Lernbehinderter Nachbar wird auf der Arbeit ausgenutzt

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Lt. Commander
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Ein 25 jähriger Nachbar von mir, der eine Lernbehinderung hat (ich glaube das ist so etwas zwischen "normal" und geistig behindert - er hat immerhin einen Hauptschulabschluss), soll laut seinem Arbeitsvertrag 18,5h pro Woche dort spülen.
Tatsächlich sind es aber meist 28,5h die er dort arbeitet, unbezahlt... ihm selber war das bis vor kurzem nichtmal bewusst, dass er dort viel zu viel arbeitet.
Außerdem hat er noch eine Vorspastizität in beiden Händen (ich weiß nicht was es genau ist, aber seine Hände sind nicht so ganz gelenkig).

Er hat seinen Chef schon öfter gefragt ob er nicht noch einen Spüler einstellen kann, weil er ist unter der Woche der einzige Spüler dort und manchmal muss er noch Teller stehen lassen weil er es nicht fertig bekommt und dann muss er am nächsten Tag eher anfangen und die Teller vom Vortag noch spülen.

Er ist dort nicht normal angestellt, sondern ist "integriert", ich glaube dass Hotel bezahlt nur einen Teil und den Rest der Staat, weil er halt behindert ist.
Es gibt auch so einen Integrationsfachdienst der wohl hinzugezogen werden kann, wenn es Probleme gibt.

Mein Nachbar lässt sich aber vom Chef einschüchtern glaube ich und möchte den Fachdienst nur im Notfall hinzuziehen.
Er sagte er habe mit dem Küchenchef gesprochen und der wollte für ihn mit dem Hotelchef sprechen, dass er nächste Woche Unterstützung bekommt beim Spülen.
Damit hat sich mein Nachbar dann zufrieden gegeben.

Aber das kanns doch nicht sein ? Hat er Recht darauf die ganzen Überstunden der letzten Monate noch bezahlt zu bekommen, bzw. als Urlaubstage gutgeschrieben zu bekommen oder so?

Diese Woche hat er bisher schon 19 Std. gearbeitet und morgen soll er wieder von 15 Uhr bis ca. 22 Uhr arbeiten.
Falls er für die vergangenen Monate nichts mehr bekommen kann, soll er dann morgen schon auf Bezahlung der Überstunden bestehen ?

Er selber möchte morgen die Überstunden einfach noch hinnehmen und dann abwarten, dass es sich nächste Woche bessert...

Ich kann das nicht mit ansehen wie er dort verarscht wird, aber ich möchte ihm da auch keine Probleme einhandeln...
Er ist unbefristet dort eingestellt, kann also nicht so einfach gekündigt werden soweit ich weiß.
 
Ist er ein Waise.Hat er keine Eltern oder Geschwister.Die sind in erste Stelle für ihn verantwortlich.Wenn er nicht selber traut seinen Eltern die Lage zu schildern ,würde ich selber denen die Lage sagen und abwarten ob es was bringt.Erst dann wenn sich nichts tut würde ich selber aktiv werden.
Nachtrag:Ist natürlich sehr traurig,dass Menschen andere Menschen und besonders die Behinderten und schwache Menschen,ausnutzen.Total Ekelhaft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ob Überstunden bezahlt werden, steht in seinem Arbeitsvertrag.

Ich würde aber noch die kommende Woche abwarten, ob der Chef sich wirklich bewegt. Wenn nicht, dann ab zu diesem Fachdienst.
 
Er hat Eltern und Geschwister, aber die sind auch alle nicht so bewandert, was Arbeitsrecht etc. betrifft.
Einen Arbeitsvertrag hat er keinen "Richtigen", erst hat er dort ein paar Wochen komplett ohne Vertrag gearbeitet und musste den Chef mehrmals drauf ansprechen.
Ich habe den Vertrag noch nicht gesehen, aber ich sage es mal mit den Worten von meinem Nachbarn: "Es ist nur ein kleiner Vertrag, da steht aber alles wichtige drauf, also dass ich dort unbefristet eingestellt bin und ein Stempel und eine Unterschrift sind auch drauf."

Ich bin mir ziemlich sicher, dass auf dem Vertrag der ihm ausgehändigt wurde nichts bzgl. Überstunden steht - der Chef ist sich denke ich mal voll und ganz bewusst, dass er ihn unbezahlt Überstunden machen lässt...
 
Na bis jetzt ist das nur eine Vermutung. Das persönliche Gefühl zählt hier nicht, man muss schon konkret wissen, was da im Vertrag drin steht.
 
Ob Überstunden bezahlt werden, steht in seinem Arbeitsvertrag.
Muß nicht im Vertrag stehen, dazu steht bei mir auch nichts drin - ist bei allen Arbeitgebern bei denen ich je beschäftigt war bisher so gewesen!

Topic: schwierig, sicherlich nicht in Ordnung was da abgeht wenn die Überstunden immer anfallen und nicht nur saisonbedingt - was ja in der Hauptsäison in der Gastronomie durchaus üblich wäre!
 
Ab zum Fachdienst. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier nochmals strengere Arbeitsschutzgesetze zur Anwendung kommen.
Die sollen sich das ansehen. Einen unbefristeten Mitarbeiter kann man ohnehin nicht so leicht kündigen, schon gar nicht im vorliegenden Fall.
 
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