FreddyMercury
Rear Admiral
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Ich poste es einfach mal hier, weil das Unterforum auch Gesellschaft heißt. Sollte ich hier falsch liegen, bitte ich einen Admin das zu korriegieren.
Habe im Internet einen Artikel zu dem Topic gefunden und würde damit gerne eine ruhige und friedliche Diskussionsrunde anfangen ohne Flamewar und so weiter.
Quelle: www.jesus.de
Habe im Internet einen Artikel zu dem Topic gefunden und würde damit gerne eine ruhige und friedliche Diskussionsrunde anfangen ohne Flamewar und so weiter.
Das 1x1 des Sozialen
RTL II gibt den Blick ins Innere der Fernsehwelt frei
Am 01. März fällt der Startschuss zur neuen Staffel von Big Brother.
Für 16 Kandidaten erfüllt sich damit ein Kindheitstraum. Sie tauschen ihre kleine Welt gegen einen 25.000qm großen BB-Mikrokosmos, den sie ganz für sich alleine haben werden. Bei der Zahl der Bewerber hätte das Produktionsteam einen Teilnehmer pro Quadratmeter ins Areal sperren können. Aber im Gegensatz zur Legebatterie Big-Brother-Haus ist man jetzt zur Bodenhaltung übergegangen und gönnt den sechzehn Kandidaten gleich ein ganzes Dorf, bis sie langsam vor sich hin vegetieren. Denn ein Ende des Horrortrip-Experiments ist nicht geplant.
BB scheut dabei vor keinem Klischee zurück. Was wäre ein Dorf ohne Kirchturm und Marktplatz (10x10 Meter!!)? Die Vielseitigkeit der Welt ist repräsentiert in einem Kuhstall, einer Autowerkstatt und einem Mode-Label, womit auch das Lebensumfeld der RTL II-Hauptzielgruppe vor den Bildschirmen deutlich abgegrenzt ist.
Ganz nach dem Vorbild der großen weiten Welt werden die Kandidaten dort arbeiten gehen. Innerhalb der Betriebe wird die Klassengesellschaft aufrechterhalten, die sich schon in den drei Wohnbereichen auf die Lebensqualität auswirkt: Der Armenstand lebt zu sechst in einem 30m² Zimmer ohne fließend Wasser und Geld für große Sprünge, die Normalen genießen Ikea-Standard und ein durchschnittliches Einkommen, und die Reichen schwelgen im Luxus. „Auf `er Arbeit“ spielen sie Handlanger, Assistent und Chef. Die einen wollen nach oben, die anderen haben Angst vor unten und sichern ihre Macht.
Was für eine primitive Interpretation der post-modernen Gesellschaft.
Die Big Brother Welt ist weder virtuell noch ist sie real. Sie ist eine typische „Fernsehwirklichkeit“, die erst noch geschaffen werden muss, um das Voyeuristische im Menschen in Einschaltquoten zu verwandeln. Ihre Eckpfeiler sind eine Fülle von Regeln und hierarchischer Ordnung, in denen das Prinzip Aktion-Reaktion soziale Ordnungen bestimmt und der Zuschauer gottgleich über das Schicksal der selbst gewählten Insassen entscheidet. Pseudo-Kontrolle zur Stillung des Machtinstinktes und der Sensationslust, von denen RTL II-Kunden schon eine Menge brauchen, um Woche für Woche einzuschalten.
Der noch nicht auf Linie gebrachte Zuschauer schämt sich für seine ethischen Bedenken und wundert sich über die Lust am Klassenkampf, der das soziale Gefüge unter den 16 Bewohnern des Dorfes bestimmt. „Klassenkampf und Neid sind vorprogrammiert, aber es wird auch reale Chancen für soziale Auf- und Abstiege geben.“, freut sich Yam.de über den deutlichen Rückfall in unglücklichere Tage.
Drei-Klassengesellschaft – Du hast uns wieder.
Quelle: www.jesus.de