Kaufberatung iMac: Welche alten iMacs lohnen sich noch? Oder doch ein Neugerät?

iggam

Lt. Junior Grade
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Hallo,

vor längerer Zeit habe ich bereits gute Beratungen zum Computerkauf hier erhalten, und nun wende ich mich wieder ans Forum. Ich spiele mit dem Gedanken mir einen iMac zuzulegen. Der absolute Schwerpunkt des Geräts soll bei der Musikproduktion liegen und seit geraumer Zeit beobachte ich Angebote zu iMacs aus verschiedenen Jahren. Meine Frage ist, wie weit man wohl zurückgehen kann, um noch eine zeitgemäßge Leistung zu bekommen? (Auch wenn zeitgemäßg bei Computerhardware immer relativ ist..)
Salopp formuliert: Taugen iMacs aus den Jahren 2012 heutzutage noch etwas? Gibt es vielleicht eine Seite, die z.b iMacs aus den letzten 5 Jahren mit Benchmarktests vergleicht? Welche Nachteile birgt der Kauf? Lohnt es sich einfach noch etwas zu sparen, weil man mit den 2015er Modellen deutlich mehr Leistung bekommt als noch vor 3 Jahren?

Gerade bei der Musikproduktion ist viel Platz auf dem Bildschirm von Vorteil, weshalb die 27 Zoll Version in meinen Augen mehr Sinn machen würde als die 21 Zoll Variante.
Da mein Budget in etwa bei 1500 Euro liegt, komme ich überhaupt darauf nach Gebrauchtgeräten zu schauen. Ein aktuelles 27 Zoll Neugerät ist für den Preis nicht zu haben, jedoch Gebrauchtgeräte in der 27 Zoll Version von 2013 und 2014.

Ich würde mich über Anregungen, Meinungen etc. freuen!

Besten Gruß
 
Das kommt auf die verwendete Software und in der Verwendung dieser.
Auch mit dem uralten Mac kann man Musikproduktion betreiben.
 
Kommt vor allem darauf an was für dich Musikproduktion bedeutet.

Aber generell sind late2012 iMacs absolut tauglich.
Es kommt vor allem auf den Arbeitsspeicher an.
Eine SSD kann bei vielen Virtuellen Instrumenten sehr nützlich sein und ist ein preiswertes Upgrade.
CPU ist meist zweitrangig, vor allem bei aktuellen DAWs.
(Außer Pro Tools 10 und darunter, das frisst so ziemlich jede CPU zum Frühstück)

Edit:
Nachteile zu aktuellen iMacs ergeben sich für den von dir angepeilten Anwendungsbereich quasi nicht.
Thunderbolt ist vorhanden.
Auflösung ist mehr als ausreichend.
Ram ist zwar auf 16GB limitiert, sollte aber mehr als ausreichend sein.

PS:
Hier kannst du selbst vergleichen:
http://www.everymac.com/ultimate-mac-comparison-chart/?compare=all-intel-macs
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich nutze noch ProTools 8. Ein Upgrade + neues Interface findet eventuell auch in absehbarer Zukunft statt. Zur Musikproduktion: Ich sag mal 30-40 Spuren sollten schon drin sein + einen Haufen an Plugins, virtuelle Instrumente. Der Phenom x4 955, der mich die letzten Jahre begleitet hat, die 4GB RAM und die gute, alte Supertalent 64GB SSD kommen da teilweise schon an ihre Grenzen und selbst von den 2012er iMacs verspreche ich mir eigentlich schon eine Leistungssteigerung. Ich möchte den alten PC auch gerne als Zweitrechner weiternutzen, nur eben für die Musikproduktion komplett auf den iMac umsteigen, und diesen nicht mit anderem "Datenmüll" belasten.
 
Ich würde dir an der Stelle dringend zum Wechsel auf eine aktuellere DAW raten.
Die Leistungssteigerung ist weitaus größer als jedes Hardwareupgrade.

PT11/12 sind gefühlt (Achtung ich übertreibe nicht) 200-300 mal schneller und stabiler auf gleicher Hardware als PT9.
Reaper ist eine weitere gute Alternative und kann sehr gut an den gewohnten Protools-Workflow angepasst werden.
Logic und Cubase besitze ich leider nicht und kann daher dazu nichts sagen.

Praxis-Beispiel:
Unter PT9 musste ich Buffer-Sizes von 1024Samples+ fahren um noch vernünftig arbeiten zu können.
Tracking mit Plugins war daher nicht mehr möglich.
PT9 meckerte gerne beim Bounce über die CPU, usw....
Seit ich auf PT12 gewechselt bin, nutze ich am selben Rechner das selbe Projekt mit 64Samples Buffer-Size.
CPU-Last geht selten über 40% (wenn überhaupt)
UND OFFLINE BOUNCE!
Das gleiche gilt für Reaper, leider bin ich zu lange mit Protools unterwegs und konnte mich daher nie ganz damit anfreunden, aber es ist eine sehr gute DAW.

In einem Studio, in welchem ich häufig zu Gange bin, steht ein iMac von Ende 2012 mit i5 und 16GB-RAM.
Dort hat bisher noch keiner einen Gedanken daran verschwendet in einen neuen Mac zu investieren (nur in neue Mics und Plugins :P )
 
Mit dem Umsteigen auf eine aktuellere DAW hast du wohl recht. Dass der Unterschied, aber doch so eklatant ist, war mir nicht bewusst.
Buffer-Sizes von 1024 Samples+ kommen mir bekannt vor... Nichts geht über "Play" drücken und der anschließende "stotternde" Sound plus Fehlermeldung :D

Also zusammenfassend lässt sich sagen:
1. Oberstes Gebot ist ein Upgrade auf PT 11/12.
2. Auch iMacs von 2012 würden noch die gewünschte Leistung bringen, im Hinblick auf mein genanntes Anwendungsgebiet. Zu beachten ist genug RAM und FusionDrive? Aber das ist ja, soweit ich weiß, seit 2012 in den iMacs integriert.

Könnte mir vielleicht noch jemand die Unterschiede bei den i5's erklären? Manchmal lese ich i5 2,9 Ghz und manchmal i5 3,2 Ghz für den iMac als 27''. Sorry, falls es eine dumme Frage ist, aber vor 6,7 Jahren war ich top informiert und nachdem ich meinen PC damals zusammengebaut hatte, bin ich irgendwie ausgestiegen, was die Technik angeht und dann ist einiges an mir vorbeigegangen...


Edit:
Anders gefragt:
Es scheint verschiedenartige i5s zu geben. Muss ich daher auf einen bestimmten achten? i5 mit 3,3 und 3,5 Ghz habe ich auch schon gesehen. Ist etwas verwirrend für mich im Moment.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei FusionDrive/Hybrid HDDs fehlen leider mir die Erfahrungswerte.
512GB/1TB SSD würde ich vorziehen jedoch vorziehen, da vor allem Soft-Synths sehr viel Platz benötigen (FusionDrives wird hier wohl der "SSD"-Platz ausgehen) und enorm von der SSD profitieren. Auch als Upgrade beim iMac recht einfach selbst zu bewerkstelligen.

Ansonsten sind deine Schlussfolgerungen korrekt :)
PT12 (ohne HD) ist inzwischen recht erschwinglich. (~350€ für die Student/EDU-Lizenz inkl. iLok)
Die HD-Version leider Dank der Hardwarebindung unverhältnismäßig teuer.
Aber seit Input-Monitoring nun auch ohne "HD" funktioniert, sollte in 99% der Fälle die normale Version ausreichend sein.
Somit ist man nicht gezwungen die teure HD Lizenz mit den (in meinen Augen) überteuerten AVID-Interfaces zu kaufen.

Allerdings solltest du beachten, dass keine RTAS-PlugIns mehr lauffähig sind.
Also schau nach ob es für all deine PlugIns AAX-Versionen gibt. (leider manche mit kostenpflichtigen Updates - siehe Waves nach einem Jahr)
Hier hat Reaper den Vorteil, dass es VST unterstützt - (PS: Die BlueCat-Bridge für ProTools ist furchtbar)

Falls du einen iLok2 besitzt würde ich dir raten einfach mal die Testversionen von PT12 und Reaper (ohne ilok) zu installieren.
Falls dir Reaper taugt ist, es wesentlich günstiger als PT.
Look and Feel kann man dort sehr gut anpassen, so dass es wie PT aussieht.
Allerdings funktioniert so manches ein wenig anders und man muss einen kleinen Paradigmenwechsel vollziehen.
Je nachdem wie lange du schon mit ProTools arbeitest würde ich Reaper eine Chance geben.
Ich habs leider nicht geschafft und bin bei Protools geblieben :D

Was den I5 betrifft so sind es bei den 2012er der i5 3330s oder der i5 3550s.
Der I7 hat den Vorteil von SMT.
Aber unterm Strich sollte auch der 3330s ausreichen.
Ich arbeite zuhause mit einem i5 2500k (PC) und seit PT12 langweilt der sich.
Auch große Projekte mit Convolution-Plugins und Co. packt der Mühelos.
Zumal beim 2012er iMac die CPU nicht verlötet ist, kannst du bei Bedarf auch später noch nachrüsten.
(Der Austausch ist dennoch etwas "fummelig")
Würde daher den sonstigen Zustand des Gebrauchtgerätes und die verbaute(n) HDD/SSD/RAM als wichtigere Kriterien werten.
 
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Danke für die ausführlichen Infos!

Was Hardware Upgrades angeht: Kann man diese selber zuhause vornehmen? Kann man eine SSD auch nachrüsten? Erscheint mir irgendwie "fummeliger" als bei einem "normalen" PC mit Tower.

Edit: Frage nach der SSD hat sich erledigt. Ist möglich, Google hilft! ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
iggam schrieb:
Ist möglich, Google hilft! ;)

Ist möglich, erfordert aber relativ viel Know-How und Fingerspitzengefühl (schau dir mal die Videos auf Youtube an...). Würde das entsprechend im Zweifelsfall vom Fachhändler machen lassen...
 
Rein von der Performance wird selbst ein 2009er iMac mit der ersten Core i7 Generation gegenüber deinem übertakteten Phenom ein gutes Stück mehr PlugIn-Last bzw niedrigere Latenzen schaffen. Der erste 2009er Core i5 2.66GHz dürfte mit deinem jetzigen Rechner ungefähr gleichauf liegen. Weil SMT bei DAWs meistens >30% mehr PlugIn-Last ermöglicht, würde ich dringend zum i7 raten. Im Zweifel lieber einen i7 einer Generation darunter, wobei der Sprung von Nehalem auf Sandy Bridge ab den Mid 2011er iMacs nochmal recht deutlich war (+15% durch die Architektur und obendrauf deutlich höherer Takt).

Beim RAM unterstützen alle Core iX Modelle offiziell 16GB, wobei Aufrüstung nur bei den 27" Modellen möglich ist (Slots sind bei den 27" von außen zugänglich, bei kleineren iMacs sind die RAMs tw verlötet). Inoffiziell sind aber 32GB möglich.

Ein Argument, das für Modelle ab Late 2012 spricht, ist die serienmäßige USB 3.0 Unterstützung. Bei älteren Modellen müsste man das per Thunderbolt Dock nachrüsten (z.B. das elagto Thunderbolt Dock II funktioniert bei mir am Macbook reibungslos und schnell).

Zur SSD/HDD Problematik: Da würde ich gleich beim Gebrauchtkauf darauf achten, dass die Konfiguration deinen Anforderungen entspricht. Bei einem günstigen Angebot kannst du dir natürlich durchrechnen, was es kostet ein Upgrade durchzuführen. Wie schon gesagt wurde, ich würde das dann im Zweifel lieber beim Händler machen lassen. Für die bei nicht originalen Drives bekannten Problematiken unter MacOS mit TRIM und nicht korrekt drehenden Lüftern gibt es unter MacOS diverse Tools.

Zur DAW selber: Ich weiß jetzt nicht genau wie das bei ProTools ist, bei Cubase hat sich aber die letzten Versionen einiges getan. Auf Spuren die aktuell kein Audiosignal spielen, werden z.B. die PlugIns deaktiviert und wohl auch einiges vorrausberechnet. Da geht inzwischen einiges mehr als früher, gerade bei niedrigeren bis mittleren Latenzen. Ich nehme an, dass sich das bei PT ebenso verhält. Eine große Rolle bei der Performance spielt auch nach wie vor das Audiointerface und dessen Treiber bzw. Kernel Extensions. Was verwendest du für eines?

Persönlich würde ich versuchen ein 27" Modell ab Mid 2011 mit Sandy Bridge i7-2600 mit 3.4GHz/3.8GHz(Turbo) zu finden. Der Late 2012 mit Ivy Bridge i7-3770S mit 3.1GHz/3.9GHz(Turbo) ist nicht schneller, nur sparsamer (dadruch dünnere Bauweise möglich) und bringt eben USB 3.0 mit. Ab Late 2013 gibts dann mit Haswell i7-4771 3.5GHz/3.9GHz(Turbo) wieder etwas mehr Leistung, gebraucht dürften die aber noch recht teuer sein. Musst halt hoffen dass du einen guten Deal findest :)
 
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