Arbeitsvertrag: Frage zu Mehrarbeit pro Woche

Mr.Luke

Cadet 3rd Year
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Jan. 2006
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40
Morgen...

Mir liegt momentan ein Arbeitsvertrag vor, in welchem ein Punkt ... zumindest für mich "unverständlich" formuliert ist.

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Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt (ausschließlich der Pausen) durchschnittlich 40 Stunden wöchentlich. .....

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, im Falle betrieblicher Notwendigkeiten auf Anordnung Überstunden / Mehrarbeit zu leisten, soweit dies gesetzlich zulässig ist. Mit der in diesem Vertrag vereinbarten Vergütung sind Überstunden / Mehrarbeit bis zu 8 Stunden pro Woche mit
abgegolten.

Darüber hinausgehende Ansprüche aus der Leistung von Mehrarbeit besteht nur, wenn die Mehrarbeit von der Geschäftsleitung angeordnet oder genehmigt worden ist. ....
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Bedeutet dies für mich, dass ich pro Woche max. 8 Überstunden quasi "umsonst" mache?!
...und, habt ihr mit solch einem Vorgehen schon Mal Erfahrungen gemacht?

Danke und Gruß,
Mr.Luke
 
ja, 8 überstunden sind in deinem gehalt mit drin, den rest bekommst du - sofern die leistung notwendig/angeordnet war - vergütet.

im kaufmännischen bereich ist sowas seit jahrzehnten üblich, allerdings sind da normalerweise alle überstunden mit dem gehalt abgegolten und werden wenn, dann per zeitkonto geregelt.

da wäre jetzt die frage: gewerblich oder kaufmännisch? ;)
 
Wie Heretic Novalis schon gesagt hat ist das üblich. 8 Stunden erscheint mir allerdings viel, da es sich ja um 20% der arbeitszeit handelt. Versuch auf 5 zu gehen und frag mal die Kollegen wieviel wirklich gemacht wird/gefordert wird.
 
Interessant wäre auch zu wissen ob das eine größere Firma oder ein kleiner 3-Mannbetrieb ist. Gibt es eine Stempelkarte oder wird die Mehrarbeit geschätzt?
Wenn es keine Stempelkarte gibt ist es schwierig nachzuweisen wieviel tatsächlich gearbeitet wurde.

Gruss

Hefele
 
Gibt es in dem Unternehmen eine wie auch immer geartete Zeiterfassung (Stempel, Erfassung am PC, Zeitkonto per Hand, ...)?

Ich glaube, dass ich eine derartige Regelung nicht ohne Weiteres akzeptieren würde. Für Führungskräfte gelten oft Sonderregelungen. Die bekommen entsprechend mehr Geld und sie werden in erster Linie für die Ablieferung einer Leistung bezahlt, ob die nun mehr oder weniger Zeit in Anspruch nimmt, ist nebensächlich.

Aber ein normaler Angestellter hat einen Arbeitsvertrag über meinetwegen 40 Stunden. Für diese Arbeitszeit will er bezahlt werden. Wenn der Arbeitgeber mehr will, muss er dafür extra bezahlen. Ein Arbeitszeitkonto wäre da angemessen: So können verordnete Überstunden angehäuft und - je nach Regelung - ausbezahhlt oder abgefeiert werden.

Alternativ akzeptierst Du die Regelung, wenn der Preis stimmt. Ich würde mich auch konkret danach erkundigen, wie hoch die tatsächliche Wochenarbeitszeit im Schnitt ist. So könnte man zusätzlich vereinbaren, dass die Wochenarbeitszeit im Schnitt pro Quartal oder pro Jahr nicht über x Stunden liegen darf. Sonst arbeitest Du am Ende durchgängig 48 Stunden und das wäre Mist.
 
Zuletzt bearbeitet:
mag sein das das "mittlerweile normal" ist. ich würde das so jedenfalls nicht unterschreiben. 40 stunden sind standart. es kann auch um bereitschaft bei notwendigkeit für überstunden im gesetzlichem rahmen verhandelt werden. allerdings nur wenn alle überstunden entweder entsprechend bezahlt werden oder absetzbar sind. wenn der arbeitgeber wie oben geschrieben 8 arbeitstunden zusätzlich ohne gegenleistung verlangen kann, kann man oben auch gleich 48 stunden für den lohn hinschreiben.

ich persönlich würde mich auf sowas nie einlassen, sondern entsprechend mit dem arbeitgeber verhandeln. auch wenn es in manchen firmen so gang und gebe ist, heisst es nicht das man sich darauf einlassen muss.

jedenfalls meine meinung......auch wenn ich weiß dam man bei der heutigen wirtschaft kaum noch eine wahl hat. geht eh alles wieder in richtung sklaverei und dem berühmten pyramiten system.......
 
Zur Aufklärung...
Bereich: Softwareentwicklung
Position: leitender Angestellter, vorerst aber in der Probezeit zur Vertiefung der Geschäftsprozesse, Projektwege und sonstiger Verläufe als Angestellter.

Ich denke aber auch, dass das Unternehmen sich damit absichern will, dass ein Mitarbeiter der zu viel um die Ohren hat ... z.B. 15 Überstunden in der Woche macht und dann irgendwann ankommt und sagt: Hören Sie mal Herr AG... ich möchte diese nun als Urlaub nehmen.

Die 8 Stunden sorgen somit dafür, dass es ein Limit gibt und man nicht beliebig viele Überstunden machen darf. Zur Zeiterfassung und Kontrolle kann ich momentan keine Aussage machen.


Gruß,
Mr.Luke
 
Normalerweise sollte es so ein, dass die Mitarbeiter wöchentlich ihr Pensum von 40 Stunden arbeiten und fertig. Wenn Überstunden geleistet werden, dann stellt sich die Frage, welche Gründe es dafür gibt.

Es gibt Mitarbeiter, die machen in den ersten beiden Wochen des Monats Überstunden ohne Ende und wollen dann die letzte Woche frei nehmen. Das schmeckt dem Arbeitgeber natürlich nicht, denn er will eine gewisse personelle Besetzung sicherstellen. Hier hilft ein Arbeitszeitkonto. Darin kann man z. B. regeln, dass jeder maximal 20 Überstunden pro Monat anhäufen darf. Zusätzliche Überstunden verfallen und müssen vor Monatsende abgefeiert werden, wobei einem dafür höchstens zwei Tage pro Monat zur Verfügung stehen, die auch nicht direkt aufeinander folgen dürfen.

Anders ist es, wenn jemand z. B. schon 16 Überstunden hat und vom Chef weitere Stunden aufgedrückt bekommt, weil die Auftragslage es erfordert. Dann handelt es sich um verordnete Stunden, die nicht verfallen dürfen, nur weil man über das Limit kommt. Solche Stunden würde ich mir als Arbeitnehmer auszahlen lassen, wenn ich schon eine gewisse Zahl an Überstunden auf meinem Konto habe. Oder man vereinbart, dass diese Extrastunden eben nicht verfallen, sondern auf dem Folgemonat übernommen werden.

Ich kann gut verstehen, dass der Arbeitgeber eine gewisse Flexibilität anstrebt. Wenn eine bestimmte Software zu einem Termin geliefert werden muss, dann macht man lieber Überstunden, bevor man eine Konventionalstrafe zahlt. Das darf aber nicht in unbezahlte Arbeit ausarten. Du hast ein Recht auf Bezahlung. Daran ist nicht zu rütteln.
 
In einem Arbeitsvertrag müssen geregelt werden:

Die normale wöchentliche Arbeitszeit (die auch bezahlt wird)

von dieser festgelegten Zeit kann dann nach oben um 20% und nach unten um 25% abgewichen werden

Wie es dann mit Behandlung der Überstunden(Bezahlung,Freizeit,Zuschläge) aussieht ist eine andere Sache.
 
Zuletzt bearbeitet:
als leitender Angestellter sind die überstunden in Ö immer imm Vertrag drin.
Das ist bei uns normal.
Musst halt entscheiden ob Geld/Motivation passt.
mfg
alti
 
Mr.Luke schrieb:
...Mit der in diesem Vertrag vereinbarten Vergütung sind Überstunden / Mehrarbeit bis zu 8 Stunden pro Woche mit abgegolten....

Mr.Luke schrieb:
...Position: leitender Angestellter...

Da hast du es aber richtig gut getroffen. In der Regel haben leitende Angestellte Sätze in der Art von "mit dem Gehalt sind alle anfallenden Überstunden abgegolten" in ihrem Arbeitsvertrag stehen.
 
In meinem Arbeitsvertrag steht:

"Ansprüche aus Leistung einer Mehrarbeit bis zu 10 Stunden pro Monat bestehen nicht."

Seh ich das richtig, dass ich wenn ich Überstunden mache, für die ersten 10 Überstunden eines Monats keinen Ausgleich bekomme. Weder finanziell noch die Überstunden abfeiern???

Falls ja, ist so eine Klausel überhaupt rechtsmäßig?
 
Du siehst das richtig und die Klausel ist in Ordnung, Du hast sie ja akzeptiert als Du den Vertrag unterschrieben hast.
 
Und ich dachte bisher das bezieht sich auf das Thema Überstunden auszahlen.

Sowas ist echt rechtens?

Gut das ich das weiss, da muss ich mal mit meinem Chef reden und mich ggf. nach nem neuen Job umsehen. Denn für 1700 Brutto arbeite ich keine 42,5 Stunden-Woche und schenk der Firma jeden Monat 10 Stunden. Und bei dem was bei uns an Arbeit anfällt sind 45 Stunden-Wochen die Regel.
 
Bei 45 Stundenwoche bekommst Du immerhin 10 Stunden, als Ausgleich bezahlt oder als Überstunden angerechnet, die Zulagen ab der 10.ten Stunde bekommst Du ja trotzdem noch. Du bekommst nur die ersten 10 Stunden nicht bezahlt, ausgegilchen oder sonst was. Arbeite doch einfach langsamer, damit mehr Stunden anfallen. :lol:
 
Das werd ich auch ab sofort machen und wenn´s denen nicht passt, sollen sie mich halt rausschmeissen!!! Ich bleib nicht lang arbeitslos, da ich bei der Jobauswahl sehr flexibel bin.
 
völlig normal!

Habe ungefähr 6 Jahre lang unentgeldlich ca. 10 Stunden / Woche mehr gearbeitet (Vertrag 40 Stunden), dann haben wir das reduziert auf 5 Stunden / Woche - was jetzt auch schon wieder über 6 Jahre läuft.

Mit anderen Worten rund 3.300 Überstunden ohne irgendeinen Ausgleich (es kamen auch noch Messen und gelegentliche Wochenendarbeit dazu).

Gewöhn Dich daran, als kfm. Angestellter bist Du meist schlechter dran!

Es gibt zwar auch einige wenige soziale Betriebe, aber bei denen kommt man für gewöhnlich nur mit Vitamin B in den Job.

In meinem Bekanntenkreis gibt es nur einen (Beamte ausgenommen) der nicht mindestens 5 Wochenstunden mehr arbeitet ohne Aufschlag oder Möglichkeit zum abfeiern. Der Rekordhalter arbeitet im Augenblick mit 65 Wochenstunden.

....wenn es nicht so traurig wäre, könnte man schon wieder einen Wettbewerb draus machen!
 
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