Bessere Schärfentiefe bei bestimmter Brennweite

murdock2001

Ensign
Registriert
Feb. 2006
Beiträge
218
Weiß jemand ob die Schärfentiefe bei Blende 5,6 und Brennweite 135mm deutlich verschwommener ist als bei Blende 5,6 und Brennweite 105mm? Mein Objektiv geht leider nur bis 55mm :(
 
Es hängt auch vom Abstand zum Motiv ab. Kauf dir lieber ein lichtstarkes Objektiv
 
Ja das stimmt. Aber nehmen wir einmal an eine Person wird geknipst dessen ganzer Körper die gesamte Bildfläche füllt, oder halt nur sein Gesicht...
 
Hi,

die Schärfentiefe nimmt mit zunehmenden Brennweiten ab.
Nehmen wir an dein zu fotografierendes Objekt ist 5m von der Cam entfernt. Bei 55mm f5.6 ergibt sich eine Schärfentiefe von 1,81m (jeweils für 1,6er Crop) , bei 105mm sind es nur noch 0,48m und bei 135mm sind es nurnoch 0,29m.
Um mit der Schärfentiefe etwas zu spielen kauf dir einfach ein von den günstigen 50mm 1.8 der verschiedenen Hersteller (Welche Cam hast du?).
 
Falsch.

Der Eindruck von Schärfentiefe entsteht durch unterschiedlich große Unschärfekreise als Projektion der Bildpunkte innerhalb bzw. außerhalb der Fokusebene. Deren Größe hängt Von Brennweite, Aufnahmeabstand, Motivgröße, Projektionsgröße (Sensor- / Filmformat) und natürlich der Blendenöffnung ab. Gehen wir davon aus, dass die Sensorgröße konstant ist, ebenso die Blende, ist die Schärfentiefe letztendlich nur vom Abbildungsmaßstab abhängig.

Wenn ich also mit meinem Telezoom nahe an jemanden ran gehe und bei 70mm / 4 ein Portrait mache habe ich die gleiche Schärfentiefe wie wenn ich von weiter weg den gleichen Ausschnitt bei 200mm 4 fotografiere (obwohl sich Bildwinkel / Perspektive ändern). Mit der Brennweite hat das genau genommen also nichts zu tun, es sei denn du veränderst den Aufnahmeabstand nicht, aber die Brennweite (wo wir dann wieder bei einer Veränderung von AUsschnitt und Abbildungsmaßstab wären).

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du in genau dem gleichen Bild eine kleinere Schärfentiefe willst hilft nur, die Blende weiter auf zu machen (in meinem Beispiel z.b. auf Offenblende 2,8 zugehen) oder eine Kamera mit größerem Sensor zu kaufen (die 1D gegen eine 5D tauschen o.Ä.).

Mehr Brennweite allein bringt gar nichts.

edit:
Noch ein Praxisbeispiel

Mit dem 150mm 2,8 Makro meiner Freundin kann man schöne Portraits schießen und hat je nach Ausschnitt eine Schärfentiefe von vielleicht 3-5cm bei Offenblende. Geht man nun damit auf eine Hummel auf einer Blüte los - und damit sehr nahe heran - reduziert sich die Schärfentiefe schnell auf Bruchteile eines Milimeters. Bei gleicher Brennweite und Blendenöffnung. Daran kann man sich sehr schön verdeutlichen, dass es letztendlich vom Abbildungsmaßstab abhängt.
 
Zuletzt bearbeitet:
http://www.rofrisch.de/fotokurs/index.php?id=schaerfentiefe

hier steht: Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Schärfentiefe beeinflusst, ist die Brennweite des Objektivs. Um dies zu zeigen, habe ich den gleichen Rosenstrauß mit einer Brennweite von 100mm abgelichtet:
Vergleicht man diese Fotos, die mit 100mm Brennweite aufgenommen wurden, mit der vorangegangenen Serie, deren Brennweite 55mm betrug, so stellt man leicht fest, dass die Verlängerung der Brennweite zu einer geringeren Schärfentiefe führt. Mit einer längeren Brennweite (Teleobjektiv) ist es also bei möglichst offener Blende ganz einfach möglich, ein scharfes Motiv vor einem unscharfen Hintergrund abzubilden.
 
Ich habe tatsächlich eine Halbwahrheit erzählt, dafür möchte ich mich entschuldigen. Das Thema hat mich auch den ganzen Nachmittag über bewegt und einige Zusammenhänge sind mir noch nicht ganz klar.

B B B Die Zahlen in deinem Link illustrieren eindrucksvoll, dass ich wohl falsch lag und ich möchte sie nicht anzweifeln. Beim Verstehen meines Denkfehlers helfen sie mir aber nicht, gibt es dazu weiter führende Links? (Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, dass bei gleicher Blendenöffnung - nicht Blendenzahl - in der Schärfentiefe kein Unterschied sein sollte, wenn auch in der Belichtung)

murdock Das Beispiel in deinem Link ist jetzt aber wieder unglücklich gewählt, die eine Serie hat einen viel engeren Bildausschnitt als die andere. Das verfälscht das Ergebnis.

Unabhängig davon glaube ich aber, dass der Unterschied 105 / 135mm bei Blende 5,6 vernachlässigbar ist, wenn man so wie du den Hintergrund verschwimmen lassen möchte. Gerade bei Portraits wo man typischerweise Bewegungsfreiheit genug hat, würde ich daher zu einer lichtstarken Festbrennweite (je nach Budget 50mm 1,8 oder 85mm 1,8) raten.

Nur nebenbei: gehe ich recht in der Annahme, dass du Objektive für eine Nikon-Kamera suchst? Die Brennweitenangaben lassen das vermuten...
 
@fidelzastro: ja das ist eine gute idee mit der festbrennweite...

leider kommt da für mich aus kostengründen nur die Nikon AF Nikkor 50 mm 1:1,8D für 125 eur in frage. Entscheidender nachteil ist dass sie keinen internen autofokus besitzt, was bei meiner d40 notwendig ist da sie keinen internen af hat.

Mir stellt sich die frage ob die Nikon AF-S DX Nikkor 18-105mm F3,5-5,6G ED VR bei brennweite 105 und blende 5,6 annähernd solche tieferschärfe-ergebnisse liefert wie die Nikon AF Nikkor 50 mm 1:1,8D. Wenn ja tendiere ich zur 105, vor allem wegen autofokus und bildstabilisator...
 
Spiel doch einfach hier im Dof-Rechner rum, da siehst du mathematisch genau, welche Schärfentiefe Werte beide Objektive erreichen.
 
Zurück
Oben