Volles Rohr: Intel Core 2 QX6800 im Test
Fazit: Fertigungsprozess mit 65 nm am Limit - QX6800 mit Spitzenleistung
Unsere Laborergebnisse zeigen: Intel hat mit dem Core 2 Extreme QX6800 unumstritten den schnellsten Desktop-Prozessor am Markt, welcher zusätzlich über ein Übertaktungspotenzial von etwa 15% verfügt. Laut den Angaben von Intel wird der Core 2 Extreme X6800 mit 2,93 GHz der höchstgetaktete Extreme-Prozessor mit zwei CPU-Cores bleiben. In wenigen Monaten werden die günstigen Vierkernmodelle mit der neuen Bearlake-Plattform und dem DDR3-Speicher erscheinen.
Wie unsere ausführlichen Verlustleistungsmessungen und Übertaktungstests zeigen, kann Intel aus dem Kentsfield-Kern im B3-Stepping mit 65 nm keine weitere Performancesteigerung mehr erzielen. Eine Taktsteigerung auf 3,2 GHz ist unwahrscheinlich, da sonst die TDP von 130 Watt überschritten würde.
Unsere Tests zeigen weiterhin, dass Intel an der aktuellen Plattform die Performance lediglich über die CPU steigern kann. Von einem höheren FSB-Takt oder schnelleren Speicher zeigt sich die Plattform unbeeindruckt. Intel muss dieses Jahr mit der 45 nm-Technologie am Markt starten, um weitere Performancesteigerungen erzielen zu können. Unsere Messungen mit FSB1333 und DDR2-1000 zeigen, dass die Bearlake-Plattform mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Geschwindigkeitsvorteile bringt.
Doch im Moment liegt Intel in punkto Performance weit vor AMD. Sollte AMD mit dem K10 (Barcelona-Core) schneller als Intels aktueller Vierkern sein und Intel gleichzeitig mit der 45 nm-Technologie Probleme bekommen - erinnern wir uns nur an das 90 nm-Desaster mit dem Prescott-Kern - hätte AMD eine reelle Chance, die Performancekrone zurückzugewinnen.
Die Vorstellung des Core2-Prozessors liegt nun fast 11 Monate zurück und Intel führt über den gesamten Zeitraum. Nach einem guten Jahr sollte AMD mit der K10-Quadcore-Technologie - die noch dieses Jahr erscheinen soll - endlich nachziehen können.
So wie's aussieht ist die 65nm-Prozessorgeneration tatsächlich an ihre Grenzen gestossen!
Jetzt wird es Zeit für die nächste CPU-Generation im 45nm-Fertigungsprozess.
Zuerst aber noch die wichtigsten Informationen über den kommenden Intel "Bearlake"-Chipsatz:
- Bearlake- X (X38) > Support processors with four core, only DDR 3-1333, 2 slots PCI Of express x16, PCI express 2.0, announcement in the third quarter of 2007
- Bearlake-P (P35) > DDR 3-1066/DDR 2-800, 1333 MHz bus, announcement in the second quarter of 2007
- Bearlake-G+ (G35) > DDR 3-1066/DDR 2-800, 1333 MHz bus, Intel clear video technology, DirectX 10, HDCP, announcement in the third quarter of 2007
- Bearlake-G (G31 and G33) > DDR 3-1066/DDR 2-800, 1333 MHz bus, Intel clear video technology, DirectX 9.0c, announcement in the second quarter of 2007
- Bearlake-Q (Q35) > only DDR 2-800, 1333 MHz bus, Intel AMT2, VT-d, announcement in the second quarter of 2007
- Bearlake-QF (Q33) > only DDR 2-800, 1066 MHz bus, announcement in the second quarter of 2007
Danach schauen wir Mal auf die beiden 45nm-Prozessorgenerationen von Intel des Desktop-Bereiches:
PENRYN-Prozessorfamilie (2007)
- 45nm-Prozessoren
- Codenamen für die Desktop-CPUs sind "Wolfdale" (Dual-Core) und "Yorkfield" (Quad-Core)
- Wolfdale bringt 6 MB L2-Cache
- Yorkfield kann mit 2 x 6 MB L2-Cache aufwarten
- Yorkfield ist kein „echter“ Quad-Core, da Intel zwei Wolfdale-Kerne in ein Gehäuse (Multi-Chip-Module, MCM) verpackt
- Die Quad-Core-CPUs haben FSB1066 während die Dual-Core-Modelle mit FSB1333 durchstarten
- Die neuen Desktop-Prozessoren verwenden weiterhin Sockel 775
Das beste zum Schluss:
- Entgegen bisheriger Erwartungen wird Intel nicht bis zum Bloomfield (Nehalem-Generation) warten, um ein Comeback für Hyperthreading (SMT) einzuleiten, denn: Penryn unterstützt HyperThreading! Bleibt nur die Frage, bei welchen Modellen es aktiviert wird. Nur bei den Quad-Core-Extreme-Editions, die dann mindestens 8 Threads parallel bearbeiten könnten oder aber beim kompletten 45-nm-Produktportfolio?
- Intel bestätigte, dass der Stromverbrauch der Prozessoren in 45-nm-Technologie nicht dazu führe den Bereich des Messbaren zu verlassen. Mehr Transistoren und höhere Taktraten gleiche die positiven Effekte aus, so dass kommende Prozessoren weiterhin unter die bestehenden Verbrauchsgrenzen 35 Watt (Mobile), 65 Watt (Desktop) und 80 (2-Wege-Server) fallen werden. Auch die 130 Watt der Extreme Editions wird bleiben.
Was Intel momentan noch fehlt sind Quad-Core-Prozessoren, die auf einem Die Platz finden, denn die Quad-Core-CPUs der Penryn-Prozessorengeneration wird immer noch auf zwei Dies untergebracht. Der Prozessorprimus plant, in der zweiten Jahreshälfte 2008 die Nehalem-CPU vorzustellen, die genau dieses Kriterium erfüllt.
NEHALEM-Prozessorfamilie (2008)
- 45nm-Prozessoren
- Codename "Bloomfield"
- Mit 50 neuen SIMD-Befehlen (SSE4)
- Wieder mit HyperThreading-Technologie
- Der neue Nehalem ist ein Multi-Core-Design mit wahrscheinlich mehr als 6 MByte (vermutlich 12 MB) L2-Cache beim Top-Modell
Doch Nehalem ist viel mehr:
- Mit ihm möchte sich Intel vom Frontside-Bus und (zum Teil) von einem externen Speichercontroller in der Northbridge verabschieden! Nach dem Vorbild von AMD wird Nehalem einen integrierten Speichercontroller (wahrscheinlich DDR3) erhalten. Der mit dem Pentium 4 eingeführte und 64 Bit breite quad-pumped Frontside-Bus wird von einem seriellen Interface abgelöst. Es hört auf die Bezeichnung Common Serial Interface (CSI) und ist bei Intel schon sehr lange im Gespräch, insbesondere beim Itanium.
- Ebenfalls ändern werden die Sockel-Bezeichnungen! Beim Nehalem lauten diese Sockel B und H. Beim Sockel B handelt es sich um ein Land Grid Array (LGA) mit 1366 Kontakten (LGA1366); Sockel H bringt es auf 715 Metallflächen (LGA715). Die große „Pin“-Anzahl beim LGA1366 deutet eindeutig auf einen integrierten Speichercontroller hin.
Welche Produkte Intel mit Sockel B und H abdeckt, ist aber noch unklar.
Die ersten LGA1366-Prozessoren mit dem Codenamen „Bloomfield“ basieren auf der Nehalem-Prozessorgeneration und sollen 2008 den Markt erreichen. Jedoch dürfte anfangs nur der Server-Bereich und die High-End-Sparte umsteigen.
Nachher folgen die 32nm-Prozessorengenerationen "Westermere" (2010) und "Gesher" (2011). Darüber sind leider noch keine genaueren Angaben bekannt.
Nun zu meiner Frage:
Welche Intel-CPU soll ich mir kaufen?
- Soll ich zuerst eine Core 2 Duo- (möglich wäre auch eine der neuen C2D mit FSB1333) und später eine Core 2 Quad Q6600- oder Q6400-CPU und nochmals später eine CPU der Penryn- oder Nehalem-Generation kaufen?
- Oder gleich eine Quad-Core-CPU nehmen?
Wenn eine Quad-Core-CPU entweder gleich viel kostet oder nur ganz leicht teurer ist oder gar billiger angeboten wird, dann kauf ich mir gleich ein Quad-Core...
- Oder wie wär's mit einem Core 2 Quad QX6700 oder Core 2 Extreme QX6800?
Nach der Einführung der "Wolfdale"- und "Yorkfield"-CPUs wird es bestimmt noch eine Preissenkung geben (würde sagen Ende 2007 oder Anfang 2008). Dann werden sicher auch der Core 2 Quad QX6700 und der Core 2 Extreme QX6800 nochmals günstiger.
Vielleicht kann ich ja dann gleich eine solche "CPU-Bolide" nehmen... Wäre der Hammer!
Es ist mir klar, dass es noch keine Software (auch Spiele) gibt, die mit 4 Kernen arbeiten kann. Auch bei den Dual-Core-CPUs hat die Software noch Probleme.
Computerbase hat es mit einem einzigen Satz auf den Punkt gebracht:
Wo Dual-Core-Prozessoren nicht von Vorteil sind, bewirken auch vier Kerne keine Wunder.
Wenn ich mich bis Juni nicht entscheiden kann, dann wäre noch die Option offen, indem ich noch bis zum Launch von AMD's "Agena-FX", "Agena" und "Kuma" im 3. Quartal 2007 warte und dann schaue wie's aussieht (ob AMD die Performance-Krone wieder zurückholen kann oder nicht) um dann aufzurüsten...
Gruss
Matthias
