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Einfluss der Computerspieleindustrie auf die PC-Hardware Entwicklung

Aelrond

Lt. Junior Grade
Registriert
Aug. 2010
Beiträge
424
Hallo,
da ich momentan eine Facharbeit über den Personal Computer und seine historische und zukünftige Entwicklung, brauche ich hilfe bei einem Thema:

Meiner Meinung nach ist die Computerspielindustrie der größte Leitfaktor auf die PC-Entwicklung (man will immer schnellere Hardware für bessere Grafik). Denn wenn es keine Comuterspiele gäbe, bräuchten wir auch keine schnellen PCs. Alle hätten ihren Multimedia PC (Dual Core, Onboard Grafik würden ja ausreichen) und würden Spiele auf ihrer Spielekonsole spielen.

Also ersteinmal:

1) Würdet ihr meiner These zustimmen?
2) Gibt es Weblinks oder Arbeiten die sich mit diesem Thema beschäftigen?

mfG

Aelrond :)
 
Halte ich für Unsinn ;) Es gibt mehr als Spiele.
 
Bei Grafikkarten ist die Spieleindustrie auf jeden Fall ein wichtiger Posten. Trotzdem hab ich irgendwie noch im Hinterkopf, dass Nvidia bei der GTX480 explizit in Richtung GPGPU optimiert hat. Die Rechenleistung für Spiele war also nicht der wichtigste Antrieb in der Entwicklung.


Edit: Vielleicht hilft dir dieses Buch hier: Die Geschichte der Softwarebranche in Deutschland
Hab das Buch nur mal grad quer gelesen, zumindest Zahlen kannst du daraus genügend ziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
an.ONE schrieb:
Halte ich für Unsinn ;) Es gibt mehr als Spiele.

Genau das ist doch das Ziel meiner Facharbeit, das eben nciht solche Vorurteile gibt.

Bei Grafikkarten sind wir uns ja wohl einig, dass es so gut wie komplett von der Spiele Industrie beeinflusst ist. Das wird natürlich auch klar, wenn man die Zahl der Anwender vergleicht, die ihre Grafikkarte für Spiele oder für professionelle Zwecke nutzten.

Wozu bräuchten wir denn ohne Spiele so schnelle Rechner? Wen verdanken wir denn den Wettbewerb und die schneller sinkenden Preise? Nicht den Leuten die sich gute Hardware kaufen, weil sie Video bearbeiten oder Rendern wollen, sondern den Spielern.

Anfangs war die Rolle der Computerspiele in der Entwicklung ja auch eher Untergeordnet.
Aber heute sieht das anders aus.
https://www.computerbase.de/forum/threads/der-ideale-multimedia-pc.336072/

schaut euch mal den langsamsten PC an und sagt mir nun, welche Anwendung darauf nciht laufen solle, die ein normaler Verbraucher nutzt (außer mal 3D Wiedergabe von Filmen).
 
Aelrond schrieb:
Wozu bräuchten wir denn ohne Spiele so schnelle Rechner?
Na ja, es gibt schon Profi-Anwendungen, die schnelle Rechner benötigen, Film-/Foto-Bearbeitung, alles was früher CAD hieß oder auch Musik. Was dort heute alles am Rechner möglich ist im Bereich Aufnahme oder auch beim Sampling, wo ganze Instrumente teilweise auch live auf der Bühne durch Computer ersetzt werden können, ist schon enorm. Da hat man früher einen 100-Kilo schweren Leslie auf die Bühne geschleppt und simuliert das heute mit einem Laptop. Sicherlich gibt es noch genügend Nischenbereiche, die mir jetzt ad hoc nicht einfallen oder wo mir halt die Kenntnisse fehlen, ich könnte mir z.B. den Bereich "Medizin" oder alles, was früher unter "Fotosatz" lief, vorstellen.
 
Was den Sektor CPU angeht, da sind in erster Linie die Server mit Heavyload und natürlich Renderer die Hauptgruppe, die die Entwicklung antreibt und denen nie genug Performance zur Verfügung stehen kann. Beim Gaming hält sich das in Grenzen, Server brauchen zwar auch Leistung, aber nicht so enorm.

Bei den Grafikkarten war früher Gaming wohl mit ein großer Faktor, der dürfte mittlerweile kleiner geworden sein, alleinschon wegen Cuda etc. gewinnen GPU mehr Popularität abseits des Berechnens von Bildern. Der Hauptbestandteil bleibt wohl weiterhin CAD oder wie bei Intel z.B. Raytracing-Projekte. Die meisten Games lassen sich ja locker mit einer 150€ Karte spielen.
 
Zuletzt bearbeitet:
"wenn man die Zahl der Anwender vergleicht, die ihre Grafikkarte für Spiele oder für professionelle Zwecke nutzten."
Darum geht es doch. Der Markt lässt sich nicht von ein paar Randgruppen beeinflussen, sondern von der Masse.
 
ich würde mal sagen... Nö.
Weil die Spieleindustrie die seit mehreren Jahren vorhandenen Resourcen der Hardware gar nicht ausreizt, egal ob Graka, Speicher oder auch Multi-Core-CPUs.
Die Spieleindustrie konzentriert sich auf kostengünstige Standards, das sind nun mal die Konsolen. Einheitliche vorgegebene Hardware, die den Spielraum vorgibt.
 
Partiell stimmt(e) das schon, auch wenn das nicht mehr so der Fall ist mittlerweilen - die Anforderungen sind über den ganzen Markt von neuen PC-Spielen nicht mehr so hoch, bzw. es wird viel casual-Krempl gespielt.

Aber das CD-Laufwerk als Beispiel hätte ohne Spiele sicher nicht so schnell flächendeckend Einzug gehalten in heimischen Rechnern:

<<Als die CD Anfang der 1990er endlich ihren Weg in die gute Gamerstube und die PCs schafft, da sind es vor allem mit Full-Motion-Video-Sequenzen angereicherte Spiele, die das Medium salonfähig machen: Frühe Hits für die CD-ROM sind das gemütliche Gruseladventure "The 7th Guest" und Lucas Arts' "Star Wars"-Shooter "Rebel Assault", die immer mehr Spieler davon überzeugen, in ein modernes 'Double Speed'-Laufwerk zu investieren.>> golem.de

Den Anstieg von RAM in (Privat-)PCs der letzten Jahre würde ich aber z. B. eher auf Vista und/oder 64-Bit schieben. :p
 
Würd ich auch meinen :)
Joar momentan siehts wirklich so aus, dass die Grafikkarten die Spiele eingeholt haben (HD 6950 schon für 200€) Vor 3 jahren war das ja noch nciht so.
 
wenn eins den pc in den letzten 20 jahren für heimanwender schnell gemacht hat, dann wohl die die hardware die man eigentlich nur zum zocken brauchte..

ich zocke seit anfang der 90ziger jahre und die heimanwenderhardware reichte eigentlich immer lange für fast alles- außer spiele!

die spieleindustrie hatte also sehr wohl einen hohen anteil an der entwicklung der pc hardware..

interessant ist es zu sehn wie es weitergeht... gerade im hinblick auf die multientwicklung und die eher moderaten anforderungen an die hardware... ich denke, dat der rasante fortschritt dadurch nicht eingedämmt wird- verlangsamt aber schon.
 
Man kann das schon so sagen. Klar gibt es abseits von Spielen auch andere Anwendungen, die ihre Leistung fordern, aber auf die breite Masse gesehen treibt die Spieleentwicklung die Hardwareentwicklung ein gutes Stück vorran, auch wenn es aktuell vllt. nicht so sehr der Fall ist...Konsolen sei dank. Besonders, wie gesagt, bei Grafikkarten.
 
Die Hauptmasse an Anwendersoftware, die Rechenpower nutzt, dürfte aktuelle MS-Betriebssysteme (Auero) und Antiviren-Software sein. Installiert mal einen neuen Rechner mit DOS oder WIN 3.11, oder lasst mal Firewall und Antiviren weg, ihr werden sehen, dass ein alter Rechner in einigen Fällen einen aktuellen Rechner schlägt... und nicht jeder Spieler ist Power-Gamer ...
 
In einigen Fällen heißt, dass die zusätzlichen Befehlssätze der CPU und Software-Schnittstellen nicht genutzt werden. Und das sind dann wirklich nur einige Fälle.
 
Sind die erfolgreichsten Spiele nicht eher die low-hardware-games.
Facebook games, xy-simulator etc ?

Nur wenige Rechner fahren die hohen Settings oder überhaupt Spiele.
Bedenke die Serverrechner, welcher viel Power brauchen, Grafikanwendungen wie CUDA etc

Spiele dürften relativ weit hinten liegen und werden im gesamten nur von wenigen genutzt, jedenfalls aktuelle Hardware anspruchsvolle Spiele.
 
Grundlegend kann man die Spieleindustrie als Initiator der Entwicklung sehen aus der sich mittlerweile mehrere Zweige gebildet haben. Zukünftig werden GPU besonders im Wissenschaftlichen Bereich immer wichtiger und bekommen mehr Aufgaben wie Physik- sowie Geometrieberechnungen zugeteilt.
Im Laufe der Jahre kann man sehr stark davon ausgehen dass das verschmelzen von CPU und GPU langfristig dazu führt nur noch einen Chip einzusetzen um einfache Aufgaben zu erledigen und eine dedizierte gesondert für den Spielemarkt einzusetzen.
Möglich wäre auch, das die iGPU in CPUs für Aufgaben wie eben die Physik übernimmt und die dedizierte als reine Grafik/Verktormaschine eingesetzt wird.

So oder so ist die Spieleindustrie ein starker Motor für die Entwicklung, jedoch wird sie mehr und mehr durch neue Märkte abgelöst. Diesen Trend beobachtet man momentan sehr gut an Hand der Fermi-Präsentation. Man bekam erst eine Tesla zu gesicht und erst anschließend wurde der reine Grafikbeschleuniger veröffentlicht.

LG Hübie
 
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