eastcoast_pete schrieb:
@ETI1120 Daß die Zukunft bei HBM (v.a. HBM4 und folgende) Hybrid Bonding gehört - keine Frage. Allerdings ist derzeit die Produktion bei allen drei großen HBM Herstellern (SK Hynix, Micron und Samsung) immer noch auf Microbumps mit Underfill angewiesen.
Wenn ich mir das Anschaue, ist IMO Mal wieder die Betonung falsch, wie Anlaysten ohne technischen Hintergrund die Geschichte erzählen.
Es gibt zwei Prozessvarianten bei HBM. SK Hynix verwendet MR-MUF und Micron und Samsung verwenden TC-NCF.
TC-NCF: Mass Reflow Molded Underfill
MR-MUF: Non Conductive Film Thermo Compression Bonding
Der Prozess von SK Hynix kommt mit kleineren Temperaturen aus was immer von Vorteil ist. IMO ist die eigentliche Herausforderung einen Prozess zu entwickeln, der dafür sorgt dass das Underfill in den bereits zusammengesetzen Stack reinkriecht. IMO ist das bei einem Stack erheblich komplizierter als bei einem Die auf einem Substrat.
Der Hersteller des Underfills ist IMO nur eine Nuance.
eastcoast_pete schrieb:
Dazu kommt, daß Hybrid Bonding der Layer auch deutlich mehr kosten wird, aber das wird wegen der deutlichen Vorteile von Hybrid Bonding wahrscheinlich weniger ins Gewicht fallen.
Die Prozesse für Hybrid Bonding werden ausgereifter. Es gibt mehr Anbieter für solche Maschinen. Die reinen Prozesskosten sind eine Sache. Die andere ist die Ausbeute.
Ich bin noch Mal die Foliensätze zu HBM auf der FMS 2025 durchgegangen. Hier gehen die meisten davon ab, dass Hybrid Bonding erstmals bei HBM4E (im Verlauf von 2027) Einzug hält.
eastcoast_pete schrieb:
Aber, bis zumindest einer der drei HBM Hersteller Hybrid Bonding in Großserie zum Laufen bringt, bleiben uns Microbumps und Underfills erhalten.
Nein. Es gibt zwei Prozesse. Einen mit Underfill einen mit Non Conductive Film.
Micron hat mit TC-NCF die Qualifizierung bei Nvidia schon lange geschafft.
eastcoast_pete schrieb:
Und da hat SK Hynix wegen ihres Epoxidharz-basierten Underfills (MR-MUF), für das sie Exklusivrechte mit dem Hersteller (Namic) haben, zumindest Stand heute deutliche Vorteile, auch in Form von weniger Ausschuss.
Die Firma heißt Namics. Und warum es ausgerecht am Epoxidharz liegen soll erschließt sich mir nicht.
eastcoast_pete schrieb:
Die Berichte über Micron und deren angeblichen Probleme in der Koreanischen Presse - da stimme ich Dir vollständig zu. Wenn's nach diesen Berichten ginge, wäre Micron schon mehrmals Pleite gegangen😜.
Vor allem wenn klar ist, dass die großen XPU- und GPU-Anbieter eigene Logic Dies entwickeln, auf den der Stack aus Memory Dies aufgesetzt wird.
Und wo nun der Vorteil ist wenn Samsung den eigenen 4 nm Process verwendet ist mir nicht wirklich klar.
Alphanerd schrieb:
Ja, ich weiß, Kultur und so, aber Stolz hat in so einem harten Business mmn nix verloren.
Ich würde diese Erklärung von Samsung einfach Mal ignorieren.
Es ist schlicht und einfach notwenig HBM3E zu qualifizieren bevor man sich an die Qualifikation von HBM4 macht. Man geht eine Treppe Stufe um Stufe und genau so ist es bei der Technik. Jede neue Technologiestufe bringt neue Herausforderungen. Wie will man die meistern, wenn man die alten nicht mal meistern konnte.
Die massiven Probleme der Samsung Foundry resultieren zu einem großen Anteil daraus, dass die einzelnen Nodes nicht fertig entwickelt wurden. Fertig entwickelt bedeutet der Node kann mit einer niedrigen Fehlerrate produziert werden.
Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass Samsung die Qualifizierung von HBM3E bei Nvidia zu endbringt.