Haudrauff schrieb:
Wenn es aber so ist wie er sagt, dann ist der Fall klasklar. Ende-Alimente. Unschuldig bleibt unschuldig, da kann auch ein Anwalt nicht mehr erreichen.
Manchmal wünscht man sich, dass auch Blödheit und blödsinnige Ratschläge strafbar gestellt werden könnten, insbsondere dann, wenn man mit solcher Ahnungslosigkeit wie Haudrauf Ratschläge in einer möglicherweise gefährlichen Angelegenheit erteit !
Ich war einmal Geschäftsführer in einer kleineren Firma; vom Konto der Firma wurden eines Tages 50.000 Euro mit einer gefälschten Unterschrift der Firmeninhaberin mittels einer Papier-Überweisung auf ein uns unbekanntes Konto überwiesen; dass an diesem Tag soviel Geld auf dem Konto war, wussten nur wenige Personen - genaugenommen eigentlich nur ich und der, von wo das Geld herkam; die Bank und deren Mitarbeiter natürlich auch; ansonsten wäre eine solche Überweisung schon mangels Deckung von diesem Konto gar nicht - oder nicht ohne Rückruf der Bank bei mir - ausgeführt worden !
Der Betrüger musste auch zumindest über Unterlagen verfügen, mittels der er die Unterschrift mit relativ echtem Anschein fälschen konnte ! Es müsste sich bei dem Täter also theoretisch um jemand aus der Firma oder dem nahen Umfeld oder aber aus der Bank gehandelt haben.
Ich habe natürlich sofort Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet, aber wer jetzt geglaubt hätte, da wäre schnell gehandelt worden und das Geld, falls noch im System, irgendwo beschlagnahmt, der hätte sich sehr geirrt; bis über Polizei und Staatsannwaltschaft da ein erster Zugriffsversuch gemacht werden konnte, waren wohl zwei Wochen - oder so - sinnlos vergangen; in der Zwischenzeit wurde man bei Nachfragen immer nur an bürokratische Vorgänge verwiesen !
Glücklicherweise gelang es mir, mittels der Hausbank relativ kurzfristig selbst herauszufinden, auf welche Bank und welches Konto das Geld gegangen war und ich konnte mich mit der Empfängerbank in Verbindung setzen und denen den Vorgang schildern; das Geld, das dort noch vorhanden war, wurde so (eigentlich ohne rechtliche Grundlage) zunächst einmal eingefroren !
Es stellte sich heraus, dass der Kontoinhaber ein im Ausland ansässiger Afrikaner war und dass auf diesem Konto noch andere betrügerisch erlangte Zahlungen eingegangen und glücklicherweise auch noch vorhanden waren !
Unserer Firma hat unsere Bank bzw. deren Versicherung den Schaden ersetzt, weil die ja die Unterschrift nicht sorgfältig genug geprüft hatten; wie die Sache polizeilich mit dem entwendeten Geld und dem vermeintlchen Täter weitergegangen ist, konnte ich trotz zahlreicher Nachfragen bei Polizei und Staatsanwaltschaft niemals erfahren, sondern wurde solange immer nur von Amststelle zu Amststelle herumgereicht, bis ich des Nachfagens müde geworden bin !
Warum nun schildere ich diesen Sachverhalt hier ? Ganz einfach :
Ich selbst war in dieser Sache niemals Gegenstand polizeilicher Ermittlungen geworden ! Ich habe auch alles (erfolgreich) getan, dass die Firma das verschwundene Geld zurückerlangte ! Aber: eigentlich hätte ich doch ein Hauptverdächtiger sein müssen ! Was wäre mit mir passiert, wenn das Geld bereits verschwunden gewesen wäre ? Wie hätte ich beweisen sollen oder können, dass ich nicht da mit drinnstecke ? Der Afrikaner könnte doch meine Komplize oder Strohman gewesen sein und von mir die nötigen Informationen erhalten gekonnt haben - usw. usw. ! Dieser Afrikaner konnte ja in meinen Augen auf keinen Fall der alleinige Täter, auch nicht de Haupttäter gewesen sein, denn wie hätte der alleine an die notwendigen Informationen aus unserem Firmenumfeld gekommen sein sollen ?
Jedenfalls gehörte ich zu dem engen Kreis derer, die wußten, dass an besagtem Tag diese relativ große Summe überhaupt zur Verfügung stand ! Und die Unterschrift der Chefin nachzumachen, wäre für mich auch alles andere als ein Problem gewesen, die hatte ich als Faksimile auf meinem PC und wurde von mir im Geschäftsalltag vielfach für andere Vorgänge auf diese Art und Weise legal benutzt !
Ich denke, dass dieser Vorfall sehr gut vedeutlicht, wie leicht man möglicherweise auch Unschuldig unter schweren Verdacht geraten und - wie bei mir - man sich manchmal von möglichen Verdächtigungen sich wirklich wieder reinwaschen zu können aufgrund bestimmter Sachlagen überhaupt nicht möglich sein könnte ! Ich hatte viel Glück, aber immerhin ist bis heute in dieser Firma nicht bekannt, wer wirklich hinter dem Vorgang steckte und ich hätte dabei ja durchaus beteiligt gewesen sein können !
Aus diesem Grunde kann ich nur mit allem Nachdruck dazu raten, sich in einem solchen oder ähnlichen Fall oder wie vorliegend schnellstmöglich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen, der Akteneinsicht nehmen und den Sachverhalt fachgerecht beurteilen kann, damit so rechtzeitig wie möglich die möglicherweise notwendigen und möglichen Schritte unternommen werden können !
Und an die Blödschwätzer und Ignoranten, die sich in dieser mit unsinnigen Ratschlägen und penetranter Besserwisserei zu produzieren versuchen, ohne die geringste Ahnung von der Materie und den Mühlen der Justiz zu haben, sei der eindringliche Appell gerichtet: haltet Euch hier raus, insbesondere mit unbewiesenen Vermutungen oder Behauptungen, die Sache ist zu ernst und könnte für den Betroffenen zu gefährlich werden, falls sie überhaupt stimmt !