Datenschutz - Notwendigkeit praktisch darstellen

phanthom

Ensign Pro
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Sep. 2006
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Hallo zusammen,

keine Ahnung ob ich hier richtig bin, aber ich versuch es einfach mal.
Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit werde ich demnächst eine Veranstaltung zum Thema "Datenschutz für Bildungseinrichtungen" moderieren müssen. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen dabei glücklicherweise nicht bei mir, so dass dafür ausreichend externe Experten vorhanden sein werden. Da mir inzwischenzwitig allerdings von der Einrichtungsleitung schon zugetragen wurde, dass das Thema bei den Anwesenden auf wenig Begeisterung stößt, bin ich derzeit auf der Suche nach einer Möglichkeit einen guten und vor allem praktischen Einstieg in das Thema zu finden, um die Anwesenden mitnehmen zu können.

Dabei ist mir in Erinnerung gekommen, dass ich bereits vor einigen Jahren einen beeindruckenden Vortrag zu dem Thema besuchen konnte, der mit einem kleinen "Tool" eingeleitet wurde:

Damals hatten 2 Sicherheitsforscher eine kleine Webseite eingerichtet und dort 2 völlig willkürliche Fragen per Check-Box abgefragt. Diese Webseite sollten die Teilnehmer mit ihrem Smartphone aufrufen und dort die beiden Fragen beantworten.
Der AHA-Effekt kam dann, als die beiden Sicherheitsforscher im Anschluss nicht die getroffenen Antworten zeigten, sondern eine Übersicht darüber, welche Smartphones mit welchen Betriebssystemen etc. an der Befragung teilnehmen.

Ich dachte mir nun, etwas vergleichbares wäre eine gute Möglichkeit meine Moderation einzuleiten und aufzuzeigen, wie wichtig es ist, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Mein Problem ist nun allerdings, dass ich eine solche Webseite nicht mal eben erstellen kann und eine alternative Möglichkeit, etwas vergleichbares darzustellen im Internet nicht auffindbar scheint.

Vielleicht hat ja hier irgendjemand eine Idee für ein kleines Tool etc. was eben diesen Effekt bewirken könnte?

Über Rückmeldungen dazu würde ich mich sehr freuen.

Herzlichen Dank schon mal.
 
Hi,

Smartphone und Betriebssystem fallen nicht unter personenbezogene Daten, daher ist das Ganze datenschutzrechtlich im Sinne der DSGVO eigentlich völlig irrelevant.

Was man machen kann ist, die Dinge darstellen, bei denen jeder einfach "OK" klickt und diese akzeptiert - wie z.B. den Google Standortverlauf bei Android Geräten. Oder mal ein praktisches Beispiel, wie "Retargeting" funktioniert.

FaceBook, WhatsApp, Google - das sind in der Regel die Augenöffner, weil jeder zu wissen meint, was und wie viel da erhoben wird, aber richtig schockiert sind, wenn man sieht, wie viel es wirklich ist.

VG,
Mad
 
Madman1209 schrieb:
Smartphone und Betriebssystem fallen nicht unter personenbezogene Daten, daher ist das Ganze datenschutzrechtlich im Sinne der DSGVO eigentlich völlig irrelevant.

Danke dir schon mal, Mad!
Dass das Beispiel im Sinne der DSGVO irrelevant ist, ist mir klar, ich fand es aber ein tolles Beispiel dafür, wie man seine digitalen Fingerabdrücke hinterlässt.

Vermutlich hast du aber Recht, Facebook, google und vor allem WhatsApp sind wohl eher Beispiele dafür, an denen man das aufzeigen könnte.
 
...evtl. für die Keynote einen Vertreter von der 1&1 Datenschutzabteilung einladen? 😂

Im Ernst: ein plastisches und aktuelles Beispiel. Und die Folgen lassen sich ja finanziell gut ablesen.

Veranstaltung dann evtl. eröffnen mit einer Folie mit der Headline „du glaubst nicht, wie leicht man an 9,6 Millionen € kommt!“
 
Ich finde Live-Hacking Elemente auch im Bereich Datenschutz schön anschaulich. Wichtig ist es halt den Bogen zum Datenschutz zu schlagen, wenn man “nur” Sicherheitslücken zeigt.

Hak5 bietet schöne Dinge oder man sucht sich selbst was zusammen oder man schaut, wer coole Sachen im Security Training & Awareness Portfolio hat.
 
Da mir inzwischenzwitig allerdings von der Einrichtungsleitung schon zugetragen wurde, dass das Thema bei den Anwesenden auf wenig Begeisterung stößt, bin ich derzeit auf der Suche nach einer Möglichkeit einen guten und vor allem praktischen Einstieg in das Thema zu finden, um die Anwesenden mitnehmen zu können.
Relativ einfaches Beispiel wäre z.B Zugriff auf email/Termine im Falle von Urlaub.

Bei uns haben wir damals immer nen Zugriff auf unsere email/Termine für die Vertretung eingerichtet.
98% der Leute hatten eh nur geschäftliche Termine drin, aber gab auch 1-2 Ausnahmen.
Die hatten z.B ihre Arzttermine nich als "privat" markiert und so konnte jeder mit Zugriff die einsehen.
IdR unproblematisch, aber was wenn da der Termin bei den anonymen Alkoholikern/Sex-Süchtigen, Scheidungsanwalt... einsehbar ist? Glaub das wäre vielen nicht recht ;)

Das einige Webseiten das eingesetzte OS oder auch den browser anzeigen is relativ unproblematisch.
Das gleiche gilt für cookies.
Auf der Arbeit sollte man "gewissen Seiten" halt nicht ansurfen - sollte aber mittlerweile bekannt sein.
 
phanthom schrieb:
Da mir inzwischenzwitig allerdings von der Einrichtungsleitung schon zugetragen wurde, dass das Thema bei den Anwesenden auf wenig Begeisterung stößt, bin ich derzeit auf der Suche nach einer Möglichkeit einen guten und vor allem praktischen Einstieg in das Thema zu finden, um die Anwesenden mitnehmen zu können.
Datenschutz ist für die meisten leider nur notwendiges Übel. Am besten fesselt man die Leute denke ich indem man über Vorkommnisse und deren Konsequenzen spricht. (1&1, Post AG, Delivery Hero Germany GmbH, Google)
 
Ich denke da sofort an diesen Vortrag:
SpiegelMining.
Ansonsten nach den ganzen Datenklau-Geschichten der letzten schaue. Da gab es Dutzendes.

Muss man kein Wissenschaftler für sein. Nur öffentlich oder leicht zugängliche Informationen hernehmen und nach ein paar simplen Zusammenhängen suchen. z.B. Meta-Daten, wer hat wann (keine) E-mails geschrieben oder Termine gehabt -> aha, da hattet ihr also alle Urlaub. Und aha, x und y (natürlich alles anonymisiert und ohne echte daten) haben aber erstaunlich oft gemeinsam urlaub genommen...
gratulation, du hast die volle aufmerksamkeit :D.
 
Vielleicht kannst du dir auch mal das (Hör)-Buch Qualityland von Marc Uwe Kling anschauen. Dort wird Big-Data regelmäßig ad absurdum geführt und die auswirkung des kompetten verzichts auf Datenschutz Kabarettistisch aufbereitet. Je nachdem, wie Groß der Rahmen der Veranstaltung ist, könnte man eines der kurzen Kapitel als einleitung abspielen :)
 
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