Heliumfestplatte ohne Helium

INe5xIlium

Lt. Commander
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Immer wenn ich einen Artikel zu neuen Festplatten mit Heliumfüllung lese, findet sich in den Kommentaren die Anmerkung "Was passiert, wenn die Füllung entweicht" und die Versicherung "Sie wird nicht entweichen". Bei defekten wird immer auf eine Statistik eines Cloudanbieters verwiesen, der Consumerfestplatten einsetzt.
ABER: Was passiert eigentlich, wenn das Helium entweicht?
Kann man die Festplatte mit verminderter Umdrehungsgeschwindigkeit weiter nutzen? Weil der Auftrieb der Magnetköpfe würde bei verminderter Geschwindigkeit und Luft als Füllung möglicherweise wieder ähnlich sein. Oder ist eine Heliumfstplatte dann tatsächlich defekt? Gibt es inzwischen Berichte über solche Defekte?

Ich habe ein wenig im Internet gesucht und nichts dazu gefunden. Bei Smartphones gibt es normalerweise haufenweise "Tests", die die Frage beantworten, was passiert, wenn man mit dem Hammer draufhaut, mit dem Auto drüber fährt, es ins Wasser fallen lässt oder von einer Aussichtsplattform. Bei den Heliumfestplatten habe ich keinen Test gefunden, wo das Helium durch Luft getauscht wurde und berichte normaler Defekte auch nicht (dazu müsste ich wohl verbreitete Modelle suchen).

Oder werden diese Festplatten nicht oft genug verkauft?
 
prinzipiell: es geht nicht darum dass helium entweichen könnte (das tut es nämlich sowieso), sondern darum das fremdluft (dickere atome von außen) eintritt! Und wenn das passiert, dann ist sie früher oder später hinüber. ganz einfach.
 
Die Festplatten mit Helium sind versiegelt... so dringt "eigentlich" keine Luft ein.. falls doch hast du ab einem gewissen Punkt einen Headcrash -> Totalverlust... Wann das vllt mal durch alterung auftritt... kP... denke das hier mechanische schäden bspw. am motor, häufiger sind...
 
Sollte die Luft nicht eigentlich dafür sorgen, dass die Köpfe gerade mehr Auftrieb haben? Warum sollte das einen Headcrash verursachen?

Hat da keiner experimente gemacht? Früher bei Festplatten gab es doch auch Sturztests oder ähnliches, um zu zeigen, wie fragil sie sind.
 
heliumatome sind sehr klein. kleiner als "luft". dadurch kann der lesekopf näher am platter positioniert werden. kommt luft rein, dann passen die atome eben nicht mehr dazwischen -> crash.
 
Der Auftrieb vom Sauerstoff ist so "groß" weil das Molekühl zu groß ist... der "haufen" an molekülen drückt den kopf an den darüber liegenden Platter -> Headcrash (Oder eben sonnstwohin, wo nur Helium rein passt, quetscht sich jetzt das fette sauerstollmolekül rein...)

Vorteil Helium ist ja eben das rel. kleine Molekül welches einen geringen Abstand zum eigentlichen Platter ermöglicht und so das enge Stapeln zulässt...
 
luft ist dicker als helium, also kann der lesekopf bei heliumfüllung schneller rennen..
 
chrigu schrieb:
luft ist dicker als helium, also kann der lesekopf bei heliumfüllung schneller rennen..

Vom "Luft"Widerstand mal abgesehen... den hab ich glatt vergessen..
 
Helium hat ne geringere Dichte, wodurch geringere unerwünschte Verwirbelungen entstehen wodurch die Plater enger zusammen gelegt werden können. jedenfall benötigen die Leseköpfe definitiv keinen Auftrieb.

Erklärungen wie yaegi und der Rest sind jedenfalls absolut falsch. Wenn der Kopf crasht, dann durch Verwirbelungen, die diesen in Vibration und damit in unerwünschte Bewegung versetzen. . So eng, das kein O2 Atom mehr zwischen Plater und Lesekopf passen würde, ist es jedenfalls nicht mal ansatzweise. Und weder die Plater noch die Leseköpfe bewegen sich in Helium schneller. Der einzige Effekt, der durch die geringe Dichte von Helium nebenher ergibt ist die geringere Reibungswärme und damit eine insgesamt kühlere Platte bei gleicher Drehzahl.

Also ja, die Platte ginge defekt wenn Luft eindringt. Nicht bei wenigen Atomen aber irgendwann treten Verwirbelungen auf, die die Leseköpfe in Vibration versetzen und damit einen Headcrash verursachen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Eigentlich nicht. Einzige was sie nicht leiden können sind abrupte Beschleunigungswechsel vertikal zur Befestigungsachse der Plater/Leseköpfe wenn die Leseköpfe nicht eingefahren sind was wiederum nur während dem betrieb der Fall ist oder wenn sie abrupt vom Strom getrennt werden.
 
Erklärungen wie yaegi und der Rest sind jedenfalls absolut falsch.
ich würde nicht grundsätzlich falsch sagen - weil indirekt hats damit ja schon was zu tun. aber du hast recht, es sind die verwirbelungen :)
 
Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass ein HGST Mitarbeiter in einem Interview gesagt hat, dass man den Verlust vom Gas am Druck erkennen kann, bevor das Laufwerk in Betrieb genommen wird.
Es gibt aber weder einen Smart Wert, der das einem angibt, noch die Möglichkeit die Platte danach noch mit geringerer Geschwindigkeit auszulesen?
Zum Beginn der SSD-Zeit gab es ja die Hoffnung, dass man SSDs am Ende ihrer Lebensspanne noch read-only nutzen und auslesen kann, dort hat sich auch gezeigt, dass SSDs einfach sterben. Das gleiche trifft also auf Helium-Platten zu, so dass man einfach einen weiteren Faktor hat, der kaputt gehen kann, auch wenn es unwahrscheinlich ist?
 
Die Motoren von HDDs arbeiten gewöhnlich nur mit einer festen Geschwindigkeit, von daher glaube ich eher weniger, dass die mit Helium gefüllten HDDs bei Verlust des Helium mit geringerer Drehzahl doch noch auslesbar sind. Bei den SSDs gibt es schon Modelle die bei Erreichen der Spezifizierten P/E Zyklen der NANDs Read Only gehen, z.B. die Intel Consumer SSDs wie die 600p.
 
Ok, das mit dem Motor wäre ein Argument. Ich hatte mich damit nicht beschäftigt, aber erwartet, dass es ein Schrittmotor ist, der ohne Probleme auf beliebigen geringeren Drehzahlen betrieben werden könnte, wobei dann vielleicht tatsächlich auch die Gleichmäßigkeit der Winkelgeschwindigkeit leiden würde.
 
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