Bilanzübersicht - Passiva - Jahresüberschuss

H1deAndSeek

Lieutenant
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Okt. 2009
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896
Abend miteinandern,
ich habe ein paar Fragen zu der Bilanz eines Unternehmens. Da hier ja bestimmt auch jede Menge Freelancer unterwegs sind, denke ich dass ich hier gut aufgehoben bin :P
Mir ist nicht ganz klar, wo das Geld (der Jahresüberschuss) hinfließt.
Haben GmbH's die Möglichkeit den kompletten Gewinn an die Gesellschafter/den Gesellschafter auszuschütten? Und deshalb das Eigenkapital in diesem konkreten Beispiel den zusätzlich (zu dem Gehalt) erwirtschafteten Verdienst darstellt?


2008 2007
A. Eigenkapital 100.000 ||| 350.000
1.gez. Kapital 10.000 ||| 10.000
2. Entnahmen 200.000 ||| 5.000
3. Gewinnnrückl. 0 ||| 0
4.Gewinnvortrag 0 ||| 0
5. Jahresüberschuss 290.000 ||| 345.000

B. Rückstellungen 0 ||| 0

C.Verbindlichkeiten 40.000 ||| 30.000

Summe Passiva 140.000 380.000
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Jahresüberschuss ist der Reingewinn des Unternehmens. Das Geld kann das Unternehmen dann quasi auf das Sparbuch legen oder ein neues Firmengebäude kaufen oder jedem Mitarbeiter eine Kiste Bier spendieren ;)

Deine Beispiel-Bilanz ist leider eine vereinfachte Form. So ganz schlau werde ich daraus auch nicht.
Wo ist z.B. das Eigenkapital hingegangen ? Wurde um EUR 250.000 reduziert, aufgeführt wird aber nur eine Entnahme i.H.v. EUR 200.000

In dieser Bilanz sieht man also nicht wo der Gewinn hingegangen ist. In das Eigenkapital ist er augenscheinlich nicht geflossen, vermutlich wurde investiert.
Da müsste man mal sehen, was das Unternehmen an Immobilien, Sachwerte, Fahrzeuge, etc. hat.

Aber generell gilt, dass ein Unternehmen seinen erwirtschafteten Gewinn ausgeben kann, wofür es möchte. Bedenken muss man dabei, dass dadurch dennoch weitere Positionen auf der Bilanz entstehen können.
Packt man den Gewinn z.B. auf das "Sparbuch" erhöht es das Eigenkapital. Die Zinsen widerrum sind einkommenssteuerpflichtig usw.
Somit fliesst der Gewinn indirekt immer in die Folge-Bilanz mit ein.
 
Ja, genau der Punkt hatte mich auch gewundert.
Das Eigenkapital fließt irgendwie direkt aus dem Unternehmen heraus.
Das Beispiel ist übrigens eins von ebundesanzeiger.de nur die Zahlen gerundet.

Das jeweilige Eigenkapital ergibt sich anscheinend immer aus dem Jährlichen Jahresüberschuss - Entnahmen

Das hatte mich halt auch gewundert, es ist wie, als wenn der Gesellschafter das ganze Eigenkapital jährlich an sich ausschütten würde.

Danke für deine antwort,

Gruß
 
Der Unternehmer kann sich ja einen Betrag entnehmen um davon zu leben. Da private Entnahmen nicht in der Bilanz aufgeführt werden, könnte das ggf. ein Grund sein.
 
ah gut, das wollte ich eig. nur wissen, ob also hier jedes Jahr das komplette Eigenkapital rausgezogen wird.

D.h. der Unternehmer verdient sein Jahresgehalt + Jahresüberschuss.
Macht natürlich auch ein wenig Sinn, da er sich ja auch ein höheres Gehalt zahlen könnte.

Gruß
 
Gibt es keinen Aufsichtsrat oder ein Kontrollgremium so kann der Inhaber/Unternehmer generell sich seinen Betrag entnehmen.
Das gilt natürlich nicht für einen angestellten Unternehmen, dessen Bezahlung ist ja im Arbeitsvertrag geregelt.

Aber prinzipell kann z.B. ein Ladenbesitzer sich abends EUR 100,- aus seiner Kasse nehmen und davon seine privaten Einkäufe tätigen.
Letzendlich wird ja soetwas bei der Steuererklärung berücksichtigt, wenn nämlich eine GuV oder Einnahmen-/Ausgabenübersicht abgegeben werden muss.
 
Aua, Aua, meine Güte wird hier wieder wissen vermischt. Entnahmen gibt es nur bei Einzelunternehmen und bei Personengesellschaften. Bei Kapitalgesellschaften gibt es dies in der Form nicht. Dort gibts es nur Ausschüttungen. Ausschüttungen fließen direkt an die Gesellschafter und werden nicht als "Entnahmen" in der Bilanz dargestellt. Im Anhang zu deiner Beispielgesellschaft sollte was über die Ausschüttung drinn stehen. Abgesehen davon entspricht die Bilanz oben nicht dem HGB und ist somit falsch dar gestellt.
 
Bei Entnahmen bleibt das Geld aber innerhalb des Unternehmens, oder?
Also hier wollte ich halt explizit auf die Frage hinaus, wie es sein kann, dass obwohl Jahresüberschuss, das Eigenkapital im Prinzip nicht gewachsen ist, bzw. das komplette Eigenkapital des Vorjahres nicht mehr in der Unternehmensbilanz zu finden ist.
Im Anhang steht nichts dergleichen, dass X T€ an die Gesellschafter (2) ausgezahlt wurden.


Ich nehme mal an du meinst, dass Jahresüberschuss eher 345.000 statt 335.000 (Typo) sein müsste, oder warum ist die Bilanz falsch?
 
Hm, dann wäre aber immernoch die Frage, wo das Eigenkapital hin ist.
Die Bilanz ist wie gesagt die einer GmbH mit 2 Gesellschaftern von ebundesanzeiger.
Nur die Zahlen habe ich auf/abgerundet.


Gruß
 
Eigentlich sollten die Zahlen in Summe die Werte hinter den Buchstaben ergeben. Das geht auch nicht auf
 
Zuletzt bearbeitet:
H1deAndSeek schrieb:
Hm, dann wäre aber immernoch die Frage, wo das Eigenkapital hin ist.

Gruß

Vielleicht hat eine Gewinnausschüttung bzw. eine Vorabausschüttung stattgefunden. So etwas ist durchaus üblich.

Mfg
 
1 bis 5 ergibt A, musst die Entnahme nur mit Minus versehen. Wie gesagt, die Bilanz entsprich in keinster Weise dem HGB und ist wahrscheinlich selber erstellt um die Kosten beim StB zu sparen.

Das Eigenkapital ist an die Gesellschafter ausgeschüttet worden.
 
Danke für die Antwort Marvin.

Kannst du mir auch noch verraten, was genau nicht dem HGB entspricht?

Das Aktiva habe ich nicht abgebildet. Das Passiva 1:1 (mit gerundeten Werten).

Und wenn sie nicht dem HGB entspricht, warum geht sie dann so durch und steht auf ebundesanzeiger?
 
Wie gesagt Entnahmen gibt es nicht bei Kapitalgesellschaften und auf EBundesanzeiger kontrolliert kein Mensch, da kann man veröffentlichen was man will. Die reagieren meiner Meinung nur, wenn andere denen mitteilen, dass etwas falsch ist.
 
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