Hallo Xenonlight,
im professionellen und semi-professionellen Bereich verwendet man eigentlich keine herkömmlichen Soundkarten. Deren Eingänge sind nämlich primär für den Einsatz von Headset-Mikrofonen ausgelegt. Das Potenzial eines Studiomikrofons können sie nicht ausreizen!
Mikrofone mit XLR-Anschluss verwendet man normalerweise in Verbindung mit einem USB-Audiointerface oder -Mixer:
https://www.thomann.de/de/focusrite_scarlett_2i2_2nd_gen.htm
https://www.thomann.de/de/steinberg_ur22_mk2.htm
https://www.thomann.de/de/audient_id4.htm
https://www.thomann.de/de/audient_id14.htm
https://www.thomann.de/de/yamaha_ag03.htm
https://www.thomann.de/de/yamaha_ag06.htm
Diese verfügen dann auch über den Branchenstandard der symmetrischen Signalübertragung sowie die Speisespannung in Höhe von 48V (sog. "Phantomspeisung").
An Mikrofonen würde ich dir empfehlen:
Audio Technica AT2035
So zu sagen die eierlegende Wollmilchsau unter 300 Euro. Transparenter und linearer Sound. Kling im ersten moment etwas unaufgeregt, lässt sich dafür allerdings sehr gut per Equalizer formen. Aktuelle Referenz in den Fachforen.
Rode NT1-A
Eins der beliebtesten Einsteigermikrofone. In den Höhen manchmal etwas zu scharf, ansonsten aber recht gefällige Abstimmung. Würde ich mir persönlich bei Kleinanzeigen besorgen, weil der Gebrauchtmarkt stark gesättigt ist (80-90 Euro neuwertig sollten kein Problem sein).
Rode NT1
Der ausgeglichene Bruder des NT1-A. Etwas linearer, weniger schneidende Höhen. Dazu gibt es eine sehr gute Spinne von Rycote. Hab ich die Tage noch für 120 Euro neuwertig gesehen (wenn ich nicht schon eins besäße, hätte ich direkt zugeschlagen ^^).
Bei den dynamischen Mikros bin ich persönlich eher zurückhaltend.
Zwar sagt man dieser Bauweise eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Umgebungsgeräuschen nach. Dies hängt in erster Linie jedoch von der Richtcharakteristik und dem Arbeitsabstand ab. Auch Großmembran-Mikrofone mit Kondensatorprinzip lassen sich in akustisch nicht rundum optimalen Umgebungen kontrollieren -
es kommt immer auf die richtige Verwendung an!
Anzumerken wäre, dass dynamische Mikros weniger Ausgangspegel liefern und man daher einen potenten, möglichst rauscharmen Vorverstärker benötigt. Je näher man an der Membran hängt, desto besser.
Charakterlich sind dynamische Mikros meist etwas nasaler, aber auch druckvoller abgestimmt. Der Dynamikumfang ist merklich geringer, weshalb vor allem die Höhen nicht so klar und präsent durchkommen. Kann je nach Geschmack und akustischer Umgebung ein Vor- oder Nachteil sein. Muss man probieren.
Das
Rode Podcaster (USB) klingt in meinen Ohren(!) für den Preis einfach nur schrecklich. Dünn, kratzig und komprimiert. Dem kann ich irgendwie gar nichts abgewinnen. Das
Procaster hingegen ist voll in Ordnung. Das klingt deutlich ausgereifter, nicht so bemüht und übersteuert. Alternativ würde ich mir den Klassiker dieser Kategorie, und zwar das Shure
SM57 (baugleich SM58, lediglich anderer Korb), mal näher ansehen.
Zu dem Mikro - welches auch immer es nun werden möge - empfiehlt sich ein Schwenkarm:
https://www.thomann.de/de/millenium_ma2050_tischmikrofonarm.htm
https://www.thomann.de/de/rode_psa1.htm
https://www.thomann.de/de/blue_compass.htm
Achja, eins noch:
Offenes Fenster ist für isolierte Sprachaufnahmen eigentlich ein No-Go. Wenn du die akustische Umgebung nicht einigermaßen kontrollieren kannst, dann hilft nur noch ein Mikro, welches du auf nähstem Abstand besprichst. Da käme dann tatsächlich ein dynamisches infrage, da diese auf die Nahbesprechung ausgelegt sind.