Lüfternachlauf über Elko oder Netzspannung

jusaca

Commander
🎅Rätsel-Elite ’24
Registriert
Apr. 2008
Beiträge
2.268
Einige hochwertige Netzteile haben ja mittlerweile einen Lüfternachlauf intergiert, um nach Abschalten des Rechnern noch ein bisschen Wärme rauszuschaffen.
Bisher bin ich einfach davon ausgegangen, dass der Lüfter dafür aus einem Elko mit Energie gespeist wird, aber ein Kollege ist der festen Überzeugung, dass der Lüfter nur weiter läuft, wenn die Netzspannung noch anliegt (also der Stecker nicht gezogen wird/Schalter an Steckdosenleiste nicht umgelegt wird).
Wir haben leider kein solches Netzteil da, um das ganze mal zu überprüfen, daher frage ich euch mal, ob da jemand genau weiß, wie das abläuft...

Grüße
jusaca
 
Ich denke, das wird von NT und Hersteller unterschiedlich gehandhabt. Die günstigere Variante wäre, den Stand-By-Strom für den Lüfter zu verwenden. Die teuere Variante wäre mit Elkos oder gar Gold-Caps. Die Elko-Variante wäre im Prinzip ideal bei Stromausfall aber die Nachlaufzeit wird stark beschnitten sein.
Auf der anderen Seite werden die Netzteil aber auch effizienter, sodass ein Nachlaufen gar nicht mehr nötig ist, da das Netzteil weniger Wärme erzeugt.
Ein anderer Ansatz wird bei manchen Mainboards verwendet. Wenn der Rechner runtergefahren ist, laufen die am Mainboard angeschlossenen Lüfter noch paar Minuten nach, bis eine gewisse Temperatur erreicht wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube, das ist eine extra Schaltung mit Timer, dass der z.B. 30 Sekunden nachläuft...

sowas kann sich natürlich bei jedem Hersteller / jeder Netzteilserie unterscheiden!
 
Alle Netzteile, die ich bis jetzt in der Hand hatte, versorgten die Lüfter über die Standby-Spannung mit Strom. Was für Elkos sollen denn verbaut werden, wenn die einen Lüfter auch nur 5s mit Strom versorgen sollen?

Ihr hättet das ganz einfach nachrechnen können. Angenommen der Lüfter soll mit 5V versorgt werden und verbraucht dabei 50mA, was 0,25W oder 0,25J/s sind. Die Energie, die ein Kondensator speicher kann, lässt sich berechnen durch: W=0,5*C*U² => C=2*W/U²

Angenommen der Kondensator soll bei 5V genug Energie speichern um den Lüfter 1s versorgen zu können, dann müsste er eine Kapazität von 20.000µF aufweisen(2*0,25J/25V²) . Das ist wäre schon ein verdammt großer Kondensator und er könnte einen Lüfter gerade einmal 1s mit Energie versorgen. Dazu kommt, dass die Spannung exponentiel am Kondensator abfällt, wodurch der Lüfter sehr schnell an Drehzahl verliert bis er aufgrund einer zu niedrigen SPannung einfach stehen bleibt, vorausgesetzt es ist keine Regelungselektronik im Netzteil verbaut, die die Nachlaufspannung regelt.

Edit: GoldCaps sind für solche Zwecke eigentlich nicht entwickelt worden und bei der Verwendung von Kondensatoren wäre auf jeden Fall eine Spannungsregelung notwendig, da s.o.
Da kann man am einfachsten, so wie es in vielen älteren Be quiet Netzteilen gemacht wurde, einfach die 5V Standby Spannung über eine kleine Zeitverzögerung anzapfen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist wahrscheinlich Fakt das es niemand genau weiß - schätze aber das du mit deinem Kondensator auf jeden Fall recht hast, denn selbst eine Nachlaufsteuerung über einen anderen Stromkreis würde ich so realisieren (in dem Fall hättet ihr beide recht) :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben