Bass von Wänden fernhalten: Spikes, Pukes, Absorber?

vegas2

Cadet 4th Year
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Juli 2009
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Hallo Leute,

ich bin derzeit etwas überfordert. Ich hab das z5500 von Logitech. Nun habe ich aber das Problem, dass der Mieter unter mir sich beschwert hat, dass der Bass zu laut sei.
Daraufhin wollte ich mich etwas erkundigen, wie man das verhindern oder zumindest mindern kann. Hier ist das Problem. Es gibt ja Absorber, Spikes und Pucks.
Was davon muss man denn nun nehmen, um die Vibrationen von den Wänden bzw. vom Boden fernzuhalten. In jedem Forum steht was anderes und in den Themen erzählt auch jeder was anderes.
Der Sub steht bisher auf Teppichboden und der Boden selbst ist wahrscheinlich (bin mir nicht ganz sicher) aus Beton (Ich wohne in einem 15. stöckigen Studentenwohnheim).

Vielen Dank für eure Antworten.

mfg
 
Stell den Subwoofer am besten auf Spikes, die auf einer Gummimatte stehen. Dadurch entkoppelst du den Subwoofer vom Boden.

Aber: Das mindert nicht die Übertragung durch den Schall an sich! Gerade tiefe Töne übertragen sich sehr gut und dagegen würde nur eine komplette Schallisolierung helfen.

Am besten wäre es, zusammen mit dem Nachbarn unter dir, sofern er mit sich reden lässt, durch testen den Pegel herauszufinden, bei dem sich dein Nachbar nicht mehr gestört fühlt. So kommt ihr beide zu euren Recht, zu deinem Bass und der Nachbar zu seiner Ruhe.

Denn du bist verpflichtet, die Zimmerlautstärke einzuhalten. Dein Bass darf nicht außerhalb deiner Wohnung die Nachbarn stören. Da beißt die Maus dem Schwanz keinen Faden ab!
 
Ok, dann noch die Frage, wie rum muss ich denn die Spikes hinstellen? Also mit der Spitze zum Sub oder umgedreht oder ist das egal? Darüber habe ich auch schon wiedersprüchliche Aussagen gelesen wegen ankoppeln und entkoppeln etc.

Das mit der Zimmerlautstärke ist mir klar, deswegen will ich das ja machen. Und eine komplette Schallisolierung ist hier glaub ich nicht machbar :-D.
 
Hi,

Die Spickes werden aber nichts bringen (zumindest nicht so wie es beschrieben wurde), den du willst den Sub ja vom Boden entkoppeln. Wenn du den Sub auf Spickes stellst und die Spize zum Boden zeigt, wird der Sub am Boden angekoppelt. Du willst aber entkoppeln.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Du legst zwichen den Sub und den Fußboden einen Absorber, das können halbe Tennisbälle, irgendwelche "richtigen" Absorber-Gummis aus dem HiFi-Bereich sein oder du kaufst diese Anti-Rutsch-Matte die man normalerweise unter die Waschmaschine legt. Auf letzteres schwören viele im HiFi-Forum. Es muss halt ein material sein, das Schwingungen auffängt bzw. abdämpft oder schluckt.

2. Die wie ich finde wohl etwas bessere Lösung. Du holst dir eine Steinplatte, ca. 30mm stark und möglichst schwer, auf diese Steinplatte stellst du deinen Sub mit Spicks. Und zwischen den Fußboden und die Steinplatte kommt ein Absorber wie in Punkt 1 beschrieben. Im Prinzip wird der Sub an die Steinplatte angekoppelt (Masse vergrößert), durch die größere Masse schwingt der Sub weniger. Mit dem Absorber wird dann die Steinplatte vom Boden abgekoppelt und es werden weniger Vibrationen an den Boden weiter gegeben. Je größer die Masse deines Subs ist, desto geringer werden die Vibrationen, du könntest sogar noch ne Platte auf den Sub legen um die Masse zu vergrößern.

Ich pers. denke aber nicht das die Masse bzw. die Vibrationen des Subs die Probleme verursachen, sondern ich denke eher auch, dass der Hund bei einem zu hohen Pegel begraben liegt. Und gegen Pegel helfen nur raumakustische Veränderungen.

Ich würde es aber trotzdem mal versuchen. Geh in den nächsten Baummarkt und kauf dir eine dicke Gehwegs-Platte. Bau es so auf wie ich es in Punkt 2 beschrieben habe. Das sollte nicht mehr als 20€ kosten. Danach schaust du mal was dein Nachbar sagt.

Aber wie bereits gesagt: Absorber usw. beeinflussen die Vibrationen, aber auf den Pegel, die andere Räume abbekommen haben sie keinen großen Einfluss.

Gruß
 
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Wenn du deinen Nachbarn effektiv entlasten möchtest bleibt dir nur die Möglichkeit den Sub nicht zu tief spielen zu lassen, Erklärung folgt später. Entkopplung macht da wenig Sinn. Wenn du unbedingt entkoppeln möchtest dann nimm 2 Tennisbälle, halbiere sie und stelle sie unter den Sub. Das bringt genauso viel (oder wenig) wie die "HiEnd"-Entkoppler. Das wird den Körperschall des Subs etwas dämpfen, dein Nachbar wird den Sub aber wohl noch unverändert wahrnehmen.

Vermutlich hört dein Nachbar eine Raummode die sich bei dir bildet. Eine Raummode ist eine stehende Welle zwischen zwei parallelen Wänden. Die Dröhnfrequenz dieser Raummode kannst du mit deinen Raummassen berechnen (und zwar längs, quer und auch in der Höhe - es gibt also 3 Raummoden wobei die Längs u. Quermode i.d.R. am stärksten ausgeprägt sind. Die Frequenzen werden von deinem Abhörraum stark verstärkt d.h. wenn dein Sub eine Frequenz spielt die genau eine Raummode trifft wird diese verstärkt. So kann der Sub z.b. einen 43Hz Ton (anhand des Beispiels weiter unten) mit 90dB abgeben, durch den Raum wird genau diese Frequenz aber z.b. mit 100dB wiedergegeben obwohl der Lautsprecher weniger abstrahlt.

Die Raummoden kannst du mit dem folgenden Tool errechen: Modenrechner

Dabei gibst du deine Raummaße ein z.b. für einen 4m breiten u. 5m langen Raum mit 2.4m Höhe erhältst du Raummoden von 43Hz (auf der 4m Breite), 34Hz (für 5m länge) und knapp 70Hz (Raumhöhe). Du solltest nun vermeiden das der Sub nicht in die Raummoden reinläuft (also so tief spielt das er sie noch effektiv anregt). Viele Soundkarten bietet einen Equalizer an, wenn du alle Frequenzen unter ~45Hz stark absenkst werden die Raummoden kaum noch angeregt. Folge ist ein präziserer Bass und weniger Gedröhne ... und das beste das gilt auch bei deinem Nachbarn der die Dröhnfrequenzen nun nicht mehr wahrnimmt und die Lärmbelästigung stark abnimmt.

Es bleibt dir also effektiv nur die Möglichkeit den Sub nicht allzutief spielen zu lassen. Wenn kein vernünftiger EQ zur Verfügung steht kann man alternativ das BR-Rohr verschliessen. Dadurch verliert der Sub Pegel im Bereich der Tuningfrequenz und regt die Raummoden weniger an. Mag am Anfang noch etwas "dünn" klingen aber man wird seine Freude an der neu gewonnenen Präzision haben da die lange nachdröhnenden Raummoden entschärft wurden.
 
Ok, @DaruDaru, dass klingt ja sehr wissenschaftlich.
Ich habe mal das Tool genommen und ausgerechnet: 2x 51 Hz und 1x 69 Hz. Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, muss ich jetzt verhindern, dass der Sub diese Frequenzen erreicht, weil sonst Resonanz mit dem Raum entsteht und es dröhnt und genau das hört dann mein Nachbar (zum Großteil). Wie kommst du aber auf ~45 hz in deinem Beispiel? Durchschnitt?
Naja, ich werde das mal mit nem EQ ausprobieren, mal sehen ob es was bringt.

@Mr Tom: sollte das von DaruDaru beschriebene nicht richtig funktioneren, werd ich dann mal deine 2. variante ausprobieren. Das habe ich auch schon mehrmals so gelesen, also den Aufbau Spikes, Platte, Gummi.
 
Das klingt nicht nur nach Wissenschaft sondern ist es genau genommen auch. Das Thema ist so umfangreich das ich nach 15Jahren LS-Selbstbau immer wieder etwas neue lerne. Was ich jedoch weiß ist das es bei einem quadratischem Raum zu einer deutlichen Ausprägung der Moden kommt da beide die gleiche Frequenz anregen. Das scheint bei Dir vorzuliegen wenn du zweimal die ~50Hz angibst. Die 70Hz werden wohl die Raumhöhe (etwa 2.5m) darstellen.

Das Problem beim Bass ist das man ihn nicht einfach "wegdämpfen" kann. Wäre der Mittel oder Hochton zu laut könntest du diesen relativ leicht mit Dämmmaterial (z.b. Schaumstoffkeile an den Wänden) bedämpfen. Der Bassbereich stört sich an solchen Maßnahmen aber nicht und geht ungehindert durch. Wenn du also keinen wahnsinnigen Aufwand per Absorber tätigen möchtest bleibt dir nur die Schallvermeidung. Da setzt man dann erstmal an den Punkten an die sowieso stören und das sind die Raummoden.

Ich habe ~45Hz angegeben da die Raummode nicht nur auf der einen Frequenz von 43Hz zuschlägt sondern auch einige Hz drüber und drunter. Die 43Hz Mode wird also nicht nur durch die 43Hz angeregt sondern auch von 45Hz, dies aber deutlich schwächer. Wenn du nun schon bei 45Hz einen Pegelabfall hast, ist der Pegel bei 43Hz noch weiter abgefallen. Ich hätte auch 50Hz nennen können, auf jeden Fall sollten bei 43Hz schon ein guter Pegelabfall am Sub anliegen.
Auch mal beide Tipps kombinieren. Erst das BR-Rohr verschliessen, dann die Raumfrequenzen "ausblenden" und deinen "Nutzbass" anheben. Wird bei Musik deutlich besser klingen wenn das Dröhnen fehlt. Auch mal den Subwoofer verschieben. Die Pegel im Bassbereich ändern sich auch stark mit der Abhörposition u. Frequenz.

Vielleicht kannst du auch mal mit Hilfe deines Nachbarn ermitteln welche Frequenzen er besonders wahrnimmt. Dazu kannst du einen Sinusgenerator (Software) benutzen und einzelne Frequenzen anregen. Bei den Raummodenfrequenzen wirst du einen hörbaren (!) Bassanstieg bemerken. Der Nachbar höchstwahrscheinlich auch :) Dazu solltest du den Sub nicht wandnah aufstellen, das verstärkt das Dröhnen auf der Raummode der gegenüberliegenden Wand. Wenn du den Sub auf 2/5 der Raumhöhe anordnest wird die Mode (Raumhöhe) kaum noch angeregt. Am besten erstmal schauen wo der Sub den besten Bass bringt und dann per EQ die Moden totlegen.

Ich hatte damals ein ähnliches Problem mit den lieben Nachbarn. Obwohl bei mir die Musik auf Zimmerlautstärke lief hörte mein Nachbar die Raummoden raus. Danach hatte ich mittels kx-Treiber (spezieller Treiber für die Soundblaster Live) diese Dröhnfrequenzen kompensiert und der Nachbar hatte es etwas ruhiger. Der Bass wurde durch diese Maßnahme sauber, trockener und hallte kaum noch nach. Heute baue ich meine (Musik)Subwoofer etwas höher abgestimmt sodaß sie erst mit deutlich abgefallenem Pegel in die Raummoden laufen (bei mir 31Hz, die Quermode wird durch meine große Fensterfront kaum angeregt). Die Heimkinosubs stimme ich gaaaanz tief ab, die laufen voll in die Raummoden was aber bei Filmen nicht stört da es sich dann sowie um Grummeln, Explosionen etc pp handelt.
 
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Alles klar, so langsam komm ich dahinter ;-D.
Ich hab das mal mit nem Sinusgenerator probiert, bei den Frequenzen 51 Hz und 69 Hz hat immer das ganze Zimmer mitvibriert, Resonanz halt. Bei den Frequenzen etwas drüber (bis ca. 80 Hz) gab es dann immer weniger Vibrationen vom Raum.
Jetzt muss ich dann nur noch mal den mieter unter mir fragen, ob es jetzt besser geworden ist, wovon ich ausgehe, da ich selbst nur noch sehr geringe Vibrationen vom Raum spüre.

Also ich muss schon sagen DaruDaru, das war die erste Antwort, die mir wirklich geholfen hat bei dem Thema und die auch nachvollziehbar war/ist. :daumen:
Vielen Dank.

P.S.: Kennst du einen guten EQ, mit dem man genauer die Frequenzen einstellen bzw. filtern kann, ich habe bisher nur den EQ von Creative, wo man allerdings nur 30Hz, 62Hz und 125Hz direkt einstellen kann und alles andere nur indirekt eingestellt wird.
 
vegas2 schrieb:
Also ich muss schon sagen DaruDaru, das war die erste Antwort, die mir wirklich geholfen hat bei dem Thema und die auch nachvollziehbar war/ist. :daumen:
Vielen Dank.

Danke für die Rückmeldung, hört man gern!
Mit dem EQ kann ich leider nicht direkt helfen. Wie schon erwähnt habe ich bei mir damals den kx-Treiber für meine SBLive verwendet. Der ist aber mit den aktuellen Karten nicht mehr Kompatibel das nur die EMU10K1/10K2 DSP-Serie angesprochen werden konnte. Wenn deine Karte älter ist kannst du es damit mal versuchen (aber auch hier ist eine Einarbeitung nötig und EAX und solche Spielchen laufen damit nicht). Mit dem Treiber kannst du gezielt die Frequenzen durch einen extra Filter bedämpfen.
Link: kx-project

Wenn du keinen EQ findest kannst du bei dem Creative-EQ versuchen die 62Hz abzusenken. Wenn der Filter sehr breitbandig ausgelegt ist drückst du damit auch 50Hz u. 69Hz. Das denke ich aber weniger. Einen Versuch ist es aber Wert.
 
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