Ist ein Konverter so gut wie echte Brennweite?

Han ist Solo

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Jan. 2011
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Hallo.

Ich habe vor meine Panasonic FZ7 etwas zu "tunen".

Ich wollte mir einen Weitwinkelkonverter zulegen.

Die Kamera hat eine Anfangsbrennweite von 36mm und 12 fach optischem Zoom.

Wenn ich nun ein WWKonverter mit dem Faktor 0,38 verwende, habe ich dann wirklich eine Brennweite von 14mm? Oder habe ich mich verrechnet?


Bekomme ich dann doppelt so viel auf´s Bild?
 
Die Benutzung eines Konverters mindert in jedem Fall die Bildqualität, da wesentlich mehr Lichtbrechungsprozesse stattfinden. Wie hoch dieser Qualitätsverlust ist, kann nur ein Praxistest zeigen.
Die Originalkonverter der Kompaktkamerahersteller sind in vielen Fällen sehr gut auf die Optiken der Kameras abgestimmt, so das sich die Qualitätsminderung in Grenzen hält.
Gruß
2011
 
Von der Brennweite stimmt das, der Bildausschnitt verhält sich dann wie bei einem echten 14mm Objektiv.
Allerdings kann die Abbildungsleistung etwas leiden, da der Konverter ja auch eine Linse hat, und wenn die nicht hochwertig genug ist, kann die Schärfe leiden, Verzerrungen auftreten etc. Auch die Lichtstärke kann leiden, wenn die Linse des Konverters schlecht ist. Also nicht das billigste kaufen und vorher im Netz ein paar Tests lesen (und am besten auch mal selber probieren) vor dem Kauf.
Ich hatte vor ein paar Jahren einen Konverter für meine LX3 von 24 auf 18mm (original von Panasonic) und konnte da keine Verschlechterung feststellen, auch Lichtstärke blieb gleich.

EDIT: Zu langsam.
 
2011 schrieb:
Die Benutzung eines Konverters mindert in jedem Fall die Bildqualität, da wesentlich mehr Lichtbrechungsprozesse stattfinden. Wie hoch dieser Qualitätsverlust ist, kann nur ein Praxistest zeigen.

in Ergänzung dazu: die nutzbare Blende verändert sich auch zu Ungunsten um mindest 1-2 Blendenstufen. Du brauchst mehr Licht oder mehr Zeit.
 
Ein Konverter kann nie so gut sein, wie eine "echte" Brennweite. Jedes Objektiv ist so gerechnet, dass der Brennpunkt auf der Film-/Sensor-Ebene liegt.

In der SLR-Fotografie werden Telekonverter zwischen Objektiv und Kamerabody angebracht. Hochwertige Konverter, die oft sogar speziell für ein bestimmtes Teleobjektiv gerechnet sind, um die Abbildungsleistung desselbigen so gering wie möglich negativ zu beeinflussen kosten rasch ein paar Hundert Euro.
Diese Minderung der Abbildungsqualität (auch schlechteres Kontrastverhalten, geringere Farbsättigung) kann man bei entsprechenden Vergrößerungen (oder auch auf guten Monitoren) erkennen.

In Deinem Fall kommt auf ein 12fach-Zoom, das ohnehin nie eine optische Bestleistung bieten kann, weil's ganz einfach bautechnisch/preislich/dimensional nicht machbar ist, ein Weitwinkelkonverter vor die Frontlinse.

Zusätzliche Lichtbrechung, Verstärkung von Abbildungsfehlern, stärkere Vignettierung, schlechtere Abbildungsleistung sind somit zwangsläufig vorprogrammiert.
Wenn Du damit leben kannst, okay, wenn Du aber höchste Ansprüche an die optische Abbildungsleistung hast, wirst mit dem Weitwinkelkonverter nicht wirklich glücklich werden.

Andererseits - Du fotografierst mit einer Panasonic FZ7 - also einer Geräteklasse, wo man ohnehin gewisse Kompromisse eingeht/eingehen muss.
Praktisch wäre es, wenn Du den Konverter irgendwo testen könntest, um Dir im Klaren zu werden, ob das Ergebnis Deinen Vorstellungen entspricht.

Wenn ich nun ein WWKonverter mit dem Faktor 0,38 verwende, habe ich dann wirklich eine Brennweite von 14mm? Oder habe ich mich verrechnet?

Bekomme ich dann doppelt so viel auf´s Bild?

Ja, beinahe. Wenn der Konverter die Brennweite um den Faktor 0,38 verringert, kommst auf 14 mm Kleinbildäquivalenten Bildwinkel.

Bezogen auf das Sensorformat Deiner Kamera (2,5" CCD = 4,3 mm x 5,76 mm, Sensordiagonale 7,188 mm) entspricht die "tatsächliche" kurze Brennweite Deines Objektivs (6 mm) vom Bildwinkel her (rund 62°) einem 35mm-Kleinbildobjektiv, somit ein leichtes Weitwinkel.

Die Brennweite würde sich mit dem Konverter rechnerisch auf 2,28 mm verkürzen (tut sie effektiv natürlich nicht) und hätte somit auf den 2,5"-Sensor bezogen einen Bildwinkel von rund 115 °, entspräche somit einem 14mm-Kleinbildobjektiv.

Einen Aspekt darfst Du dabei aber nicht außer Acht lassen - die Verzeichnung. Es ist anzunehmen, dass durch die Verwendung eines solchen Konverters eine deutlich tonnenförmige Verzeichnung die Folge sein wird, gerade Linien am Bildrand werden also "gebogen" abgebildet.
 
Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.

Wie Du schon sagtest, ist die Panasonic ein Kompromiss. Aber (wie ich finde) ein guter.

Sie macht schön Bilder. Ich bin soweit zufrieden. Ich besitze noch die TZ10. Auch diese macht im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut Bilder. Aber für Innenaufnahmen nehme ich immer noch die "Große". Alleine der Blitz ist um Welten besser. Nun stöhrte mich an der FZ7 der fehlende Weitwinkel. Wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat....!
Man bekommt ein Gruppe Menschen (z.B Party) viel besser auf`s Bild.
Eine neue Kamera wie die FZ38 oder FZ45 wollte ich mir nicht noch zusätzlich anschaffen.
Da dachte ich an einen WWKonverter.

Ich werde es einfach mal ausprobieren. Es gibt aber leider nicht mehr viel Auswahl, da die Nachfolgemodell alle einen kleineren Gewindedurchmesser haben!
 
@Han ist Solo:
(gut für Leia ;-) ^^)
Wie Du schon sagtest, ist die Panasonic ein Kompromiss. Aber (wie ich finde) ein guter.

Ja, ganz bestimmt sogar. Deswegen bitte meine Ansicht absolut nicht in der Kategorie "Die Kamera ist ein Witz, wer richtig fotografieren will, muss eine SINAR haben!" verbuchen.
Meine Meinung ist, dass Fotografieren eine wunderschöne Sache sein kann und jeder hat das Recht damit zu fotografieren, womit es ihm gefällt.

Naserümpfende SLR-Enthusiasten, die einen Allergieschub bekommen, wenn sich jemand mit einer Digitalkompaktknipse in ihrer Nähe aufhält, kann ich nicht verstehen.

Ich versuche, Leuten wie Dir bei ihren Entscheidungen zu helfen. Viele haben ja die Vorstellung, dass alles mit allem machbar sein muss oder sein sollte. Dass ich mit einer Panasonic FZ7 bei extremen Lichtverhältnissen kein rauschfreies Bild mit hohem Dynamikumfang erzielen werde können, wird jeder verstehen, der sich mit der Sensorthematik ein wenig beschäftigt hat.

Du hast eine Kamera, die für Dich passt, mit der Du zufrieden bist, die Dir aber am kurzen Brennweitenende "nicht kurz genug" ist.
Mit dem Weitwinkelkonverter kannst Dir dabei behelfen.

Ich hatte vor 11 Jahren die Canon Powershot G2. Die Kamera war nicht schlecht, im Nachhinein betrachtet sogar sehr gut. Sie hatte nämlich "nur 4,1 Megapixel". Für A4-Fotos mehr als ausreichend und die Bildqualität war für eine Kompakte wirklich nicht schlecht.
Seit Jahren geht ja der Trend - auch wenn er zwischenzeitlich wieder ein wenig rückläufig ist, weil man offenbar erkannt hat, dass es kontraproduktiv ist - in Richtung immer mehr Megapixel auf dem Sensor unterzubringen.
Auf einen 2,5"-Sensor oder kleiner 12 oder mehr Megapixel zu packen ist in meinen Augen eine Demonstration des technisch Machbaren, nicht aber des in punkto Abbildungsleistung technisch Sinnvollen.

Jedenfalls hatte ich mir zu der G2 auch den Canon-Weitwinkelkonverter dazu gekauft, weil mir der Weitwinkelbereich zu gemäßigt war.
Soooo schlecht war das Teil gar nicht. Und wenn man höchste Ansprüche an die Bildqualität hat, lässt man die "Kleine" eh zu Haus.
Viel Spaß mit Deinem Konverter!
lg,
tbird700
 
tbird700 schrieb:
@Han ist Solo:
(gut für Leia ;-) ^^)


Ja, ganz bestimmt sogar. Deswegen bitte meine Ansicht absolut nicht in der Kategorie "Die Kamera ist ein Witz, wer richtig fotografieren will, muss eine SINAR haben!" verbuchen.
Meine Meinung ist, dass Fotografieren eine wunderschöne Sache sein kann und jeder hat das Recht damit zu fotografieren, womit es ihm gefällt.

Naserümpfende SLR-Enthusiasten, die einen Allergieschub bekommen, wenn sich jemand mit einer Digitalkompaktknipse in ihrer Nähe aufhält, kann ich nicht verstehen.

Ich versuche, Leuten wie Dir bei ihren Entscheidungen zu helfen. Viele haben ja die Vorstellung, dass alles mit allem machbar sein muss oder sein sollte. Dass ich mit einer Panasonic FZ7 bei extremen Lichtverhältnissen kein rauschfreies Bild mit hohem Dynamikumfang erzielen werde können, wird jeder verstehen, der sich mit der Sensorthematik ein wenig beschäftigt hat.

Nein keine Angst, ich habe Dich nicht falsch verstanden. Mich hat das Thema DSLR auch schon mal gereizt. Aber die Kameras sind mir einfach zu schwer und groß.
Sogar meine FZ7 und mein MiniDV Camcorder waren mir im letzten Urlaub zu viel.
So sind wir zur TZ10 gekommen. Die AVCHD Videoaufnahmen sind im freien wirklich sehr gut. Aber ich bin froh, meine FZ7 behalten zu haben. Die Leica Objektive sind ja schon von hause aus von guter Qualität. Und eine Lichtstärke von 2,8 ist heute auch nicht mehr selbstverständlich.
6MP reichen (mir) auch völlig! Die Kamera macht im Innenbereich eindeutig die besseren Bilder. Auch fotografiere ich Personen lieber durch einen Sucher. Weiss nicht wiso, ist so ne´Eigenart von mir. Ich habe beim Camcorder auch immer den Sucher benutzt, Das Display war nur zu Kontrolle.
Eine FZ38 hätte mich auf interessiert. Diese kommt an einen Camcorder noch näher heran.
Aber die TZ10 habe ich halt immer in der Tasche, oder am Gürtel.


Zum Thema DSLR:
Habt ihr mal beodachtet wo die Programmwahlräder stehen? Richtig, in 90% der Fälle auf AUTO!
Ich mache mir bei Frunden gerne den Spass, "am Rad" zu drehen. Was sich da schon für Szenen abgespielt haben.:D Teilweise wurde ein Defekt vermutet!
Was hätte ich vor 15 Jahren dafür gegeben eine immer dabei Brennweite von 36-430mm zu haben. Auch ich habe mal Objektive geschleppt.

Ich möchte hier jetzt keine Diskusion pro/contra DSLR anfangen.
Es ist z.Z. halt schick/cool mit einer DSLR rumzulaufen und seinen Kinder von oben in´s Gesicht zu fotografieren.

Das andere Extrem ist z.Zeit:
Sein Kind bei der Einschulung, erstem Autritt usw. ,mit dem Smartphone zu fotografieren/filmen.
Das hat so etwas abwertendes, find ich!

Aber jedem das sein.;)
 
Oh, ich vertraue voll und ganz auf die manuellen Modi meiner DSLR und möchte die um nichts in der Welt hergeben müssen. Auch wenn es gewichtsmäßig schwerer ist, aber die Qualität ist einfach nicht zu vergleichen. Und das war es mir wert.
Von Leuten, die eine DSLR haben weil es schick ist und immer AUTO drinnen haben, halte ich nicht sonderlich viel.

Wie Han ist Solo schon sagte:
Aber jedem das seine.
 
Zuletzt bearbeitet:
So,ich habe einen WW Konverter erworben. Er passt perfekt auf die FZ7. Aber leider nur vom Anschluß!
Es ist immer der Rand des Konferters zu sehen. Man "guckt durch die Röhre".
Das ist aber mit ein wenig Zoom zu beheben. Dann hat der Konverter immer noch jede Menge Weitwinkel.
Es entsteht auch eine leichte Unschärfe am Bildrand!
Hier mal zwei Fotos von meinem Garagentor. Mit und ohne Konverter. Die Verzeichnung hält sich in Grenzen.





Der Konverter hat 15€ gekostet, mit Macroaufsatz! Ich werde das Wochende mal ein wenig rumspielen.
 
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