Boxen rauschen/scheppern -- aber nur bei Anschluss am PC, andere Quellen gehen

xsky

Cadet 3rd Year
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Hallo,

habe ein kleines Problem bei dem ich mangels fundiertem "Soundwissen" alleine nicht weiterkomme.

Folgendes Setup:
- Ich hab ein älteres aber midifähiges Digitalpiano mit vernüftigem Klang (Clavinova CVP 98)
- Den Midi-Ausgang des Pianos habe ich mit dem PC verbunden (dort wird er für Klang-Samples benutzt)
- Den Soundausgang des PCs möchte ich zurück mit dem Piano verbinden um die Boxen zu nutzen

Und hier startet das Problem, da die Boxen direkt rauschen und der Klang recht stark scheppert.

Wenn ich allerdings das gleiche Kabel, dessen 3,5mm Stecker im PC steckt, in den Ausgang meines Iphones
stecke ist der Sound sehr gut. Also schließe ich mal ein Kabelproblem (EMV, Defekt, etc.) oder defekten Eingang
des Pianos aus.

Zusätzlich habe ich dann neben der Realtek Onboardlösung noch eine externe Soundblaster Audigy NX mit gleich
schlechtem Resultat getestet (damit wollte ich eventuell fehlende Erdung des PC-Gehäuses ausschließen).

Habe auch schon unterschiedliche Steckdosen ausprobiert und eine Leiste mit Überspannungsschutz, falls eine
Störung auf der Erdung liegt. Mit den verschiedenen Optionen der Soundkarte (16bit, 24bit, xykHz) habe ich auch
schon herumgespielt.

Die Frage ist nun: Was ist anders am Iphone Ausgang anders als bei dem Ausgang einer Soundkarte.

Vielen Dank für mögliche Antworten!

P.S. Ich habe diesen Thread gelesen und bin mit dem Verlängerungskabel auch schon ohne Erfolg durch das ganze Haus gewandert. Meint ihr, der Brumm-Unterdrücker könnte trotzdem helfen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Vieleicht der Pegel zu Hoch ? welchen PC Ausgang nutzt du , wo ist was eingesteckt usw.
 
xsky schrieb:
Die Frage ist nun: Was ist anders am Iphone Ausgang anders als bei dem Ausgang einer Soundkarte.

Anders als Deine Soundkarte verfügen werde Iphone noch wahrscheinlich Dein Digitalpiano über ein Referenzpotential, bzw. das Bezugspotential ist unbestimmt. Deine Soundkarte jedoch sollte ein festes Bezugspotential (i.d.F. Erdpotential) haben. Bei dem Digitalpiano sollte das Bezugspotential über das Netzteil weitergereicht werden, kann aber durch kalte Lötstellen und andere Sachen durchaus sich verschieben. Gerade bei Keyboards der unteren Preissegmente passiert das häufiger.

Du solltest zuerst mit Kopfhörern überprüfen, wie das Signal kling, das von Deinem Piano ausgegeben wird, dann, was an Deiner Soundkarte ausgegeben wird (nachdem Du den Ausgang des Pianos mit dem Eingang Soundkarte verbunden hast) bevor Du es zum Piano zurückführst. Dann noch einmal das gesamte Setup. Evtl. stimmen entweder Pegel und Impedanzen nicht. Wenn es schon in der Verbindung Piano-Soundkarte klirrt, dann solltest Du über eine (aktive) DI-Box nachdenken.

Ansonsten wäre es Dir eher angeraten, passende Übertrager zu verwenden statt den verschiedenen "Brumm-Unterdrücker" (tolles Wort) -Varianten, die es auf dem Markt gibt.
 
Vielen Dank schon mal.

Eine Möglichkeit Abhilfige zu schaffen ist, wenn ich am Piano (hat damals 9000DM gekostet, als unteres Preissegment war es nicht) anstatt dem Mikrofoneingang den Aux-In verwende. Dann sind die Störgeräuesche weg aber ich habe ein Grundrauschen, weil ich am PC die Lautstärke auf 3% stellen muss damit mir nicht die Ohren wegfliegen.

Anscheinend findet am Mikrofoneingang noch eine "Interpretation" des Signals statt, was nicht funktioniert.

Würde so eine DI-Box helfen, dass ich die Lautstärke drosseln kann?
 
Du hast den Mic-In verwendet? Ohne Impedanz- und Pegelanpassung? Fühle Dich mal geschlagen.

Und wenn Du den Aux-In verwendest, dann bitte an Deinem Rechner den Line-Out verwenden und nicht den (verstärkten) Kopfhörerausgang.

Ich geh dann mal eben meine Kinnlade suchen, dir mir spontan heruntergefallen ist.
 
Das Verhalten der verschiedenen Ausgänge ist da leider ziemlich gleich. Hat eine Soundkarte standardmäßig "nicht verstärkte" Ausgänge?
 
Na ja, "nicht verstärkt" ist da vielleicht die falsche Wortwahl gewesen. Allerdings sollten sich die beiden Ausgänge (Kopfhörer und Line-Out) deutlich von Pegel und Ausgangsleistung unterscheiden. Auch ist die Bürde eine andere. Analog gilt ähnliches auch für Mic in und Line In in Bezug auf Eingangsleistung und Impedanzen. Der Mic In erwartet sehr geringe Pegel und ist niederohmiger als der Line In. Der Verstärkungsfaktor ist dafür weit höher.

Jetzt magst Du Dir denken: Prima, mehr Krach. Deine Soundkarte muß aber dafür um einiges mehr leisten, da eben die Impedanz geringer ist, und stößt so weit schneller an ihre Leistungsgrenzen. Das gleiche gilt für die Verstärkung des Mic-In. Hier ist der maximal mögliche Pegel weit früher erreicht und der Operationsverstärker schneidet hart ab. Das Ergebnis: Grauenvoll verzerrter Klang (Kennst Du bereits).

Der durchschnittspegel eines Line-Outs ist weit geringer als der eines Kopfhörerausganges (bei maximaler Verstärkung). Im Heimbereich gelten als Richtwert -7,78 dBu (entspr. ~316mVeff). Der Kopfhörerausgang wird irgend etwas zwischen +10 und +20dBu liefern können, also irgend etwas zwischen 2,5 und 7,75Veff. Während der Kopfhörerausgang direkt eine passive Last antreibt, ist der Line-Out dafür gedacht, Signale mit geringer Leistung an eine hochohmige, aktive Last (Gerät) zu übertragen, wo das Signal dann erst wieder verstärkt und an eine weitere Last (weiteres Gerät oder Lautsprecher) übergeben wird.

Den Unterschied zwischen 0,316V und 2,5V brauche ich Dir hoffentlich nicht zu erklären. Auch nicht, was das ganze bei einer Verstärkung um den Faktor 10 (als Beispiel) ergeben würde.
 
Sehr gut, danke für die ausführliche Erklärung. Spannungsdifferenzen müssen nicht weiter erklärt werden :)

Das vielleicht Lustige ist ja, dass mein Berufsstand (promovierter Physiker) viele der gefallenen Begriffe erst erfunden hat ... nur mit dem, was die Ingenieure daraus gemacht haben, kann ich nicht immer etwas anfangen ;)

Nun die Abschlussfrage: Was wäre das kosteneffizienteste Mittel um die Leistung zu drosseln? Ansonsten besorge ich mir halt doch mal eine vernünftige Soundkarte mit Soundsystem.
 
NF-Übertrager. Als Physiker brauche ich Dir da die Berechnungen nicht näher zu erläutern, das solltest Du schon in den Grundlagen (erstes Semester) gehabt haben. Betrachte lediglich die Übersetzung von Spannungen und Widerständen. Gehe beim Mic von einer Bürde von bis zu 1kΩ aus, bei Line von 20kΩ.

Gängige Übersetzungsverhältnisse wären 1:4 oder 1:10.
 
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