Frage zur Geschäftsprozessmodellierung

Danny787

Ensign
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Jan. 2007
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An alle BWL-ler:

Warum ist die Geschäftsprozessmodellierung ein subjektiver Faktor?

Danke schon mal im voraus.
 
naja, welchen umfang an tätigkeiten die einzelne ausgewiesene funktion in der geschäftsprozessmodellierung umfaßt bestimmt ja letztendlich der modellierer. d.h. wenn jmd. anders diese aufgabe erledigen würde, könnte wat ganz anderes bei rum kommen.
 
Naja, das sehe ich teilweise anders.
Woher stammt diese Aussage denn überhaupt? Und von was ist die Geschäftsprozessmodellierung (GPM) ein Faktor?

Bei ausreichender Vorbereitung und Festsetzung von Regeln können selbst wir Menschen objektiv eine Meinung bilden. Einfaches Beispiel: Wir zählen Kugeln aus. In einem Pott sind 2 in dem anderen Pott 3 Kugeln. Wir suchen das Gefäß mit mehr enthaltenen Kugeln. 3 größer 2 also wählen wir den Pott mit den 3 Kugeln.

Auch wenn die Regeln für eine GPM ein klitzekleines bisschen komplizierter scheinen mögen, so sollte es doch möglich sein, diese objektiv (wie im oben genannten Beispiel) durchzuführen.

Aber:
I) Häufig fließen in eine GPM Mitarbeiterbefragungen mit ein. Diese Mitarbeiterbefragungen sind in den seltensten Fällen objektiv.
II) Die Durchsetzung der Objektivität liegt alleine im Bereich des durchführenden GPM-Bildenden. Wenig geschulte Personen können hier kaum die gewünschte Objektivität an den Tag legen.
III) Und dies ist auch für mich der wichtigste Punkt: Die Ergebnisse, die aus der GPM gezogen werden sind subjektiv. Eine Bewertung nach, zum Beispiel, Verbesserungsmöglichkeiten kann nur anhand subjektiver Werte gezogen werden.
 
Wie die Realität selbst, so sind auch Modelle Konstruktionen
des einzelnen Individuums. Das der Modellierung zugrunde liegende Original wird als
nicht objektiv gegeben betrachtet. Die Abbildung der Realität entspricht also nicht einer
objektiven externen Relation zwischen Original und Modell, sondern einer subjektiven
Relation zwischen der mentalen Konstruktion der Realität und der des Modells....

Quelle: http://user.cs.tu-berlin.de/~wyssus...-der-Modellierung-von-Geschaeftsprozessen.pdf Edit: Seite 6

GPMs sind deshalb subjektiv weil sie die Wahrnehmung der Realität eines Individuums (bzw. einer Gruppe) darstellen und diese nicht vereinheitlicht werden kann. Eine andre Gruppe (bzw. ein anderes Individuum) könnte ein völlig anderes Modell erstellen.

Edit: Auch kann niemals die gesamte Realität dargestellt werden. Ein Modell ist immer eine Vereinfachung der Realität (sonst wäre ein Modell sinnlos).

--> konstrukitivistischer Ansatz zur Klärung deiner Frage!
 
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