Externe Geräte für RAID0 oder JBOD?

PC-Hickhack

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Hi,

bei mir haben beide PCs eine Samsung 830 SSD (128GB) fürs System und ein paar Dinge, die ich beschleunigen wollte: VMs, Mailpartition, Softwareentwicklung usw. habe ich noch "draufgequetscht". Die Geschwindigkeit ist eingeschränkt durch Verschlüsselung.
Dazu kommen dann jeweils 2 x 2TB HDDs für wichtige Daten (HDD1) und unwichtigere Daten und Backup von HDD1 (HDD2).
Die weiteren, externen HDDs werden dynamisch per Sharkoon Quickports benutzt: Externe Backups der internen Backups, Fotos, Filme, Musik.

In absehbarer Zeit werde ich einen Kabelkanal quer durch die Wohnung installieren und hätte danach die Möglichkeit, alle beteiligten Festplatten in den Flur zu verlagern, weil die Anschlusskabel durch die Wand in einen Wandschrank im Flur führen könnten. Ich könnte dann die zwar jetzt schon sehr leise agierenden internen HDDs auslagern und bräuchte beim HDD-Wechsel keine Gehäuse mehr mühselig unter dem Schreibtisch öffnen, könnte PC-Lüfter abschalten/drosseln und auch externe, RAID- oder JBOD-Gehäuse mit zu lauten Lüftern einsetzen.

Eine Idee war, dann die jetzt internen Daten-HDDs als RAID0 laufen zu lassen (von mir aus auch mit 4 HHDs pro Verbund) mit dem einzigen Hintergrund, maximale Performance zu haben (wobei ich eventuell stark steigende Stromkosten noch nicht bedacht habe). Die Backups würden weiterhin auf externe Einzelplatten erstellt werden. Ich habe da mal einige Geräte rausgesucht, zu denen ich gerne Meinungen / Erfahrungen hören würde:

Icybox IB-RD4320StU3
Gut: Beliebige HDD-Kapazität, kann JBOD und RAID0
Schlecht: Gibt es nur für 2 HDDs, kein eSATA

FANTEC QB-35US3
Gut: jeweils HDD Kapazität bis 3TB getestet
Schlecht: kann nur JBOD

FANTEC QB-35US3R
Gut: jeweils HDD Kapazität bis 3TB getestet
Schlecht: kann nur RAID

Lian Li EX-503
Gut: Qualität soll ganz gut sein
Schlecht: max. 2TB je HDD, kein eSATA, kann nur RAID


Sollte RAID0 nichts bringen würde ich evtl. auf JBOD ausweichen.

Welche Übertragungsgeschwindigkeiten wären denn mit RAID0 ca. zu erwarten?
Ich würde bei 4 HDDs ab 350MB/sec Übertragungsgeschwindigkeit erwarten. Der Fantec-Support sagte mir aber: mehr als ca. 100MB/s wird es mit deren Geräten dabei aber nicht geben. Toll, dass schaffen einzeln angeschlossenen HDDs auch.

Welcher Anschluss wäre ideal? USB3.0 oder eSATA? Gibt es Unterschiede ausser der max. Übertragungsgeschwindigkeit zwischen USB3.0 und eSATA? USB3.0 wäre einfacher (längere Kabel) und günstiger, aber ich habe auch Quickports mit 3.6m eSATA Verbindung im Einsatz, laufen genauso schnell wie an einem kurzen Kabel und es gab noch keine Störung.

Meint Ihr, das bringt etwas, sich auf das Thema RAID0 oder JBOD mithilfe solcher Geräte zu "stürzen"? Oder doch lieber (zumindest, falls es eine JBOD-Lösung werden würde) ein paar weitere Quickports und eine USB3.0 Karte mit 4 Ports kaufen und dann eben ein paar Kabel mehr verlegen? Eine komplette RAID-Lösung selber bauen, traue ich mir mangels Wissen und Zeit nicht wirklich zu.
 
Die große Frage ist: Wofür willst Du das verwenden?
Hohe Übertragungsraten wozu?
Ist Dir klar, dass bei der Bestückung mit Deinen Platten die Daten nicht mehr verfügbar sind, weil von all den Cases(außer dem Lian-Li, von dem weiss ich es nicht) ein anderes Sektorformat emuliert wird? Gleiches gilt, wenn du einzelne Platten davon dann wieder intern anschließen willst(weil vielleicht der Gehäusecontroller kaputt ist)
Verwendest Du ein RAID-0 über 4 Platten, ist alles weg, wenn eine ausfällt.

PS: beim Kopieren sind die tags nicht mitgekommen, weil Du aus dem Post, und nicht dem Ändern-Fenster kopiert hast.
 
Ernst@at schrieb:
Die große Frage ist: Wofür willst Du das verwenden?
Hohe Übertragungsraten wozu?
Der Grundgedanke war, die HDDs nicht mehr im PC-Gehäuse sondern stattdessen im Nachbarraum zu haben, weil sich plötzlich diese Möglichkeit ergibt. Finde ich einfach praktischer und auch leiser. Der zweite Gedanke war, dass ich dafür ein irgendwie geartetes Gehäuse benötige (wenn ich nicht eine Batterie von Quickports aufreihen möchte) und einige von denen sind halt RAID-fähig. Der einzige Grund für ein RAID wäre für mich eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit, einfach weil es eben geht. ;) Etwas Spiel- und Basteltrieb und ein paar ungenutzte Euroscheine spielen aber auch mit... :rolleyes: Ja, ich brauche es nicht wirklich, aber vielleicht würde es mehr Spass machen?!
Verfügbarkeit ist kein Thema, da ich alles gut sichere (häufig und Sicherungen liegen auch an verschiedenen Orten) und damit könnte ich schnell alles wiederherstellen.

Ernst@at schrieb:
Ist Dir klar, dass bei der Bestückung mit Deinen Platten die Daten nicht mehr verfügbar sind, weil von all den Cases(außer dem Lian-Li, von dem weiss ich es nicht) ein anderes Sektorformat emuliert wird? Gleiches gilt, wenn du einzelne Platten davon dann wieder intern anschließen willst(weil vielleicht der Gehäusecontroller kaputt ist)
Nein, dass wusste ich nicht. Ist eine gute Info. Hätte ich das selber irgendwo herauslesen können?
D. h. auch bei einem JBOD wäre ich beim Controllerausfall aufgeschmissen und müsste entweder das gleiche Gerät wieder besorgen oder meine Backups einsetzen?
Also doch lieber sowas hier kaufen? Schade, fände diese grösseren Kisten schon praktisch.

Ernst@at schrieb:
Verwendest Du ein RAID-0 über 4 Platten, ist alles weg, wenn eine ausfällt.
Ist mir bekannt, 4 HDDs im RAID0 erhöhen das Totalverlustrisiko auf das 4-fache.

Ernst@at schrieb:
PS: beim Kopieren sind die tags nicht mitgekommen, weil Du aus dem Post, und nicht dem Ändern-Fenster kopiert hast.
Ich habe die Links bewusst weggelassen, weil ich gestern gemerkt hatte, dass bei Verwendung von Links erstmal ein Admin drüberschaut und erst dann den Eintrag frei gibt. Nicht korrekt? Ich kann die Links dann natürlich wieder reinsetzen.
 
Nein, dass wusste ich nicht. Ist eine gute Info. Hätte ich das selber irgendwo herauslesen können?
Eher nicht. In den Spezifikationen wird das bei allen Herstellern geflissentlich zu erwähnen vergessen. Nebuloses "Es gehen alle Daten verloren" schweigt sich darüber aus, wie man im Fehlerfall Zugriff auf die Daten bekommt.

Etwas "besonders performates" wirst Du mit diesen ext. Gehäusen, die teuer und optisch für den Schrank viel zu schade sind, nicht bekommen.
Die größte Aussicht auf effektiven Betrieb hast Du mit einem PM-fähigen PCIe(x1, x4) eSATA (RAID) Controller, und einem SATAII Port Multiplier in einem billigen externen Gehäuse.
Da kanst Du die Platten mit voller Geschwindigkeit im JBOD-Betrieb (oder über den PCIe-Controller auch im RAID, 2xje 2 HDDs im RAID0) betreiben. Das gibt es, soweit ich mitbekommen habe, nur mehr in USB2/eSATA Ausführung. Oder Du bastelst Dir das selbst aus einem kleinen Gehäuse mit Netzteil.
 
Maximale Performance über das Netzwerk? Alle anderen Möglichkeiten bestehen ja nur, wenn das externe Gehäuse maximal 1m vom Rechner entfernt ist (Max-Kabellänge für USB oder eSATA). Und Netzwerk ist halt alles andere als Performant. Die "im anderen Raum"-Lösung hört sich allerdings nach mehr als einem Meter an.

Nur so für den Hinterkopf.
 
Oh je... ich lese gerade, dass JBOD bedeutet, dass mehrere physische HDDs zu einer logischen HDD zusammengefasst werden.
Das möchte ich natürlich nicht!

Ich meinte mit JBOD, dass die HDDs jeweils einzeln ansprechbar sind, also eine physische genau einer logischen HDD entspricht.

Aber so wie aussieht, muss ich mir wohl ein paar grosse HDDs (um dadurch ein paar kleinere freizubekommen ) und einige RAID0-Geräte kaufen für einen Testparcours. Ich hatte gehofft, dass es hier schon Erfahrungswerte gibt.
Ergänzung ()

HisN schrieb:
Maximale Performance über das Netzwerk? Alle anderen Möglichkeiten bestehen ja nur, wenn das externe Gehäuse maximal 1m vom Rechner entfernt ist (Max-Kabellänge für USB oder eSATA). Und Netzwerk ist halt alles andere als Performant. Die "im anderen Raum"-Lösung hört sich allerdings nach mehr als einem Meter an.

Nein, Zugriff per Netzwerk kommt nicht in Frage. Deshalb schaue ich ja z. B. auch nicht nach QNAP-Geräten. Die sind für meinen Zweck unbrauchbar.

USB3.0 soll ja mindestens bis 5m gehen, eSATA betreibe ich bislang ohne Einbussen mit 3.6m (2x1.8m mit einer Kupplung dazwischen).
Für die Flur-Lösung brauche ich auch maximal 3.6m. Ansonsten ziehe ich halt noch etwas stärker an den Kabeln... :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum manche Hersteller nicht mal das begriffen haben, dass JBOD Einzelplatten und das was sie anbieten SPAN/CONCAT/BIG genannt wird (einer nennt es sogar RAID0 concat), wird noch für viel lustige Verwirrung bei den Käufern sorgen.
Es gibt Hersteller die das herkömmliche JBOD anbieten - bei denen steht dann dabei, dass zum Betrieb unter eSATA ein PM-fähiger Controller benötigt wird oder sie liefern ihn gleich mit.
 
PC-Hickhack schrieb:
USB3.0 soll ja mindestens bis 5m gehen, eSATA betreibe ich bislang ohne Einbussen mit 3.6m (2x1.8m mit einer Kupplung dazwischen).

Krass, bei mir fängt der oben gelinkte Quickport in der eSATA-Version schon bei 1m an zu zicken (was natürlich auch an den bescheuert ausgeführten Steckverbindungen am Gerät liegen könnte).

Ich betreibe zur Zeit als Datengrab ein Sharkoon 5Bay-Raid (alternativ das Lian Li 503 EX die können übrigens auch eSATA und nicht NUR usb3), allerdings ist da auch nix mit maximaler Performance, der Chip im Gehäuse ist nicht gerade eine Rakete. Sobald Du die Platten nicht als Raid-Verbund betreibst kackt das ganze sowieso zusammen wenn Du zwei Platten gleichzeitig ansprichst, dank dem PM. Aber falls man eine große Platte mit relativ guter Performance braucht ... geht das schon, 200MB/sec lesend ist da schon drinne, und das im Raid5-Betrieb. Schreibend allerdings ....


Synth. Benches der Leseleistung.
5 Platten im Raid5, eSATA, USB3 und SATA-Breakout vom SATAII-Chipsatz-Controller (Intel).



Sobald Dein Rechner allerdings mit riesigen Mengen RAM gesegnet ist ... geht das sowieso alles in den Cache :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Ernst@at schrieb:
Die größte Aussicht auf effektiven Betrieb hast Du mit einem PM-fähigen PCIe(x1, x4) eSATA (RAID) Controller, und einem SATAII Port Multiplier in einem billigen externen Gehäuse.
Da kanst Du die Platten mit voller Geschwindigkeit im JBOD-Betrieb (oder über den PCIe-Controller auch im RAID, 2xje 2 HDDs im RAID0) betreiben. Das gibt es, soweit ich mitbekommen habe, nur mehr in USB2/eSATA Ausführung. Oder Du bastelst Dir das selbst aus einem kleinen Gehäuse mit Netzteil.
OK, d. h. ich bastel mir den 3. PC zusammen und der enthält dann die HDDs der anderen beiden 2 und ist über eine Controller Karte per eSATA mit denen verbunden. Welche Karte käme denn da in Frage?
Aber diese Lösung ist auch ziemlich aufwendig.

Was wäre denn, wenn ich jeweils einen PCIe-RAID-Controller in meine beiden PCs einbaue, die beiden (oder sogar vier) internen SATAII-Anschlüsse per Slot-Blende nach aussen führe, dort mit 2xeSATA a 1.8m und einer Kupplung dazwischen (kostet pro Verbindung 33€) verlängere bis in den Flur, wo dann pro PC so ein (oder 2) Sharkoon Quickport für jeweils 2 HDDs im Schrank steht?
Zu klären wäre, ob der jeweilige Quickport zusammen mit dem entsprechenden PC gleichzeitig über eine Sterckerleiste ein-/ausgeschaltet werden kann.
Dann hätte ich mir den Neubau eines weiteren PCs gespart und volle Geschwindigkeit, oder?
Welche Controller wären dafür geeignet? Für RAID über 2 oder sogar 4 HDDs? Von diesen Teilen habe ich absolut keine Ahnung...
Vorhandene Boards:
- Asrock Z68 Extreme4 Gen3 mit Intel® Core™ i7-2600K
- MSI 890FXA-GD70 mit AMD Phenom II X6 1100T

Welchen PCIe Slot nutzt man, damit da keine Bremse entstehen kann?
Ergänzung ()

HisN schrieb:
Krass, bei mir fängt der oben gelinkte Quickport in der eSATA-Version schon bei 1m an zu zicken (was natürlich auch an den bescheuert ausgeführten Steckverbindungen am Gerät liegen könnte).
Suche bei conrad.de mal nach:
"esata 1.8m"
"esata kupplung"
Mit den Teilen klappt das bei mir.

HisN schrieb:
Ich betreibe zur Zeit als Datengrab ein Sharkoon 5Bay-Raid (alternativ das Lian Li 503 EX die können übrigens auch eSATA und nicht NUR usb3), allerdings ist da auch nix mit maximaler Performance, der Chip im Gehäuse ist nicht gerade eine Rakete. Sobald Du die Platten nicht als Raid-Verbund betreibst kackt das ganze sowieso zusammen wenn Du zwei Platten gleichzeitig ansprichst, dank dem PM. Aber falls man eine große Platte mit relativ guter Performance braucht ... geht das schon, 200MB/sec lesend ist da schon drinne, und das im Raid5-Betrieb. Schreibend allerdings ....
Das hört sich also doch nach meiner alternativen Lösung (steht einen Eintrag weiter oben) an: RAID-Controller in die PCs und HDDs in Quickports auslagern. Dann hoffen, dass die CPUs und RAM (jeweils 16GB... W7-Home Premium lässt wohl auch nicht mehr zu) stark genug sind und gut ist's...
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich klinge mich auch mal in den Thread ein, da ich ähnliches vorhabe und mir auch das Sharkoon Teil ausgeguckt habe.

Zwei Fragen dazu: Ist das RAID 5 erweiterbar, bzw. sind Festplatten rausnehmbar?
Kann man in der Kiste die HDDs mit PM einzeln ansprechen und später rausnehmen und trotzdem auslesen?
 
Kein Online-Migration, und wenn Du ne Platte rausnimmst, dann ist natürlich das Raid5 "degraded". Aber falls Du Dich nicht klar ausgedrückt hast: Natürlich kannst Du alle Platten rausnehmen, andere reinstecken, diese betreiben, diese wieder entfernen und dann wieder das Raid einstecken. Das wird laufen wie vorher, denn wie üblich werden die Raid-Information auf den Platten abgelegt und nicht im Gehäuse.

Wenn Du die Platten einzeln betreibst, dann ist das so als würdest Du sie intern anklemmen, da wird nix mit den Platten gemacht und Du kannst sie jederzeit woanders weiter benutzen.
 
Ich meinte ganz einfach ob das RAID erweiterbar ist. Sprich Online Migration auf neue Festplatten, entfernen alter Platten geht natürlich immer - die Frage ist halt ob man im Grunde den Defekt-Fall vorgaukelt oder eben tatsächlich Festplatten austauschen kann (Vergleichbar eben mit den besseren Storage Systemen).

Bezüglich dem Einzelbetrieb ist die Info schon mal gut, Danke!
 
Keine Online-Migration
 
Ok. Schade drum, aber sauberer Einzelbetrieb reicht mir auch. Fehlt nur noch nen Laden der das Teil noch verkauft.

Aber Danke schon mal.
 
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