Fuji AX2x0(250), der neue billige Qualitätsstandard.

Der Nachbar

Admiral
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Das soll hier keine richtige Review werden, sondern mehr eine Fragestellung über das derzeitige Markangebot an Elektronikschrott. Auch wenn die Kamera wohl nicht für den deutschen Markt ausgelegt war und diese im englischsprachigen Raum hoch gelobt wird, sollten wir in Deutschland auch mal in den Genuss kommen. Es wäre nicht unwahrscheinlich, das Fuji die kamera hier bei guter Resonaz auch auf den Markt bringt.
Ich springe bei solchen 39€ Angeboten überhaupt nicht an, doch war ich auf den Videomodus neugierig, den es für den Preis so kaum gibt.

Es war daher erstaunlich, wie sich die Leute in handelsüblichen Mengen mit der Kamera eindeckten. Ebay wird wohl grüßen. Die Schütte war kurz nach einer halben Stunde nach Ladenöffnung leer und das waren ein paar 100 Kameras. Schon erstaunlich diese Geilheit.
Mir war die Farbe schlicht egal, hauptsache eine Kamera war in der Verpackung.
Also habe ich einfach tief in die restlichen Geräte rein gegriffen.

Rausgefischt wurde eine AX250 in Silber.
Wie bei dem Preis zu erwarten, ist in der Verpackung wenig drin.
-Mehrsprachiges Handbuch
-Garantiekarte
-Software CD
-Panasonic AA Batterien
-Kamera-Handband
-circa 30cm USB Datenkabel und die Kamera.

Technische Daten gibt es hier.

Bei dem Preis ist die Kamera auf den ersten Blick solide aber billig verarbeitet. Lackiertes Plastik in Hochglanz und Chromelementen. Mal schauen wie lange sie hält.
Auslöser und AN/Ausschalter sind aus Metall, haben aber einen schlechten Ansprechpunkt.
Die anderen Taster und Steuerkreuz sind aus Plastik und besitzen noch weniger Griffigkeit.
Display ist in das Gehäuse versenkt und nicht zusätzlich durch eine Plastikabdeckung geschützt. Das Objektiv ist die Sorte, die man erwarten kann. Einfaches klappriges Plastik und gänzlich Einstieg. Die Servomotoren erinnern mich doch zu sehr an aktuelle Kameras, obwohl deutlich lauter. Beim Sensor wird es sich um einen der ganz billigen CCD handeln, der ohnehin keine 14MP packt.

Es werden per Software so ziemlich alle Programmeinstellungen und Geräteeintellungen verfügbar gemacht, die so im Consumer Kameras per Software verfügbar sind.
Die Bedienbarkeit der Menüeinstellungen ist sehr intuitiv. Dafür das einzig Lob am gesamten Gerät an Fuji. Das bieten nicht mal andere Hersteller bei höheren Preisen.
Natürlich lässt sich die Kamera auch manuell einstellen, was andere Hersteller auch in der bis 100€ Klasse anbieten.

Die Bildqualität des LCD Monitors verspricht mehr, als wirklich aufgenommen wird. Die Bilder sind allgemein texturschwach, die Objekte matschig mit unscharfer Kontur. Sogar unterkühlt und farbschwach mattiert mit bläulichen Schleier. Dafür ist die Wartezeit zum nächsten Bild recht fix, was auch an der Berechnung von Nix zu erwarten ist. Als Referenzkamera dient meine altehrwürdige Einstiegs Fuji Finepix A330, die trotz 3MP und je nach Firmwarerevision (Blurzeichnungsbug) die deutlich besseren und natürlicheren Bilder mit mehr Textur und Tiefenschärfe macht, ohne zu rauschen. Dazu ist die sehr gute und für mich wichtige Makrofunktion im Bereich von 5cm aufwärts vorhanden, was 2004 selbst bei Einstiegskameras nicht selbstverständlich war. Die AX250 geht bei oberhalb von 10cm los und ist auch das nicht mal in sonderlich ausreichender Qualität. Die Bildausleuchtung ist wirklich nur bei hellen Umgebungen ausreichend. Großer Mangel liegt bei der
Leuchtstoffröhrenbeleuchtung. Hier kann es zu Anomalien durch andersfarbige Lichtartefakte kommen. Softwareberechnung sei Dank. Vohrnehmlich bei Videos.

Die HD Videos, die man bei Youtube zur AX250 sieht entprechen in etwa der Qualität. Etwas mehr Textur ist aber doch vorhanden. Tonklarheit hält sich in Grenzen. Das ist so mit noch die annehmbare Stärke bei dem Preis, solange auch in ausreichend homogen hellen Bereichen ohne punktuelle Kunstbeleuchtung aufgenommen wird.

Die mitgelieferten Batterien sind nach einer Stunde USB Anschluß, 40 Bildern mit Blitz und 3 Minuten VGA Video fertig. Der Batteriestatus zeigt aber halb leer an.

Mehr zu schreiben und wirklich zu sehen braucht es zur AX250 nicht, weil diese aktuelle Serie nichts mehr mit den deutlich besseren Einstigeskameras aus der Fuji Vorzeit zu tun hat. Viel Softwareberechnung ohne Mehrwert, was früher die Hardware übernommen hat. Für knapp 70€ gibt es auch die Practica DZ 12.4, die der Fuji AX250 als Einstiegskamera in Geschwindigkeit, Bildverarbeitung, Auslösezeit und Bildqualität haushoch überlegen ist und auch anderen kameras klar die Richtung zeigt.
Sollte man also die Fuji AX250 irgendwo noch günstig neu zu dem Preis erstehen, dann ist
diese wirklich nur bei sehr anspruchslosen Anforderungen eine Empfehlung wert, wobei ich das nicht mal als Empfehlung sehe und schon garnicht über 50€. Wer also eine gute alte 3-7MP Knipse mit guten eingebauter Optik und optischen Zoom zur Verfügung hast, sollte auch bei dieser Kamera bleiben.

Bildqualität der AX250 ist auf Höhe der MEDION Klasse, wobei selbst ein aktuelles Handy (Nokia N8) fragwürdig gleichwertig oder bessere Fotos schiesst. Wir reden hier stark über Elektronikschrott.

Was mir jetzt so zum Abschluss bei der Entwicklung seit einer gewissen Zeit persönlich Übel aufstösst und auch an der AX250 deutlich sichtbar ist, ist die Tatsache, das verstärkt auf Softwareverarbeitung gesetzt wird um die Kosten für Hardware zu senken. Das geht alles in eine falsche Richtung, hat wenig mit Qualität zu tun und das endet leider in Produkten, die es wirklich nicht wert sind gekauft zu werden und andere als billige Arbeitskraft herhalten müssen. Fuji hat hier im Billigpreissegment bei der Marktausrichtung um Marktanteile in meinen Augen einen ganz schlechten Weg gewählt. Es gibt kaum gute Kompaktkameras im Einstiegsbereich. Die günstigen Casio und Sony Modelle taugen kaum was und selbst Panasonic hat zu den älteren Lumix Serien nachgelassen nur um preiswert viel anbieten zu können.

Auch wenn dieses Thema kommentarlos 5000 mal gelesen wird, so hoffe ich mal, das diese Grippeauffrischung dem einen oder anderen hilft seinen Geldbeutel und den eigenen Anspruch wieder auf Kurs zu bringen.

Viel Freude beim Lesen für die hoffentlich bereichende Leselektüre.
 
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Interessanter Bericht, wo es doch so ein Run auf die Fuji gab. Beispielbilder (inkl Exif) würde mal gerne sehen.
 
Ich werde einige Bilder noch nachreichen.

Noch zwei wichtige Sachen, welche mir auf den ersten Moment nicht auffielen.
-Wer eine schnelle Scharfstellung für Schnappschüsse beim Fotografieren bei einer Kamera sucht, ist bei der AX250 definitiv falsch beraten.
- Glas und fluide Oberflächen, die eine Tiefenschärfe benötigen, neigen bei weniger optimalen Helligkeitsverhältnissen zu einer optischen Verformung. Hier scheint die Software aus dem Takt zu kommen. Ich werde mir das noch genauer anschauen müssen.

Das Paar AA ALDI Topline Batterien ist nach gut 40 Minuten Film und 20 Fotos leer. Die Betterieanzeige ist schlicht ungenau und die Kamera lutscht regelrecht die Batterien aus.

Ich lasse die Bilder bis morgen online. Ich denke, die Bilder sprechen eine ganz deutliche Sprache. Selbst unter opimalen Bedingungen mit Blitz sind die Farben ausgebleicht. Texturseitig tut sich wirklich nicht viel mehr.

Hier einige Testbilder der AX250.
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Leider sind die Batterien hier am Ende ihrer Lebenszeit angekommen, weswegen ich keine weiteren Fotos mehr machen konnte.

Als Vergleich einige ältere Fotos der A330.
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Nicht verwunderlich. Alle wollen nurnoch billig einkaufen und daher kommt dieser Elektronikschrott. Es ist wirklich Schrott. Unglaublich, sowas matschiges habe ich ja noch nie gesehen (Man bedenke die Kamera ist von 2010).
Nichtmal ein extrem stark gecropptes bild einer DSLR zeigt einen solchen Müll.
Hoch lebe die Konsumgesellschaft!
 
Eines der Bilder mit der AX250 wurde sogar im Nachtmodus aufgenommen.

Selbst für jemanden, der kaum Geld hat und für sein Album Bilder schiessen möchte, ist das verschwendetes Geld an der Kamera. Die taugt wirklich höchstens als günstige Filmkamera oder Handschuhfach Kamera. Ich bin persönlich völlig geschockt, was Fuji aus der einst doch sehr anständigen A Serie entwickelt hat.

Erschreckend sind derzeit die gebotenen Preise bei den Online Auktionen.
Noch viel erschreckender sind die vielen tollen Bewertungen in englischsprachigen Räumen.
Bei Walmart wurde die Kamera für umgerechnet 75€ inklusive Speicherkarte verkauft.
Über Amazon UK gibt es nochmal Aufschlag.

Übrigens schöne Grüße nach Aschersleben.
 
Für 39 € darf man natürlich null erwarten. Für 9x13 reicht es ja gerade noch^^.
Jetzt hätte mich noch ein Testbild bei gutem Wetter interessiert, vll geht noch ein Bild.
 
Auch noch fast für das doppelte weiter verkauft. Naja manche können es sich leisten ^^
So wie es aussieht haben die Kunden dann wohl keine Ansprüche. sofern es "kunden" in dem Sinne sind...

Woher kennst du Aschersleben? :D
 
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