie, wie mit diesen ganzen Gameslaunchern, die will ich prinzipiell auch nicht installieren, wenn Steam schon das Meiste hat. Librera nutze ich z.B. am Handy für alles, da will ich keine Kindleapp.
 
Janoe schrieb:
Wobei man Unternehmen eigentlich genau so "belohnen" sollte wenn sie etwas "richtig" machen. Späte Einsicht ist besser als gar keine Einsicht. Ich lese Ebooks halt nach wie vor einfach meistens auf dem Handy, schlicht und ergreifend weil ich es immer dabei habe. Dahingehend wird Amazon für mich jetzt überhaupt erst interessant.
Amazon (Market Cap: 2,2 Billionen € !!!) muss sollte nicht mehr belohnt werden. Zumal das ja nur ein miniwinziger Bereich ist, in dem sie keine weniger Scheiße bauen. Die werden diesen Schritt knallhart kalkuliert und daher aus rein kapitalistischen Gründen getroffen haben. Nicht weil die Nutzer/Käufer sich das gewünscht haben und die Auswirkungen für die Autoren dürften AMZN wenig interessieren.
 
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Postman schrieb:
Aber wenn die großen Verlage die Wahl hätten weiß man jetzt schon was kommen wird.
Kaum epubs ohne DRM, nur die Masse an Indie Autoren würde ggf. darauf einsteigen.
Du scheinst vor ziemlich langer Zeit Dein letztes E-Book gekauft zu haben. Seit rund 10 Jahren dürften hart geschützte Bücher bei den Book-Shops die Minderheit sein...
 
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Das kommt zu spät. Habe mich bereits für Pocketbook und Onleihe entschieden. Imho die bessere Entscheidung.
 
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mischaef schrieb:
Seit rund 10 Jahren dürften hart geschützte Bücher bei den Book-Shops die Minderheit sein...
Erleuchte mich mit Deiner Weisheit: Wo bekommst Du ungeschützte *.epub der aktuellen Bestseller zu günstigen Preisen?
 
@Ganjaware
Ich bin gerade bei Thalia.de die Top 10 der Spiegel-Bestseller-Liste durchgegangen...von denen hat kein einziges einen Kopierschutz.
 
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Da ich aus Prinzip (und z.b. weil ich koreader benutzen möchte) nur epubs ohne DRM-Krebs kaufe wird Amazon durch den Schritt zum ersten Mal überhaupt zu einer denkbaren Option.
Ich bin mal gespannt, wie gut das von den Verlagen/Autoren angenommen wird.

Zu begrüßen ist auf jeden Fall jeder noch so kleine Schritt weg vom DRM-Irrsinn!
 
mischaef schrieb:
Du scheinst vor ziemlich langer Zeit Dein letztes E-Book gekauft zu haben. Seit rund 10 Jahren dürften hart geschützte Bücher bei den Book-Shops die Minderheit sein...
Meist kauft man bei seinem Stammhändler, ich war bislang nur bei buecher.de und erlebte alles ohne DRM.
Aber wenn es denn der Standard ohne DRM bei allen anderen außer bislang Amazon ist, bin ich beruhigt.
 
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Ich denke Amazon merkt einfach auch, dass die Leute vielleicht noch einen Kindle besitzen, ihre Inhalte aber inzwischen woanders beziehen, weil flexibler.
 
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@Postman
Aber im Grunde widersprichst Du Dir da doch selber. Auch bei den anderen bekannten Shops steht es den Verlagen frei, mit oder ohne DRM anzubieten.
 
@mischaef: Ich kenne leider nicht alle Shops, aber wie schon gesagt wäre ich ohne DRM beruhigt, denn die Kopierschutznachteile für den ehrlichen Käufer überwiegen.
 
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