Das Energie_Plus_Haus

andiak

Lt. Commander
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Okt. 2010
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Heutzutage ist es ja möglich ein neubau sozu gestalten dass es jährlich mehr Energie produziert als es verbraucht.
Möglich wird dies unter anderem durch:
Hoher wärmedammung
Elektrowärmepumpe
Photovoltaik Anlage
Kontrollierter Wohnraumbelüftung
Und natürlich effizienten Hausgeräten mit der klasse A

Mit diesen dingen lassen sich bei einem 160qm großer Wohnfläche im Jahr rund 1500 Kilowattstunden strom sparen.

Mich würde jetzt mal interessieren kann man im durchschnitt sagen was die oben genannten Maßnahmen ca. Kosten und nach wie vielen jahren sich diese baulichen Maßnahmen rentieren? Gibt es da Statistiken und Rechnungen drüber?
 
So patzig die Antwort von Damien ist – so hat er mit einer Sache Recht. Es ist keine Frage die man im Forum klären kann. Allerdings stimmt es nicht, dass Google in irgendeiner Weise weiterhilft. Du brauchst einen Architekten bzw. Bauingenieur der sich das Haus anschaut und nach den entsprechenden Gesichtspunkten bewertet. Nicht jedes Objekt ist dafür geeignet entsprechend umgebaut zu werden – zumindest nicht Kosteneffektiv. Grundsätzlich am einfachsten ist es in einem Neubau umzusetzen. Ein Energie-Plus-Haus ist ein recht neues Konzept. Daher ist in 95% der Fälle mit einem höheren Aufwand zu rechnen und die entsprechende Kosten/Nutzen–Kalkulation kann dir hier im Forum oder Google niemand aufstellen ohne entsprechende tiefgreifende Gutachten und Vorbildung.

Wenn du allerdings bereits ein Passivhaus hast dürfte der Umbau nicht allzu umständlich sein und sich dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit rechnen.
 
Naja, wer mit PV-Anlagen, Wärmepumpe, Aktiver Belüftung und hohem Dämmwert (3-5 fach Verglasung eingeschlossen) rechnet plant einen Neubau und für die gibts zig Seiten, wo verschiedene Modelle vorgerechnet werden.

Natürlich sollte man in der Lage sein, das Ganze wenigstens auf das Referenz Jahr der jeweiligen Region umzurechnen.


Aber ja, wer hier fragt war einfach zu faul Google zu verwenden. Es gibt sogar spezielle Foren nur für Energiesparhäuser undregenerative Energiequellen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Was ich sage möchte überlasse bitte mir.

http://www.openthesaurus.de/synonyme/kosteneffektiv

[EDIT]Nein, Synonyme sind keine Definitionen. Es geht aber hier weder um Synonyme noch um Definitionen. Sprich: Was du schreibst hat weder effektiv noch effizient etwas mit dem Thema zu tun.

P.S: Willkommen auf meiner Ignoreliste.
 
Zuletzt bearbeitet: (Spammer-Zurechtweisung)
Solange man im sich Treffpunkt über effektive/effiziente Entfernung der Nasenhaare unterhält, hat diese Frage hier ihre Berechtigung.
 
Das geht alles. Aber du bist nicht autark. Falls das auch ein Anliegen war.

Mal ein wenig aufgezählt:
Isolierung des Hauses setze ich erst einmal voraus mit guten Fenstern und ohne Wärmebücken (wie z.B. Balkon getrennt vom Haus auf einer Holzkontruktion etc.)

Am besten im Keller ein Wassertank für Warmwasser und Heizung. Wobei ich pers. mit zwei Tanks arbeiten würde. Einen rein für das Warmwasser, einen für die Heizung. Der Vorteil:
- im Sommer mit Vakuumröhren Wasser erhitzen im Warmwassertank für Duschen/Baden/Spül-/Waschmaschine
- im Sommer kann mithilfe einer Pumpe Grundwasser (beste Voraussetzung) hochgepumpt werden und durch eine Lüftungsanlage für ein einstellbares, kühleres Klima innerhalb der Räume sorgen

Im Winter kann mit zwei Tanks nun einer das Wasser vorwärmen mit Vakuumröhren, aber die Pumpe, die das Grundwasser benutzt kann eine Wärmepumpe versorgen. Der Vorteil: Eine Wärmepumpe mit Wasser/Wasser hat einen möglichen COP von 6. Das bedeutet, man steckt 1KWh Strom rein, und bekommt 6KWh Heizleistung raus. Mit der Kombination der o.g. Lüftungsanlage kann das gut verteilt werden. Besser und gemütlicher im Winter: Fußbodenheizung.

Wenn man nun das Dach vollgepflastert hat mit Solarpannels, dann kann man so mehr Strom produzieren als man verbraucht. Jedoch wird die höchste Leistung im Sommer produziert und wird somit verkauft an die Stadtwerke (oder dem Energieunternehmen). Dafür muss man im Winter wieder mehr verbrauchen für die Wärmepumpe.

Das, was wieder "sehr viel" verbraucht ist natürlich ein Elektroherd. Wer kocht der verbraucht nunmal. Der Kühlschrank, Licht, Waschmaschine, Spülmaschine, Fernseher und Konsorten werden den Braten nicht unbedingt fett machen. Die größten "Fresser" bleiben Heizen, Kochen, Waschen.

@Cestus
Nur so als Anmerkung: Ich wohne in einem ungedämmten Haus. In der Dachgeschosswohnung. Ich verbrauchte im letzten Jahr 2500KWh. Das für Heizen (WP), Kochen (Elektroherd), Warmwasser (DLH), Spülmaschine, Waschmaschine, Kühlschrank, Kühlen im Sommer und der Rest. Die Wohnung ist ca. 50qm groß, aber eben viel Fläche durch die Schrägen. Das macht nach der Berechnung die da auf der sanierten Wohnung steht: 2500KWh/50qm = 50KWh/m². Ich kann eine WP immer nur jedem empfehlen. Bei bestehenden Anlagen kann evtl. mit Grundwasserpumpen der Heizkreislauf mit Heizkörpern und Wassertank weiter genutzt werden. Es wird nur eine WP eingebaut und die Gas/Ölheizung kommt weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurz und knapp: alle bislang gebauten Energie-Plus Häuser (neubau wie Altbau) rentieren sich nach heutigem Kostenstand (Baukosten (+30%) und Betriebskosten (Strombezug)) nicht!
, es sei denn, die eingebauten Solarzellen halten 40-50 Jahre, der Strombezugspreis wird nicht weiter mehr teurer als die Kosten Heizgas/Heizöl/Biomasseo.ä. und auch die Wärmedämmung hält 40-50 Jahre ohne Sanierung.
Es ist für mich doch absehbar, dass es für den mehrproduzierten Strom zukünftig nur den Energiebörsenpreis geben wird (rd. 5-6 Cent/khW), man aber für den Strombezug bis auf einen Alibinachlass weiterhin voll löhnen soll. Wenn die Solarzellenanlage abgeschrieben ist, decken diese Erlöse gerade so die laufende Instandhaltung/Wartung/Kleinreparatur. Eine Ersatz-Neuinvestition kann man damit nicht ansparen/finanzieren und auch Solaranlagen haben kein ewiges Leben. Das gleiche Dilemma haben jetzt schon die Besitzer eines Blockheizkraftwerkes nach Ablauf Ihrer Förderfrist, die die Betriebsmittel zukaufen müssen. Der damit produzierte und nicht eigengenutzte Strom ist teurer als die Vergütung hierfür vom Stromabkäufer.

Wenn man sich schon ausrechnet, dass wie vom TE angegeben ein 160 qm Haus im Jahr rund 1500 kWh Stunden Strom spart, also = rd. 350- 450 Euro nach heutigem Strompreisstand, der Mehrpreis des Hauses aber rd. 30% Prozent beträgt, also mal schon sehr kostengünstig angenommen 150.000,-€ * 30% = 45.000 Euro Mehrkosten beim Bau anfallen, dann ergibt das eine Ersparnis von stark gerundet 1%.
Wer jetzt eine Finanzierung zu 1% für die Lebensdauer der Pluskomponenten aufnehmen kann, muss trotzdem noch die Tilgung dieser Zusatzinvestition aus Eigenmitteln vornehmen. Keinesfalls erspart sich so ein Haus diese Mehrkosten durch den Energieertrag.

Eine mittlerweile sinnvolle Investition ist ein Passivhaus oder ein Niedrigstenergiehaus. Hier hat man man minimale Heizungskosten bei sinnvollem Baumehraufwand (rd. + 15%). Aber auch hier fallen zukünftig Ersatzinvestitionen an, die gerne bei der Planung/Kalkulation vergessen werden.

Vermutlich das Beispielhaus des TE.
 
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Sehr gut zusammengefasst, Thomas.
Wir haben uns vor Beginn unseres Neubaus auch sehr intensiv mit diesen Themen befasst und es ist tatsächlich so, dass der erhebliche finanzielle Mehraufwand nicht in Relation zur „gewünschten Unabhängigkeit“ steht. (Man muss immer Bedenken, dass die Mehrausgaben oftmals auch finanziert werden müssen). Das Thema Ersatzinvestition ist hierbei absolut nicht zu unterschätzen. An vielen Stellen wird dies bewusst unter den Tisch gekehrt, um die wunderbaren Berechnungen nicht zu zerstören.
Wir haben alles, was direkt mit dem eigentlichen Haus zu tun hat (Dämmung, Fenster etc.) im momentan bestmöglichsten Standard gebaut, da hierbei nachträglich nur mit größerem Aufwand Verbesserungen möglich sind. Bei der von uns eingesetzten Energielösung haben wir einen eher kleinen, effektiven Weg gewählt: Solarunterstütztes Heizen (2 Tanks) mit Heatpipe-Kollektoren + kontrollierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung (eher ein Komfort-Feature) und für den „Notfall“ eine Gasbrennwerttherme, die erst bei „extremeren“ Temperaturen (bei uns sehr selten) zum Einsatz kommt. Das Haus ist jedoch dafür vorbereitet, dass es später auch z.B. mit einer Erdwärmepumpe o.ä. ausgestattet werden kann. Insgesamt hielt sich der Aufwand in einigermaßen überschaubaren Grenzen. Es handelt sich in diesem Ausbau ebenfalls um ein Niedrigdenergiehaus.
 
Erdwärme ist nicht überall verfügbar, ich würde immer noch dazu raten es mit Grundwasser zu machen, da das Grundwasser eine relativ konstante Temperatur im Winter wie im Sommer hat. Daher reicht eben auch eine normale Umwälzpumpe aus, um damit dann im Sommer (sofern nicht sowieso schon durch die Dämmung erreicht) die Wohnung schön kühl zu halten. Ebenfalls wird damit dann das Grundwasser aufgewärmt.

Im Winter dann mit der Wärmepumpe ist man dann billiger als mit Gas oder Öl. Auch muss kein Gasanschluss und daher Gaszähler vorhanden sein. Spart man sich wieder einen Zähler im Jahr. Und es muss kein Gas/Öl/Holz zu einem gekarrt werden. Was ja normalerweise auch Kosten verursacht. Das Manko ist halt, dass man von Strom und den Preisen abhängig ist. Ich denke aber, dass die Kosten aufs Jahr gerechnet geringer sind, als mit Gas/Öl. Einzig Holz wenn gut in der Umgebung verfügbar kann eine Alternative sein, vor allen Dingen auch deshalb wenn man im Winter schön einen Kachelofen hat, auf dem man gleichzeitig kochen kann. So hat man Kamin und Kochstelle und verbraucht wieder weniger Energie (es sei denn man hat einen Gasofen, falls der Gasanschluss/Tank eh schon vorhanden sind).
 
Grundwasser kann aber ebenso unmöglich sein, wenn ein Wasserschutzgebiet in der Nähe liegt. Auch kann es vorkommen, dass man diverse Nachweise über Entnahme, Einleitung, die zugehörigen Temperaturen und noch paar Extrawerte führen muss, wodurch dann zum Zeitraum der Abrechnung eine doch erheblicher Mehraufwand auf einen zukommt.

Mittels Erdwärme Kühlen ist btw. ebenso möglich. Im Winter entzieht man dem Erdreich Wärme, welche man im Kühlfall wieder zuführt. Hierdurch erreicht man über lange Zeiträume (sprich Jahre) sehr konstante Erdreichtemperaturen und kann entweder Sonden einsparen oder sie näher zusammenlegen.



Einzig Oberflächen und außen aufgestellte Luft Wärmepumpen sind fürn Po und sollten um jeden Preis vermieden werden.
 
Würde ich so jetzt nicht sagen. Bei COP um die 4 sind die immer noch relativ gut dabei. Außerdem kommt es natürlich auf die Heizleistung an, die man pro qm bei einem neu gebautem Haus mit guter Isolation braucht.

Aber klar, Grundwasser muss vorhanden und nutzbar sein, will ich nicht bestreiten. Nur ist so ein Anschluss zum Grundwasser eher realisierbar als eine Erdwärmenutzung in tiefen Schichten. Oder als Flächennutzung im Garten.
 
das "Plus" kommt meistens nur durch großflächig verlegte Photovoltaikkollektoren

da kann ich bei genügend Dachfläche ne Bretterbude zu nem Plusenergiehaus machen:D

vereinfacht lässt sich sagen: wer anfangs in teure Technik(z.b. dicke Dämmung + Erdsonde) investiert spart mehr, (Vorteil: unabhängiger von Preissteigerungen)

möglicherweise ist aber trotzdem die billigere Investition vorteilhafter, kann halt niemand in die Zukunft schauen
 
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