Gedankliche Spinnereien: zentrale Niederspannungsversorgung in Gebäuden

Senfnase

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Tag!

Ich bin ja mit Leib und Seele ein Technikfan und habe ständig Ideen und bin oft am tüfteln und erfinden :D Die Tage kam mir daher wieder so ein Gedanke: Warum gibt es kein System dass man in Häusern eine zentrale Niederspannungversorgung für alle elektronischen Geräte hat, also Steckdosen mit 5 oder 12 Volt Spannung so dass kein Gerät mehr ein eigenes Netzteil mehr benötigt. Würde enorm Kosten und Rohstoffe sparen und die Ausfallsicherheit wäre auch besser, wir alle wissen ja dass kaputte Netzteile mit ein Hauptgrund von Ausfällen sind. Allein in dem Raum wo ich aktuell sitze und das hier tippe sind geschätz ein Dutzend Netteile, externe wie auch interne, aktiv.
 
ein paar Gedanken von mir dazu:

Dann hast Du ein zentrales Netzteil. wenn das ausfällt ....
Klar das ist unwahrscheinlicher als dass eins von vielen am Gerät ausfällt.

Du musst aber auch den Spannungs(ab)fall beachten, je nach Leitungslänge, muss man entweder die Spannung am Netzteil erhöhen, oder einen größeren Querschnitt wählen, oder beides, damit an der Entnahmestelle 5V oder 12V anliegen. Je nach Situation in der Wohnung/im Haus geht das nicht mit einem Netzteil für 5V oder 12V.

Kleines Rechenbeispiel, wie stark die Spannung sinkt:
einfache längeStromQuerschnittSpannungs(ab)fall
20m1A0,75mm² Cu0,95V
20m1A1,5mm² Cu0,48V
20m hat man in der Hausverteilung recht schnell zusammen, drum hab ich das mal als Rechenwert genommen. Wenn das zu kurz ist, fällt die Spannung stärker.

Du brauchst also mindestens jeweils ein (stärkeres) Netzteil, hast einiges an Leitungen in der Wand.
dann brauchst Du entsprechende Steckdosen (unverwechselbar für 5V und 12V) und entsprechende Kabel zu den Geräten.
 
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Die Idee ist nicht neu, aber es gibt viele Gründe, die dagegen sprechen. Du hast bspw. eine zu große Variation an benötigter Gleichspannung. Ist halt nicht alles 5V oder 12V DC. Es gibt Zeugs mit 48V, 19V, 24V, 3,3V, 9V und und und. Dann auch Protokolle mit variabler DC Spannung. Wenn du das alles Zentral bereitstellen willst, müsstest du jedes erdenkliche Szenario abdecken, damit du bloß nicht doch bei einem Netzteil landest. Darüber hinaus werden ggü. 230V wesentlich größere Leitungsquerschnitte benötigt, weil der Spannungsfall über den Leitungswiderstand sonst enorm wird. Man würde dann eher die Spannung erhöhen um dem entgegenzuwirken, doch dann muss es wieder auf der Verbraucherseite transformiert werden.

Selbst wenn man das Konzept verfolgt, dass man zentral nur 12V bereitstellt und es den Verbrauchern überlässt, daraus die benötigte Spannung zu formen, landest du wieder bei "Netzteilen", egal ob nun im Gerät integriert (was die Geräte wiederum größer macht) oder als separate Komponente, womit du erneut bei einem Netzteil landest.
 
Kommt das nicht eh sowieso?

L0306-single-white(1).jpg

https://www.heimwerkerhit.de/230v-s...-A-1xUSB-C-bis-3-4-A-Reinwess-seidenmatt.html
 
Das schont aber keine Ressourcen wenn in jeder Steckdose dann ein Schaltnetzteil sitzt. @netzgestaltung
Abgesehen davon kann solch Teil recht warm und laut werden.

Senfnase schrieb:
in Häusern eine zentrale Niederspannungversorgung für alle elektronischen Geräte hat, also Steckdosen mit 5 oder 12 Volt Spannung so dass kein Gerät mehr ein eigenes Netzteil mehr benötigt. Würde enorm Kosten und Rohstoffe sparen

Die Idee ist alt. In Kraftwerken z.B. gab es mal Stromkreise mit 24/48V. In meiner Berufsschule gab es 12/24/48V “aus der Wand” in bestimmten Unterrichtsräumen.
Als Bastelprojekte wurden Netzteile aus Geräten verbannt und die Niederspannung mit hohen Querschnitten zugeleitet. Und die hohen Querschnitte brauchen wieder mehr Kupfer oder anderes Metall.
 
Ich nutze an zentralen Punkten einfach ein GAN Netzteil mit (Multi-) PD - und dann PD Trigger damit kann man sehr viele Spannungen erzeugen, die Trigger selber sind ja hinsichtlich der DC Spannung "passiv".

Die Effizenz von guten "Marken" GAN Netzteilen find ich echt erstaunlich gut Ich schau halt immer dass sowohl PD 1.0 Spannungen als auch 2.0/3.0 untertstützt wird - und die haben auch meist echt viele Schutzmechanismen verbaut.

Dann hat man die wichtigsten 5,9,12,15 und 20V. Glaube mit 3.x dann bis fast 50V, habe ich aber keines (bisher) - ob man auch Differenzspannungen damit machen kann wie +7V aus +12V und +5V über 2 Trogger hinweg also mit gemeinsamer Masse weiss ich nicht - das lasse ich deshalb auch sein - zum Glück brauche ich das auch nicht :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Ähnliches gibt es bei Lichtschaltern in größerne Gebäuden die laufen mit Gleichspannung, aber auch da sitzt in jeder Etage mind. ein Modul bzw. Netzteil.

Problem ist auch das Gleichspannung (bei den genannten 12V gerhe ich einfach davon aus) nicht sehr effektiv über lange Strecken ist.
Und Wechselspannung hat da noch ein paar mehr Vorteile.
 
Naja vor allem ist das Problem 12V reichen halt nicht, viele ältere Geräte oder ohne PD, QC haben doch USB mit 5V zum laden
 
Senfnase schrieb:
Würde enorm Kosten und Rohstoffe sparen und die Ausfallsicherheit wäre auch besser
In dem man statt einem zwei unterschiedliche Netze nebeneinander verlegt? Welche Kapazität soll denn das nun "zentrale" Niederspannungsnetzteil haben (Stichwort Effizienz) und wie soll ein single point of failure die Ausfallsicherheit verbessern?

Ich seh da eherlich gesagt nur Nachteile, insbesondere in den Punkten welche hier angeblich verbessert werden sollen.
 
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Wie viel Leistung soll das Zentrale Netzteil dann haben? 10 Ampere? 20 Ampere? 50 Ampere? 200 Ampere?

Da ist es viel sinnvoller, wenn der 5 Watt Verbraucher ein Netzteil für 1,5€ bekommt.
Vor allem sind die 230V schon "Universell"
Wieso willst du zwei redundante "Universelle" Netze haben?
Kostet doch nur...
 
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