ETF for Beginners - Sparrate, Sonderzahlungen und VWL

K

knoxxi

Gast
Moin,

ich bin im Moment am Überlegen meine monatlichen Sparraten in einem ETF einzuzahlen und nicht mehr auf meinen Bausparvertrag (stolze 0,25% Zinsen).

Gerne würde ich auch meine monatlichen VWL (40€) vom Bausparvertrag abziehen und anderweitig investieren.

Bisher habe ich mich nur über den iShares Core MSCI World -USD informiert. Oder würdet ihr für den Einstieg etwas anderes nehmen?

Meine Hausbank, Postbank, ist mir gefühlt zu teuer mit 9,95€ Gebühren pro Trade bei Sondereinzahlungen. Oder sind die Gebühren Marktüblich?

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Wenn man nach einem entsprechenden Depot googelt hält sich jeder für den besten und billigsten. Und als Unbeleckter kommt man sich immer irgendwie überfordert vor.

Wie sieht es eigentlich aus, wenn man mal auf Grund einer Notsituation an ein Teil der Kohle kommen muss? Kann man sich Teile auszahlen lassen?

Was sind Eure Empfehlungen?

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Gruß Tobi
 
Ich würde schauen, seltener ein zuzahlen, da du sonst jedes mal Gebühren zahlst, je nachdem wo du dein Depot hast. Die Gebühren scheinen mir hoch, habe aber keinen Überblick, da es sehr viele Depotanbieter gibt. Zudem musst du noch berücksichtigen, dass auch ETFs, Fonds, etc in der Regel Kosten in Rechnung stellen (Ausgabeaufschlag), pro Trade.

Kleiner Einstieg dazu: https://www.test.de/ABC-fuer-Anleger-Ausgabeaufschlag-1105457-0/
 
Ich klinge mich auch mal kurz ein, was sind denn gute Depotanbieter? Da gibt es doch bestimmt ein paar, die man immer wieder nennt.
 
Ich bin faul und mache die meisten ETF über die Comdirect, wo wir auch ein Girokonto haben. Das ist vielleicht nicht bis auf den letzten Euro optimiert, dafür habe ich meine Ruhe.

Allerdings besparen wir verschiedene ETF, darunter neben den klassischen und konservativen auch etwas risikoreicher einen Asien-ETF, einen US-ETF (bewusst in US-Dollar mit Währungsrisiko), einen Dividenden-ETF sowie zwei eher spekulative Tech-ETF (vor Corona lief der eine weniger gut als World-Index, jetzt ist er abgehoben). Einfach ein bisschen laienhaft diversifiziert.

Hängt halt immer davon ab, wie viel man monatlich investieren möchte/kann. Da jeder ETF >25 Euro sein sollte, braucht man für 50 Euro also nicht 10 ETF auswählen.
 
Vielleicht solltest du dir erst einmal genauer durchlesen, was ETFs sind, wie sie aufgebaut sein können und was sie eigentlich machen. Klingt aktuell eher so, als wäre dir das nicht ganz klar. Zuallererst solltest du zwei Dinge verstehen:
  • Replikationsmethode von ETFs
  • Gewinnverwendung

knoxxi schrieb:
Wie sieht es eigentlich aus, wenn man mal auf Grund einer Notsituation an ein Teil der Kohle kommen muss? Kann man sich Teile auszahlen lassen?
Du kaufst (Index) Fonds, die irgendwas abbilden. In deinem Beispiel der MSCI World. Du kaufst die für den aktuellen Kurs. Derzeit irgendwo bei 50€. Verkaufen kannst du deine Anteile auch wieder, zu dem Kurs zum Verkaufszeitpunkt mit Gewinn oder Verlust.

knoxxi schrieb:
Wenn man nach einem entsprechenden Depot googelt hält sich jeder für den besten und billigsten. Und als Unbeleckter kommt man sich immer irgendwie überfordert vor.
Es gibt günstigere und teurere Depots. Neben den Transaktionsgebühren unterscheiden sich die Depots u.a. in ihrer Auswahl von ETFs. Ob jetzt DKB, Consors, ING, Comdirect, TradeRepublic oder ein anderes Depot günstiger ist, musst du für dich ausrechnen. Ein paar wesentliche Fragen:

  • Was willst du besparen ?
  • Kannst du es mit dem Depot besparen ?
  • Kostenloser Sparplan möglich ? Falls nein, was sind die Kosten pro Transaktion ?
  • Sparrate & EinzahlungsIntervall ?

TradeRepublic kostet quasi nichts, hat aber meines Wissens nur ETFs von HSBC.

Die Depots haben ganz unterschiedliche Kostenstrukturen. Pauschal kann man das nicht sagen. DKB, Ing, ComDirect und Consors nehmen sich nicht soo viel. Wenn du aber 3 ETFs monatlich mit je 50€ besparst, wirst du die Kosten schon spüren. Dann lieber quartalsweise ausführen und Transaktionskosten sparen.
 
knoxxi schrieb:
Oder würdet ihr für den Einstieg etwas anderes nehmen?
Was sind Eure Empfehlungen?

Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Gruß Tobi

Was erhoffst du dir? Oder warum gerade der MSCi und nicht ein anderer?
Ich würde dir erstmal empfehlen dich hier einzulesen:

https://www.wertpapier-forum.de/topic/49689-investieren-für-einsteiger/

Wenn du faul bist kannst du danach gerne das Lesen
https://www.wertpapier-forum.de/topic/43810-etf-depot-aufbauen/?tab=comments#comment-1043235

Wenn du letztens Endes den passenden etf gefunden hast, kannst du hier zumindest die Kosten für den Broker vergleichen. https://www.justetf.com/de/etf-sparplan-vergleich/

Allerdings zeigt er nicht immer Sparplan"Aktionen" an. So hatte er zb einen kostenlosen vanguard auf Commerzbank nicht in der Liste.

Gut gemeinter Rat: Nimm dir vor allem vorab das erste Mal viel Zeit und lese dich ein. Stell dich auf die Risiken ein. Ich hab im März auf meinen Sparplan mittlere 4stellige Verluste verzeichnet, bin damit reaktiv entspannt umgegangen, ein bekannter ist an die Decke gesprungen. Er hat sein Risikoverhalten überschätzt, hat sich allerdings auch nicht vorher genug damit beschäftigt.
 
Mein Ziel ist es einfach den Bausparvertrag abzulösen und das Geld daraus zzgl VWL und der zusätzlichen Sparrate zu investieren.

Auf diesen ETF war ich gekommen, weil man häufiger Werbung über diesen sieht und auch hier im Forum häufiger benannt wurde.

Ihr habt völlig recht, das es durchaus sinn macht nicht monatlich die Sparrate einzuzahlen sondern nur einmal im Quartal. Dann ist es fast „egal“ ob ein Trade nun 4 oder 9€ kostet. Die 20€ Differenz im Jahr machen es dann auch nicht mehr.

Auch die Höhe der Sparrate variiert bei mir, so zwischen 200 - 1000€ im Monat. Oder wenn mal wieder was unerwartet passiert auch mal gar nichts.

Oder auch mal mehr.

Mir sind die Risiken eines solchen Investments durchaus bewusst, bin aber bereit unter Berücksichtigung der mikrigen Zinsen des Bausparvertrags diese einzugehen.
 
Es gibt auch ETFs die keinen Ausgabeaufschlag verlangen. Gerade die eignen sich doch dann für monatliche Sparraten. Die kosten dann z.B. eher jährliche Gebühren in Form von Verwaltungsgebühren.
Ich wollte gerne die monatliche Rate um über die lange Zeit den Einkaufspreis gut mitteln zu können. Bei nur jährlichen Einlagen kann man halt auch ziemlich Pech mit dem Einkaufskurs haben. Für Anfänger ist das mMn eher nichts.
Bei 1000€ Monatlich würde ich dann schon auf 3-4 ETFs splitten. Kommt halt drauf an was man da an Risikobereitschaft bereit ist einzugehen.
 
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knoxxi schrieb:
Ihr habt völlig recht, das es durchaus sinn macht nicht monatlich die Sparrate einzuzahlen sondern nur einmal im Quartal. Dann ist es fast „egal“ ob ein Trade nun 4 oder 9€ kostet. Die 20€ Differenz im Jahr machen es dann auch nicht mehr.

Die Sparrate darf ruhig monatlich sein, solange diese via Sparplan läuft. Ein Sparplan kostet dich üblicherweise nicht die vollen Ordergebühren deines Brokers und werden gesondert berechnet (in der Regel zwischen 0 - 3% der Sparrate).

Grundlegendes vorgehen:

1. Du suchst dir den oder die ETFs die du besparen möchtest
2. Du suchst dir den Broker der zu dem Produkt einen (kostenfreien) Sparplan anbietet

Als Beispiel der prominente iShares MSCI World

Das der Sparplan derzeit kostenfrei ist, heißt allerdings nicht, dass er das immer sein wird! Das sollte man im Hinterkopf behalten.
 
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Khaotik schrieb:
Es gibt auch ETFs die keinen Ausgabeaufschlag verlangen.
Ausgabeaufschlag ist bei ETFs eh irrelevant - es ist ja gerade der Witz an ETFs (im Sinne Exchange Traded Funds und nicht Indexfonds - in De aber praktisch das gleiche), dass sie ohne Ausgabeaufschlag liquide an der Börse gehandelt werden. Ich wüsste nicht, warum Ich die bei der Fondsgesellschaft kaufen sollte wie herkömliche Fonds - und ob das überhaupt geht.

@knoxxi
Die Kosten bei der Postbank so wie in deinem Screenshot genannt sind OK. Kann man sicher was optimieren - aber Sparplanausführung für 90 cent ist nichts worüber man sich groß ärgern müsste. Willst du regelmäßig regular kaufen für 10€ könnte sich aber ein BLick auf die Konkurrenz lohnen.
Ob das für dich Sinn macht musst du sehen.

Bzgl vermögenswirksame Leistungen: Meines Wissens ist es prinzipiell möglich diese in einen Fondssparplan einzuzahlen - ob das bei der Postbank geht weiß Ich aber nicht. Dabei auch drauf achten, wieviel Transaktionskosten bei jeder Einzahlung entstehen-
 
VWL direkt in ETFs ist laut meinen Recherchen noch sehr selten zu finden mit viel Kleingedrucktem...

Was ich hingegen interessant finde sind mehre Förderungen miteinander zu verbinden.

Zum Beispiel:

Rentenversicherung (Index Fond) + VWL + Riester

An sich ist jedes Produkt nicht gerade Optimal - aber alles in einem Korb? Warum nicht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Krux an der Sache ist, bei Wertpapieren gibt es in der Regel drei relevante Kostenfaktoren:
1. Bei der Anschaffung
2. Während der Verwahrung
3. Bei der Veräußerung
(4. Steuern)

Bzgl. 1 bis 3 habe ich über die Jahre den Eindruck gewonnen, dass man als privater Anleger kaum eine Chance hat immer "den Besten" zu finden. Ob man nun mit keinen/niedrigen Anschaffungskosten geködert wird und dann beim Veräußerungsgeschäft mehr bezahlt (hängt natürlich auch von der Haltedauer ab) oder sich bei einem "Billigsparfonds" plötzlich die Konditionen ändern (immer so nach einem Jahr) ist bestimmt Zufall. Oder wäre es denkbar dass Broker ausgefuchste Finanzmathematiker beschäftigen? Glaub ich aber nicht. ;-)
Ergänzung ()

BridaX schrieb:
VWL direkt in ETFs ist laut meinen Recherchen noch sehr selten zu finden mit viel Kleingedrucktem...

Was ich hingegen interessant finde mehre Förderungen miteinern zu koppeln. z.B:

Rentenversicherungs Fond + VWL + Riester

An sich ist jedes Produkt nicht gerade Optimal, aber alles in einem Korb? Warum nicht... ^^
Meine persönliche Erfahrung ist, dass es in der Regel die Kosten sind die die Rendite fressen. Und die schlagen bei kleinen bewegten Beträgen relativ gesehen mehr zu.
 
Binalog schrieb:
Meine persönliche Erfahrung ist, dass es in der Regel die Kosten sind die die Rendite fressen. Und die schlagen bei kleinen bewegten Beträgen relativ gesehen mehr zu.

Die einzigen kosten sind die Verwaltungsgebühren des Fonds - 2% ist so die Norm bei solchen "Lebensversicherungen". Die meisten Versicherungsunternehmen bieten dir allerdings an deine Sparrate zu 100% in (zum Beispiel) den DAX oder dem Stoxx 50 zu investieren - damit bleibt immer noch 2-3% Rendite p.A. Zudem die Zuschüsse für Riester und VWL. Das läppert sich in der Summe. Das ganze sollte natürlich nur eine Beimischung sein und nicht die komplette persönliche Anlage. Ich meine VWL bekommt er sowieso, Riester sollte man auch nicht link liegen lassen und alles mit gutem Zinseszins - why not?

Das waren und sind zumindest meine Gedanken... :)
 
BridaX schrieb:
(...)
Das waren und sind zumindest meine Gedanken... :)


Alles gut, dafür ist ein Forum da.

Ich habe mir folgende gemacht: Bei einem staatlich gefördertem Renten- oder Versicherungsfonds gibt es in der Regel drei Beteiligte:

1. Den Anleger (der einzahlt und irgendwann hoffenlich was ordentliches rausbekommt)
2. Der Staat (der die Fördermittel vorher irgendwie mit Steuermitteln einnehmen muss)
3. Der Finanzdienstleister ("der nie Geld mitbringt")

Mag sein dass dies in Summe für alle ein gutes Geschäft ist, aber der Kuchen ist im Falle von Kleinanlegern m. E. nicht in drei gleich gorße Stücke verteilt (schon gar nicht beim Risiko).
 
Hehe das passt ja perfekt, habe gerade ein ähnliches Problem, welcher ETF es werden soll usw weiss ich schon ( höchsten ob eventuel ein 2ter Sinnvoll sein könnte, realtiv kurzer Anlagehorizont von maximal 7 Jahren da dann Haus renoviert wird, muss aber nicht zwangsweise in 7 Jahren aussteigen sondern falls Aktien dann gerade im minus sind kann ich auch noch 1-2 Jahre länger warten )

ETF wäre Vanguard All World, (ISIN: IE00B3RBWM25) ist sehr günstig ( 0,22 ) und bildet das weltweite geschehen ganz gut ab

Da meine Bank ( ING ) den ETF aber nicht hat bin ich auf der Suche,
1.) worauf muss ich da achten welche Kosten gibts überhaupt? Habe 0 Ahnung
2.) Bin in Österreich kann ich da ohne Probleme deutsche nehmen oder muss ich da was beachten?

Will jetzt erstmal eine Mittlere Summe ( 7-10k ) direkt investieren und dann ca 500€ monatlich dazu.
 
Kurze Anmerkung zum VL-Sparen. Du kannst nicht einfach deine VL in einen Sparplan einbauen. Speziell für die VL musst du einen VL-Sparplan einrichten und den Schrieb bei der Buchhaltung einreichen, damit diese dann die VL dort einzahlen. Dafür gibt es aber afaik kaum noch Anbieter. Finvesto z.B. wäre einer, ob Comdirect oder ING das auch anbieten müsstest du gucken.
 
Prüfling87 schrieb:
1.) worauf muss ich da achten welche Kosten gibts überhaupt? Habe 0 Ahnung
2.) Bin in Österreich kann ich da ohne Probleme deutsche nehmen oder muss ich da was beachten?
Will jetzt erstmal eine Mittlere Summe ( 7-10k ) direkt investieren und dann ca 500€ monatlich dazu.
"theoretisch" zu 1)
Am Ende der Seite findet man eine Übersicht der Broker und Kosten, die den ETF anbieten https://de.extraetf.com/etf-profile/IE00B3RBWM25 (ist aber eben Deutschland)
zu 2) Keine Ahnung, aber hier gibts zumindest ne Übersicht
https://www.bankkonditionen.at/broker/vergleich/
zum letzten Punkt: Würde eher 1.000 Euro monatlich machen (und zu Beginn nichts oder vll 2.500), wenn du das Risiko etwas rausnehmen willst
 
knoxxi schrieb:
Oder sind die Gebühren Marktüblich?
Bei einem Kauf bei der Comdirect über Xetra Zahle ich 12,4 € (9,90 € Comdirect, 2,50 € Xetra). Sparpläne kosten 1,5 %
knoxxi schrieb:
Wie sieht es eigentlich aus, wenn man mal auf Grund einer Notsituation an ein Teil der Kohle kommen muss? Kann man sich Teile auszahlen lassen?
Du kaufst Wertpapiere. Die haben einen Wert X. Zu diesem Wert kannst du die (jederzeit) wieder verkaufen. Ist der Wert höher als bei im Kauf, machst du Gewinn (minus Steuern und Gebühren), ist der Kurs geringer, machst du Verluste.
knoxxi schrieb:
und nicht mehr auf meinen Bausparvertrag
ETFs sind kein "ersatz" für "sicheres" Geld wie ein Bausparer. Du investierst in die Börse mit dessen Schwankungen, Mit der höheren Rendite kommt auch ein höherer Risiko. Aktuell ist, aufgrund des Corona Crashes, ein relativ guter Zeitpunkt zum Einsteigen. Wenn du aber vor zwei Monaten gekauft hättest, wärst du jetzt ziemlich im Minus.
Zudem würde ich nie nur einen ETF kaufen (außer vielleicht was extrem gestreutes wie einen auf den MSCI ACWI). Einfach um das Risiko, das die Börse mit sich bringt etwas zu streuen.

Der Broker ist imho zweitrangig. Klar lässt sich da der ein oder andere Euro sparen, aber wenn du nicht spekulierst, sondern langfristig (> 10 Jahre) anlegst, machen die Broker-Gebühren nicht mehr soo viel aus.

Genrell würde ich mit erstmal informieren, was ETFs sind. Gute Videos gibt es z.B. von Finanzfluss und Finaztipp auf Youtube.
 
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