So komplex ist auch wieder nicht

.
Der Trick ist im Endeffekt für etwas zu Spenden, in das man auch sonst Geld gesteckt hätte. Zum Beispiel gründest du (oder jemand der dir wohlgesonnenen ist) eine Stiftung, welcher steuerbegünstigte Zwecke zugesprochen werden, deren Vermögen dann aber in irgendeiner Form wieder dir selbst oder deinen Verwandten, deinem Verein, deiner Firma o. Ä. zu Gute kommt. Nun spendest du der Stiftung und kannst die Spende von deiner Steuerlast absetzen. Damit sparst du effektiv Geld, weil du das Geld was du gespendet hat sonst direkt für den jeweiligen Zweck verwendet hättest, es dann aber zuvor hättest versteuern müssen.
Ganz bedingungslos funktioniert es also nicht Steuern zu sparen in dem man etwas spendet, aber um z. B. Sonder-Einnahmen vor dem Zugriff des Fiskus zu bewahren sind private Stiftungen nach wie vor eine sehr beliebte Möglichkeit. Die Kriterien die eine Stiftung erfüllen muss, um steuerlich begünstigt zu sein, lassen genug Spielräume, um da etwas Passendes zusammen zu stricken, um sich damit irgendwelche eigenen Interessen zu finanzieren. Eine gewisse kriminelle Energie gehört da schon dazu - selbst wenn es pro forma legal ist.
Asozial sind diese Praktiken, sofern sie insgeheim ausschließlich mit der Absicht durchgeführt werden, die eigene Steuerlast zu senken, natürlich allemal, aber die Kriterien (z. B. die Selbstlosigkeit (§ 55 AO), lassen halt viel Spielraum für Zweckentfremdung dieser an sich gut gemeinten Mechanismen.
Sofern also jemand vor hat mit Spenden effektiv Steuern zu sparen statt z. B. das Geld vor dem Fiskus zu verbergen (sprich Schwarzgeld zu horten), muss er sich bisschen was einfallen lassen (oder jemanden dafür engagieren), den eigentlich Zweck des Vorhabens so undurchsichtig zu machen, dass es den Behörden leicht fällt, z. B. eine private Stiftung als steuerbegünstigt anzuerkennen.
Leider gibt es extrem viele Leute die daran nichts anstößig finden, weil sie der Meinung sind, dass Steuern grundsätzlich eh bloß Schikane sind. Zwar wird wohl fast jeder zustimmen, dass Steuermittel in einigen Bereichen falsch oder sogar kontraproduktiv verwendet werden, aber die Schlussfolgerung daraus, sich persönlich mit solchen Tricks von der Steuerlast zu befreien, ist imho trotzdem höchst bedenklich und hat stark asoziale Züge.
Auch Firmen nutzen Stiftungen und ähnliche Mechanismen gern, um Einnahmen nicht versteuern zu müssen, auch wenn es da vordergründig noch etwas schwieriger erscheint, am Ende vom eingesetzten Kapital doch wieder mehr oder weniger direkten wirtschaftlichen Nutzen für die spendende Firma zu haben.
Auch mit anderen Steuerspar-Taktiken können Firmen die Steuerlast drücken, ohne davon Nachteile zu haben. Dazu gehört es z. B. Verluste zu generieren, indem man andere Firmen aufkauft, diese vordergründig so weit ins Unternehmen integriert, dass man sie problemlos ausbeinen kann und sie dann zu macht, oder mit möglichst hohem nominellem Wertverlust wieder verkauft. Derartiges Verhalten wird steuerlich begünstigt und soll bekanntlich auch in großen Dimensionen funktionieren. Wobei es natürlich noch viele andere Möglichkeiten gibt sich vor dem Fiskus arm zu rechnen. Häufig heißt es: Je größer die Firma desto weniger Steuern zahlt sie spezifisch und profitiert ggfls. auch noch von vielen anderen staatlich gewährten Vergünstigungen (z. B. kostet Energie in Form von Gas oder Strom fast nur noch symbolische Summen, wenn man nur genug davon verbraucht...

).