Ich arbeite bei einer IT-Dienstleistungsfirma mit rund 100 Mitarbeitenden im Projektgeschäft. Eingestellt wurde ich über eine Backend-Developer-Stelle, im Vertrag steht aber allgemein „Softwareentwickler“. Erster Vollzeit Softwareentwickler Job seit meinem Master und bin seit 2 Jahren in der Firma.
Seit etwa zwei Jahren betreue ich im Wesentlichen alleine eine komplette Webanwendung eines großen Kunden. Das System besteht aus mehreren Servern auf AWS, Lambdas, S3, mehreren SQL- und NoSQL-Datenbanken und weiterer gewachsener Infrastruktur. Die Anwendung kommuniziert mit IoT-Geräten; aktuell sind etwa 8.000 Anlagen im Feld, die zusätzlich noch lokal angebunden sind.
Am Anfang hatte ich etwas Unterstützung durch einen Senior, aber nach ein paar Monaten lag das Thema faktisch bei mir. Ich habe inzwischen auch das erste Produktivsystem aktualisiert. Das war extrem schwierig, weil die Anwendung über 10 Jahre alt ist, kaum gewartet wurde und die übergebene Dokumentation teilweise nicht funktioniert hat. Eigentlich ist jedes Deployment ein Risiko, weil man vieles nur unzureichend testen kann.
Parallel dazu wollte der Kunde, ein großer Konzern, eine Cloud-Plattform für alle bestehenden und zukünftigen Projekte aufbauen. Zusätzlich zur Betreuung des Bestandssystems wurde ich deshalb auch noch in die Entwicklung dieser Plattform gesteckt. Dort habe ich an Microservices, Kubernetes-Infrastruktur und weiteren Themen mitgebaut. Inzwischen laufen dort ungefähr 10 Projekte, die wir ebenfalls betreuen müssen. Das Team dafür ist sehr klein: etwa fünf Leute inklusive Seniors für DevOps-Themen, dazu kundenseitig ein Softwarearchitekt und ein Freelancer.
Viele Deployments für diese Projekte habe ich ebenfalls gemacht und mir vieles selbst beigebracht. Weiterbildung gibt es praktisch kaum. Im Prinzip heißt es: Kauf dir einen Udemy-Kurs und mach ihn irgendwie nebenbei, plus gelegentliche interne Vorträge. Mehr nicht.
Obwohl ich eigentlich im Backend bin, mache ich inzwischen alles Mögliche: Frontend-Anpassungen, Backend in verschiedenen Sprachen, Linux, Bash, Zertifikatsthemen, Deployment, Betriebsaufgaben und dazu noch organisatorische Themen. Ich habe mit AngularJS, JavaScript, Vue.js, Python, C#, Go und anderen Sachen gearbeitet, je nachdem, was gerade irgendwo brennt.
Dazu kommt, dass wir unsere Zeiten extrem detailliert erfassen müssen, inklusive Ticketnummern und teils in 15-Minuten-Schritten. Gleichzeitig sollen die Tickets immer aktuell sein, es gibt viele Regeln, Zuständigkeiten und Prozesse, und irgendwann verliert man komplett den Überblick. Teilweise erstellen wir unsere Tickets sogar selbst, weil es aus Sicht der Projektleitung „besser“ ist, wenn die Fachleute das direkt machen.
Der Ablauf in den Projekten ist oft ähnlich:
Ich habe in den letzten Monaten sehr viele Überstunden gemacht, teilweise nicht einmal vollständig erfasst. Letzte Woche waren es ungefähr 70 Stunden. Heute im Weekly fragte der Kunde nach einer Liste von IoTs, die ich prüfen sollte. Ich hatte das komplett aus dem Kopf verloren, weil ich parallel mit einem kritischen Deployment auf einem Produktivsystem mit tausenden Geräten beschäftigt war und mental einfach völlig überladen bin. Das Thema war zudem nicht einmal sauber als Ticket erfasst.
Meine Projektleitung meinte danach, dass ich dem Kunden so einen Eindruck nicht vermitteln dürfe. Nach außen nicke ich dann nur noch und funktioniere, aber innerlich bin ich komplett leer. Meine Gedanken sind gerade so: "Es macht nichts spaß und freude in meinem Leben, ich hasse diesen Job, ihr gebt mir sowieso keine große Gehaltserhöhung ich weiss wie ihr operiert von Kollegen, ich bin ein Mann der nichts mehr zu verlieren hat."
Ich bin ehrlich: Mir geht es psychisch gerade sehr schlecht. Ich habe ADHS, bei mir wurde in einer Vordiagnose eine Double Depression festgestellt, und ich merke, dass ich seit längerer Zeit eigentlich nur noch funktioniere. Nach der Arbeit sitze ich apathisch vor dem PC, schaue YouTube und gehe irgendwann schlafen. Freude oder Erholung gibt es kaum noch.
Ich bin Mitte 30, alleinstehend, habe wenig Kontakt zur Familie und fühle mich insgesamt sehr isoliert. Mein Gehalt liegt bei 55k inklusive Bonus. Eigentlich war mein Plan, noch auf 3–4 Jahre Erfahrung zu kommen und dann etwas Neues zu suchen, aber aktuell frage ich mich eher, wie lange ich diesen Zustand überhaupt noch durchhalte.
Seit etwa zwei Jahren betreue ich im Wesentlichen alleine eine komplette Webanwendung eines großen Kunden. Das System besteht aus mehreren Servern auf AWS, Lambdas, S3, mehreren SQL- und NoSQL-Datenbanken und weiterer gewachsener Infrastruktur. Die Anwendung kommuniziert mit IoT-Geräten; aktuell sind etwa 8.000 Anlagen im Feld, die zusätzlich noch lokal angebunden sind.
Am Anfang hatte ich etwas Unterstützung durch einen Senior, aber nach ein paar Monaten lag das Thema faktisch bei mir. Ich habe inzwischen auch das erste Produktivsystem aktualisiert. Das war extrem schwierig, weil die Anwendung über 10 Jahre alt ist, kaum gewartet wurde und die übergebene Dokumentation teilweise nicht funktioniert hat. Eigentlich ist jedes Deployment ein Risiko, weil man vieles nur unzureichend testen kann.
Parallel dazu wollte der Kunde, ein großer Konzern, eine Cloud-Plattform für alle bestehenden und zukünftigen Projekte aufbauen. Zusätzlich zur Betreuung des Bestandssystems wurde ich deshalb auch noch in die Entwicklung dieser Plattform gesteckt. Dort habe ich an Microservices, Kubernetes-Infrastruktur und weiteren Themen mitgebaut. Inzwischen laufen dort ungefähr 10 Projekte, die wir ebenfalls betreuen müssen. Das Team dafür ist sehr klein: etwa fünf Leute inklusive Seniors für DevOps-Themen, dazu kundenseitig ein Softwarearchitekt und ein Freelancer.
Viele Deployments für diese Projekte habe ich ebenfalls gemacht und mir vieles selbst beigebracht. Weiterbildung gibt es praktisch kaum. Im Prinzip heißt es: Kauf dir einen Udemy-Kurs und mach ihn irgendwie nebenbei, plus gelegentliche interne Vorträge. Mehr nicht.
Obwohl ich eigentlich im Backend bin, mache ich inzwischen alles Mögliche: Frontend-Anpassungen, Backend in verschiedenen Sprachen, Linux, Bash, Zertifikatsthemen, Deployment, Betriebsaufgaben und dazu noch organisatorische Themen. Ich habe mit AngularJS, JavaScript, Vue.js, Python, C#, Go und anderen Sachen gearbeitet, je nachdem, was gerade irgendwo brennt.
Dazu kommt, dass wir unsere Zeiten extrem detailliert erfassen müssen, inklusive Ticketnummern und teils in 15-Minuten-Schritten. Gleichzeitig sollen die Tickets immer aktuell sein, es gibt viele Regeln, Zuständigkeiten und Prozesse, und irgendwann verliert man komplett den Überblick. Teilweise erstellen wir unsere Tickets sogar selbst, weil es aus Sicht der Projektleitung „besser“ ist, wenn die Fachleute das direkt machen.
Der Ablauf in den Projekten ist oft ähnlich:
- Es wird knapp geschätzt.
- Das Budget reicht nicht.
- Danach dreht sich gefühlt jedes zweite Gespräch nur noch ums Budget.
Ich habe in den letzten Monaten sehr viele Überstunden gemacht, teilweise nicht einmal vollständig erfasst. Letzte Woche waren es ungefähr 70 Stunden. Heute im Weekly fragte der Kunde nach einer Liste von IoTs, die ich prüfen sollte. Ich hatte das komplett aus dem Kopf verloren, weil ich parallel mit einem kritischen Deployment auf einem Produktivsystem mit tausenden Geräten beschäftigt war und mental einfach völlig überladen bin. Das Thema war zudem nicht einmal sauber als Ticket erfasst.
Meine Projektleitung meinte danach, dass ich dem Kunden so einen Eindruck nicht vermitteln dürfe. Nach außen nicke ich dann nur noch und funktioniere, aber innerlich bin ich komplett leer. Meine Gedanken sind gerade so: "Es macht nichts spaß und freude in meinem Leben, ich hasse diesen Job, ihr gebt mir sowieso keine große Gehaltserhöhung ich weiss wie ihr operiert von Kollegen, ich bin ein Mann der nichts mehr zu verlieren hat."
Ich bin ehrlich: Mir geht es psychisch gerade sehr schlecht. Ich habe ADHS, bei mir wurde in einer Vordiagnose eine Double Depression festgestellt, und ich merke, dass ich seit längerer Zeit eigentlich nur noch funktioniere. Nach der Arbeit sitze ich apathisch vor dem PC, schaue YouTube und gehe irgendwann schlafen. Freude oder Erholung gibt es kaum noch.
Ich bin Mitte 30, alleinstehend, habe wenig Kontakt zur Familie und fühle mich insgesamt sehr isoliert. Mein Gehalt liegt bei 55k inklusive Bonus. Eigentlich war mein Plan, noch auf 3–4 Jahre Erfahrung zu kommen und dann etwas Neues zu suchen, aber aktuell frage ich mich eher, wie lange ich diesen Zustand überhaupt noch durchhalte.
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