Arbeit -> Strafmaß -> Wenn Andere durch meine Fehler Personenschäden erleiden?

Was willst du denn noch hören? Machst du deinen Job vorschriftsmäßig kann dir auch nichts passieren. Hört sich fast schon zu weinerlich an ...

Jeder hat Verantwortung, da ist dein Job doch noch sehr harmlos. Also mal Eier zeigen!
Ergänzung ()

Achso: Stichwort Betriebshaftpflicht!
 
smuper schrieb:

Ich möchte gerne wissen ob ich wirklich außen vor bin, wenn ich mich nach besten Wissens an die Vorschriften halte und mir alles schriftlich bestätigen lasse.
Auserdem wollte ich wissen ob ich dann als Techniker (Sachkundiger) oder die Firma (als mein Arbeitgeber) bestraft wird, sollte doch mal etwas schief laufen.
Wir Menschen machen ja auch Fehler.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (überflüssiges Komplettzitat entfernt!)
kommt einer um, dann wird erstmal in alle Richtungen wegen Fahrlässiger Tötung ermittelt, logisch.

Du bist aber nicht für den Boden verantwortlich, das ist der Auftraggeber.
Du bist verantwortlich für den Korrekten aufbau.
und solang der stimmt, kann dir keiner was.

wenn du natürlich 5 Bolzen vergisst, dann solltest dir nen guten Anwalt holen.
Das "Problem" hat aber selbst der Gerüstbauer, all zu viele sorgen würde ich mir da nicht machen.
 
Richtig, daher immer die Frage stellen, arbeite ich gerade fahrlässig. Mal überspitzt: Wenn du die Bühne in einen Erdboden rammst, dann hilft dir sicherlich auch keine schriftliche Bestätigung des Auftraggebers, dass der Erdboden doch bester Beton sei.

Als nächste Absicherung stehen dann noch die Versicherungen deines Arbeitgebers.

Rechtliche Gewissheit kann dir aber nur ein Anwalt geben, gesunder Menschenverstand hilft in diesem Fall aber auch.
 
Mach deine Arbeit gewisenhaft weiter. Bau nur da auf wo du dir sicher bist, das es möglich ist. Hier darüber zu spekulieren was wäre wenn, ist schwachsinn. Solltest du trotzdem nicht ruhig schlafen können, schau dich nach einem anderen Job um.
 
Wo soll da das Problem sein ?
Du belastest den Boden senkrecht über 2 punkte. So ein Auto wiegt quasi nichts für den Boden.
Einzig interessante Kennwert für dich ist die maximal zulässige Flächenlast. Glaub mir das passt in 99,99999% der Fälle.
Ich habe mal nen Regallager ausgelegt und trotz unterkellerung könnte ich pro einleitepunkt 20 Tonnen auf den beton Boden bringen, ohne Keller ist das absolut unkritisch und Industrie Immobilien haben meist keinen Keller.
 
Ich glaube schon, dass Du im richtigen Job tätig bist. Aber...!

Du übernimmst für Dich persönlich eine Verantwortung, die Du nicht zu tragen und zu verantworten hast.

Bei jeder beruflichen Tätigkeit besteht die Gefahr, dass man einer Person einen Schaden zufügt. Dies kann ein Personen-, Sach- oder Vermögensschaden sein. Aufgrund unserer menschlichen Eigenschaft haben wir natürlich die größte Angst davor, einer anderen Person zu schaden.

Was wird den passieren, wenn eine Bühne zusammenfallen würde?

Man wird versuchen, den Verursacher zu finden. Tja, und hier sind wir an dem Punkt, dass es viele Verursacher geben kann:

1. Natürlich Dich als verantwortlicher Techniker (Das ist zumindest Dein Gedanke)
2. Die Mischung des Betons und die Größe und Tiefe der Betonplatte war nicht ausreichend (Nicht Deine Verantwortung, da es Nachweise von der Firma gibt)
3. Die Dauerfestigkeit eines Bauteils der Bühne entspricht nicht den notwendigen Anforderungen (minderwertiger Stahl (Bolzen, Schraube, etc. - Verantwortung beim Zulieferer))

Löse Dich einfach mal von dem Gedanken, dass Du für alles die Verantwortung übernehmen musst. Mir ist schon klar, dass die Sache nicht ganz so einfach ist. Für Dich aber absolut notwendig, da Du sonst an Deinem Job kaputt gehst, obwohl Du Deinen Job magst.

Anhand des bohrens kann ich nicht genau sagen ob der Beton ausreichend ist. (ich bin ja kein Betonexperte)

Zu diesem Thema würde einfach mal bei der IHK anfragen, ob es hierzu nicht eine Weiterbildung gibt. Sachverständige können ja auch anhand einer Bohrung festellen, ob eine Betonplatte im Verhältnis der notwendigen Anteile falsch angemischt wurde und somit die Tragkraft nicht gegeben ist.

Bei einer gewissenhaften Arbeit liegt das Thema Schaden bei Deinem Arbeitgeber, da Du in einem Angestelltenverhältnis arbeitest. Dein Arbeitgeber wird den Schaden an seine Betriebshaftpflicht-Versicherung melden. Eine Stellungnahme wirst Du mit Sicherheit beim Versicherer abgeben müssen. Bei einer gewissenhaften Arbeit wird der Schaden durch den Versicherer gezahlt.
 
Da kann ich nobodo nur zustimmen, auch den Hinweis zur eventuellen "Weiterbildung" fand ich klasse.
Ich möchte aber noch etwas einbringen, resultierend aus diesem Satzbau:
Nolle schrieb:
Aktuell bin ich kurz davor den Job hinzuschmeissen.
Ich komme mit der hohen Verantwortung nicht mehr klar.
Ist es wirklich die Verantwortung an sich (es könnte was passieren) oder die Angst davor WENN was passiert ist, sich verantworten zu müssen? Ich finde, dass sollte man unterscheiden.
 
Natürlich wird die Firma für so etwas haftbar gemacht. Diese ist dagegen versichert. Selbst, wenn du schrauben vergisst, wirst du rechtlich nicht dafür verantwortlich gemacht, sondern die Firma. Nur bei Vorsatz kann dir rechtlich etwas passieren. Dass dein AG dich nach Vorfällen gerne kündigen möchte kann da schon eher sein.

Ob du das mit deinem gewissen vereinbaren kannst, ist eine ganz andere sache.

Sonst fahre mal zu einem Flughafen und frage da die Techniker. Und die kommen auch nicht in den Knast, wenn ein Flugzeug mit 300 Insassen abstürzt, weil sie falsche schrauben benutzt haben. Auch nicht, wenn sie gegen Vorschriften verstoßen haben. So etwas ist alles schon vorgekommen und wird immer vorkommen.

Arbeite so sicher, dass du das mit deinem gewissen vereinbaren kannst und deine Sorgfaltspflichten erfüllst und alles ist gut ;)
 
Tja, wir haben wohl genug geschrieben... Zumindest habe ich das Gefühl: "Mehr Unterstützung geht wohl nicht." Ich bin ja mal gespannt, ob uns @Nolle seine Entscheidung mitteilen wird, ob er seinen Job weiter machen wird. Man(n) weiß es nicht..
 
Heelix schrieb:
Wo soll da das Problem sein ?
Du belastest den Boden senkrecht über 2 punkte. So ein Auto wiegt quasi nichts für den Boden.
Einzig interessante Kennwert für dich ist die maximal zulässige Flächenlast. Glaub mir das passt in 99,99999% der Fälle.

Grooooooooober (Denk)Fehler!

Die Kraft die bei einer 2 Säulen Bühne auf die Befestigung einwirkt ist ENORM !!
Denn die Kraft geht ja nicht Senkrecht nach Unten, sondern es ist ein Hebel am Werk, und der mal nicht zu Knapp.
Denn das Auto steht ja nicht auf der Säule sondern neber der Säule und das können mal gut 80cm sein.
Dafür gibt es sicher eine Formel, wie zb. 1000KG x 80cm oder so :cool_alt:
"Nolle" wird das sicher besser erklären können.
Im Prinzip ist auf der Innenseite der Säule das Gewicht des Autos und auf der Außenseite sind "Zugkräfte" am Werk, und genau die sind das Problem. Weiter gibt es auch noch Kräfte nach vorne und Hinten wenn das Auto mal schön auf der Bühne "Schwingt"

Wir hatte auf der Arbeit eine 3,5Tonnen Bühne, und wenn die mit 2 Tonnen Beladen und ganz oben war, hat man sogar gesehen das die Säule sich leicht biegt, und dann muss man sich mal vorstellen wie es den Dübel im Boden ergeht...

Für die Säulenbühnen gibt es ganz bestmmte Vorschriften über die Betonquallität, die Dicke und die Fläche des Betons.
Ein Normaler Hallenboden kann da oft nicht mithalten, dieser Bereich muss dann manchmal neue betoniert werden
 
Guten Morgen

Ich danke euch allen erst mal rießig dafür, das ihr wirklich ernsthaft darauf eingegangen seid.
Es hat mir definitiv die Augen geöffnet und daher kann ich vielleicht etwas ruhiger an die Sache heran gehen.

Ich gebe zu, auch Privat nehme ich alles sehr Ernst und bin ein kleiner Ordnungsfanatiker , der sich immer gleich gedanken macht , wenn etwas nicht so lief wie es laufen sollte.

Der Satz von Zwenner trift es ganz gut:

''Ist es wirklich die Verantwortung an sich (es könnte was passieren) oder die Angst davor WENN was passiert ist, sich verantworten zu müssen? Ich finde, dass sollte man unterscheiden.''

Vor der Verantwortung an sich habe ich keine Angst, viele Millionen Menschen haben diese.
Ich denke ich habe Angst davor mich verantworten zu müssen wenn etwas passiert.

Da ich mich aber immer an die Vorgaben halte und mir alles abzeichnen lasse , kann man in einer solchen Situation nicht sagen das ich mit Vorsatz gehandelt habe.

Ich werde die Feiertage nutzen um mir klar zu werden , wie es jetzt weiter geht.
Da ich aber schon sehr lange mit diesem Problem kämpfe wird der Weg wohl in Richtung anderer Job gehen.
Ich bin wahrscheinlich der Falsche Typ für diese Ausübung.

Desweiteren werde ich das Thema auch noch einmal bei meinem Chef ansprechen.

Ich hoffe das ich die freien Tage trotzdem etwas genießen kann, ich muss auch mal abschlaten. Auch wenn es schwierig ist.

Ich danke euch allen für eure Anteilnahme und wünsche euch ein tolles Fest mit euren liebsten.

PS.

@Mater

Genau so sieht es aus.
Bei 2 Säulen Hebebühnen arbeiten sehr große Hebelkräfte.
Diese sind vom Gewicht und der Aufnahme des Kfz , sowie vom Hebebühnentyp und anderen Eigenschaften abhängig.
Ich höre 2-3 mal im Jahr davon, das Hebebühnen zusammen fallen, weil sie nicht nach Vorschrift befästigt wurden.
Gott sei dank ist es selten der Fall, das Person dabei schaden nehmen.
 
Ich bin bei uns in der Firma unter anderem auch der der die Baukrane bei Hausbauten aufstellt (nur die "kleinen" bis 40m Ausleger wie Potain HD32 und 36 sowie dieverse Liebherr-Varianten). Hier ist es auch wichtig dass das Fundament etc. stimmt. Und auch ich bin kein Fachmann ob das Fundament ordentlich verdichtet wurde oder auch nicht. Der Bauunternehmer aber weiss was es braucht und bestätigt mir dass das Fondament der Boden den Vorschriften entspricht. Ich stelle danach den Kran nach meinen Vorgaben auf und gut isses. Natürlich sehe ich nach ob nedd der Boden gleich weg sackt aber wenn ich da nix spezielle entdecke wird das Teil aufgestellt. Und Hebel etc. arbeiten da auch ganz nett ;)
Fällt er später um weil der Boden nachgegeben hat oder das Fundament doch nicht gepasst hat is mir das persönlich ziemlich egal. Warum auch, ich hab mich abgesichert und meinen Teil für den ich verantwortlich bin so gemacht dass ich dahinter stehen kann.
Wenn es so einen Kran in einem Wohngebiet dann mal hin legt kann sich jeder vorstellen dass wir da von groben Schäden und auch schnell mal Toten reden.
Aber solange ich meinen Teil des Jobs so mache dass alles passt mach ich mir da weniger Gedanken.

Stell dir nur vor die Schrauben und Anker die du verwendest haben einen Materialfehler und brechen nach 2 Wochen... willst dafür auch Verantwortlich sein?
 
Ich denke es liegt in der Verantwortung eurer Firma, einen Statiker oder ein Gutachten oä auszuschliessen. Wenn du in der Firma dafür verantwortlich gemacht wirst, zB wenn du leitende Person bist, dann trifft dich Schuld. Wenn du von leitenden Personen Anweisungen missachtest oder einfach fahrlässig handelst, dann trifft dich ebenfalls Schuld.

Ich mein all die Leute die sagen "was soll schon passieren" seid ihr ignorant? Stellt euch mal vor die Firma ignoriert sämtliche statische Eigenschaften des Bodens, und sagt auch dem AG nichts davon. Der OP ist in seiner leitenden Tätigkeit und als Sachverständiger für Hebebühnen dafür verantwortlich auch den Boden in Frage zu stellen. Dazu muss er kein Betonfachmann sein, denn die kann man buchen. Das wird jeder Richter mit gesundem Verstand so sehen. Wenn er das nicht macht, dann wird ihm als verantwortlichen Firmenmitarbeiter möglicherweise ein Teil der Schuld übertragen, wenn nichts anderes bewiesen wird. Auch Arbeitnehmer können für ihre Taten bestraft werden. Weil wenn jemand dabei stirbt, ist das plötzlich nicht mehr so lustig wie es einige darstellen.

Alles in allem hat der TE jedoch beschrieben das er bzw die Firma auf die Bodeneigenschaften hingewiesen hat. Daher hat er wahrscheinlich selbst das Problem als Sachverständiger in die Hand genommen, und jeden Amateur der hier sinnlos geantwortet hat in die Tasche gesteckt.
Ergänzung ()

Kuhprah schrieb:
Stell dir nur vor die Schrauben und Anker die du verwendest haben einen Materialfehler und brechen nach 2 Wochen... willst dafür auch Verantwortlich sein?

Wenn man nach Herstellervorgaben, nach DIN oder nach anerkannten Regeln der Technik oder ähnlich baut braucht man wohl nichts befürchten.
Als Gegenbeispiel kann man sehr wohl für brechende Schrauben und Anker verantwortlich gemacht werden, wenn man Tonnenschwere Lasten mit nur einer Schraube beispielhaft sichert.

Also ebenfalls eine sehr oberflächliche Sicht der Dinge.
 
Tja, und hier sind wir an dem Punkt, dass Thema noch mal von vorne durchzulesen und erst dann eine Meinung abzugeben, wenn ich alle Beiträge verstanden habe.
 
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