IT-Berater - Nur in den großen Beratungsfirmen interessant?

KROKvsKROK

Ensign
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Apr. 2013
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Hallo,

Mit dem Beruf des IT-Beraters verbinde ich jemanden, der ständig im Anzug mit Gepäck unterwegs ist, aus dem Koffer in Hotels lebt, und ständig am reisen ist. Das trifft denke ich soweit i.d.R. auch zu.

Das ganze lässt sich aber nun weit dehnen. Ich führe mal 2 überspitzte Extrembeispiele auf:

1. Beispiel:
IT-Berater auf Deutschland beschränkt. Kunden können auch mal in Großstädten liegen, aber auch mitten im Nirgendwo, wo nichts los ist. Reisen tut man zwar viel, aber eher mit dem Auto oder Zug.

2. Beispiel:
IT-Berater, welcher international (weltweit) tätig ist. Dementsprechend ist Auto oder Zug als Reisemittel eher selten, sondern Fliegen und Taxi sind die Regel. Die Kunden liegen eher in den Großstädten.

Beim 1. Beispiel wäre mir das ganze zu langweilig.
Das 2. Beispiel dagegen hat schon etwas von "High Society". Man fliegt viel, lässt sich von Taxen irgendwo hinfahren. Ist viel im Ausland unterwegs, sieht viel von der Welt usw....

Mir ist klar, dass man als junger Einsteiger natürlich nicht direkt ab der 1. Woche anfängt um die Welt zu fliegen. Aber mich würde mal interessieren, welches dieser beiden Beispiele denn realistischer ist? Oder anders gefragt: Ist das 2. Beispiel realistisch, und falls ja, ist dieses Beispiel nur in den großen bekannten Beratungsfirmen anzutreffen?
 
Kannst ja in dem Kontext mal etwas bei

http://www.de.capgemini.com/karriere

stöbern. Vielleicht hilft dir das ja etwas weiter. Evtl. auch über Nachrichten oder Recherche über Google.
 
sowas findest du in allen möglichen IT-firmen, muss nicht immer ein großer konzern sein.
solange du bereit bist, dich aufzuopfern und ausgebeutet zu werden, bist du herzlich willkommen ;)

viel spaß!
 
Also die meisten zukünftigen Berater sollten erst Mal erste Erfahrungen im Bereich Projektmanagement, Teamarbeit und Menschenführung sammeln. Tun sie das nicht, ist es um so schlimmer wenn irgendwelche Jungspunde in Firmen auftauchen, die alles durcheinander bringen. So mancher passt dabei kaum in seinen Anzug rein oder rasiert sich erst seit ein paar Monaten ;)

Nur weil die Eltern ein gutes Studium und ein übermäßiges Selbstbewusstsein finanziert haben, heißt das noch lange nicht daß man auch alles weiß. Erfahrung kann man nicht in einer Ausbildung erlernen, die muss man erleben und sammeln. Auch durch so manche berufliche Niederlage lernt man erst Mal Maß und Anstand.

Die meisten frisch Ausstudierten sind zwischenmenschlich noch unerfahren und impulsiv, um so schlimmer wenn man solche gleich ans Ruder setzt und den Zampano spielen lässt, wie es heute leider schnell üblich ist.

Viele Anfänger und angehende Erfolgstypen meinen auch mit Dauererreichbarkeit und einer 60-80 Stundenwoche die Konkurrenz ausstechen zu wollen, und bedenken dabei aber nicht daß sie mit 40 Jahren mit einer solchen Methode oft schon Wracks sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Du gerade dabei bist Dich aufs Abi vorzubereiten und einen Job zu suchen, dann versuchs doch für den Anfang mit realistischen Zielen.

Wenn Du fliegen willst, versuch Pilot zu werden oder werd Flugbegleiter.
Wenn Du Taxi fahren willst ... naja, versteht sich von selbst :)

Wenn Du möchtest, dass Dich ein Kunde aus Singapur dafür bezahlt, dass Du per Flieger zu ihm kommst um ihm etwas zu erklären, dann werd ein verdammt guter Fachmann auf Deinem Gebiet und verabschiede Dich auf absehbare Zeit von einer Familie.

Soweit ich das aus meinem Berufsleben bisher beurteilen kann wartet niemand da draussen darauf, Dir eine Urlaubsreise zu bezahlen.
 
Das kommt drauf an. Ich würde sagen bei einem großen Konzern stehen die Chancen auf internationalen Einsatz höher, aber wirklich abhängig ist das von der Software/Hardware die man an den Mann bringt. Bei 0815 Software wirst du nicht um die Welt kommen, handelt es sich um ein Spezialsoftware, die vlt. nur von der einen Firma angeboten wird (zur eigenen Hardware), dann schon deutlich eher.

Beispiel 1: arbeitest du für eine Firma die weltweit z.B. Spezialmaschinen inkl. Software herstellt und du bist einer der Softwarespezialisten, wirst du entsprechend häufig für die Planung, Entwicklung und Inbetriebnahme beim Kunden vor Ort sein.
Beispiel 2 (RL von freier Mitarbeiter aus meiner Abteilung): Ein großes Finanzinstitut führt ein neues Bezahlsystem (oder vergleichbares) ein. Das Projekt wird auf freischaffende Mitarbeiter aufgeteilt, der Hauptsitz ist in Europa/Deutschland, Server stehen in Europa/Irland, USA/Kalifornien und irgendwo im Pazifik (Australien?, weiß nicht mehr). Zu Inbetriebnahme geht es einmal nach Kalifornien für vier Wochen zum Projektteilnehmer/"Zulieferer", Monate später eine Woche nach Irland, die meiste Arbeit geschieht von Zuhause übers Internet. Auslandsbezahlung 1000 Euro/Tag. Zum Abschluss geht es beruflich nach Australien (? oder so) und danach zur bezahlten Urlaubsreise nach Singapur auf Einladung des Finanzinstituts.
Beispiel 3: Deutscher Technologie Konzern mit Aufträgen mit zu Stahlwerken. Der entsprechende Projektleiter ist zu 80% auf Reise um sich um den Aufbau und Betrieb der jeweiligen Anlagen zu kümmern.

Zum Abschluss muss ich sagen, dass es wohl relativ egal ist, ob du in Japan, China oder innerhalb Deutschlands reisen musst. Es ist immer stressig, Freizeit hat man nicht viel und Zeit für Freunde noch weniger. Jeder muss für sich selbst entscheiden ob er das möchte. Glamour kannst du vergessen. Mehr als Reisen, Schlafen, Arbeiten und zum nächsten Transportmittel hetzen tut man in der Regel nicht. Tut man es doch, dann hat man nen guten Arbeitgeber, der ein z.B. mal drei Tage frei gibt, damit man vor Ort was machen kann.
 
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Du wirst viel Zeit im Büro mit telefonieren und K"Klinken putzen" verbringen. IT-Berater sind in etwa so beliebt wie Versicherungsvertreter und Zeugen Jehovas Sonntags morgens um 7 an der Haustür...

Es kommt ganz massiv drauf an, bei welchem Unternehmen du arbeitest, aber das mit dem Weltweiten reisen... kannst du eigentlich fast überall vergessen, Reisen kostet Geld und Zeit, also noch mehr Geld, du wirst die Zeit so es denn nur irgendwie geht von deinen Kunden ans Telefon gefesselt und sollst nach Möglichkeit bitte alles von "zu Hause" erledigen.

Natürlich wirst du auch mal zu Kunden fahren, dann aber in der Regel, um ihnen Geld für neue Projekte aus den Rippen zu leiern bzw. dir einen Einlauf abzuholen. Je nachdem, in welchem Bereich du tätig bist, Rechne mal damit, dass du bei einem Projekt über 2 Jahre vielleicht 2-3 Wochen beim Kunden bist, sonst schön brav im Büro sitzen wirst.
 
also erstmal muss man eine gewisse Erfahrung haben, um jemand anderen beraten zu können!

als "Jungspund" sollte man also erstmal kleine Brötchen backen, seine Sporen muss man sich erstmal verdienen (und sich dafür auf ein Spezial-Gebiet konzentrieren).

Ich habe selber IT Leute eingestellt. Mich würde wirklich mal interessieren, was diesen Leuten auf den Fortbildung-Schulen eingetrichtert wird?!? Da läuft wohl ein Tonband in Endlosschleife: "ich kann alles, ich bin der beste, ich bin der tollste, ich kann alles...".

Original: in der Bewerbung steht klar drin: "Programmier-Kenntnisse sehr gut" (ohne weitere Angaben). Beim Bewerbungsgespräch haben wir den Kandidaten gefragt, welche Programmiersprachen er denn kann, Antwort: Alle (kein Witz!). Ok, wie sieht es mit C aus? Ja, kann er. Ja dann fangen Sie doch einfach mal mit einer main Deklaration anfangen und z.B. ein "hell world" aufschreiben.
Der hatte absolut keine Ahnung was er überhaupt machen sollte...

Weiterhin machen sich die Leute ziemlich falsche Vorstellungen davon, wie "toll" diese Reisen sind! Man darf ja nicht vergessen, dass offiziell Reisezeit keine Dienstzeit ist (hängt vom Job/Vertrag ab, aber das ist die Basis Regel).
Ich glaube ich war irgendwas zwischen 9 bis 12 mal in Kopenhagen, bevor ich es einmal bis zur kleinen Mehrjungfrau geschafft habe.
"Normal" sieht das so aus:
Montag früh mitten in der Nacht zwischen 4 und 5 aufstehen, auf den Shuttle Service von BS->H warten, die Fahrt dauert ca. 45 Minuten, aber wird wegen Staugefahr mit einer guten Stunde angesetzt, man ist also viel zu früh am Flughafen und döst noch etwas vor sich hin (was soll man am Hannover Airport ;) auch schon anderes machen, auswendig kennt man ihn eh schon). Irgendwann kann man runter in den Bus, der einen über das Rollfeld zu diesen komischen Turbopropp Schachteln bringt. Da sitzt man auch noch eine Weile bis es endlich in die Luft geht. Eine Stunde Flug, wir sind in Kopenhagen, wenn man nicht alle seine Klamotten ins Handgepäck bekommen hat (was ich bei einem 3 Tage Tripp nie schaffe), muss man sich jetzt erstmal ans das Band stellen und auf seinen Koffer warten. Zum Taxi, von dieser Halbinsel runter mitten durch die Landeshauptstadt (zugegeben etwas gemütlicher als London & Co. aber trotzdem). Mit etwas Glück ist man dann zwischen 10 und 11Uhr in der Firma. Dort drückt man sich bis Abends gegen 7 oder 8 in Meetingräumen rum, die manchmal nichtmal Fenster haben, weil sie im Innenteil des Gebäudes sind. Dafür bläst einem die Klima Anlage in den Nacken.
Wenn alle Meetings durch sind, schnell den Koffer vom Pförtner abholen und sich ein Taxi zum Hotel rufen lassen. Einchecken, frisch machen, kurz Klamotten aufhängen/einräumen und schon muss man wieder los, um sich irgendwo in der Stadt (es ist natürlich inzwischen dunkel) mit den Kollegen/Geschäftspartnern zum Essen zu treffen. Eigentlich wartet man nur auf den richtigen Zeitpunkt, unter irgendeinem Vorwand endlich ins Hotel/Bett zu kommen.
Nächsten Morgen geht dann wieder früh der Wecker, Hotelfrühstück (das ist eigentlich noch das beste an der Sache) und der Stress geht von vorne los.

Ok, ich bin einmal über den roten Platz gegangen (abends um 21Uhr Anfang Februar bei -15°, ganz tolles Erlebnis...) (die U-Bahnhöfe sind aber wirklich sehenswert!). Ich war auch in London (ohne etwas davon gesehen zu haben, außer Paddington und der Schnell-Bahn nach Heathrow). Das beste war immer noch Arizona und der Sonnenuntergang am Grand Canyon.
Aber mal ganz ehrlich? Da kann man sich lieber privat in den Flieger setzen und "ganz gemütlich" Urlaub machen, statt sich den Kram nebenbei bei einer Dienstreise anzutun.

Ich glaube jeder der das mal eine Weile mitgemacht wird mir zustimmen, dass es wesentlich schöner ist, wenn man NICHT Reisen muss!
 
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Ist beides möglich... Kommt halt auch darauf an wie gut und wie spezialisiert du bist.

Erste Möglichkeit, du Arbeitest in einer Firma mit Aussenstandorten... du musst mal hier mal das was einrichten.

Zweite Möglichkeit du arbeitest in einer International tätigen Firma die eine spezialisierte Software entwickelt. Du musst Integrationen auf der ganzen Welt durchführen.

Aber darüber würd ich noch nicht nachdenken. So wie ich aus deinen anderen Threads rausgelesen habe bist du ja noch nicht am arbeiten sondern noch im Studium. Wenn du das durch hast, wirst du besser wissen, was du willst.
 
Kannst du mir "...Nirgendwo, wo nichts los ist..." mal genauer erklären? Was soll dort los sein? Meinst du, mal kurz bei einer Firma vorbei schauen, 'nen Job erledigen und dann abends/nachts Party feiern? Vielleicht wie in div. Videospielen oder TV-Serien?

Dann nimm mich mit, ich kann Kaltaquise auf einem wachsenden (Welt-)Markt und will expandieren.
 
@ Postman: Wow was für eine verbitterte voreingenommene Meinung.
Welcher Student hat dir denn ans Pein gepinkelt, dass dieser Hass auf diese so groß ist?
Musst ja ein wunderbarer und toleranter Kollege und hoffentlich nicht Vorgesetzter sein.

Diese übertriebenen Antworten meine Güte, er hat ne normale neutrale Frage gestellt und nicht behauptet er will nächste Woche euer Boss (ihr ja 40 Jahre+ Erfahrene im IT-Beruf seid...) werden.
 
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Das von Postmann kommt mir sehr bekannt vor.
Wenn man nicht das Glück hat, bei finanziell "normalen" Eltern in einer "normalen" Welt aufzuwachsen, gibt es schon tagtäglich Probleme wie (im Jurastudium) "Wenn mir jemand den TV runterwirft, wieso darf ich Ihn nicht in die fresse (!) Schlagen und gut ists" oder "Ich weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll. Hab doch bald Geburtstag, und Papi schenkt mir nur einen Porsche 911 Turbo, dabei wollte ich doch einen Lamborgini haben. Ich weiß einfach nicht mehr weiter". "Hey, du bist mir auf den Schuh getreten. Dich bringe ich vor Gericht. Wer kann Zeuge machen das er meinen Schuh dreckig gemacht hat." "Hey, ich hab ein Notizheft, bei dem alle Seiten aus Gold sind - Und was macht man damit - Pff, das weißt du doch nicht - Kann man da auch etwas hineinschreiben - hilfloser Blick".

Auswendig lernen können Sie, aber so etwas wie gesunden Menschenverstand oder Verhaltensweißen gibt es nicht. Tagtäglich.

Mal von den Firmen alleine in meinem "ländlichem Landkreis" ganz zu schweigen, die durch "Manager" frisch von der Uni in unter 5 Jahren insolvent gehen, das sagt auch was aus.
 
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antred schrieb:
Was hat er denn so furchtbares gesagt, außer daß ein Studium allein nix bringt ohne Erfahrung im Berufsleben? :confused_alt:

Der ganze Post strotzt nur so von Vorurteilen und Hass, einfach lächerlich was für engstirnige Leute sich hier tummeln.

Jaja alle gleich diese bösen bösen Stundeten.
Viel Spaß noch beim runterziehen. ;)
 
Traxx555 schrieb:
@ Postman: Wow was für eine verbitterte voreingenommene Meinung.
Welcher Student hat dir denn ans Pein gepinkelt, dass dieser Hass auf diese so groß ist?
Musst ja ein wunderbarer und toleranter Kollege und hoffentlich nicht Vorgesetzter sein.

Diese übertriebenen Antworten meine Güte, er hat ne normale neutrale Frage gestellt und nicht behauptet er will nächste Woche euer Boss (ihr ja 40 Jahre+ Erfahrene im IT-Beruf seid...) werden.

Also von Hass lese ich nicht aus meinem Geschrieben nicht heraus, ich weiß nicht wie du darauf kommst?
Vielleicht konnte ich nur mit dem Eröffnungsbeitrag mit den Klischeevorstellungen nicht viel anfangen, welche doch genau in diese Richtung hingewiesen hat.

Leider laufen gerade in der IT eben viele Blender herum und leider kann man mit rhetorischen Fähigkeiten und Vitamin B einiges an fehlendem Fachwissen kompensieren.
In der Tat ziehe ich aber vor Jemandem den Hut, der sich vor allem mittels mehrerer beruflich genutzter Perspektiven fortlaufend weiterbildet und nicht nur mit Diplomen und Abschlüssen protzt.

Und nein ich bin kein Beschäftigter mit Personalverantwortung - ich bin aktuell im schnelllebigen Callcenterbereich tätig und habe schon einiges in meinen 27 Berufsjahren erlebt. Was hat dies aber mit meiner Meinung zu den Erfahrungswerten zu tun?


Traxx555 schrieb:
Der ganze Post strotzt nur so von Vorurteilen und Hass ...

Schon mit deiner Einleitung disqualifizierst du dich doch selbst ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
dieser thread gehört übrigens verschoben in den bereich "Bildung, Beruf und Zukunftspläne"
 
Traxx555 schrieb:
Der ganze Post strotzt nur so von Vorurteilen und Hass, einfach lächerlich was für engstirnige Leute sich hier tummeln.

Jaja alle gleich diese bösen bösen Stundeten.
Viel Spaß noch beim runterziehen. ;)

Das hat doch überhaupt niemand gesagt. Weder am Studieren noch an Studenten ist irgend was verkehrt. Es wurde lediglich die Aussage getroffen, daß ein frisch von der Uni abgefertigter Student (im Regelfall) noch lange nicht bereit ist, irgend welche Unternehmen zu beraten. Dazu muß er erst ein mal einige Jahre lang wertvolle Erfahrung sammeln, sowohl im technischen Feld als auch im Umgang mit Kollegen und Geschäftspartnern.
 
Mickey Mouse schrieb:
Ich habe selber IT Leute eingestellt. Mich würde wirklich mal interessieren, was diesen Leuten auf den Fortbildung-Schulen eingetrichtert wird?!? Da läuft wohl ein Tonband in Endlosschleife: "ich kann alles, ich bin der beste, ich bin der tollste, ich kann alles...".

Original: in der Bewerbung steht klar drin: "Programmier-Kenntnisse sehr gut" (ohne weitere Angaben). Beim Bewerbungsgespräch haben wir den Kandidaten gefragt, welche Programmiersprachen er denn kann, Antwort: Alle (kein Witz!). Ok, wie sieht es mit C aus? Ja, kann er. Ja dann fangen Sie doch einfach mal mit einer main Deklaration anfangen und z.B. ein "hell world" aufschreiben.
Der hatte absolut keine Ahnung was er überhaupt machen sollte...
Das wird denen nicht auf den Fortbildungs-Schulen eingetrichtert, sondern von Bewerbungsratgebern. Da wird stets betont, dass man immer die eigenen Fähigkeiten besonders positiv darstellen soll.

Und aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass solche Bewerbungsratgeber damit auch keineswegs unrecht haben. Beispiel: ich bewarb mich bei einer Firma als C++ Entwickler, hatte aber noch nie mit Visual Studio gearbeitet, sondern nur mit freien IDEs wie Dev-C++. Das habe ich beim Vorstellungsgespräch dann auch so kommuniziert. Erwies sich als nicht ganz so gute Idee (O-Ton: "Sie müssten sich dann ja erst in eine neue Entwicklungsumgebung einarbeiten..."). Bei einer anderen Bewerbung habe ich diese Detail dann unerwähnt gelassen. Und wurde prompt genommen.

Mickey Mouse schrieb:
Weiterhin machen sich die Leute ziemlich falsche Vorstellungen davon, wie "toll" diese Reisen sind! Man darf ja nicht vergessen, dass offiziell Reisezeit keine Dienstzeit ist (hängt vom Job/Vertrag ab, aber das ist die Basis Regel).
Ich glaube ich war irgendwas zwischen 9 bis 12 mal in Kopenhagen, bevor ich es einmal bis zur kleinen Mehrjungfrau geschafft habe.
"Normal" sieht das so aus:
Montag früh mitten in der Nacht zwischen 4 und 5 aufstehen, auf den Shuttle Service von BS->H warten, die Fahrt dauert ca. 45 Minuten, aber wird wegen Staugefahr mit einer guten Stunde angesetzt, man ist also viel zu früh am Flughafen und döst noch etwas vor sich hin (was soll man am Hannover Airport ;) auch schon anderes machen, auswendig kennt man ihn eh schon). Irgendwann kann man runter in den Bus, der einen über das Rollfeld zu diesen komischen Turbopropp Schachteln bringt. Da sitzt man auch noch eine Weile bis es endlich in die Luft geht. Eine Stunde Flug, wir sind in Kopenhagen, wenn man nicht alle seine Klamotten ins Handgepäck bekommen hat (was ich bei einem 3 Tage Tripp nie schaffe), muss man sich jetzt erstmal ans das Band stellen und auf seinen Koffer warten. Zum Taxi, von dieser Halbinsel runter mitten durch die Landeshauptstadt (zugegeben etwas gemütlicher als London & Co. aber trotzdem). Mit etwas Glück ist man dann zwischen 10 und 11Uhr in der Firma. Dort drückt man sich bis Abends gegen 7 oder 8 in Meetingräumen rum, die manchmal nichtmal Fenster haben, weil sie im Innenteil des Gebäudes sind. Dafür bläst einem die Klima Anlage in den Nacken.
Wenn alle Meetings durch sind, schnell den Koffer vom Pförtner abholen und sich ein Taxi zum Hotel rufen lassen. Einchecken, frisch machen, kurz Klamotten aufhängen/einräumen und schon muss man wieder los, um sich irgendwo in der Stadt (es ist natürlich inzwischen dunkel) mit den Kollegen/Geschäftspartnern zum Essen zu treffen. Eigentlich wartet man nur auf den richtigen Zeitpunkt, unter irgendeinem Vorwand endlich ins Hotel/Bett zu kommen.
Nächsten Morgen geht dann wieder früh der Wecker, Hotelfrühstück (das ist eigentlich noch das beste an der Sache) und der Stress geht von vorne los.
Ich denke mal, da kommt es maßgeblich darauf an, ob man am nächsten Morgen dann gleich in den nächsten Flieger zum nächsten Termin steigen muss, oder einige Tage vor Ort bleibt. Ich selber habe auch schon die eine oder andere Dienstreise absolviert, bin dann allerdings meist ein paar Tage bis eine Woche am selben Ort geblieben. Das ist sicherlich angenehmer direkt schon wieder woanders hin zu müssen.
 
dienstreisen sind anfangs schon sehr stressig, bis sie irgendwann mal zum langweiligen alltag werden.
anfangs macht man sich immer einen kopf, man könne den flug verpassen, irgendwas zu hause zu vergessen, etwas im hotel zu vergessen etc.
ein abreisetag geht dann auch schon mal von 8 bis 23 uhr bis man endlich zu hause ankommt. am anreisetag steht man, wie schon berichtet, meist um 5 uhr auf.
am wochenende ist man nur mit sachen waschen beschäftigt und freunde hat man keine mehr, nur noch arbeitskollegen.

meist aber arbeitet man auch täglich 10 stunden anstatt 8, damit man den an und abreisetag ausgleichen kann, oder nur 4 tage statt 5 vor ort sein muss.
dadurch bleibt nicht mehr viel zeit und energie, nach feierabend sich die stadt (meist aber sowieso büro/industrie randviertel) im dunkeln anzuschauen.

allerdings macht ein hotelleben einige zeit schon spaß. jeden tag frühstück vom büffet und zimmer werden jeden tag geputzt. spa angebote. oft kann man (oder muss zb. wegen messen) sich auch jede woche ein anderes hotel aussuchen.
zusätzlich sind das höhere einkommen wegen den gesetzlich vorgeschriebenen spesen/verpflegungszuschüssen und die einsparungen heizung/strom/wasser am eigenen wohnort interessant.
 
das hängt dann aber auch wieder davon ab, wie "sauber" die Firma ist oder genau anders herum: wie scharf das Finanzamt auf sie ist!

Wenn dir die Firma den Flug bezahlt und du bleibst noch privat etwas länger, dann musst du offiziell die Flugkosten anteilig als Geldwertenden-Vorteil versteuern! Das wird wohl kaum jemals jemand so gemacht haben, aber viele Firmen blocken das aus diesem Grund von vornherein ab!

Und das mit dem "Verschweigen" beim Vorstellungsgespräch sehe ich anders. Entweder einer Firma kommt es darauf an, dann werden sie auch explizit danach fragen! Oder sie gehen davon aus, dass sie sich ihre "Rohdiamanten" eh noch zurecht schleifen müssen und akzeptieren das (die achten dann auf ganz andere Dinge, als mit welcher IDE man gearbeitet hat). Ohne Details zu kennen denke ich mal, dass du ganz froh sein solltest bei der ersten Firma nicht unterkommen zu sein. Wenn denen das so wichtig ist, dann wollten die nur kurzfristig eine "Aushilfe" und wer weiß, wie das am Ende der Probezeit ausgesehen hätte.

Ich bin mal gespannt, ob sich der TE überhaupt nochmal zu dem Thema äußert?!?
Der Bereich ist ja auch extrem vielschichtig. Den Löwen-Anteil aller "IT-Berater" in D-Land dürften die SAP Hansels sein. Die ziehen i.d.R. ein Projekt für mehrere Monate an einem Ort durch und wohnen dann in irgendwelchen "Hütten", kein Hotel aber auch keine richtige Wohnung, das wäre der Horror für mich.
Ich kenne andere Leute, die weltweit Rechenzentren aufbauen. Die müssen sich aber dann mit den lokalen Gesetzen und Bauvorschriften auskennen (wo darf die Außeneinheit einer Klimaanlage montiert werden (Lärm usw.)) genauso wie mit den technischen Details. Das sind alles Dinge, die kein Mensch auf der Uni oder auf einer Fach-Schule gelernt hat!
 
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