Frage zu Gedicht von Erich Fried

MM91

Lieutenant
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Okt. 2007
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Moin!

Ich schreibe nächste Woche (direkt nach den Ferien:freak:) eine Deutsch-Klausur.

Thema: Gedichte - Erich Fried

Ich habe jetzt hier mal das Gedicht "Gezieltes Spielzeug":

Abwurf
von Spielzeug
statt Bomben
zum Fest der Kinder

sagten die Markforscher
das
macht zweifellos
großen Eindruck


Es hat sehr großen
Eindruck

gemacht
auf die ganze Welt

Hätte das Flugzeug
lieber vor vierzehn Tagen
Spielzeug heruntergeworfen
und jetzt erst die Bomben

hätten meine zwei Kinder
noch vierzehn Tage
durch eure Güte
etwas zum Spielen gehabt
Inhaltlich ist mir alles klar. Erich Fried kritisiert das Vorgehen, dass Spielzeuge abgeworfen wurden zum Fest der Kindern - obwohl vorher Bomben auf diese Dörfer fielen. Dabei nutzt er ironische bzw. sarkastische Elemente, richtig? Habe diese fett markiert. Habt ihr noch Vorschläge für weitere, ähnliche Elemente?

Wie heißt das Stilmittel (z. B. in der ersten Strophe, wenn erst Abwurf - Satz unterbrochen - von Spielzeug - Satz unterbrochen)? Parallelismus?

Ich habe noch Probleme bei der sprachlichen Deutung.:(

Hat es was zu bedeuten, dass zwei Kinder erwähnt werden?
 
Danke. Hatte - trotz Googlen - diese Seite nicht gesehen.

Kannst du was zum Stilmittel sagen (Parallelismus)? Da bin ich mir nicht 100 % sicher.
 
Um ehrlich zu sein: Ich sehe da keine. Gerade dass er das so exakt umschreibt, zeigt, dass man diese beiden Geschehnisse (Spiel vs. Krieg) nicht vergleichen sollte. Und Parallelisumus bedeutet wortgenau übersetzt "Nebeneinanderstellung". Ich lese aus der Geschichte eher eine Warnung vor "Zuckerbrot und Peitsche" heraus; vor "Arbeiter- und Bauernstaat", vor "Ost gegen West" und so. Er bittet darum, den Abwurf von Spielwaren eben nicht mit dem Abwurf von Bomben zu vergleichen oder gar "Oh toll, Spiele, da nehmen wir die Bomben in Kauf".
 
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