Habt ihr "außergewöhnliche" Freunde?

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Fu Manchu

Gast
Fast alle meiner Freunde sind Normalos (so wie ich), sie gehen ihrem Job nach oder sind im Studium, kriegen Kinder und tun Dinge wie 99% der Leute auch.

Aber eine Freundin von mir sticht aus der Menge heraus. Doktor(in) in Biologie/Virologie und bis Anfang Januar in der HIV Forschung tätig. Diesen Job hat sie jetzt gekündigt und sich beim Roten Kreuz gemeldet. Jetzt macht sie eine "Ausbildung" bei denen und geht danach für 1 Jahr nach Afrika.
WOW - was für ein Wandel und "Bruch" im Lebenslauf. Alle anderen (einschließlich mich) versuchen ihr Leben zu planen, behalten ihre Jobs und kriegen Kinder und machen Urlaub oder kaufen ein Auto, sitzen in der geheizten Wohnung und sorgen um den Komfort.

Also das finde ich außergewöhnlich, der Einsatz, dieser Wandel im Leben. Ich bin neidisch auf diesen Mut - weiß aber nicht ob ich das machen würde/könnte.

Habt ihr ähnliche oder andere außergewöhnliche Beispiele im Freundes-/Bekanntenkreis? Oder seit ihr selber der Außergewöhnliche bei euch?
 
Ein sehr sehr guter Freund von mir ist Sozialpädagoge. Er ist ein Jahr älter als ich und somit 28.

Vor 2 Jahren hat er sich schonmal für 7 Monate nach Thailand abgesetzt.
Als er wieder hier war und den tag-täglichen deutschen Wahnsinn (;)) gesehen hat, er sich nun am 12.12.06 nun endgültig per One-Way-Ticket nach Ko Samui abgesetzt.

Jetzt ist er grad dabei sein Dive Master fertig zu machen, um anschliessend da unten sein Leben finanzieren zu können.

Auf der einen Seite bewundere (und 'beneide') ich ihn, auf der anderen Seite fehlt mir der Mut, sowas auch durchzuziehen.

(...grad gestern hat nach einem 3/4 Jahr eine Firma aus der Schweiz bei mir angerufen. Es ging um eine ehemalige Bewerbung von mir dort. Mittlerweile wär mir ja das schon fast zu 'stressig'! :( Das aussergewöhnlichste bisher war mein Auslandssemster! :D)

"Manche Menschen träumen ihr ganzes Leben lang ihren Traum, und irgendwann wachen sie auf und stellen fest, dass sie sich an ihren Traum überhaupt nicht mehr erinnern können."

(...wie ich diesen Spruch hasse!!)
 
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also ich denke ich bin auch so ein "außergewöhnlicher" Freund! (gewesen, da ich jetzt wieder hier bin)
Ich gehe in Moment in die 11. Klasse im Gymnasium. Eigentlich wäre ich in der 12. Klasse doch anfang der 10. Klasse kam meine Mutter mir einem Artikel in einer Zeitschrift zu mir. Dieser war über die YFU Organisation (www.yfu.de), die es Schülern der 11. oder 12. Klasse ermöglicht ein Schuljahr im Ausland zu verbringen. Nach einer Woche habe ich mich dann dazu überwunden mich anzumelden.

Von dort an bis ein Jahr später habe ich immer mal gedacht "Warum hab ich mich da nur angemeldet" und wollte eigentlich nicht mehr weg. Je dichter jedoch mein Abflugstermin kam (24.8.2005, einer der Tage die ich nie vergessen werde) , desto aufgeregter wurde ich und desto mehr wollte ich weg von hier und mal auf mich allein gestellt sein.

In Amerika (Michigan) hatte ich das Jahr das mir bestimmt ein Leben lang in Erinnerung bleiben wird. Ich kann euch gar nicht sagen wieviel Spaß man dort hat, und wie offen denn doch die Ameriakaner sind(wenn sie (eher Bush :D ) doch immer "gemobbt" werden.) Ich war dort in der Schule und habe dort ein ganz normales Schuljahr durchgemacht. Es war für mich sehr lehrreich in vielerlei hinsicht. Ich habe die Kultur kennengelernt, viele neue Freunde gefunden, nebenbei die Sprache gelernt ...
Um es zusammenzufassen: Ich habe ein 2. zu Hause gefunden!

@Justin_Sane: Im Grunde denke ich genauso wie dein Freund. Ich würde am liebsten nach Amerika auswandern, aber meine Freunde und Familie hier will ich nicht aufgeben. Aber ein Flugticket ist schon so gut wie reserviert.
 
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Iceman21 schrieb:
also ich denke ich bin auch so ein außergewöhnlicher Freund! (gewesen, da ich jetzt wieder hier bin)....


Na ja, nichts für ungut, aber als Schüler für 1 Jahr in die USA zu gehen ist doch schon normal ;).

Ich meine sowas wie, einen fest geregelten Lebenslauf zu unterbrechen um beim DRK in Afrika zu helfen. Seine Bedürfnisse nach hinten zu stellen und ins Krisengebiet zu gehen.

1 Jahr Schule in den USA ist da was anderes, auch wenn es dort ab und an Tote gibt :D
 
finde es doch schon was besonderes. ich konnte/kann mir leider sowas nie leisten. hätte ich auch zu gerne gemacht.
 
Also eine entfernte Freundin von mir hat eine Ausbildung gemacht und danach in einer Mobilfunkfirma gearbeitet. Nach ein paar Jahren ist sie nach Asien ausgewandert, lebt nun auf einer Insel nahe Bali ohne Strom und arbeitet lediglich in der Hauptsaison ein paar Monate im Touristikbereich.

Das ist zwar nicht so altruistisch wie beim DRK in Afrika zu helfen, aber bemerkenswert finde ich diesen Schnitt schon. Wie gesagt hat sie nun seit Jahren keinen Strom mehr und auch nicht die Gerätschaften, die man damit betreiben könnte. Viele Annehmlichkeiten des Lebens fehlen dort, an Shopping ist nicht zu denken und vor allem fehlt auf der Insel eine ärztliche Versorgung nach westlichem Standard. Das alles hört sich zwar kuschelig romantisch nach Aussteigermentalität an, vorstellen könnte ich mir das für mich jedoch nicht. Dazu schätze ich die Errungenschaften unserer Zivilisation zu sehr.

Trotzdem habe ich vor ihrem Mut Respekt, denn einfach ist so ein Schritt sicher nicht.

@Fu Manchu: da hast Du wohl recht. Von Mutti und Papi in die USA geschickt zu werden ist ein Privileg, das selbst in meiner Schulzeit vielen zu Teil wurde. Zudem erlebt man diese Phase mit der Sicherheit, dass man erstens ein elterliches Zuhause hat, zweitens dieses finanziell für alles sorgt und in das man drittens wieder zurückkehren kann. Das ist meines Erachtens kein Vergleich zu Entscheidungen in Lebensphasen, in denen man selbst für sein Auskommen sorgen muss und hat deshalb eine ganz andere Tragweite.
 
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