Erstes NAS-Setup für Foto-Archivierung und anderer Daten

PhoenixEX

Lieutenant
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Aug. 2013
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Hallo zusammen,

ich plane aktuell mein erstes eigenes NAS-Heimnetzwerk, primär um meine gesamte Fotosammlung zentral und sicher zu speichern. Bevor ich den "Kaufen"-Button drücke, würde ich gerne eure Meinung hören, ob ich etwas Wichtiges übersehen habe.

Das NAS-Gerät:
Ich habe mich eigentlich schon auf das UGreen DXP2800 (2-Bay) festgelegt.
  • Grund: Die Verarbeitung und das Preis-Leistungs-Verhältnis wirken auf mich deutlich moderner als be beipsielsweisei Synology
  • Standort: Das Gerät wird im Abstellraum stehen
Was für mich auch wichtig ist, ist dass ich wenn ich unterwegs bin und fotos mache, die Bilder sofort repliziert werden



Welche HDDs?
Hier bin ich mir unsicher.
Die Platten werden im Grunde ja 24/7 laufen, aber die tatsächliche Schreib-/Leselast wird eher punktuell sein
(also beim ersten großen Backup meiner Fotos findet natürlich eine größere Aktivität statt aber später werden die Bilder ja wirklich sparadisch übertragen --> nur wenn ich neue Bilder mit dem handy fotografiere)

Zur Auswahl stehen:
  1. Seagate IronWolf (5400 RPM)
  2. Seagate IronWolf (7200 RPM)
  3. Seagate IronWolf Pro (7200 RPM


Mir ist vor allem die Langlebigkeit wichtig.
Die Festplatten werden NUR im Abstelllager stehen, daher SOLLTE im besten Fall eh nicht großartiges passieren, aber gegebenfalls übersehe ich etwas und wollte daher nach euerer Meinung fragen
  • Machen 7200 RPM bei der reinen Foto-Archivierung einen spürbaren Unterschied, oder reicht die "langsame" 5400er Variante?
  • Lohnt sich der Aufpreis zur Pro-Version für einen Privatanwender?
Ich freue mich auf eure Tipps und Erfahrungen!


LG
 
Es reichen die langsameren. Die Pro Version brauchst du nicht wirklich.
Aus meiner Vergangenheit kann ich berichten, dass meine Seagate Desktop HDDs meine IronWolfs überlebt haben. Die IronWolfs sind früher ausgestiegen als die Desktop platten. Also soooviel Wert sollte man darauf eh nicht legen.

Wichtig ist halt erstmal nur .. CMS vs. SMR Platten.

Das DXP2800 bietet zusätzlich noch die Möglichkeit M2 SSDs als Cache einzusetzen.
Heißt .. dir kann die Geschwindigkeit der Platten beim schreiben eigentlich egal sein. Schreiben tust du schnell auf nen SSD Cache, wie lang das NAS dann in der Nacht zum übertragen braucht, kann dir ja egal sein.

Ich würde das NAS von außen NICHT erreichbar machen, sondern einfach per VPN mit dem Heimnetz verbinden. Mittlerweile hat so ne Funktion fast jeder Consumer Router. Dann musst du nichts freigeben und hast keine Sicherheitsrisiken.
 
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PhoenixEX schrieb:
  • Machen 7200 RPM bei der reinen Foto-Archivierung einen spürbaren Unterschied, oder reicht die "langsame" 5400er Variante?
  • Lohnt sich der Aufpreis zur Pro-Version für einen Privatanwender?
Nope. Gerade bei archivierung nicht.
Ich kaufe gern die günstigste Pro GB, im Rahmen des Budgets.

PhoenixEX schrieb:
ist vor allem die Langlebigkeit wichtig.
Die meisten Platten sterben recht schnell. Meist durch kleinere Produktionsfehler, oder weil sie beim Händler oder Versand mal im Karton zu rau behandelt wurde. Was 3 Monate schafft, stirbt eher selten während der ersten 5 Jahre.
 
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Das DXP2800 bietet zusätzlich noch die Möglichkeit M2 SSDs als Cache einzusetzen.
Würde es hier ausreichen, eine M2 mit nur 512GB zu nehmen? --> die Festplatten sind ja auch akutell extrem teuer, daher die Nachfrage
UND sollte die M2 die als Cache verbaut wird DRAM Cache beinhalten?
Oder kann das an der Stelle egal sein?

Und wegen CMS vs SMR
Die Ironwolf Modelle haben soweit ich doch weiss doch alle CMS, oder?
 
Beim Sequentiellen Schreiben, Fotos sind ja durchaus keine kleinen Dateien, ist die 7200er 1/3 schneller als die 5400er bei gleicher Plattergröße. Spielt das eine Rolle? In dem Moment, wo du mal den kompletten Platteninhalt auf eine neue schreiben musst, weil dir eine Platte gestorben ist, sind das 1/3 weniger Stunden, die du warten musst, bis der Schreibvorgang abgeschlossen ist. Manche finden das aufgrund der Seltenheit des Events irrelevant, andere finden es wichtig, aber die Entscheidung musst du selbst treffen.
 
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wie immer: Backup?!?

auch wenn du zwei Platten im RAID-1 (mirror) betreibst, ist das kein Backup!
wenn du eine Spannungsspitze auf der Stromleitung hast, die bis zu den Platten durchschlägt, dann sind beide auf einen Schlag hin.
Ohne ein vernünftiges Backup sind dann auch alle deine Bilder weg, egal wie oft du die auf dem NAS hattest.
das gleiche gilt für versehentliches Löschen, absichtliches Löschen (Virus, Ransomware...), Feuer, "Absturz" (vom Regal) bei laufenden Platten usw. usf.

und ja, mir hat mal (2002) der Rinnsal hinterm Haus den Keller geflutet. Es gibt Leute, die behaupten sowas hört man nur in den Nachrichten, aber es gibt es wirklich...

also lieber beim NAS und dessen HDDs etwas sparen und z.B. noch eine 6TB USB HDD (gibt/gab es gerade bei MM für 129€) dazu und regelmäßig darauf sichern, dann abklemmen und an anderer Stelle lagern.

ach ja, moderne NAS sind auch ohne SSD Cache i.d.R. schneller als 1GbE Netzwerk. Selbst die o.g. USB HDD mit SMR schreibt nach einiger Nutzung noch mit ca. 70MB/s, nutzt 1GbE also nicht ganz aus, liegt aber auch nicht um Zehner Potenzen niedriger.
 
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Wer soll denn alles auf das NAS zugreifen und mit welchen Geräten? Klingt nämlich erstmal so als bräuchtest du gar kein NAS.
 
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Okay ich fasse zusammen,
die normale Ironwolf mit 5400 reicht im Grunde vollkommen aus für den Privatgebrauch (wegen Foto Archivierung) --> würde hier auch Geld sparen und Leistungsunterschied ist marginal
wenn die HDD die erstn 3 Monate überlebt, sollte Sie im Normalfall auch 5 Jahre halten


@Mickey Mouse
Das ich die Arhcivierung nicht als Backup nutzen will, dass ist hatte ich ja nicht gesagt.
Dennoch danke für den Hinweis, weil du ja recht hast.
Daher hatte ich extra Archivierung geschrieben gehabt

gaym0r schrieb:
Wer soll denn alles auf das NAS zugreifen und mit welchen Geräten? Klingt nämlich erstmal so als bräuchtest du gar kein NAS.
Meine Frau und ich


Aber um nochmal auf meine Frage zurückzukommen

PhoenixEX schrieb:
Würde es hier ausreichen, eine M2 mit nur 512GB zu nehmen? --> die Festplatten sind ja auch akutell extrem teuer, daher die Nachfrage
UND sollte die M2 die als Cache verbaut wird DRAM Cache beinhalten?
Oder kann das an der Stelle egal sein?

Und wegen CMS vs SMR
Die Ironwolf Modelle haben soweit ich doch weiss doch alle CMS, oder?
 
Archivierung in Kombination mit 24/7-Betrieb und Zugriff von außen klingt für mich etwas widersprüchlich.

Du brauchst dann auch ne Methode, um die Integrität der Daten zu prüfen, ansonsten hat das mit Archiv schon mal gar nichts zu tun. Dafür bietet sich dann das BTRFS-Dateisystem unter UGOS oder ZFS unter einem Fremd-OS an.
 
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PhoenixEX schrieb:
ich plane aktuell mein erstes eigenes NAS-Heimnetzwerk, primär um meine gesamte Fotosammlung zentral und sicher zu speichern.
Grundsätzlich eine gute Idee.
Nur: Ohne Backup wär es egal, ob wir über NAS oder lokale Speicherung sprechen. 😉
PhoenixEX schrieb:
Das NAS-Gerät:
Ich habe mich eigentlich schon auf das UGreen DXP2800 (2-Bay) festgelegt.
Scheint O.K. zu sein. UGreen hat viele positive Kritiken bekommen.
...und für reine Datenspeicherung ist es auch nicht ganz so wichtig, welcher Hersteller.
PhoenixEX schrieb:
Welche HDDs?
Hier bin ich mir unsicher.
Im Prinzip egal. Alle Hersteller kochen mit Wasser.
Ich bin halt kein Fan von Toshiba, da meine letzte HDD ein Performance-Fail sondergleichen war.
Meine Empfehlung: Achte auf Seagate oder WD - und auf Backups!
PhoenixEX schrieb:
Die Festplatten werden NUR im Abstelllager stehen, daher SOLLTE im besten Fall eh nicht großartiges passieren, aber gegebenfalls übersehe ich etwas und wollte daher nach euerer Meinung fragen
Diese Fehlannahme hat schon vielen ihre Daten gekostet.

Noch mal konkret, vor allem, da Du den Fokus auf Sicherheit legst:
Backup ist wichtiger als NAS oder nicht NAS.
MountWalker schrieb:
Manche finden das aufgrund der Seltenheit des Events irrelevant, andere finden es wichtig, aber die Entscheidung musst du selbst treffen.
Das sind jene, die bei Risikoabwägungen nur die Eintrittswahrscheinlichkeit aber nicht den Impact berücksichtigen.
M. E. auch eine Form der Narrtei - denn die Klagen dieser Nasen klingen nach einem Datenverlust sehr regelmäßig durch die Foren.
 
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mchawk777 schrieb:
Ich bin halt kein Fan von Toshiba, da meine letzte HDD ein Performance-Fail sondergleichen war.
Meine Empfehlung: Achte auf Seagate oder WD - und auf Backups!
6 x Seagate ST3000DM001 --> 2 davon schrott
1 x Seagate Exos X14 --> nach wenigen Monaten schrott
2 x Seagate FireCuda 530 2TB --> eine wird sporadisch nicht erkannt (egal wo, liegt also an der SSD)

12 x Toshiba Cloud-Scale Capacity MG09ACA 18TB --> null Probleme
8 x Western Digital Red 3 TB --> null Probleme
Plus weiteres Gerümpel von Samsung, Crucial etc. ohne Probleme

Seagate ist das Letzte was ich noch kaufen würde.
 
PhoenixEX schrieb:
Machen 7200 RPM bei der reinen Foto-Archivierung einen spürbaren Unterschied, oder reicht die "langsame" 5400er Variante?
Lohnt sich der Aufpreis zur Pro-Version für einen Privatanwender?
Nein, die langsamere Variante reicht.*
Nein.

* Effektiv wird die Übertragungsgeschwindigkeit eh vom WLAN abhängen. Die Platten sind alle schnell genug, um 2,5 Gbps-LAN nahezu auszulasten. Mit WLAN kommt man nur selten oder gar nicht in diese Regionen.

PhoenixEX schrieb:
Würde es hier ausreichen, eine M2 mit nur 512GB zu nehmen? --> die Festplatten sind ja auch akutell extrem teuer, daher die Nachfrage
UND sollte die M2 die als Cache verbaut wird DRAM Cache beinhalten?
Oder kann das an der Stelle egal sein?
Du brauchst keinen SSD-Cache.

Ich würde mir nur darüber Gedanken machen, ob ich einen schnellen Speicher für alltägliche Daten (z. B. Dokumente) brauche oder nicht. Da machen sich die schnellen Zugriffszeiten bemerkbar. Da du aber nur Archivieren willst, kannst du auf eine SSD komplett verzichten.



Die Langlebigkeit von HDDs ist schwer vorhersehbar. Allgemein folgt die Ausfallrate einer sogenannten Badewannenkurve:
1767606954898.png

A ist ca. ein paar Monate bis ein Jahr lang.
B ist ca. 3 bis 5 Jahre lang.
C ist... open end. ;)
Das sind alles geschätzte Zahlen.

Für dich heißt das: Wenn die Platte die ersten paar Monate bzw. das erste Jahr überlebt, dann kannst du davon ausgehen, dass sie wahrscheinlich auch die nächsten 5 Jahre oder so überlebt.
 
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Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Rückmeldungen und die hilfreichen Kommentare zu meinen Fragen! Das hat mir bei der Planung sehr geholfen. Ich habe mich nun für folgendes Setup entschieden und werde die Umsetzung wie folgt angehen:

1. Die Hardware-Basis
Ugreen DXP 2800

in Kombination mit 2x 6TB Seagate IronWolf (5400 RPM)

Da ich mit Seagate – speziell der Barracuda-Serie – bisher ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht habe, bleibe ich der Marke treu.


2. Performance-Optimierung durch NVMe
Zusätzlich werde ich eine 512GB NVMe (mit DRAM-Cache) verbauen. Der Hauptgrund hierfür ist die flüssige Handhabung meiner Fotosammlung: Ich möchte das Laden der Thumbnails über den schnellen Flash-Speicher laufen --> vermiede dadurch das ständige Hochfahren der HDDs und sorge für eine deutlich performantere Vorschau in der App.


3. Sicherer Fernzugriff
Fernzugriff erfolgt direkt über einen WireGuard-VPN-Tunnel zu meiner FRITZ!Box.


4. Datensicherheit (Backup-Strategie)
Das Wichtigste zum Schluss: Trotz des Spiegelns im NAS werde ich eine separate, externe Festplatte verwenden, um ein physisch getrenntes Backup sämtlicher Fotos zu pflegen. Ein NAS ist schließlich kein Backup--> sicher ist sicher

Ich danke euch
LG
 
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Krik schrieb:
Nein, die langsamere Variante reicht.*
Nein.

* Effektiv wird die Übertragungsgeschwindigkeit eh vom WLAN abhängen.

Ja, bei der Übertragung, aber bei einem Scrub z.B. macht es schon einen Unterschied, wie schnell die Platten sind. Da man diesen aber idR eh durchführt, wenn nicht viel Betrieb ist, und man nicht daneben sitzen muss, kann man diesen Vorteil sicher vernachlässigen.

Für langsame Platten sprechen Lautstärke und ggf. Stromverbrauch - sonst nichts mMn. "Reichen" ist halt auch ein dehnbarer begriff. Also wenn darunter verstanden wird, dass es einen Betrieb ohne Einschränkungen gibt, dann ja, sie reichen. @PhoenixEX

Krik schrieb:
Die Platten sind alle schnell genug, um 2,5 Gbps-LAN nahezu auszulasten.

Netto wird man da wohl bei an die 300MB/s sein. Wenn man jetzt bedenkt, dass das ne HDD so kaum erreicht und dass sie je nach Bereich auf dem Platter und Grad der Fragmentierung deutliche Schwankungen bei der Geschwindigkeit hat, so wird man hier schon nen Unterschied zu ner 7200rpm-HDD merken. Kommt hier RAID zum Einsatz, ist dieser Vorteil dann aber wieder weitgehend hinfällig bei der Verbindung.


Krik schrieb:
Mit WLAN kommt man nur selten oder gar nicht in diese Regionen.

Ja, das wird sicherlich ins Gewicht fallen.
 
Zuletzt bearbeitet:
PhoenixEX schrieb:
Das Wichtigste zum Schluss: Trotz des Spiegelns im NAS werde ich eine separate, externe Festplatte verwenden, um ein physisch getrenntes Backup sämtlicher Fotos zu pflegen. Ein NAS ist schließlich kein Backup--> sicher ist sicher
Guter Feuervogel. 😉👍
 
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