HOSPIZ, Der letzte Weg für eine geliebten Menschen

  • Ersteller Ersteller hummerfisch
  • Erstellt am Erstellt am
H

hummerfisch

Gast
Hi,

ich möchte euch über meine Erfahrungen bezüglich eines Hospizes teilhaben lassen. Mitte Februar mußte ich meine geliebte Mutter in so eine (klasse) Einrichtung einweisen lassen. Sie litt am "Kleinzelligen Bronchialkarzinom (eine Art von Lungenkrebs)". Diese Form von Krebs ist leider bis heute unheilbar. Mit dem Tag der Einweisung in ein Krankenhaus haben ihr die Ärzte nichtmal mehr 3 Wochen an Lebenserwartung gegeben. Sie lebte aber noch zwei Jahre (nach diversen Chemo-Therapien). Anfang diesen Jahres fing es dann aber langsam an, dass meine Mutter so langsam täglich immer schwächer wurde und binnen von nur einer Woche das Bett kaum mehr verlassen konnte. Ich hatte nicht die Zeit Tag-und-Nacht (berufliche Gründe) bei ihr zu sein und mußte für die frühen Morgenstunden immer jemanden finden, der dann auf meine Mutter aufpasst. Einmal habe ich es nicht geschafft und meine Mutter ist aus dem Bett gefallen und hat dabei einen Zahn verloren und ein dickes blaues Auge davon getragen (als wenn sie nicht schon genug gestraft wäre:().

Das war der Zeitpunkt, wo ich entschieden habe, so kann es nicht weitergehen. Ich bin zu meinemHausarzt gegangen um ihn um Rat zu bitten. Der hat mir dann das Hospiz Kieler Förde für meine Mutter vorgeschlagen. Da habe ich dann auch gleich einen Platz für meine Mutter beantragt. Zum Glück hat ihre Krankenkasse (KKH) keine Zicken gemacht, denn ein HOSPIZ gilt bis heute nicht als medizinische Einrichtung, obwohl alle Gäste (so werden die Patienten dort genannt) weiterhin von ihren Hausärzten begleitet werden.

Genug geschwafelt, das bietet ein HOSPIZ für einen lieben Menschen beim Übergang in den...(Ich glaube, ihr wisst was ich meine):

Ein voll möbliertes Zimmer inkl. Fernseher.
Nur eine Schwester (bzw. Vertretung), die immer nur für einen Gast (Patient) rund um die Uhr zuständig ist.
Kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige
Professionelle seelische Betreuung des Gastes und der Angehörigen.

Ich kann nicht alles aufzählen, aber ich war sehr überwältigt, von der Arbeit die die Mädels da leisten. Wie eine bestimmte Schwester sich um meine Mutter gekümmert hat, das war echt der Hammer. Wir schreiben uns jetzt noch gelegentlich. Leider kam meine Mutter nur 8 Tage in den Genuss dieser tollen Einrichtung ehe sie dann an den Folgen ihrer Krankheit verstarb.


Ich hoffe, ich konnte euch euch diese tolle Einrichtung einwenig näher brigen und stehe euch bei Fragen gern zur Verfügung.

Grüße

hummerfisch
 
Mein Beileid für den Verlust einer der wichtigsten Personen im Leben.
Dein Erfahrungsbericht und die Empfehlung hört sich sehr positiv an, dennoch hoffe ich, dass ich eine solche Einrichtung eventuell erst in sehr vielen Jahren nutzen muss.

Aber so ist der Lauf des Lebens...
 
ich habe letztes Jahr in Dänemark ein Hospiz gebaut. dort ist es sehr in "kommen" und begeistert immer mehr. jedoch wird sowas kaum von privaten Kliniken gebaut, sondern nur aus Fördermittel (auch so in Deutschland), weil es kann sich jeder Vorstellen, sind es imense Summen die dort durchgehen. auch wenns fertig ist, eine Schwester pro PAtient, kostenlose übernachtungsmöglichkeiten usw. wollen bezahlt werden, so das es nicht möglich ist in jeder etwas größeren Stadt ein Hospiz zu ermöglichen.

jedenfalls sind es klasse Einrichtungen, die einen "sterbenenden" doch noch relativ angenehme letzte Tagen verbuchen kann.
 
@Mr. Bolivia

Ist schon 'ne Weile her, aber trotzdem Danke. Ich wollte den Thread schon länger aufgemacht haben, nur fehlte mir damals noch die Kraft dazu.;)

@buwwel

Mich wundert es, dass viele gar nicht wissen, was ein Hospiz ist. Hier in Kiel kann ich quasi davon ausgehen, dass jede 3. Person diese Einrichtung gar nicht kennt.:freak:
 
Zurück
Oben