u-blog schrieb:
Das ist doch exakt das was Elden Ring macht.
Nicht wirklich nein. Ohne das jetzt zu weit aufzumachen hast du in Elden Ring nur die Wahl zwischen:
"Blind rein und so lange versuchen / Boss auswendig lernen bis es klappt" oder "vor jedem Boss Guides lesen und abarbeiten wie man es sich möglichst leicht machen, bzw. erleichtern kann."
Eine gute Lösung für Leute die nicht auf stundenlanges auswendig lernen stehen, oder sich die entsprechenden motorischen und Wissens "Skills" in vorherigen Soulslike Games angeeignet haben gibt es nicht, denn die (für jeden Boss unterschiedlichen) erleichternden Elemente (Items, Summons usw.) sind teils so tief in der großen Spielwelt versteckt, dass man sie mit einem halbwegs realistischen Zeitaufwand selbst kaum finden wird. Erschwerend kommt dazu, dass das Spiel viele Dinge, wie z.B. die Stats und Attribute sich auswirken oder sowas wie Haltung, einfach nicht / nicht gut erklärt.
Die externen Guides haben neben der Tatsache, dass ich sie lesen/anschauen muss und nicht spiele (was ich eigentlich gerade tun will), den Nachteil, dass der Entwickler nicht beeinflussen kann, welche Informationen der Spieler zum gegebenen Zeitpunkt erhält. Ich habe beispielsweise nach einer Möglichkeit gesucht schnell wieder an Runen zu kommen, da ich meine gerade alle an einen Boss verloren hatte und für das aufleveln um ihn zu besiegen welche benötigte. Der Guide den ich gefunden habe zeigte mir eine Glitch mit einer Kugel, womit ich innerhalb kürzester Zeit massenweise Runen farmen konnte. Dieses Wissen hat mir aber die komplette natürliche Progression des Spiels zerstört, da jeder normale Runenloot von Gegnern von nun an dagegen komplett wertlos war.
Mit einer simplen Schwierigkeitsgradauswahl, welche einfach nur den Schaden und HP des Bosses etwas senkt und/oder die Zeiten für die Ausweich- / Attackfenster minimal erhöht, hätte mir (und sicherlich auch vielen anderen) das Spiel schon deutlich mehr gefallen.
Das scheint aber, wie
@edenjung anmerkt, einigen Hardcorefans aufzustoßen, die sie wohl um ihren "Status" fürchten, wenn das Spiel auch von anderen gemeistert werden kann.
Fyrex schrieb:
Ansonsten hast du das gut zusammen gefasst. Der Schwierigkeitsgrad gehört zur Atmosphäre. Wenn man dort als Superman durch geht, verliert es seinen Reiz.
Manche glauben, sie könnten die gleiche Erfahrung haben, nur mit weniger Anstrengung. Und das ist ein Trugschluss! Sie möchten bei einem Kartenhaus einige Karten herausnehmen und glauben es steht trotzdem noch gut.
Das ist zu eindimensional betrachtet. Wie schwierig ein Spiel für jemanden ist, ist höchst individuell:
Für jemanden der schon hunderte Stunden in anderen ähnlichen Soulslike Spielen verbracht hat, ist ein neues Spiel dieses Genres logischerweise viel einfacher, als für jemanden der derartige Spiele noch nie oder nur sehr wenig gespielt hat.
Wenn ein im Genre geübter Spieler einen neuen Boss im beispielsweise fünften Anlauf schafft, hat er eine ganz andere Spielerfahrung als ein Neuling, der sich über Stunden abmüht um es im dreißigsten Anlauf zu schaffen (oder eben frustriert aufzugeben).
Ich glaube genau darum geht es den meisten auch: Die wenigsten suchen nach einem Easymode, sondern einfach eine Erfahrung die immer noch (für einen selbst persönlich) herausfordernd ist, aber eben auch noch mit einem zumutbarem Zeitaufwand, ohne den permanenten Drang den Controller aus dem Fenster werfen zu wollen machbar.
