Ambitioniertes Radfahren: wie Kraft/Ausdauer aufbauen

Ash-Zayr

Commander
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Sep. 2007
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Hallo,
ich habe in den letzten Monaten mehr und mehr meine Begeisterung für das ambitionierte Radfahren entdeckt...also möglichst lange, noch als Anfänger im Rahmen natürlich, auf Asphalt möglichst schnell.
Ich hatte mir letzten Herbst ein Crossbike der Einsteigerklasse gekauft...je mehr ich fuhr, desto unzufriedener wurde ich und habe bemerkt, was wohl ein derart günstiges Rad (ca. 400,-) gegenüber einem aus der "1.000,- Klasse" vermissen lässt. Ich habe mir sodenn ein Radon Scart 9. Light bestellt, welches bald kommt.

Wie auch immer...was ich mich nun frage ist, wie fährt und trainiert man am besten, so dass man später durchaus Touren von 2 oder sogar 3 Stunden aushält?

Wann stellt sich z.b. der Effekt ein, dass das Sitzen auf dem Sattel gar nicht mehr limitierendes Element ist....am Anfang war es nach Minuten die Hölle...inzwischen kann ich max 1,5 Stunden drauf sitzen, und da rutsche ich dann auch schon hin und her.....mehr als 1,5 Stunden geben die Beine aber auch nicht her. Kann man sagen, dass wenn jetzt noch das Sitzen irgendwann weh tut, auf jeden Fall der Sattel nicht der richtige ist oder falsch eingestellt, oder ist allein der Umstand, auf dem Rad zu sitzen, immer und für sehr lange Zeit ein Faktor, an den man sich sehr langsam gewöhnt, so dass Kondition und Sitzausdauer parallel langsam wachsen?

Ich bin derzeit recht motiviert. Bei vielen Sportarten ist es ja so, dass auf eine Trainingseinheit unbedingt Ruhetage gehören, unter anderem beim ambitionierten Joggen....beim Radfahren tue ich mich damit aber schwer...spricht etwas dagegen, wenn ich ruhig täglich bzw. ca. 4-5 mal die Woche meine Runde drehe und versuche, immer schneller und sicherer zu werden, oder ist es kontraproduktiv und ich muss mir Pausetage gönnen? Ich denke doch schon, dass es Sprtarten gibt, die man ruhig täglich machen kann..?

Ash
 
Kommt auch auf deine generelle körperliche Fitness an, ich würde vorschlagen Bergintervalle zu fahren.
Dazu intensives Krafttraining ausüben. Im Anschluss nach und nach die Frequenz erhöhen.
Du kannst so oft Radfahren wie du möchtest, es kommt eben darauf auch an, welche Strecken/mit welchem Tempo du zurücklegst.
 
eddy merckx hat mal gesagt "Fahren Sie kurz, fahren Sie lang, das ist vollkommen egal, Hauptsache: Fahren Sie, so häufig wie möglich."
 
...und bitte nicht, nur weil man ein "besonderes" Rad fährt, auf der Straße fahren, wenn es Radfahrwege gibt! Das treibt mich jedesmal zum Wahnsinn, wenn Radfahrer meinen sie müßten eine Sonderstellung innehaben weil sie im Strampler und mit sportlichem Fahrrad auf der viel zu schmalen Autospur unterwegs sind - trotz zwei je 1,5m breiten Radfahrwegen plus je 2 Fußgängerwegen mit 1,5m breite auf der keine Fußgänger unterwegs sind!

Sonst viel Spass - Radfahren ist eine schöne Sache an sich!
 
@Lars_SHG: Das kommt ganz auf den Zustand der Radwege an... ich fahre ein vollgefedertes MTB, von daher fahre ich immer auf dem Radweg, egal wie der aussieht. Aber ich kann mir vorstellen, dass es mit einem Rennrad auf einigen Radwegen sehr bis extrem unangenehm wird.
Auf der Straße fahre ich sehr sehr ungerne... da sind viel zu oft so ein paar Experten dabei, die meinen, sie könnten mit 30cm Abstand mit einem Affenzahn an einem Radfahrer vorbeibrettern. Mich hätte schon desöfteren fast jemand vom Rad geholt, das treibt mich wiederum in den Wahnsinn.
Inzwischen bin ich auch beim Autofahren toleranter, was Radfahrer angeht, weil ich selbst entsprechend oft auf dem Drahtesel unterwegs bin. Wenn da ein Unfall mit einem Auto passiert, hat man als Radfahrer die Arschkarte gezogen...


Zum Thema: 2-3 Stunden sollen herausfordernd sein? Als ich relativ untrainiert war, war ich einmal für 5 Stunden unterwegs, davon ziemlich exakt 4,5h auf dem Rad. Zurückgelegt habe ich in der Zeit halt dann nur 85,2km...
Vor 2 oder 3 Wochen war ich wieder unterwegs: Diesmal nicht ganz 5h unterwegs, davon 4:43 auf dem Rad, 96km habe ich insgesamt zurückgelegt.
Die Strecke war beide Male abwechselnd Kies/Schotter/Feld-, bzw. Waldwege (festgefahrene Erde).
Dabei würde ich mich noch nicht als sonderlich trainiert sehen, eher durchschnittlich.

Ich fahre/"trainiere" im Grunde wie ich gerade Lust habe. Mal fahre ich kurz und intensiv (also entweder eine hügelige Strecke oder mit entsprechend Tempo), mal so lange wie möglich (wie es z.B. bei der 85km und 96km-Tour der Fall war) oder auch mal ein Zwischending aus dem beiden. Manchmal wechsle ich auch während der Fahrt mit der Intensität ab.
GuyIncognito hat mir mal schön ausführlich erklärt, mit welcher Trainingsweise ich was trainiere, hier der Link zum Beitrag:
https://www.computerbase.de/forum/t...beitrag-beachten.19740/page-170#post-11715315

Was die Schmerzen beim Sitzen angeht... bei mir hat sich das nach einer Weile gelegt. Sonst gäbe es die Möglichkeit, einen anderen Sattel auszuprobieren. Hier in München in der Aidenbachstraße gibt es einen Laden, der die optimale Sattelbreite aus der "Sitzbreite" und der Haltung auf dem Rad bestimmt. Weiß nicht, wo du wohnst, vielleicht gibt es ja bei dir in der Nähe auch so etwas...
Noch eine Möglichkeit wäre eine Radlerhose, bzw. Radlerunterwäsche mit eingenähtem Polster.
 
Stimmt schon. An Kreuzungen, Einmündungen... lebst du auf dem Radweg gefährlich.
Trotzdem bin ich i.d.R. froh wenn ich nicht im Verkehr fahren muss.
Ich denke hier muss jeder mit ein bisschen gesundem Menschenverstand selbst entscheiden was gerade in der aktuellen Situation für ihn am sichersten ist.
 
Der Sattel.
Ein altes und leidiges Thema. ;)

Hast du eine Radfahrerhose? Die macht ungemein viel aus.
Darüber hinaus gibt es verschiedene Satteltypen. Ganz grob gesagt, die breiten Sattel und die schmallen Sattel.
Was man mehr mag, ist persönliche Geschmackssache. Nur wenn man spürt, dass man sich unwohl fühlt, dann ist es meist der falsche.
Was ebenfalls falsch eingestellt sein könnte, ist die Höhe deines Sattels. Das vielleicht beim ersten mal auch mit einem Fachmann einstellen. Das Hilft auch dem Rücken.

Der Rest, die Kraft und Ausdauer, kamen einfach, umso öfter ich in den Sattel stieg. Mein Wochenplan sieht dann so aus, dass ich Montags Abends mit ein paar Freunden eine flache Etappe fahre. Nicht viel, einfach nur runterspulen und dann noch 2 bis 3 mal die Woche, meine Etappen selbst gestalte, wo es dann schon hügeliger wird.
Zu Beginn nur aufpassen mit wem du fährst. Es macht wenig Sinn hinter jemanden her zu fahren, der dir weit überlegen ist. Dann ist dein Herzschlag zu hoch.
 
Also ich habe gestern mit bisher 35km meine längst Tour gemacht...;) Zuvor hatte ich probeweise den Sattel noch mal ein Raster in der Neigung "Nase nach oben" geändert...einfach um mal neue Stellungen zu probieren....und es nach ca. 20 Minunten beinahe bereuht...das Gemächt lag schon grenzwertig auf der Nase auf....;) Was mir dann im Laufe der Tour auffiel war, dass ich mich viel wohler fühlte, als ich mit dem Arsch mal extrem weit nach hinten gerutscht bin, also fast schon so, dass die Hälfte des Hintern hinten über den Rand hingt...aber das ging am besten!
Entweder kann es nun sein, dass der Arsch genau da hingehört und es normal ist...weil dort sind ja auch die beiden Erhebungen im Sattel....oder aber, mein Sattel muss zur Sattelkstütze gesehen noch eine Ecke nach hinten justiert werden....hiesse aber, dass ich dann auch nicht auf dem Teil des Sattels sässe, auf dem ich gestern gegangen bin, sondern wieder eher mittig lande...nur absolut gesehen alles weiter hinten.....
Gibt es einen Richtwert, horizontal gesehen, wo Vorderkante Nase oder Mittelpunkt Sattel zu Mitte Tretlager stehen sollte?

Ich hatte mir 2 Radlerhosen von Lidl kürzlich gekauft...die sind aber Mist, weil die riesige Polsterung so platziert ist, dass im Grunde der Hintern nur zu einem Drittel abgedeckt ist und die meiste Polstermasse sich im Schritt und vor den Eiern faltet und staut...auch nicht das Wahre...;)
Ash
 
Die Oberkante (Sitzfläche) vom Sattel sollte waagrecht sein. Ist ne gute Ausgangsposition zum testen.
Offset vom Sattel wird erst mal so eingestellt, das wenn die Pedale auf 3 und 9 Uhr stehen, ein Lot von deiner Kniescheibe genau durch die Achse vom (vorderen) Pedal geht.

Wenn du dich erst extrem weit hinten (wo der Sattel breiter wird) wohl gefühlt hast könnte das ein Hinweis auf einen zu schmalen Sattel sein.

Touren von 2 Stunden bzw. 40km sollten auch ohne Radlerhose drinn sein.
 
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