Bandbreitenkorridor - Pflicht zum Möglichen?

AP Nova

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Dass bei DSL (und Kabel) die Bandbreite immer mit "bis zu x Mbit/s" angegeben wird, sollte ja mittlerweile bekannt sein. Aber haben die ISPs überhaupt eine Pflicht, das maximal Mögliche aus der Leitung rauszuholen oder könnte es rein theoretisch auch heißen "Ihr Korridor ist 6 bis 16 MBit/s, sie haben gerade 6, auch wenn theoretisch 10 gehen. Pech, wir ändern da nichts, immerhin erfüllen wir unseren Teil des Vertrages"?

Dass so eine Strategie für verärgerte Kunden sorgen würde ist klar, wahrscheinlich wäre es die Kostenersparnis (falls es die überhaupt gibt) durch den reduzierten Traffic nicht einmal wert. Aber geht das prinzipiell oder muss innerhalb der Grenzen das Bestmögliche auch geliefert werden?

Danke für eure Antworten
 
Solange es von der EU keine Vorgabe gibt genau das einzustellen, und die echte verfügbare Bandbreite anzugeben, solange wird sich da nichts im DSL markt tun.

Bei den Kabel-Anbietern ist es IMO schon so, dass die mit der "echten" Bandbreite werben, also das, was brutto wirklich möglich ist.

Dazu muss man aber auch sagen, dass hier 2 komplett unterschiedliche Techniken am Werk sind...

Wenn die Telekom in 200 Jahren in jedem Haushalt in Deutschland Glasfaser liegen hat, dann gibts die Probleme auch nicht mehr.... - Aber solange die "letzte Meile" noch mit Kupferkabeln überbrückt wird, und die Entferning zum DLSAM eine entscheidende Rolle spielt, solange wird das nichts werden...
 
Welche unabhängige Stelle soll deiner Meinung nach prüfen was theoretische wirklich möglich wäre und was der Provider letztendlich bereit stellt?

Rein rechtlich gesehen dürfte das nur funktionieren, wenn Du dem Provider nachweisen kannst, dass er mehr Bandbreite zur Verfügung stellen kann, als er das an deinem Anschluß macht.

Das wird wohl kaum möglich sein.....
 
Es geht hier nicht darum, dass die Kunden mit "bis zu supermegaschnell" "hinters Licht geführt" werden, sondern darum, ob der Provider überhaupt eine Pflicht hat, das maximal Mögliche auch zu schalten, oder ob der Provider seine Pflicht theoretisch schon dann erfüllt, wenn er die niedrigste, im Vertrag angegebene Bandbreite schaltet.

Rein rechtlich gesehen dürfte das nur funktionieren, wenn Du dem Provider nachweisen kannst, dass er mehr Bandbreite zur Verfügung stellen kann, als er das an deinem Anschluß macht.
Eventuell könnte man da was mit den Verbindungswerten machen, wenn die Leitungsdämpfung deutlich niedriger ist als es für die Bandbreite notwendig wäre und die SNRM noch sehr hoch ist. Allerdings könnte man dann eventuell damit kommen, dass es andere Störungen auf der Leitung gibt, die das trotzdem verhindern.
 
AP Nova schrieb:
Dass bei DSL (und Kabel) die Bandbreite immer mit "bis zu x Mbit/s" angegeben wird, sollte ja mittlerweile bekannt sein. Aber haben die ISPs überhaupt eine Pflicht, das maximal Mögliche aus der Leitung rauszuholen oder könnte es rein theoretisch auch heißen "Ihr Korridor ist 6 bis 16 MBit/s, sie haben gerade 6, auch wenn theoretisch 10 gehen. Pech, wir ändern da nichts, immerhin erfüllen wir unseren Teil des Vertrages"?
Normalerweise kommt die Argumentation nicht zu Stande, da in diesen Fällen Modem und DSLAM die geeignete Geschwindigkeit aushandeln. Wo sollte die Angabe herkommen, was theoretisch geht? Aus der Fritz.Box? Diese Angaben sind nur Schätzungen, wo noch Parameter fehlen, die man nicht einsehen kann.

Dass so eine Strategie für verärgerte Kunden sorgen würde ist klar, wahrscheinlich wäre es die Kostenersparnis (falls es die überhaupt gibt) durch den reduzierten Traffic nicht einmal wert.
Es gibt zumeist keinen reduzierten Traffic, da der Download eben nur etwas länger dauert. Man lädt deswegen ja nicht mehr Dateien runter, weil man es vielleicht könnte.

@alex_K: Gerade bei den Kabelanbietern bekommt man meist weniger als (wenn auch mit "bis zu") beworben. Aufgrund der Baumtoplogie befindet man sich immer mit anderen Teilnehmern in Teilen auf dem selben Frequenzbereich. Je mehr Kunden n deinem Segment dazukommen, desto stärker machen sich die RushHours bemerkbar.
 
Es gibt zumeist keinen reduzierten Traffic, da der Download eben nur etwas länger dauert. Man lädt deswegen ja nicht mehr Dateien runter, weil man es vielleicht könnte.
Also ich habe mit der 32.000'er Leitung von KD wesentlich mehr runtergeladen als hier mit DSL 6.000.
Ist ja auch 20mal schneller.
 
Es ging hier aber nurum einen Anstieg von 66% , und nicht um über 500% wie in deinem Fall. Und selbst dann sind die meisten Nutzer immer noch zielorientiert. Bei "Sammlern" kann das schon anders aussehen.
 
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