Liquidmetal auf gebrauchter GPU entfernen?

G

GTX780FAN

Gast
Hallo.

Ich habe mir eine gebrauchte GPU gekauft und der Verkäufer hat mir nun mitgeteilt das darauf liquidmetal vor 2 Jahren aufgebracht wurde. Persönlich bin ich kein Freund davon.,, immer ein gewisses Risiko und eine patzerei. Da ich damit aber eigentlich keine Erfahrung habe, frage ich mich nun ob ich es entfernen kann oder soll ichs einfach lieber lassen? Geht um eine R9 Nano.. weiß jemand ob der Kühlkörper das Metall überhaupt ab kann?

LG
 
Wenn Liquid Metal auf Alu trifft, dann setzt das eine entsprechende Reaktion in Gang. Kannst du zwar versuchen zu entfernen, aber paar Tage später bröselt das Alu auseinander. Insofern gehe ich davon aus, dass der Kühler das abkann, sonst wäre das Ding vor ca. 720 Tagen zerbröselt :)

Ist der Kühler vernickelt kannst du Isopropanol bzw. Alkohol versuchen und es abreiben. Ansonsten fein schleifen und polieren, ggf. auch mit Chrompaste oder anderem Zeug, was nicht dafür gedacht ist auf Kühlern und CPUs benutzt zu werden. Wenn es eingebrannt ist, dann wird man es kaum ganz wegbekommen.

Fazit: Lieber lassen, selbst wenn du es restlos wegbekommst wird die Kühlleistung ohne Liquid Metal vermutlich nicht besser werden, im Gegenteil.
 
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ok danke dir. Dann werde ich das Liquidmetal oben lassen... wenn ich mir das ansehe ob er es eh sauber aufgetragen hat, also den Kühler mal runter nehme, muss ich es dann nochmal neu auftragen oder kann ich dann den Kühler einfach wieder drauf geben? Würde nämlich wenn er bei den SMDs keinen Nagellack oder so drauf gemacht hat, zur Sicherheit einen drauf geben. (so wie der Bauer :D)

Wenn ich mit einem Druckluftreiniger vollgas reinfahre und den Staub wegmache kann dann das Metall verlaufen?
 
Opa Neugebauer schrieb:
der Verkäufer hat mir nun mitgeteilt das darauf liquidmetal vor 2 Jahren aufgebracht wurde
Hat der Typ dir das erst nach dem Kauf gesagt!?
Da dürfte eine Täuschung vorliegen, Haftungsausschluss hin oder her... Ggf. kannst du dem das Ding um die Ohren hauen, auch wenn das wahrscheinlich eine längere Geschichte wird weil Verkäufer halt Verkäuferdinge machen und sich nicht mit so banalen Dingen wie "Recht" aufhalten.

h3@d1355_h0r53 schrieb:
Ist der Kühler vernickelt kannst du Isopropanol bzw. Alkohol versuchen und es abreiben
Off topic: Mit Kupfer nicht? Das habe ich immer so gemacht o.O
 
Zuletzt bearbeitet: (Zitat ergänzt)
ja hat er erst nach dem Kauf gesagt... sonst hätt ich sie vermutlich nicht genommen, da ich ja nicht weiß was er damit aufgeführt hat. Am liebsten ist es mir bei alten GPUs wenn da noch nichts gemacht wurde und ich alles fein säuberlich reinigen kann und dann einfache Paste wieder drauf.

naja mal sehen ob das Ding was taugt. Sah auf den Bildern eig alles Top aus aber das heißt nichts. Zur Not habe ich aber eh den Willhaben Käuferschutz.
 
Das Flüssigmetall besteht in der Hauptsache aus Gallium, Indium und Zinn. Es gab früher mal Thermometer mit "Galinstan" (statt Quecksilber) drin, dass war das gleiche Zeug.

Vor allem das enthaltene Gallium als "unedles Element" führt dazu das es sich buchstäblich in die Oberfläche von Kühlern hineinfrisst mit der Zeit,
was auf Dauer das Metall zerstört und natürlich die Wärmeübertragung massiv verschlechtert.

Da nützt dann auch gründliches Abwaschen nichts mehr, denn das Zeug steckt bereits im Metall des Kühlers und zerstört dieses weiter.

Das Zeug reagiert mit allen edleren Metallen. Dieser chemische Effekt läuft bei Aluminium deutlich schneller ab als z.B. bei Kupfer, Nickel oder Silber.
Nickel reagiert weniger als Kupfer und Silber reagiert weniger als Nickel.

Das Flüssigmetall dringt in die Gitterstruktur des Metalls ein und zerstört dieses dadurch. Das Metall wird porös und spröde.
Sieht man auch daran das selbst nach dem vollständigen Entfernen des Flüssigmetalls eine dauerhafte Verfärbung des Kühlers vorliegt.

Die glänzende Oberfläche eines CPU/GPU Dies besteht in der Regel aus einer Sperrschicht aus Siliziumnitrid o.ä. und das reagiert nicht mit den Komponenten des Flüssigmetalls.

Die eigentliche Zersetzung kannst du bei Kupfer, Nickel oder Silber nicht mit bloßem Auge sehen. Da müsstest du schon mit einem starken Mikroskop ran.
Aber dann würdest du sehen das die Oberfläche immer mehr Löcher aufweist. Aluminium verfärbt sich mit der Zeit dunkel (weil es eben keine spiegelglatte Oberfläche mehr ist).

Bei Aluminium ist es so das dieser Prozess deutlich schneller abläuft. Mit anderen Materialien läuft der Zersetzungsprozess so langsam das in normalen Gebrauchszeiträumen der Effekt vernachlässigbar ist.
Dennoch gibt es ihn.
 
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Opa Neugebauer schrieb:
Dann werde ich das Liquidmetal oben lassen... wenn ich mir das ansehe ob er es eh sauber aufgetragen hat, also den Kühler mal runter nehme, muss ich es dann nochmal neu auftragen oder kann ich dann den Kühler einfach wieder drauf geben?
Check die Temperatur, ist die im grünen Bereich ist alles in Ordnung. Wenn du den Kühler abnimmst musst du auch die Paste erneuern. Deswegen die Temperatur checken.
Opa Neugebauer schrieb:
Wenn ich mit einem Druckluftreiniger vollgas reinfahre und den Staub wegmache kann dann das Metall verlaufen?
Unmöglich, erstmal wird die so dünn aufgetragen, da läuft nix und der Abstand ist so gering, das da keine Luft reinkommt.
 
Ok danke euch. Dann wird das Ding mit Luft gereinigt und läuft hoffentlich eine Weile bis sich die GPU Preise wieder - hoffentlich bald - normalisiert haben.
 
Wie gesagt, so lange es kein (unbeschichteter) Aluminium-Kühler ist, ist der Effekt quasi vernachlässigbar.
Da hast du nur Vorteile, durch die sehr gute Wärmeleitfähigkeit von Flüssigmetall.
 
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Der Verkäufer hat die Kondensatoren oder was das neben dem Chip ist mit Nagellack versiegelt.. Also wird schon passen. Und ich habs um einen fairen Preis kaufen können! Also darf ich mich nicht beschweren ^^
Danke euch nochmal fürs erklären.
 
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