Lehman Brothers bleibt auf seinem "Yellowcake" sitzen

Desoxyribo

Lieutenant
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Hi,
habe grade gesehen dass die pleite gegangene bank Lehman Brothers einen ordentlichen brocken uranium (Yellowcake; Triuranoctoxid + Magnesiumdiuranat) besitzt und sie nicht recht wissen was sie damit tun sollen. insgesamt beläuft sich die menge auf 450'000 Pfund (=992kg). Es kann unter anderem zum bau einer kernwaffe verwendet werden, obgleich yellowcake noch nicht angereichert ist. soweit ich weiss beläuft sich die U235-konzentration in yellowcake nur auf 0.6-0.8%, für brennstoff eines kernkraftwerks sind meines wissens nach >3.5% nötig und für eine kernwaffe >90%. Hab die quelle nicht sehr sorgfältig durchgelesen, bin jetzt zu müde. die frage ist ob jeder das zeug kaufen kann (zB Iran, Nordkorea) oder nur "saubere" käufer.

jetzt würde ich gerne mal wissen was ne grossbank mit uranium macht...war das ne reine investition oder was ? was mient ihr denn zur ganzen sache ?

hier die quelle

Greetz
 
nee das ist klar, und auch dass banken mit rohstoffen handeln ist mir nicht neu. ich wusste aber nicht dass private unternehmen in den usa, wo es ja sehr strenge gesetze gegen den handel radioaktiver substanzen gibt, da einfach mal ne tonne uranium besitzen können...
 
ich glaub, uran ist nur für die energiegewinnung interessant. für kernwaffen verwendet man doch heutzutage plutonium, oder nicht?
aber hier gehts ja nicht um den rohstoff an sich, sondern nur um handelspapiere. könnte auch orangensaft oder schweinehälften draufstehn, würde nur nicht so spannend klingen... ;)
 
Lübke schrieb:
ich glaub, uran ist nur für die energiegewinnung interessant. für kernwaffen verwendet man doch heutzutage plutonium, oder nicht?

stimmt indirekt, aber da muss man weiterdenken. nimm als beispiel den iran: die bauen eine anlage bei deren betrieb plutonium anfällt, die anlage selber läuft aber mit uran. plutonium ist extrem teuer und schwierig zu bekommen, drum wollen sie es selber herstellen. dazu brauchen sie aber uran. drum haben sie ja irgendwann in den achtzigern versucht yellowcake aus afrika zu kaufen.

man kann aber auch kernwaffen mit uran bauen, jedoch muss das uran dafür angereichert werden, dazu braucht mehrere tausend gaszentrifugen. zB basierte die bombe Little Boy (hiroshima) auf zwei unkritische uranmassen, damit wurde immerhin 13kT erreicht (wasserstoffbomben können theoretisch bis zu 100mT erreichen). Mit plutoniumbasierten kernwaffen lässt sich prinzipiell eine höhere sprengkraft erreichen, jedoch muss man das kompliziertere implosionsverfahren anweden, bei uran lässt sich einfachere gundesign anwenden. aufgrund des sehr kostenintensiven implosionsdesign ist darum (meiner meinung nach) das gundesign (und damit uran) wesentlich interessanter für die "schurkenstaaten".

Lübke schrieb:
aber hier gehts ja nicht um den rohstoff an sich, sondern nur um handelspapiere. könnte auch orangensaft oder schweinehälften draufstehn, würde nur nicht so spannend klingen... ;)

da hast du recht, zudem sehr überzeugend formuliert:)
 
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