Bitte um Tipps: Astro- /Sternenfotografie - was beachten für Einsteiger?

LordB

Commodore
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Hallo, ich habe heute vor mal (wieder) den Himmel zu nutzen und zu versuchen, ob ich auch mal den Sternenhimmel abgelichtet bekomme.

Ich habe sowas bisher nur kläglich versucht und bin ebenso kläglich daran gescheitert. Aber als ich las, dass es sogar Leute gibt, die mit einer alten PEN E-P1 sowas hin bekommen, habe ich neuen Mut gefasst.

Ich will mein Samyang 7,5mm dafür benutzen (15mm KB ca. 130-140° Blickfeld), das hat f/3.5.
Alternativ wäre das 19mm SIGMA (38mm KB) mit f/2.8.
Als Kamera die OM-D E-M5 und die PEN E-PM2, welche aber keinen anderen Sensor besitzt, als die OM-D.
Standfeste Stative sowie Funk- und Kabelfernauslöser sind vorhanden.

Tja, nun stellt sich die Frage, wie vorgehen?

Ich dachte ich versuche es mal einfach mit ISO 3200, Offenblende und 20 - 30 Sekunden Belichtungszeit.

Wie macht ihr das? Klar, ich kann es natürlich mit vielen Bilder ausprobieren, aber auf den Displays lässt sich das ja nur schwer abschätzen und noch ein Tablett mitnehmen wollte ich vermeiden.

Köpfe mit Motor etc. sind für mich erst mal kein Thema! Und ich würde es gerne versuchen mit _einem_ Bild hin zu bekommen, dass später in Aperture aufgewertet wird. Ich bin kein Freund von diesen "20 Belichtungen übereinander" HDRs ;) Jeder nach Gusto, ich mag es nicht.

Freue mich über Anfängertipps.
 
Megamind schrieb:
Und ich würde es gerne versuchen mit _einem_ Bild hin zu bekommen, dass später in Aperture aufgewertet wird. Ich bin kein Freund von diesen "20 Belichtungen übereinander" HDRs ;) Jeder nach Gusto, ich mag es nicht.
Nun, ich fürchte, dass ich dich da enttäuschen muss. Selbstverständlich macht man kein HDR vom Sternenhimmel, aber um ausreichend rauscharm die notwendige Belichtungszeit hinzubekommen, ist es nahezu unabdingbar einen Haufen von Aufnahmen zu überlagern (Länger als die von dir genannten Belichtungszeiten am Stück sind nicht drin, wenn du keine Sternspuren willst).
3200ASA würde ich dir nicht empfehlen, da hast du gleich ein Vielfaches an Rauschen, geh lieber runter auf 800.
Programme, die dir die Erddrehung für das Stacking der Aufnahmen herausrechnen gibt es auch als Freeware, natürlich wird die Aufnahme dabei ein wenig gecroppt.
Ich habe mal im DSLR-Forum einen sehr informativen Thread gefunden, der als Sammlung von Starterinformationen fast schon perfekt ist, ich schau mal, ob ich ihn finde...

Grüße
jusaca
 
@jusaca, Stacks, nicht HDR, Du hast so recht. ;) Nun, ich habe noch PSE11 auf meinem Mac. Vielleicht kann das ja was. Ich hatte auch PSE 8 seit Erscheinenund habe es glaube ich schon 2 mal benutzt... ;)

Danke schon einmal für Deine Mühe.

@Demolition-Man, ich schau mal erst mal hier, werde dort in jedem Fall lesen.
Ich gebe zu, dass mich der Level von solchen "spezialforen" eher abhält. Zum einen sind die User extrem spezialisiert zum anderen will ich nicht mit den ewig gleichen Anfängerfragen dort nerven. Hier sind einfach irgendwie alle Level vertreten, wenn Du ungefähr verstehst, was ich meine. ;)
Danke für den Link jedenfalls. Cooles Avatar Bild : The great Cornholio- I need T.P. for my Bunghole!
 
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Danke für den Link jedenfalls. Cooles Avatar Bild : The great Cornholio- I need T.P. for my Bunghole!

Gern geschehen, und gut das jemand wo weiß warum es bei dem Bild überhaupt geht!
 
B&B waren zu meiner Sturm- und Drangphase aktuell... In erwas die Zeit eo auch jeder "Kentucky schreit *icken" sagte...

So. War auf dem Berg. Zum einen gab es noch viel Lichtverschmutzung, zum anderen erkennt man durchaus etwas bei ISO 1600 oder 3200 und Offenblende. Bei 20-30 Sekunden Belichtung. Aber davon ab, aus so einem Bild was zu machen ... Hmmm.

Ich frage mich wirklich wie das gehen soll, was zB.

https://www.computerbase.de/forum/t...bewerb-juli-2013.1225570/page-2#post-14222712

JJ31 schreibt D800, 30Sekunden. Vom Vollformat mal abgesehen, die Häuser müssten dann doch alles überstrahlen?
Nicht falsch verstehen, ich kritisiere hier in keinster Weise das Werk oder den User.
Ich finde es absolut grandios!!
Ich möchte nur verstehen, wie das Bild entstanden ist, bzw wie man so etwas hin bekommt.
 
In dem Bild von JJ31 stehen die EXIF Daten noch drin!

D800
14 mm
F/5.6
180 Sek
ISO 2000

Und die Straßenlaternen zumindest sind da schon ziemlich überbelichtet. Wenn die Häuser ansonstzen nicht beleuchtet werden sind die ja maximal vom Umgebungslicht beleuchtet, in dem Fall also von Mond etc. Also passt das mit der Belichtung schon :)
 
Bei 180 Sek müssten die Sterne aber Spuren ziehen... Meist hat man das schon ab 30sek. Habe ich zumindest gelesen. Aber ich lass mich da gern vom Gegenteil überzeugen.
Den Unterschied zwischen den Himmel und dem Häusern könnte man zum teil aber auch mit nem umgedrehtem grau verlaufsfilter hinbekommen haben. Was aber wieder dagegen spricht ist das die Berggipfel teils wirklich hell sind. Ich denke eher das das zwei unterschiedliche Bilder sind, die zusammen gesetzt wurden. Aber ist nur eine Vermutung.

Aber versteht mich nicht falsch, ich finde die Bilder atemberaubend!
 
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Ich möchte kurz meine aktuellen Kenntnisse zum Thema beitragen, weil ich mich auch schon seit mehreren Monaten mit Astrofotografie beschäftige. Mit etwas weitwinklingem (nicht mehr als 24mm) kannst du ~20 Sekunden, je nach Himmelsausrichtung, belichten, ehe die Sterne zu Streifen werden. Manchmal sind es auch weniger Sekunden. Sobald du in Richtung 50mm oder höher geht, empfiehlt sich eine Nachführung oder Stacking, damit man die Belichtungszeit niedrig halten kann, duch übereinanderlegen mehrerer Bilder (wegen erhötes Bildrauschen) aber dennoch akzeptable Bildergebnisse erhält. Sobald die Bildergebnisse besser werden sollen, kommst du um diese beiden Methoden nicht drum herum. Mit einer einzelnen Aufnahme ist es in der Astrofotografie oftmals nicht getan.

Wenn du Gebäude wie etwa auf dem Bild von JJ31 mit so einem Himmel fotografieren möchtest, muss die Lichtverschmutzung zudem extrem niedrig sein. Da JJ31 offenbar aus den Bergen kommt, hat er mit Lichtverschmutzung nur sehr wenig Probleme und er sieht außerdem noch deutlich mehr Sterne als ich beispielsweise im Herzen des Ruhrgebiets. Ich war am Anfang dieses Jahres auf Rügen. Es hat mich vom Hocker gehauen, als ich gesehen habe, wie der Sternenhimmel dort aussieht. Kein Vergleich zu den paar Sternen, die man in NRW zu sehen bekommt...

Für einen Sternenhimmel ohne Nachführung eignen sich die kostenlosen Programme Deepskystacker oder Fitswork zum stacken. Das hat den großen Vorteil, dass das Rauschen immer geringer wird (Auf "Wie erstelle ich bessere Bilder" und unten auf 1 Bild, zwei Bilder, 4 Bilder usw. klicken), je mehr Aufnahmen du machst. Einen Blick solltest du also schon riskieren, erst recht bei Sensoren, die mehr rauschen.

Sobald ein Sternenhimmel mit Gebäuden abgelichtet werden soll, musst du etwas umständlicher arbeiten, sofern es mit einer einzelnen Aufnahme nicht getan ist (was es wegen dem Rauschverhalten auch nicht sein sollte). Du musst einmal den Sternenhimmel stacken und anschließend ein weiteres Bild machen, dass das Gebäude korrekt belichtet (mit niedriger ISO wegen der Bildqualität). Mit eines der Stackingprogramme wird dann die Rotation berechnet und die Bilder zu einem Summenbild zusammengefügt, wodurch aber der Vordergrund, also die Gebäude verschwimmen (wegen der Rotation). Hier musst du das Gebäude, welches du seperat auf einem einzelnen Bild korrekt belichtet hast, mit einer Maske in das Sternenbild einfügen. Mehr dazu und zum Thema Astrofotografie kannst du auch auf dieser Seite lesen, dort findest du ein HowTo: Klick

Ein sehr guter Einstieg mit einer mFT-Kamera wäre eine Nachführung, wenn du nur Sterne fotografieren möchtest. Sehr genau und verhältnismäßig günstig wäre diese hier: Klick. Damit fängst du auch Sternhaufen und helle Gasnebel problemlos ein. Mit einer Nachführung kannst du zudem mit sehr geringen ISO-Werten mehrere Minuten nachführen und erhälst sehr tolle Ergebnisse. Zum Reinschnuppern in die Astrofotografie lohnt sich das Teil allemal. Wäre meine Kamera nicht so schwer, dann hätte ich auch schon längst so eine Nachführung :daumen:
 
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Danke CaTFaN! für die tolle Erklärung und die Links zu Software und weiteren Inhalten. Das hat mir schon sehr weiter geholfen.
Die 30 Sekunden hatte JJ31 selbst unter das Bild geschrieben (Beste Fotos Thread), daher hatte ich nicht weiter nach den Exifs geschaut.

Ja, ich stellte ja fest, dass die Lichtverschmutzung hier echt hoch ist. Dadurch wird es gerade hier leider eh nicht richtig was.

Den Deepskytracker bekomme ich unterm Mac leider nicht installiert. Müsste ich mal eine Win-VM aufsetzen ...
Ich hatte sehr gehofft, dass es dafür unter PSE 11 eine Möglichkeit gibt. Mir fehlt da im Moment allerdings auch die Zeit, mich da auch noch einzuarbeiten, weil ich mich derzeit mit FCP X auseinandersetze ... aber Ebenen geht ja in jedem Fall.

Die Nachführung wäre natürlich dann auch eine Idee, aber mit 400 Euro für mich zu teuer. Da verzichte ich eher und investiere das Geld in das 12mm f/2 Glas. ;)
Vielleicht irgendwann einmal.

Das beste, was ich erreicht habe, sind die hier... da dürfte vielleicht mit diversen Schieberegler noch etwas heraus zu holen sein:

Zwei mal mit dem 7,5mm Fisheye, einmal mit dem 19mm Sigma:

omd20024-2013-07-14umzhxfs.jpg

ISo1600, 30s, f/3,5

omd20027-2013-07-14um0iabe.jpg

ISO1600, 20s, f/3,5

omd20035-2013-07-14um7fyh4.jpg

ISO1600, 20s, f/2,8
 
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