Ein weiterer Wechsel - in Richtung Open Source - beim Österreichischen Bundesheer...

tarifa

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Hallo liebe Community,


...wollte das noch mit euch teilen, ehe es Wochenende wird... - einen aktuellen Bericht im Standard(.at) überschrieben mit:(Zitat) "Abmarsch: Microsoft wird ausgemustert: Bundesheer wechselt zu LibreOffice"

Ein weiterer Wechsel - in Richtung Open Source - beim Österreichischen Bundesheer.


Beim österreichischen Bundesheer wird die altbewährte Bürosoftware von Microsoft Office ausgemustert :: An die Stelle von Word und Excel treten künftig Writer und Calc der Open-Source-Software Libreoffice. Grund dafür ist laut dem Bundesheer nicht die Kostenersparnis gegenüber Office-Lizenzen, sondern die seit geraumer Zeit zum Modewort etablierte digitale Souveränität.


by the way: Das Thema wurde hier im Forum ja auch bereits diskutiert - am Fall Schleswig Holstein und der Migration zu Libre Office...


aktuelle Quellen...

vgl. Der Standard.at :: Microsoft wird ausgemustert: Bundesheer wechselt zu Libreoffice
https://www.derstandard.at/story/3000000288311/microsoft-wird-ausgemustert-bundesheer-wechselt-

...mit mittlerweile 525 Kommentaren:

und auch Reddit: https://www.reddit.com/r/de/comments/1nkf12d/microsoft_wird_ausgemustert_bundesheer_wechselt


Also, das Thema - das zieht ja langsam Kreise:

passend hierzu der sehr interessante Wikipedia-Artikel: Open-Source-Software in Öffentlichen_Einrichtungen
https://de.wikipedia.org/wiki/Open-Source-Software_in_öffentlichen_Einrichtungen

und - es lohnt sich sicher auch, gelegentlich zu sehen..

a. wie es Schleswig Holstein denn im Moment geht - und darüber hinaus -
b. wo in Deutschland sich noch weitere "Großprojekte" wie oben beschrieben befinden..


Schönen Einstieg ins Wochenende,
 
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Der Wechsel selber ist tatsächlich einfacher als das dabeibleiben. So einige Behörden haben das schon hinter sich und sind dann doch wieder zurückgerudert, gibt's ja prominente Beispiele. Der Druck von Außen in Form von der Flut an MS-Office Dokumenten anderer Behörden und von Innen in Form von ggf. zukünftigen Entscheidern, die sich so gar nicht mit dem anderen System anfreunden wollen und können, und ggf. noch Middleware-Spiränzchen ist bei sowas nicht zu unterschätzen. Sind ja nicht alles Überzeugungstäter bei sowas. Daher würde ich es noch für verfrüht halten, die OpenSource Siegesflagge zu schwenken. Entscheidend ist der Long-Run.
 
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München hat so lange auf Open Source gesetzt, bis MS seinen Deutschland Sitz dort hin gelegt hat ... schwupps gabs wieder MS Produkte in der Stadtverwaltung :D
 
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Obacht: Ein Kollege von mir arbeitet in München im Vermessungsamt, die setzen da Linux Mint ein. Nicht die komplette Verwaltung läuft auf Windows.
 
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Digitale Souveränität
Für mich ist das Nutzen von MS Produkten in der öffentlichen Verwaltung nichts anderes als Amtmissbrauch.
Bei einem so großen Volumen muss/müsste das Ausgeschrieben werden, dass wurde bei MS Windows/Office nie gemacht.
 
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Grimba schrieb:
Entscheidend ist der Long-Run.
Sehe ich auch so. Und bei MS hängt bei Office ja noch eine Ecke mehr dran (Sharepoint, AD und Co.), was diese Lösung nach wie vor attraktiv wie interessant für Unternehmen wie ÖD macht.
 
@nutrix sagen wir so, es gibt derzeit einen Gewissen Druck von MS weg, weil der reine Cloud-Ansatz und damit der fortschreitende Wegfall von on-premise Lösungen für viele Behörden auch aus rechtlichen Gründen kein gangbarer Weg ist. Insofern fällt es vielleicht derzeit leichter, zumindest darüber nachzudenken. Aber an die vielbeschworene Digitale Souveränität glaube ich erst, wenn sich da nachhaltig was bewegt hat, sprich sich eine alternative Lösung auch mal hält bzw. gegen den Lobbyismus von Microsoft standhält.
 
Mit dem Geld das alle deutschen (oder gar europäischen) Firmen in Summe an Microsoft zahlen könnte man wunderbar libre Office weiterentwickeln und auf ein zu Office 365 vergleichbares Niveau heben.
Konkurrenz belebt das Geschäft, deshalb finde ich den Weg grundsätzlich mal gut, den das österreichische Heer da eingeschlagen hat.
 
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Grimba schrieb:
@nutrix sagen wir so, es gibt derzeit einen Gewissen Druck von MS weg, weil der reine Cloud-Ansatz und damit der fortschreitende Wegfall von on-premise Lösungen für viele Behörden auch aus rechtlichen Gründen kein gangbarer Weg ist.
Ich weiß, das brauchst Du mir nicht zu erzählen. Nur gibt es eben kaum eine Alternative. Und Behörden haben jetzt sehr wohl Lösungen, mit denen sie leben können.
Ergänzung ()

cfreak84 schrieb:
Mit dem Geld das alle deutschen (oder gar europäischen) Firmen in Summe an Microsoft zahlen könnte man wunderbar libre Office weiterentwickeln und auf ein zu Office 365 vergleichbares Niveau heben.
Da unterliegst Du einem sehr großen Irrtum.
 
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Ich war 2008/2009 beim Bundesheer und schon damals war nicht Outlook, sondern Lotus Notes im Einsatz. Als Betriebssystem aber schon Windows XP. Gerade in der internen Struktur war das "Internet" eher nicht vorhanden, dafür gab es separate Dienstgeräte für den Internet Gebrauch. Word, Excel wurde von einigen Offizieren, Unteroffizieren und dem Zivilen Verwaltungspersonal verwendet. Microsoft Produkte wurde nur verwendet, wenn es wirklich notwendig war. Es gab auch irgend einen Open Source Paketmanager, der mich damals irgendwie faszinierte :D, aber ich hab mir den Namen nicht gemerkt.

Wenn man sich dann aber unseren Fuhrpark und das Alter vieler Waffen anschaut, weiß man warum das Bundesheer oder Militär generell "Long Term Support" bzw. eine gewisse Unabhängigkeit von 3t Firmen möchte :D Gibt dort heute noch LKWs oder Mannschaftstransporter wie die Pinzgauer, an denen hat mein Vater 30 Jahre zuvor schon rum geschraubt als er beim Wehrdienst war.

Ich wünschte wir hätten den Mut bei uns im Unternehmen, da wird Linux auch immer kleiner geredet als es ist. Nextcloud wird durch Onedrive ersetzt, weil es ist ja dabei. VMWare, ja aber was wäre denn die Alternative? Die Techniker wären motiviert und wir hätten auch ein gutes Linux Team, alleine der Mut im Management fehlt. Es werden kosten befürchtet und ja Microsoft kennt man, dabei brauchen wir auch da oft genug externe Dienstleister und Systemintegratoren.

Es fehlt oft einfach der Mut den ersten Schritt zu gehen. Für alles bei M$ gibts eine Alternative, vor allem im On-Premise bereich, man muss nur wollen.
 
In Österreich kann sowas vielleicht klappen. Hier in D mit Sicherheit nicht. Förderalismus sei Dank. Hier kann man sich ja nicht mal auf grundsätzliches einigen bezüglich Digitalisierung.
 
@K0ntextlos Überall lese ich vom Förderalismus. Es ist ja nicht so als ob Deutschland der einzige Staat sei mit Förderalismus, aber wenn das so ein gigantisches Hindernis ist, dann sollte man doch etwas daran verändern können oder?

Aber die deutsche Bundeswehr ist immer noch eine Armee, also vielleicht ein wenig anders organisiert aufgrund der Natomitgliedschaft, aber auch hier sollte es doch einfacher sein sowas durchzusetzen oder?
 
flo36 schrieb:
Überall lese ich vom Förderalismus. Es ist ja nicht so als ob Deutschland der einzige Staat sei mit Förderalismus, aber wenn das so ein gigantisches Hindernis ist, dann sollte man doch etwas daran verändern können oder?
Kann man nicht, weil dann Posten wegfallen könnten, die man nicht mehr mit Freunden besetzen kann.

Außerdem bräuchte es wohl eine Verfassungsänderung und dafür die Mehrheiten zu bekommen ist heute wohl schwerer denn je.

"Die Ausübung der Staatsgewalt ist durch das Grundgesetz zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Dabei geht das Grundgesetz grundsätzlich von einer Zuständigkeit der Länder aus (Art. 30, 70, 83 GG). In den Bereichen Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung besitzt der Bund nur dann Kompetenzen, wenn sie ihm im Grundgesetz ausdrücklich zugewiesen werden."

https://www.bmi.bund.de/DE/themen/v...sen/foederalismus-und-kommunalwesen-node.html
 
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RedPanda05 schrieb:
Kann man nicht, weil dann Posten wegfallen könnten, die man nicht mehr mit Freunden besetzen kann.

"Die Ausübung der Staatsgewalt ist durch das Grundgesetz zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Dabei geht das Grundgesetz grundsätzlich von einer Zuständigkeit der Länder aus (Art. 30, 70, 83 GG). In den Bereichen Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung besitzt der Bund nur dann Kompetenzen, wenn sie ihm im Grundgesetz ausdrücklich zugewiesen werden."
Oh herje, Freunderlwirtschaft und dazu noch so ein Gesetz. Halleluja. Euer Grundgesetz in allen Ehren, aber das liest sich nach einem Dicken brocken.
 
Robert. schrieb:
Bei einem so großen Volumen muss/müsste das Ausgeschrieben werden, dass wurde bei MS Windows/Office nie gemacht.
Selbstverständlich werden kostenpflichtige Softwareprodukte vor der Anschaffung öffentlich ausgeschrieben.
Das ist so vorgeschrieben.

Wie kommst du darauf, dass Behörden in solchen Fällen "Amtsmissbrauch" begehen könnten? Amtsmissbrauch ist eine Straftat. Nur mal so nebenbei zur Info.
 
Hallo und guten Abend

vielen Dank für die Beiträge.

nun scheint sich ja einiges zu tun in den Amtsstuben, den Verwaltungen.

Aber ich glaub noch nicht mal dass das immer betriebswitschaftliche Erwägungen sind - die die o.g. Einrichtungen - (Digitalministierium in Dänemark, Landesregierung in Schleswig Holstein, und nun auch noch die Leute vom Österreichischen Heer zum Wechseln bringen.

Hmm - dass es das Geld ist - da bin ich mir noch nicht mal so sicher:

...das sind im Grunde genommen fast schon Allgemeinplätze - will sagen "alle von Dänemark über Schleswig Holstein - " argumentieren m.E. doch nicht nur auf der betriebswirtschaftlchen Kostenschiene - sondern haben noch andere Punkte an denen sie den Wandel notwendig festmachen..

und ja: ... hab nun nochmals kurz auf den Standard-Artikel geschaut, ob den Österreichischen Verantwortlichen denn noch was ganz besonderes eingefallen ist.

der Artikel - er ist über schrieben so: Microsoft wird ausgemustert: Bundesheer wechselt zu Libreoffice
Bei der Verwendung der Open-Source-Software gehe es nicht ums Sparen, sondern um "digitale Souveränität"
vgl. https://www.derstandard.at/story/30...sgemustert-bundesheer-wechselt-zu-libreoffice


und man sieht dann das...
Beim österreichischen Bundesheer wird die altbewährte Bürosoftware von Microsoft Office ausgemustert. An die Stelle von Word und Excel treten künftig Writer und Calc der Open-Source-Software Libreoffice. Grund dafür ist laut dem Bundesheer nicht die Kostenersparnis gegenüber Office-Lizenzen, sondern die seit geraumer Zeit zum Modewort etablierte digitale Souveränität.

und ferner noch ... so..

"Wir machen das zur Stärkung der digitalen Souveränität, um unsere Unabhängigkeit, was die IKT-Infrastruktur eingeht, zu behalten und auch um sicherzustellen, dass Daten nur bei uns im Haus verarbeitet werden", sagt Michael Hillebrand von der Direktion 6 – IKT (Informations-Kommunikations-Technologie) und Cyber des Bundesheers gegenüber Ö1.
vgl. https://www.derstandard.at/story/30...sgemustert-bundesheer-wechselt-zu-libreoffice

also - Die Dänen wollen Souveränität;
... die Schleswig Holsteiner schreiben sich das auch auf die Fahnen;
und nun - nun kommen die noch vom Österreichischen Heer. - die auch noch ...;


aber jetzt mal im Ernst:

hmmm - und da wären wir bei weiß Gott wichtigen Punkten - denn, wer im Heer (oder anderen sensiblen) Bereichen nicht souverän ist - der kann gleich die Zündschlüssel für die Panzer, Jets und wer weiß nicht was denen aushändigen die sie überfallen - m.a.W. also der kann alles gleich hergeben und die Waffen wegschmeißen.


oder seht ihr das denn anders.

Grüße und einen schönen Samstag euch allen..
 
Die armen Sachbearbeiter.

Excel ist nunmal unschlagbar und wenn man die Funktionen nutzt und kennt Libreoffice Jahrzehnte vorraus.

Zwar könnten durch solche „Partnerschaften“ schneller neue Funktionen entstehen aber VBA mit all den möglichen Tools ist eine Machtdemonstration um sämtliche Mathematischen Operationen gut nachvollziehbar und schnell zu erfüllen.

Klar geht alles mit Skripten auch aber bei weitem nicht so elegant und zuverlässig.
 
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