Extreme Latenzen und wie man sie hoffentlich loswird...

Aethicus

Cadet 2nd Year
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Hallo zusammen,
hab seit knapp nem halben Jahr sehr nervige Probleme mit meinem Kabel-Internetanschluss (Unitymedia, 50k Down, 2k Up), soll heißen: Zu vollkommen willkürlichen Zeiten, aber tendenziell abends, kommt es zu massiven Schwankungen beim Ping (google.de, meist so ~400ms, teils >3s), als auch hohem Paketverlust. Das hält dann einige Stunden an, um anschließend einfach wieder zu verschwinden oder ich starte den Router neu und es verschwindend temporär ebenfalls (nicht immer). In besagter Zeit kann man das Vorhandensein der Problematik besonders am Upload erkennen. Eben jener liegt nämlich laut diverser Speedtest immer mal bei 0 Mbit, dann wieder bei 1 oder 2. Der Downstream ist dabei angeblich weitestgehend konstant bei ~50k.

Was habe ich also in meiner Verzweiflung getan? Habe den Router mit verschiedenen Lan-Kabeln verbunden. Keine Besserung. Habe mir eine neue ConnectBox zuschicken lassen. Keine Besserung. Habe stundenlange Gespräche mit wiederkehrend ahnungslosen Callcenter-Mitarbeitern geführt und siehe da, 3 Technikerbesuche später, auch keine Veränderung. Auf Anraten deren Level2-Supports hab ich dann mal wieder die Netzwerkkarte (PCI, greiser Pc) gewechselt. Wenig überraschend, immernoch absolut keine Besserung.

Von einem der Techniker vor Ort hatte ich dann mal vernommen, dass es sich wohl um eine Einstrahlung handeln könnte, was der Support am Telefon aber vehement verneinte. Also wieder auf Anfang.

Eine Besonderheit sollte ich an dieser Stelle jedoch nennen: Vom Übergabepunkt im Keller führt ein Kabel an der Hauswand in den zweiten Stock, wo sich der Router befindet. Dieses Kabel ist eigentlich nicht für den Außeneinsatz gedacht, aber rein augenscheinlich sieht es nicht beschädigt aus und ist durch seine Lage zwischen zwei Häusern weder extremer Sonne, noch sonstigen Elementen übermäßig ausgesetzt. Die Probleme traten ja auch bereits im milden Winter/Frühjahr auf, da sollte ein etwaiges Ausdehnen/Zusammenziehen der Materialien doch eigentlich nicht die Ursache sein. Überhaupt würde ich bei einem Hardware-seitigen Problem von einer anhaltenden Beeinflussung ausgehen, nicht von diesem metastabilen Zustand. Sehe ich das falsch?

Nun, am Ende meines Lateins, wende ich mich also hoffnungsvoll an Euch, liebe Mit-Foristen, um alsbald nicht mehr der sporadisch laggende Eine zu sein ;) Danke schonmal im Voraus!
 
Hallo BFF,
ja, das mit dem Überbuchen kenne ich auch, dachte aber, dass sich das hauptsächlich auf den Download bezieht. Außerdem sind die Zeiten, in denen das Problem auftritt, völlig willkürlich. Selbst spät nachts oder im Laufe des Vormittags habe ich es schon erlebt.
Davon abgesehen ist der Vertrag von vor November 2016, vielleicht sollte ich mal auf die Zufriedenheitsgarantie pochen :D
 
Wenn zuviele "Leute" an einem Node haengen wird es immer "jemanden" geben der die "1 Gbit" mit der der Node angebunden ist "abschiesst".

BFF
 
An dem Knoten liegen angeblich etwa 700 Nutzer an. Laut Aussage des Supports sei das nicht übermäßig viel.
 
Pingst du Google per IPv4 oder IPv6 an? (Sollte in der Ping Antwort ersichtlich sein)
Wenn es nur bei IPv4 auftritt, könnte es sich um ein überlasteten CGN Gateway handeln.
 
Aethicus schrieb:
An dem Knoten liegen angeblich etwa 700 Nutzer an. Laut Aussage des Supports sei das nicht übermäßig viel.
Über den Tag verteilt ist das recht wenig. Leider sind bei Stosszeiten die 700 Stück allesamt am Bits schieben, deswegen hast du zwischen 17 und 23 Uhr wenig zu lachen beim gamen.
 
Das Protokoll hab ich nicht vorgeschrieben. Gute Frage, was er dann standartmäßig nimmt. Hm. Ich werde das beim nächsten Auftreten mal beobachten bzw. es jeweils mal ausprobieren.

Ja, finde auch, dass 700 jetzt nicht so wild klingt, aber müsste dann nicht auch der Download betroffen sein? Bei uns hat die Telekom erst vor nen paar Wochen Glasfaser verlegt. Glaube nicht, dass Unitymedia aka Vodafone da dann in Bälde die Knoten ausbaut. :(
 
Die Anzahl der Kunden am gleichen Kabelsegment ist nur bedingt Aussagekräftig und nur ein Indikator. Am Ende geht es auch darum wie aktiv die Leute gerade sind und per Statistik kann es immer dazu kommen das sich die Datenübertragungen gerade so überlagern, das für eine kurze Zeit Überlast herrscht.

Kein Internetanbieter dürfte sein Netz zu auslegen, das die Wahrscheinlichkeit für Überlast Null ist. Das Kosten/Nutzenverhältnis wäre dann schlicht zu schlecht für den Anbieter. Sprich Du wirst immer Pingschwankungen haben, sie sollten nur nicht so stark sein. Die Frage ist jetzt nur bei welchem Anbieter sind die Pingschwankungen akzeptabel bei welchem nicht ?

Unter Breitbandmessung.de findest Du eine Karte von Deutschland, wo man nach Anbietern und Region filtern kann. Danach sieht man wieviel andere Nutzer in der gleichen Gegend, beim gleichen Anbieter von der versprochenen Datenrate erhalten haben in %. Je niedriger der Wert, desto mehr Überlast, desto höher die Pingschwankungen. Kabel schneidet hier übrigens nach meiner Wahrnehmung meist sehr schlecht ab. Die Anbieter versuchen agressiv neue Kunden zu gewinnen, kommen aber mit dem Ausbau der letzten Meile kaum hinterher. Einfach selbst schauen und dran denken das Angebot lebt von den Daten der Nutzer, sprich selbst teilnehmen.

P.S.: Durch immer mehr Einbindung von Cloudanwendungen, eigenem Streamen (z.B. Twitch), ... ist auch der Uplink immer mehr unter Druck und überlastet. Gerade bei Kabelanbietern ist der Uplink unterdimensioniert. Das liegt dann nur bedingt am schlechten Willen sondern auch am Standard für die Übertragung für Daten per Kabel, DOCSIS 3.0. Wennn der Kabelbetreiber irgendwann auf DOCSIS 3.1 ausbaut könnte sich die Situation bessern da jetzt technisch der Uplink-Kanal üppiger dimensioniert werden kann, wenn er denn will.
 
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Ich hab jetzt mal gezielt nach Protokollen die Pingschwankungen beobachtet und musste leider feststellen, dass sie zur gleichen Zeit auftauchen. Also keine Hoffnung in diesem Bereich.

Danke für den Hinweis, Matusalem. Ich hab mir die Karte mal angesehen und die ist doch recht interessant. Bei "niedrig" dimensionierten Anschlüssen mit Unitymedia liegt der Wert in der besten Klasse >80, bei leistungsfähigeren sinkt der Wert aber tatsächlich auf 20 - 40. In meinen Augen bestätigt das die von euch geäußerte Vermutung, dass hier Unterkapazitäten im Netz vorliegen. Schade. Ich hatte eigentlich gehofft, auch weiter von Unitymedia überzeugt sein zu können. Eigentlich hatten wir uns da immer wohl gefühlt. Das lässt die Aussage des 2nd-Level-Supports, man könne das Problem anhand der Daten aus ihrem Netz nicht feststellen, natürlich in einem ganz anderen Licht dastehen. Traurig.
 

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