HD 800, T1 oder "die großen Drei"?

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-Realm-

Gast
Hallo,

ich bin auf der Suche nach einem neuen Kopfhörer.

Kommen wir also zuerst zu den wichtigen Informationen für die Kopfhörer-Findung.

Ich höre ausschließlich Rockmusik (aktuell: Nickelback, Hörprobe "Pusher" (1996), Hörprobe "This Means War" (2011)).

Mein maximales Budget liegt bei 1000€.
Achtung: 5% "mehr Klang" sind mir 300% "mehr Preis" nicht wert. Wenn zwischen einem 300€ Kopfhörer und einem 1000€ Kopfhörer nur noch Nuancen liegen, dann spare ich lieber das Geld.

Bei den Hörgewohnheiten lege ich viel Wert auf eine möglichst originalgetreue Wiedergabe. Ein Kopfhörer, der etwas an dem Originalstück verändert, egal ob es Veränderungen an den Höhen, Mitten oder Tiefen sind, kommt nicht in Frage.

Der Kopfhörer wird ausschließlich in den eigenen vier Wänden genutzt, der Hörraum darf also ruhig etwas von der Musik mitbekommen.

Mein bereits vorhandenes Equipment ist ein Yamaha RX-V550 (für die technische Daten einfach etwas runterscrollen), welcher mit einem Sony CDP-950 (nur Foto) verbunden ist. Zusätzlich ist der AV-Receiver digital (S/PDIF) mit meinem Computer verbunden, um unkomprimiertes Material (WAV) direkt vom Computer abspielen zu können, ohne irgendwelche CDs aus der Sammlung suchen zu müssen.


Weitere Informationen:

Seit ungefähr drei Jahren besitze ich den DT 990 PRO von Beyerdynamic, welcher am Kopfhörerausgang des Receivers betrieben wird.

Mir ist bewusst, dass der DT 990 PRO angehobene Höhen und Tiefen hat. Ich befürchte, dass dabei die Mitten etwas untergehen und der dominante Bass feine Details der Aufnahme überdecken könnte. Nerviger ist es aber, dass die S-Laute sehr "zischig" klingen, was insbesondere bei hohen Lautstärken ein wenig in den Ohren weh tut. Das führe ich auf die angehobenen Höhen des Kopfhörers zurück.

Das klingt jetzt alles sehr negativ. Damit keine falschen Eindrücke entstehen, muss ich dazu sagen, dass mir der Kopfhörer ansonsten sehr gut gefällt und ich auch sehr gerne Musik mit ihm höre. Der DT 990 PRO ist keinesfalls ein schlechter Kopfhörer, ganz im Gegenteil! Er ist ein richtiger "Spaß"-Kopfhörer, der mit Rockmusik wunderbar funktioniert. Aber: Er ist eben kein neutraler Kopfhörer, das muss man gestehen.

Daher soll ein neuer Kopfhörer her, welcher die Musikquelle "unbearbeitet" wiedergibt und dabei keine Höhen, Mitten oder Tiefen verschluckt oder gar anhebt und damit für zischelnde Hi-Hats oder S-Laute sorgt. Schließlich möchte ich meine Rockmusik auch ein wenig lauter genießen, ohne sofort Kopfschmerzen von den Höhen zu bekommen.

Im Forum habe ich bereits viel darüber gelesen, dass der HD 650 recht "dunkel" abgestimmt sei, der DT 880 leicht angehobene Höhen und der AKG K 701 leicht zurückgenommene Bässe hätte. Das wären alles Dinge, welche gegen die o.g. Kriterien verstoßen würden.

In der kommenden Woche habe ich die Möglichkeit, den Sennheiser HD 800 sowie den Beyerdynamic T1 (und die restlichen Beyerdynamic-Modelle) probezuhören. Kann ich damit rechnen, dass man bei einem Kopfhörer dieser Preisklasse irgendwo noch ein paar Details wahrnimmt, die man vorher nicht gehört hat?

Bis dahin würde ich mich über eure Tipps und Vorschläge freuen!

Viele Grüße
 
Warum probierst du nicht mal von Ultrasone ein Produkt in der Preisklasse aus. Signature Pro wäre ein Produkt, wenn du günstig rankommst, vielleicht der Edition 8. Der liegt aber halt noch 200€ über Budget. Der Signature Pro sollte bei 800-900€ liegen. Wäre vielleicht auch mal eine interessante Erfahrung auf Grund der anderen verwendeten Technologie bei der Membranposition. Kann selber nur Gutes über den Pro 750 berichten.
 
Zunächst stellt sich mir die Frage ob du wirklich einen völlig neutralen KH gehört hast?
Denn Spaß macht es nicht damit Musik zu hören. Neutraität ist sehr wichtig beim Abmischen der Musik.
Und wenn du neutralität suchst sind die Topmodelle von Sennheiser nicht das was du suchen wirst. Sennheiser ist ja bekannt für seinen "Wolldeckensound".

Der K701 von AKG wird auch gern als Skalpell bezeichnet. Er lässt den Hörer wirklich alles vom Musikstück hören. Bringt Details hervor die vielleicht vorher noch nicht da waren.
Hinzu kommt das es bei solch hochpreisigen Kopfhöhrern ein Kopfhöhrerverstärker unverzichtbar wird.


Von den genannten KH ist der K701 der neutralste. Für absolute neutralität solltest du dich dann bei Equipment umsehen, welches für Musikproduzenten gedacht ist.

Edit: Wenn die Ultrasone schon knapp an der 1000€ marke kratzen und dann noch ein KHV dazu kommt wirds eng mit dem Budget...

Am besten mal ein paar KH probehören. Würd für Neutralität auf jedenfall den K701 empfehlen.
Und für kompromisslose Neutralität KH fürs Studio kaufen. Nur da kenne ich mich weniger aus...

Edit2: Wenn der KH Ausgang von deinem Quipment gut ist, kannst du für den K701 auch auf einen KHV verzichten. Sprich wenn die Lautstärke und Klangqualität passt. Aber wenn du bis 1000€ gehen willst kannst du mithilfe von einem KHV nochmal das letzte bisschen aus dem KH rausquetschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Maxolomeus schrieb:
Warum probierst du nicht mal von Ultrasone ein Produkt in der Preisklasse aus. Signature Pro wäre ein Produkt, wenn du günstig rankommst, vielleicht der Edition 8. Der liegt aber halt noch 200€ über Budget. Der Signature Pro sollte bei 800-900€ liegen. Wäre vielleicht auch mal eine interessante Erfahrung auf Grund der anderen verwendeten Technologie bei der Membranposition. Kann selber nur Gutes über den Pro 750 berichten.
Der Ultrasone Pro 2900 (offene Bauweise) klingt ganz interessant. Mal sehen, ob ich den auch irgendwo probehören kann, ansonsten wird der einfach mal nach Hause bestellt und dort gehört.

Salival schrieb:
Zunächst stellt sich mir die Frage ob du wirklich einen völlig neutralen KH gehört hast?
Denn Spaß macht es nicht damit Musik zu hören. Neutraität ist sehr wichtig beim Abmischen der Musik.
Und wenn du neutralität suchst sind die Topmodelle von Sennheiser nicht das was du suchen wirst. Sennheiser ist ja bekannt für seinen "Wolldeckensound".
Mit "Neutralität" meine ich, dass der Kopfhörer nicht an den Höhen, Mitten und Tiefen des Frequenzbereichs herumpfuscht. Je näher der Kopfhörer an der originalen Aufnahme ist, desto neutraler ist er.

Salival schrieb:
Der K701 von AKG wird auch gern als Skalpell bezeichnet. Er lässt den Hörer wirklich alles vom Musikstück hören. Bringt Details hervor die vielleicht vorher noch nicht da waren.
Bloß ist der AKG K 701 für Rockmusik nicht so sehr geeignet, finde ich. Hinsichtlich Drums und Riffs klingt er mir persönlich zu dünn und zu zart. Darüber hinaus bereiten mir auch hier die höheren Frequenzen auf Dauer Kopfschmerzen. Dieses "Zischen" (S-Laute, Snare, Hi-Hat) ist ähnlich ausgeprägt wie bei dem Beyerdynamic DT 990 Pro, der zusätzlich zu seinen angehobenen Tiefen ja auch diese angehobene Höhen hat.

Salival schrieb:
Hinzu kommt das es bei solch hochpreisigen Kopfhöhrern ein Kopfhöhrerverstärker unverzichtbar wird.
Ich denke, dass der Receiver ausreichen dürfte.

Von Kopfhörerverstärkern und sonstigem Zubehör verspreche ich mir im Übrigen keine großartigen Verbesserungen. Ich bin der Meinung, dass die Aufnahme das wichtigste Glied der Kette ist. Wenn die vermasselt wurde, kann ein Kopfhörer das auch nicht mehr retten. Im Gegenteil, hochpreisige Kopfhörer decken eine schlechte Aufnahme gnadenlos auf.

Ebenfalls sehr wichtig für die Kette ist der Kopfhörer selbst. Den würde ich direkt nach der Aufnahme einordnen. Eine gute Aufnahme vorausgesetzt, so hört man in unterschiedlichen Preisklassen auch gewisse Unterschiede recht deutlich heraus.

Der ganze Rest bringt meiner Meinung nach nur noch Unterschiede im einstelligen Prozentbereich. Ob man die Aufnahme nun unkomprimiert mit einem CD-Player abspielt oder stattdessen verlustlose Formate wie FLAC auf dem Computer oder mp3-Player wiedergibt... das macht (für meine von Partyexzessen verschonten Ohren, die aufgrund meines zarten Alters von 21 Jahren noch sehr gut sein dürften) keinen Unterschied.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, dass selbst Kopfhörer mit 250 Ohm keine zusätzlichen Kopfhörerverstärker benötigen. Jedenfalls macht es keinen hörbaren Unterschied, ob ich den DT 990 Pro in den Kopfhörerausgang meiner Onboard-Soundkarte (und der ist definitiv nicht für audiophile Zwecke ausgelegt), in den Kopfhörerausgang meines Yamaha Receivers oder direkt in den Kopfhörerausgang meines Sony CD-Players stecke: Es hört sich (gleicher Pegel vorausgesetzt) immer gleich an.

Salival schrieb:
Wenn der KH Ausgang von deinem Quipment gut ist, kannst du für den K701 auch auf einen KHV verzichten. Sprich wenn die Lautstärke und Klangqualität passt. Aber wenn du bis 1000€ gehen willst kannst du mithilfe von einem KHV nochmal das letzte bisschen aus dem KH rausquetschen.
Wie gesagt, ich möchte nicht unnötig Geld aus dem Fenster werfen. Daher muss es auch kein 1000€-Modell sein.
 
Ich habe unter anderem den Beyerdynamic DT 880 Edition in der 250 Ohm Ausführung und bin sehr zufrieden, Musikrichtung ausschließlich Rock.
 
Zuletzt bearbeitet:
Den Sprung von DT990 Pro auf DT880 Pro kann er sich in meinen Augen eigentlich sparen. :)
 
Wie sieht es denn mit den Denons aus? Die liegen preislich ja alle über dem DT 990 PRO.

Ein Benutzer vom hifi-forum hat da scheinbar sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Er hört ebenfalls ausschließlich Rock.

Bloß weiß ich über die Denons recht wenig. Wie sind die denn so abgestimmt? Wie gesagt, das, was mich bei meinem DT 990 PRO stört, sind die zischelnden SSSSS-Laute im Hochtonbereich und die Tatsache, dass in den Mitten Details verloren gehen, weil der füllige Bass alles überdeckt.

Vielleicht ist der Denon ja genau das Richtige für mich.

Bei den drei Modellen kenne ich mich aber nicht wirklich aus. Gibt es da vielleicht Erfahrungsberichte, welche die drei Kopfhörer vergleichen?
 
Der Denon ist geschlossen, also wenn du maximale Detailtreue willst allen genannten tendentiell unterlegen.
Wenn dir sogar der K701 in den Höhen zu aufdringlich ist, brauchst du Ultrasone eigentlich garnicht erst zu testen, die sind da nämlich sehr aggressiv, entweder man liebt oder hasst sie.
http://www.youtube.com/watch?v=L34S4Tt1EuQ
Für mich klingt dein Text so, als wäre der HD650 der Richtige für dich, also wenn du die Möglichkeit hast, vergleich den am besten mit den beiden teuren Modellen. Ob dir das dann den Aufpreis wert ist, kannst nur du wissen und nur indem du die KH ausprobierst.
 
Und was willst du bitte mit dem Video mitteilen? Verlinke doch wenn schon den ganzen Artikel dazu (http://www.innerfidelity.com/content/ultrasone-edition-10). Und hast du selbst schon einmal Ultrasone auf den Ohren gehabt? Weil wenn nicht, brauchst du auch nicht so lapidar diese Kopfhörer direkt aus der Reihe der Kandidaten zu schmeißen... Das riecht doch schon wieder nach viel gelesen, keine Ahnung und noch nie selber gehört.
 
Maxolomeus schrieb:
Den Sprung von DT990 Pro auf DT880 Pro kann er sich in meinen Augen eigentlich sparen. :)

Du meinst weil 990 eine höhere Zahl als 880 ist? Das sagt bei Beyerdynamic nicht aus dass jenes Modell mit höherer Produduktbezeichnung das hochwertigere ist. Ich habe geschrieben ich habe den DT 880 Edition, nicht den Pro, da gibt es auch größeren Unterschied, auch im Preis.
 
Nein, ich bin nicht dämlich. Aber generell hat mich persönlich der 880 Pro nicht begeistert und der 990 und 880 als Editionen sind sogar preistechnisch gleich auf mit 300€ und ich unterstelle den beiden außer einem gewissen Designunterschied, dem Unterschied von halboffen zu offen und einer gewissen unterschiedlichen Abstimmung keine Unterschiede.
Und selbst die genannten sind einfach nicht so gravierend, dass ich jetzt von einem 990 Pro auf einen 880 Pro oder Edition wechseln würde. In meinen Augen eine total verfehlte Investition. Das würde ich nicht einmal ein Upgrade nennen. Außerdem wollte der Threadstarter ja gerade den angehobenen Bassbereich und Höhenbereich umgehen und den hast du beim 880 Pro genauso, wenn auch vielleicht weniger ausgebildet.
 
Ich wollte nicht sagen dass du dämlich bist:-), mit deinen Ausführungen hast du Recht.
Was hältst du von den gehobenen Beyerdynamic T 1, T 5p und T 70?
 
Außer, dass sie ziemlich teuer sind? Nichts, weil ich sie zumindest nicht kenne. Also noch nie auf dem Kopf hatte. Aber sicherlich wäre in dem Preissegment ein Test interessant. Wobei der T1 und T5 sich auf den ersten Blick nur durch ihre Impedanz und Bauart unterscheiden. 600 Ohm wollen aber auch erstmal angetrieben werden. Ich würde mir wirklich mal ein exquisites Testfeld mit T1/T5 von Beyerdynamic, Ultrasone Edition oder Signature Pro und vielleicht Denon AH-D7000 und Sennheiser HD800 aufbauen und schauen, was mir am meisten behagt.
 
Zuerst zu Denon und Ultrasone: Ich habe noch nie einen Kopfhörer dieser Gattung gehört, weshalb ich da sowieso nicht um das Probehören herumkommen werde.

Dann zu der DT 800 vs. DT 990 - Debatte: Wie oben beschrieben, besitze ich den DT 990 PRO, mit welchem ich drei Jahre sehr zufrieden war. Mittlerweile nerven mich die zischenden Höhen, die fehlende Präsenz in den Mitten und die brummenden Bässe.


Fassen wir noch einmal zusammen:

Mich stört am DT 990 PRO, dass dessen Höhen unangenehm zischen und dessen Bass unpräzise und "brummend" ist, wodurch die Mitten zurückhaltend wirken und an Präsenz verlieren. Das wird von vielen als "Badewanne" beschrieben.

Natürlich ist der DT 990 PRO in der Preisklasse bis 150€ ein guter Kopfhörer, deshalb habe ich ihn mir auch vor rund drei Jahren gekauft. Es war mein erster Kopfhörer in dieser Preisklasse, weshalb ich da auch recht schnell zufrieden war. Wie man sieht, ändert sich das wohl mit der Zeit.

Also, was ändern?

Der neue Kopfhörer soll natürlich wunderbar mit Rock umgehen können, da ich mich für diese Musikrichtung am meisten begeistern kann. Das heißt, er soll neben klaren Höhen und Mitten eine ordentliche Dynamik und einen präzisen sowie schnellen Kickbass besitzen. Ich denke, dass alle diese Kriterien wichtig sind, wenn mit einem Kopfhörer Rockmusik gehört werden soll.

Fazit

Könnt ihr mir, basierend auf dieser kleinen Zusammenfassung, vielleicht nochmal einige Kopfhörer vorschlagen? Diese Woche werde ich nutzen, um einige der Exemplare probezuhören, denn erst da zeigt sich, welche Kopfhörer meinen Ohren letztendlich gefallen. Dennoch möchte ich nicht ganz unvorbereitet sein und mir noch einen kleinen Überblick verschaffen, welcher Kopfhörer für mich wohl hörenswert wäre.
 
Meinst du nicht, dass du mit den letztgenannten in meinen Beitrag erstmal genug zu tun hast? :)

Oder soll es quasi noch preislich mal eine Stufe drunter sein? Es wird schwer sein Leute zu finden, die gut von den jeweiligen Exemplaren berichten können und gelesene Pseudomeinungen werden dir nicht weiterhelfen, am schwierigsten dürfte dann noch sein, jemanden zu finden der auch verglichen hat. Meinem persönlichen Empfinden nach würde ich mich an deiner Stelle jetzt einfach erst einmal bei Ausreizung des Budgets auf

T1
Signature Pro
HD 800
Denon AH-D7000

beschränken.
 
Maxolomeus schrieb:
Meinst du nicht, dass du mit den letztgenannten in meinen Beitrag erstmal genug zu tun hast? :)
Uiuiui, während ich noch am tippen war, hast du deinen Beitrag schon abgesendet. Den habe ich daher noch gar nicht gesehen, sorry. ;)
 
Das Problem ist bei solchen Tests halt die entsprechenden Kopfhörer zusammen zum Test zu bekommen.
 
So, ich war eben bei Hört sich gut an in Bielefeld. Vorweg: Der Laden macht einen super Eindruck, insbesondere das Team ist sehr freundlich und zuvorkommend. Wer also aus der Umgebung Bielefeld kommt und mal diverse Kopfhörer probehören möchte, sollte das unbedingt dort tun.

Ich habe mir diverse Kopfhörer im Vergleich angehört:

- Beyerdynamic DT 990 PRO (meiner)
- Beyerdynamic DT 880
- Beyerdynamic T70
- Beyerdynamic T1
- Sennheiser HD 800
- Denon AH-D2000
- ULTRASONE PRO 900

Ich möchte jetzt gar nicht groß auf die Klangbilder der verschiedenen Kopfhörer eingehen, sondern nur berichten, was ich an dem heutigen Nachmittag für mich gelernt habe. Es ist meine Meinung und so fühle sich bitte niemand in seinem Weltbild angegriffen:

1. Vieles im Hifi-Bereich ist Vodoo oder wird maßlos überbewertet (Kabelklang, Verstärkerklang, usw.)

2. Während zwischen einem < 100€ Kopfhörer und einem < 300€ Kopfhörer Welten liegen, sind es zwischen einem < 300€ Kopfhörer und einem einem < 1000€ Kopfhörer nur noch Nuancen. Geht man in den Preisklassen noch tiefer, sind die Unterschiede noch größer.

3. Zischelnde S-Laute und unangenehme Höhen müssen nicht immer dem Kopfhörer vorgeworfen werden. Viel öfter liegt es an der Aufnahme.

4. Das Genre, mit welchem der Kopfhörer gefüttert wird, ist so ziemlich das schwerwiegenste Kriterium beim Klang (gute Aufnahmequalität vorausgesetzt, usw.)

Warum habe ich das für mich gelernt?

Zu 1.: Weil es bei vielen der Kopfhörer, die ich schon einmal zu Hause gehört habe (u.A. DT 990 PRO, AKG K 701), absolut keine Rolle spielt, ob ich sie in den Kopfhörerausgang eines AVR, eines CDP, einer Soundkarte mit hochwertigen Wandlern oder dem vermeintlich "billigen" Mainboard-Soundchip stecke. Was am Ende dabei rauskommt, klingt immer gleich.

Zu 2.: Dürfte jeder kennen, man beginnt mit ein paar < 30€-Stöpseln und gönnt sich irgendwann mal etwas im dreistelligen Preisbereich.

Zu 3.: Wenn hin und wieder mal ein Becken oder eine Hi-Hat gezischt hat, dann bei allen gehörten Kopfhörern. Hier noch ein gutes Beispiel, das meine ich mit "zischen". Natürlich gibt es Kopfhörer, die in den Höhen aggressiver sind, als andere. So finde ich den Denon AH-D2000 recht brutal in den Höhen. Das ist aber Geschmackssache.

Zu 4.: Die wohl größte "Erleuchtung" heute. Natürlich bieten Highend-Kopfhörer wie der T1 und der HD 800 eine brachiale Auflösung, eine extrem weite Bühne, ein sehr gut abgestimmtes Klangbild ohne große negative Ausrutscher, usw.

ABER! Was nützt mir das, wenn die Aufnahme nicht überdurchschnittlich gut ist und ich daher nichts von der guten Auflösung merke? Was bringt mir eine extrem weite Bühne, wenn keine Musik gehört wird, welche sich dafür eignet (bspw. Klassik, ggf. Filmmusik?!, orchestrale Musik eben...)? Und was bringt mir ein neutrales Klangbild, wenn untenrum einfach der "Rumms" fehlt, der Rockmusik eben erst dazu macht, was es ist?


Fazit
Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wie werde ich nun fortfahren?

Nun, ich werde erstmal weiterhin den DT 990 PRO hören, da mir der während der Hörsession eindeutig am meisten Spaß gemacht hat.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Der Denon AH-D2000 hat mir persönlich zwar nicht in den Höhen gefallen (zu aggressiv eben..), ABER dafür hat der Bass extrem meinen Geschmack getroffen. Wenn man den Bass mit dem DT 990 PRO vergleicht, bin ich der Meinung, dass Letzterer sehr viel Quantität beim Bass liefert, der Denon liefert dafür aber die besser Qualität: Ein richtig knackiger, druckvoller, präziser und "punchiger" (?!) Bass! Der DT 990 PRO kann da nicht ganz mithalten, finde ich.

Dennoch finde ich die Höhen zu aggressiv. Soll heißen: Lohnt es sich, auch nochmal die Denon AH-D5000 und 7000 anzuhören? Wenn die in den Höhen nicht so aggressiv wären, dann wäre der Denon glaube ich ein Kopfhörer, der mir noch ein wenig besser gefallen würde, als der DT 990 PRO!
 
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