Mal ganz was anderes. Warum wird mein Raum nicht kälter?

devgenc

Lieutenant
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Liebe Leute

Ich möchte mal heute mit einem ganz anderen Thema anfangen. Ich habe bei mir Zuhause ein Phänomen festgestellt, dass ich mir nicht erklären kann, aber gerne würde.
Ich wohne in einer Souterrain Wohnung, die in 40/60 aufgeteilt ist. (40% unter dem Erdreich und 60% über dem Erdreich)
Wenn ich im Wohnzimmer mein großes Fenster öffnen habe ich neben der Fenstbank Kieselsteine die etwas unterhalb der Fensterbank bleiben.
Wie es bei Kellerwohnungen so ist gibt es ja immer wieder Feuchtigkeitsprobleme, weshalb ich nur morgens und abends stoßlüfte. Der Luftaustausch ist aber ich sag mal üppig, aufgrund von angrenzenden Bebauungen die nicht unweit sind.
Obwohl ich Souterrain lebe, verhält sich die Temperatur komischerweise im Bereich von 26-27 Grad Raumtemperatur. Dagegen wollte ich was unternehmen.
Vor einigen Wochen kam dann ich auf eine Idee: Was wenn ich einen guten Tischventilator kaufe und Ihn draußen, also vor dem Fenster hinstelle und Luft reinblasen lasse.

Dann müsste ja bspl. die kalte Luft von draußen
1. Die kalte Luft den Raum abkühlen>> Temperatur sinken
2. Die kalte Luft mit einer niedrigeren absoluten Feuchtigkeit, die Feuchtigkeit im Raum erniedrigen.

Es ist beides eingetroffen, sowohl 1 als auch 2.


ABER, und jetzt verstehe ich was nicht und ich habe es ausgiebig getestet.

A: Wenn ich den Tischventilator verwende sinkt die Temperatur im Raum von 25 Grad auf etwa 23,5 Grad innerhalb von 20 Min
B: Wenn ich den Tischventilator NICHT verwende (nur Fenster offen) sinkt die Temperatur von 25 Grad auf etwa 22 Grad

Warum kühlt sich mein Raum ohne Ventilator stärker ab und auch schneller als mit Ventilator?

Mit lieben Grüßen
 
Arbeitet der Ventilator evtl gegen die natürliche Konvektion?
 
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Den Test unter exakt gleichen Bedingungen vorgenommen?

Ansonsten schließe ich mich an. Der Ventilator kann die warme Luft, welche am Fenster ausströmt wieder erfassen und mit reinblasen. Ohne Ventilator findet ein natürlicher Austausch statt, welcher sich ggf. weniger durchmischt.

Kann man mal mit Rauch nachprüfen.
 
Kann auch sein das der Ventilator die warme Luft im oberen Bereich des Raumes verteilt und es dadurch länger dauert bis auf der Thermometer Höhe die selbe abkühlung angezeigt wird.

Ohne Ventilator kühlt ein Raum von unten nach oben ab. Kommt jetzt darauf an wie hoch der Raum ist und wo der Thermometer steht.

Wahrscheinlicher halte ich aber, dass es einfach nicht gleich kalt draußen und drinnen war bzw. die Luftfeuchtigkeit anders war. Das macht einen durchaus großen Unterschied.
 
Auch wenn es minimal sein wird, aber erwärmt der Ventilator die Luft auch so ein bisschen. Irgendwo muss seine eigene Abwärme ja hin.
 
devgenc schrieb:
Warum kühlt sich mein Raum ohne Ventilator stärker ab und auch schneller als mit Ventilator?

alles Blödsinn. Wenn du normal-Luft-Temperaturen haben willst, musst du in der
Nacht die Fenster kippen, damit die Luft-Feuchtigkeit aus deinen Räumen gezogen wird.

Lässt du am Tag die Fenster auf - kommt verstärkt Luftfeuchtigkeit herein
und der Lüfter wälzt dir das ganze Medium nur herum -

Daher in Sommerzeiten: Rollo zu + Fenster zu ( evtl. eine Klima-Anlage einplanen?
Mit einer PV-Anlage läuft die dann fast auf Eigenverbrauch -

Hier werden vermutlich zu dünne Wände, mit wenig Masse verbaut ?
Wenn keine Masse...dann auch kein Kühleffekt -

Notfalls kannst du ja nasse Tücher, wie bei den Arabern im Raum aufhängen.
In der Nacht dann Fenster öffnen, damit die Feuchtigkeit wieder raus kann -
sonst ekelhafter Schimmelkram in den Ecken -
dann schaut es aus wie Schweins
 
Der Ventilator erwärmt natürlich auch die Luft. Angenommen, das Ding hat z.B. 500W Leistungsaufnahme, so teilt sich das in zwei Energien auf: Thermische Energie in Form von Abwärme vom E-Motor, Kabel usw. und auf mechanische Energie in Form von Luftbewegung. Das verursacht wiederum Reibung welche die Luft erwärmt.
Das wirkt sich dann je nach Raumgröße auf die Raumtemperatur aus. Dazu kommen dann noch die oben beschriebenen Effekte bzgl. der Strömungsbeeinträchtigung.
 
Moin

Für dein Vorhaben brauchst du zwei Ventilatoren. Einer steht am Fenster und bläst die kühlere Luft rein. Ein zweiter muss am anderen Ende des Raumes stehen, und die warme Luft rausblasen. Nur so geht es, ist ganz einfach Physik.

Mache ich schon seit Jahren so.

Gruß
Nobsi
 
Khaotik schrieb:
Der Ventilator erwärmt natürlich auch die Luft. Angenommen, das Ding hat z.B. 500W

hast du einen gut gelagerten Lüfter...so generiert der kaum Abwärme - bei einem
DeltaT von knapp 0,5 Grad C + ..hin oder her, bei ekelhaften 28 Gard C + , eher
vernachlässigbar ..
kurz: macht den Bock nicht mehr fett - da müssen andere Geschütze her

Was gilt: Schotten dicht, Rollo zu + evtl. eine Klima-Anlage installieren ...oder gleich
ein Haus bauen mit 50 cm Aussenziegeln , Ziegeldecken/Betondecken ...
wo gescheit Masse vorhanden ...
spart die Klima-Anlagen, auch während längeren > 35 Grad C+ Aussentemp. Sessions...
speziell im Süden
 
Was gilt: Schotten dicht, Rollo zu + evtl. eine Klima-Anlage installieren ...
[/QUOTE]
Moin

Nur eine Klimaanlage kühlt. Ich habe vier im Einsatz.

Gruß
Nobsi
 
Das kann ich so nicht stehen lassen, dass das (komplett) vernachlässigbar ist.

Man kann das auch relativ leicht errechnen, um wiviel sich die Luft erwärmt. (Stichwort 1.HS der Thermodynamik)

Formel: Q=cpL*mL*deltaT

Q=Wärmestrom; In dem Fall die Leistungsaufnahme des Ventilators
cpL= Wärmekapazität der Luft
mL= Luftmasse
deltaT= Temperaturunterschied

Bei einem Ventilator mit 50W kommt man so auf einen (theoretischen) Wert von ~2,5°C pro Stunde. Man muss hier natürlich noch berücksichtigen, dass eine gewisse Energie zur Erwärmung des Geräts selbst benötigt wird. Ansonsten wird aber die gesamte Energie des Ventilators in Wärme umgewandelt. Wohin soll die Energie auch sonst gehen?

Im Grunde ist ein Ventilator eigentlich eine Heizung mit starkem Lüfter ;)

Man sollte aber auch beachten, dass die Wärmeabgabe eines Menschen um mehr als das doppelte größer ist. (~120W) Daher kann man jetzt darüber streiten, ob ein Ventilator hier in der Relation noch eine Rolle spielt. habe die Leistungsangabe vom Typenschild meines Tischventilators. Aus Mangel eines Messgeräts konnte ich jetzt nicht die tatsächliche Leistungsaufnahme messen. Wenn man dann noch davon ausgeht, dass die Nennlast für die Maximalstufe angegeben ist (Wer lässt den schon ständig auf maximal laufen?) und die niedrigste Stufe deutlich weniger verbraucht, kommen wir dann natürlich in einen Bereich, in dem es sehr relativ wird. Da reden wir dann womöglich noch von einer Erwärmung von ~0,5-1°C pro Stunde.
Wenn das Ding dann aber auch 5 Stunden läuft sollte man schon einen Unterschied messen können.

Mein Tipp: Lieber einen größeren Ventilator verwenden der langsam dreht als sich 4 Gehäuselüfter auf ein Brett zu schnallen und diese mit 2000 Touren drehen lassen ;)

Angebot schrieb:
hast du einen gut gelagerten Lüfter...so generiert der kaum Abwärme

Es geht weniger um die Abwärme durch die Reibung um Lager als vielmehr und die mechanische Arbeit in Form von Reibungswärme zw. Ventilator und Luft bzw. der Luft allgemein. Die Luft wird mechanisch in Bewegung versetzt und durch Eigenreibung abgebremst. Die Bewegungsenergie wird zu Wärme.
 
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