Falsch.
Der Eindruck von Schärfentiefe entsteht durch unterschiedlich große Unschärfekreise als Projektion der Bildpunkte innerhalb bzw. außerhalb der Fokusebene. Deren Größe hängt Von Brennweite, Aufnahmeabstand, Motivgröße, Projektionsgröße (Sensor- / Filmformat) und natürlich der Blendenöffnung ab. Gehen wir davon aus, dass die Sensorgröße konstant ist, ebenso die Blende, ist die Schärfentiefe letztendlich nur vom Abbildungsmaßstab abhängig.
Wenn ich also mit meinem Telezoom nahe an jemanden ran gehe und bei 70mm / 4 ein Portrait mache habe ich die gleiche Schärfentiefe wie wenn ich von weiter weg den gleichen Ausschnitt bei 200mm 4 fotografiere (obwohl sich Bildwinkel / Perspektive ändern). Mit der Brennweite hat das genau genommen also nichts zu tun, es sei denn du veränderst den Aufnahmeabstand nicht, aber die Brennweite (wo wir dann wieder bei einer Veränderung von AUsschnitt und Abbildungsmaßstab wären).
Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du in genau dem gleichen Bild eine kleinere Schärfentiefe willst hilft nur, die Blende weiter auf zu machen (in meinem Beispiel z.b. auf Offenblende 2,8 zugehen) oder eine Kamera mit größerem Sensor zu kaufen (die 1D gegen eine 5D tauschen o.Ä.).
Mehr Brennweite allein bringt gar nichts.
edit:
Noch ein Praxisbeispiel
Mit dem 150mm 2,8 Makro meiner Freundin kann man schöne Portraits schießen und hat je nach Ausschnitt eine Schärfentiefe von vielleicht 3-5cm bei Offenblende. Geht man nun damit auf eine Hummel auf einer Blüte los - und damit sehr nahe heran - reduziert sich die Schärfentiefe schnell auf Bruchteile eines Milimeters. Bei gleicher Brennweite und Blendenöffnung. Daran kann man sich sehr schön verdeutlichen, dass es letztendlich vom Abbildungsmaßstab abhängt.