@BessenOlli
MB vermarktet unter Diesotto auch nur ein Paket von Einzeltechnologien, die im wesentlichen die gleichen sind wie sie bei modernen Dieseln und auch modernen Benzinmotoren, das wären Aufladung und Direkteinspritzung bei fast allen heutigen Dieseln (und auch beim TFSI-Motor, womit VW bereits äußerst effiziente Benziner hat, gegen die sich MB mit ihrem Diesotto erstmal durchsetzen müssen) oder auch variable Ventilsteuerung (bisher hauptsächlich in hochdrehenden Benzinern üblich). Dass diese Techniken bisher bei Benzinern kaum flächendeckend eingesetzt wurden, hängt mit Faktoren wie Abgastemperatur, Konstruktionsaufwand und Fertigungsqualität der Bauteile zusammen. Was MB als Diesotto vermarktet ist also kein neuartiger Motor sondern nur ein Produkt des technischen Fortschritts, dessen einzelne Merkmale früher oder später ganz klar auch in die Benzinertechnik Einzug halten mussten und auch werden, nur hängen die viele Hersteller das nicht so an die große Forschungsglocke wie MB, die es mit den Verbräuchen ihrer bisherigen ineffizienten Kisten aber auch bitter nötig haben. So schöne und nützliche Techniken wie geschichtete Einspritzung hängen aber auch von den (möglichst konstanten) Eigenschaften des Kraftstoffes ab, und da FSI-Motoren derzeit für Benzin gebaut werden und nicht für Ethanol, macht das den E10-Plänen einen Strich durch die Rechnung. Allerdings gibt es genauso auch mit anderen Alternativkraftstoffen wie Autogas Probleme (es gibt meines Wissens nach wenige bis gar keine Anlagen für Benzindirekteinspritzer). Für einzelne Regionen der Welt (Brasilien z. B.) gibt es Ethanol-angepasste Varianten, die hier offenbar so nicht verkauft werden.