einbehaltene Lohnsteuer > x2 als im Vorjahr?!

GeforceMax

Lt. Commander
Registriert
Dez. 2001
Beiträge
1.206
mir ist erst heute aufgefallen dass die einbehaltene Lohnsteuer fürs Jahr 2006 bei mir mit 899€ mehr als doppelt so hoch ausfiel als fürs Jahr 2005 mit 406€. Der Bruttoarbeitslohn ist nur 'geringfügig' höher als im Vorjahr, nämlich 15.800€ statt 13.500€. (höherer Lohn ergibt sich durch mehr Arbeitseinsätze, bin Mitarbeiter auf Abruf..)

Liegt das irgendwie an einer bestimmten Lohngrenze von 15 mille oder so? Was meint Ihr? Bin Steuerklasse I, wobei mein Einkommen je nach Arbeitsaufkommen steigt und sinkt, im Winter ist sie also sehr mager (~500€), im Sommer (1000-1500€).
 
Kein Gewähr, aber:
Laut Tabelle ist bei 13500 eine Einkommensteuer von 1180 gelistet, passt also incl. Abzüge auf deine 499 (abzügl. Lohnsteueranteil Arbeitgeber).
Bei 15 300 ca. 1616. Evtl. hast du weniger Abzüge, dann könnte das hinkommen.
Was du im Winter und Sommer verdienst, macht keinen Unterschied. Wird ja immer gesammelt berechnet.
 
Lies Dir mal das Einkommensteuergesetz durch (insbesondere §§ 2 und 10) Diese sind in deinem Fall der Knackpunkt (Stichwort Sonderausgabenabzug). Um genaueres über deine Einkunftsart zu erfahren lies §19 EStG, die dazugehörigen Werbungskosten stehen in §§9/9a EStG..

Desweiteren solltest Du bedenken, dass die Einkommensteuer progressiv ansteigt. Höhere Einnahmen = höhere prozentuale Steuerlast.

Die in der Tabelle genannten Zahlen auf die sich Wintermute bezieht, sind das zu versteuernde Einkommen. Das entspricht in keinster Weise deinem Bruttoarbeitslohn. Wie man vom BAL zum zu versteuernden Einkommen rechnet, steht in §2 EStG.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich habe leider kein Excel.
und wer oder was ist Nwb.?

Edit: ---------------

farquaharson schrieb:
Lies Dir mal das Einkommensteuergesetz durch (insbesondere §§ 2 und 10) Diese sind in deinem Fall der Knackpunkt (Stichwort Sonderausgabenabzug).

Desweiteren solltest Du bedenken, dass die Einkommensteuer progressiv ansteigt. Höhere Einnahmen = höhere prozentuale Steuerlast

das klingt logisch, aber bei so wenig mehr Verdienst kann dass nicht 220% mehr Lonsteuer bedeuten.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Doppelpost entfernt!)
GeforceMax schrieb:
das klingt logisch, aber bei so wenig mehr Verdienst kann dass nicht 220% mehr Lonsteuer bedeuten.

NWB = Neue Wirtschafts Briefe

Doch, schon möglich. Je nachdem wie die einzelnen monate bei dir ausgefallen sind ist das schon möglich. Wenn es monatlich, wie Du sagst, bei Dir große Differenzen gibt, dann sieht deine steuerliche Belastung wie folgt aus in Monaten mit einem BAL < 900 EUR= keine/fast keine Einkommensteuer (ESt), in Monaten BAL > 900 EUR = realtiv hohe ESt-Abzüge.

Desweiteren ist es möglich, dass Dein Arbeitgeber am Ende des Jahres keinen automatischen Lohnsteuerausgleich durchgeführt hat. I.d.R. berechnen Lohnprogramme deine Steuerbelastung aufgrund der Monatstabelle für jeden Monat einzeln ohne Betrachtung der vorherigen Monate.

Bsp: Monat 01 Verdienst 500 EUR = Steuer 0,00
Monat 02 Verdienst 1500 EUR = Steuer 200,00

Gesamtverdienst 2 Monate = 2000 EUR
(Steuer nach Monatstabelle für EUR 2000 = 400; Steuer nach Jahrestabelle = 0,00)
rechnerisch könnte sich die Einnahmen auch 1000/1000 betragen (1000 = ESt 50,00)

Je nach Konstellation ergeben sich so also unterschiedliche Steuerbelastungen für die einzelnen Monate.

(Mit Logik kommst Du übrigens nicht weit beim dt. Steuerrecht, wohl aber mit folgendem Satz: "Die Geld/Goldgier des dt. Staates ist unermesslich. Wenn Du die Wahl zwischen 2 Zahlen hast, nimm die größere Zahl und sei sicher, dies entspricht Deiner Steuerbelastung."

Aus meiner beruflichen Erfahrung raus kann ich sagen, dass dies zu 95% zutrifft.

EDIT: 14:04 Uhr
Die von mir genannten Beträge entsprechen nicht der Realität und dienen nur der Veranschaulichung des Problems.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ganze ist ganz normal, und liegt wie schon gesagt, an der Progression.

Du solltest aber auf alle Fälle eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Denke, das du auf alle Fälle wieder was rausbekommst.

Bei 15.000,- € kannst du sogar noch Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben geltend machen.
 
Das stimmt, das macht sich aber auch erst bemerkbar, wenn Du die Pauschalen überschreitest.
 
Wintermute schrieb:
Kein Gewähr, aber:
Was du im Winter und Sommer verdienst, macht keinen Unterschied. Wird ja immer gesammelt berechnet.
Hi
macht aber schon einen Unterschied, wenn eine Unterbrechung im Lohnzahlungszeitraum
vorhanden ist. Dann ist nämlich der Arbeitgeber nicht berechtigt einen Lohnsteuerjahresausgleich (vermutlich abhängig von der Beschäftigtenzahl, bin mir da jetzt nicht 100 % sicher) mit der Dez. Abrechnung durch zu führen. ;)

Auf jeden Fall solltest du eine Einkommensteuererklärung abgeben. ;)

Cu
 
Zurück
Oben