Elektroauto ohne private Lademöglichkeit?

wasd123

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Moin!
Ich bin derzeit am Überlegen, mir ein Elektrofahrzeug zuzulegen - jedoch: vorerst ohne eine Möglichkeit der privaten Ladung.

Jetzt brauche ich einfach mal Rat von euch, ob das zumindest zeitweise möglich ist.

Kurz zum "warum?":
Ich fahre derzeit ein Leasing-Fahrzeug von meiner Firma. Meine Firma stellt allerdings das Modell für Firmenfahrzeuge um. Statt Leasing erhalten wir Summe X auf unser Gehalt und können damit nun machen was wir wollen.

Diese ganze Firmenwagen-Umstrukturierung kam jetzt relativ plötzlich. Dummerweise privat finanziell gesehen zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt, da wir dieses Jahr unsere Kredite für das Haus vollständig abbezahlen und da so einiges an Geld reingeht.
Wir haben da aktuell einfach finanziell nicht die Mittel, noch dieses Jahr an PV-Anlage und Ähnliches zu denken. Mein derzeitiges Leasing-Fahrzeug läuft jedoch dieses Jahr ab und dann benötige ich auch Ersatz.

Jetzt habe ich entweder die Möglichkeit ein Fahrzeug kurzfristig zu leasen, mich für einen klassischen Verbrenner zu entscheiden, oder ein bisschen in die Zukunft zu gucken oder zu planen und direkt auf Elektro umzusteigen.

Fahrleistung:
Von einem früheren Vielfahrer bin ich inzwischen eigentlich relativ wenig unterwegs. In Zahlen: Seit dem 1.1.2025 habe ich etwa 16.000 Kilometer zurückgelegt. Großzügig geschätzt wären das also 12.500 Kilometer im Jahr.
Das entspricht also etwa 1,5-2 Tankfüllungen im Monat.
Langstrecke fahre ich äußerst selten. Das kommt vielleicht zwei- oder dreimal im Jahr vor.

Derzeit fahre ich einen Octavia RS-Hybrid. Damit komme ich, wenn es hochkommt, gute 550 km pro Tankfüllung. Das entspricht in etwa einem aktuellen Elektroauto.
Realistisch gesehen werde ich ein Elektroauto natürlich nie ganz leer fahren und vermute ich auch nie komplett voll "tanken". Damit mindert sich die Netto-Reichweite natürlich ein wenig. Auf der anderen Seite ergeben sich öfters mal zwischendurch Lademöglichkeiten, z. B. auf Parkplätzen, was ein Verbrenner so nicht bietet.

Mein Fahr-/ Tankverhalten ändert sich also nicht wirklich, außer dass ein wirklich notwendiger Tankvorgang nicht 5 Minuten, sondern 30 Minuten dauern kann.

Ladesäulen in der Umgebung:
Tatsächlich sind die nächsten Ladesäulen (5min) deutlich näher als die nächste Tankstelle (10min) - und selbst doch gibt es ebenfalls schon wieder einige Ladesäulen.

Ich denke, selbst an Ladesäulen laden dürfte generell günstiger sein als normales Tanken. Wenn ich in ein oder zwei Jahren eine Wallbox oder gar PV auf dem Dach habe, wird das natürlich nochmal deutlich günstiger.

Wie seht ihr die Sache?
 
Ich bin mit einer Reichweite von ca. 300km bei 30.000km p.a. und ebenfalls keiner Lademöglichkeit daheim gestartet. Selbst damit war nur selten ein Ausflug zum Schnelllader notwendig.

Immer häufiger lässt sich beim wöchentlichen Einkauf laden oder bei irgendeiner Wochenendaktivität gibts eine Säule in der Nähe um nichtmal in der Nähe des Wohnortes ran zu müssen.

Bei heute möglichen Reichweiten und deiner Jahresfahrleistung sehe ich da kein Problem.
Umso mehr, wenn ihr perspektivisch mit PV + Wallbox plant.
 
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wasd123 schrieb:
Wir haben da aktuell einfach finanziell nicht die Mittel, noch dieses Jahr an PV-Anlage und Ähnliches zu denken
Die brauchst du nicht zwingend
Das üblicherweise mitgelieferte Kabel lädt an der Steckdose 2,3 kW die Stunde das ist bei so ziemlich jedem Auto wenn der über Nacht steht problemlos 100 km zu normalen Hausstrom Preis den Rest auswärts dazu laden.

Sollte sich bei deinen Strecken eigentlich ganz gut ausgehen.
 
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Mein Arbeitskollege hat die Möglichkeit auch nicht.
Er nutzt die 30 Minuten Ladedauer als seine persönliche Auszeit.
Anklemmen, Abschalten, Ausspannen.
Er hat jetzt seinen Wagen aus dem Leasing rausgekauft, weil er es toll findet elektrisch zu fahren.


Und ich verstehe nicht genau, wo überhaupt das Problem liegt. Als ich mein Auto bekommen habe, konnte man noch überall "umsonst" laden. Ich habe zwar die Möglichkeit daheim zu laden, hab sie aber 2 Jahre genau NULL wahrgenommen. Jetzt sind es noch deutlich mehr Säulen dazugekommen. Als prakikabel hat sich dabei der Discounter herauskristallisiert (für mich persönlich). Ich bin zwei oder drei mal die Woche am Discounter und immer dort wurde der Wagen geladen. Bei Deiner KM-Leistung sollte das selbst bei einer kleinen Batterie ausreichen.

Und wenn Du sowieso ein Eigenheim hast (auch wenn ohne Wallbox oder PV-Anlage) ist Hausstrom in der Regel günstiger als der Strom an einer Ladesäule, und dann ist die Frage ja sowieso völlig uninteressant, denn man kann sein Auto ja Problemlos über den Ladeziegel mit Strom versorgen.

Ich hab z.b. nur ein winzige PV-Anlage und der Wagen wird immer nur sehr langsam geladen (unter 3,6kW), und trotzdem ist er immer dann wenn ich ihn brauche genug gefüllt, um die Strecke zu schaffen, schließlich steht er (z.b. über Nacht) ja meistens auch ewig vor der Tür.

Einfach vom Tankstellen-Denken verabschieden. DAS ist wohl der Knackpunk für die meisten Leute.
Steht er, dann lädt er. DAS sollte das neue Schema sein^^
 
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Ich weiß nicht, wie die Ladesituation bei dir so ausschaut. Bei mir in Wien zb ist ein öffentliches Laden überhaupt kein Problem. Ich habe mir letztes Jahr im Juli selbst ein E-Auto zugelegt und bisher fast immer öffentlich geladen.

Klar, man muss sein Verhalten etwas anpassen, aber man gewöhnt sich schnell daran. Hier zb. kann ich mit meinem E-Auto 3 Stunden gratis parken, wenn er an einer Ladesäule der Stadt hängt. Und die gibt's gefühlt an jeder Ecke. Zwar hat man dann ab und an mal einen etwas längeren Fußweg, wenn man zu seinem Ziel will, aber das sind immer nur ein paar hundert Meter. Und die 11kw, die die Ladesäulen liefern, reichen bei mir, um in 3 Stunden von 40% auf 80% zu laden. Die nächste Ladesäule von mir ist fußläufig keine 10 Minuten entfernt.

Das große Aber ist jedoch der Winter. Da muss man sich schon gewiss sein, dass man eventuell bei echt schlechtem Wetter draußen unterwegs ist. Da hab ich gern mal einen Schnelllader genutzt, da ich mir die "unnötigen" Spaziergänge echt sparen wollte. Luxusproblem.

Bei 1000-1200 km pro Monat war das bisher echt kein großes Problem. Aber zugegeben, bin ich froh das in absehbarer Zeit bei uns im Mehrparteienhaus Wallboxen installiert werden. Trotzdem wäre es aber für mich kein Problem, mein Auto weiterhin öffentlich zu laden. Ich habe es bis heute keinen einzigen Tag bereut mir ein E-Auto gekauft zu haben. Im Gegenteil, allein dass ich im Sommer/Winter in ein vortemperiertes Auto einsteigen kann, ist die "Mühe" wert.

Probier es aus. Es wird anfangs schon anders sein als mit einem Verbrenner, aber ich wette, dass Du es schnell nicht mehr als störend oder umständlich empfinden wirst.
 
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Ich habe auch keine private Lademöglichkeit. Neben dem durchaus häufigen Schnellladen (Fahrleistung 30.000 km in 9 Monaten) nutze ich eine AC-Ladestation in 700 m Entfernung fürs Laden über Nacht. So ein Spaziergang fördert die Gesundheit.
 
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