Muss ein Arzt mich behandeln wenn ich die 10 € erst am Monatsende zahlen kann?

King_bukka

Lt. Junior Grade
Registriert
Sep. 2006
Beiträge
335
Hi ich hoffe ich bin hier richtig.
Ein bekannter hatte letztens das Problem das er mitte des Monats fast Pleite war, weil er im Moment Hartz 4 bekommt.
Da er ein Gesundheits Problem hatte wollte er von seiner Krankenkasse wissen ob der Arzt ihn auch behandeln muss wenn er die 10 € erst am Monats ende bezahlen kann.

Und die Krankenkasse hat im gesagt das der Arzt das nicht muss.

Das kann doch wohl nicht wahr sein, oder?
Ist es in Deutschland schon soweit?
Falls das wirklich stimmen sollte ist Deutschland meiner Meinung nach endgültig am Ende!

Was denkt ihr?
 
Ich weiß es nicht ob das der Arzt muss oder jeder Arzt das tut. Aber mein Arzt hat das bei mir schon mal gemacht.
 
Vielleicht sollte man etwas mehr Hintergrund vermitteln, bevor man solch dumm Äußerungen wie "Deutschland
ist endgültig am Ende" trifft.
War es ein Schnupfen, eingewachsener Zehnagel oder eine schmerzhafte innere Verletzung?
In Notfällen kann man zur nächstgelegenen Notaufnahme einer Klinik gehen. Hier ist man zur Aufnahme
verpflichtet. Der Arzt kann nur entsprechend der Kassenvorschriften handeln.
 
Das Problem war das ein Ohr "Verschlossen" war und schon schmerzhaft war.
Und mit "Deutschland ist endgültig am Ende" meinte ich das alles anscheinend nur noch für die Reichen verfügbar ist.
Die Krankenkasse sollte doch eigentlich für ihre Kunden/Patienten da sein und nicht für die Ärzte.
 
Warum für die Reichen. Dein Bekannter wird doch behandelt, sogar kostenlos, bezahlt von den "Reichen".
Notfall -> Klinik. Tip fürs nächste Mal. 10€ Notgroschen für die Praxisgebühr rechtzeitig zur Seite legen.

In vielen Fällen hilft es auch einmal direkt mit dem Arzt zu reden und die Praxisgebühr im nächsten Monat
umgehend nachzureichen. Je nachdem wie häufig er schon darauf sitzen geblieben ist und die Gebühr aus
eigener Tasche zahlen mußte, läßt er sich ev. überreden.
 
Wenn es der Stamm-Hausarzt ist und man immer seine Praxisgebühr bezahlt hat, so sollte man einfach mal mit dem Arzt reden sollte dann eigentlich kein Problem sein.
 
Nein er hat bis zum Monats Ende gewartet, er hat mir auch erst dann davon erzählt.
Ich meine die Aussage der Krankenkasse, das ist für mich eine Frechheit.
 
@King_bukka:
Die Ärzte sehen keinen Cent von der Praxisgebühr. Bedank dich bei der guten, sozialen Ulla. =/
Solch eine Gebühr gab es schonmal und wurde von der Kasse eingezogen. Lohnte sich aber nicht, da die Kosten dafür höher waren, als die Gebühr einbrachte. Daraufhin schaffte man es wieder ab ... im aktuellen Fall wurde sie wieder eingeführt, dafür dürfen die Ärzte sie einsammeln und weiterreichen, die Verwaltung bleibt bei ihnen hängen.

Deswegen reagieren wohl auch einige so rigoros und benutzen die Gebühr als Druckmittel gegen die Politik, in meinen Augen zurecht.

Überreden wird sich kaum einer lassen, da es mit sowas nur noch mehr Scherereien gibt, als es ohnehin schon mit der Gebühr gibt.

@Masteruser:
Stimmt so nicht.
Die SPD sah eine Gebühr nur vor, wenn keine Überweisung vorlag.
Die CDU wollte sie generell haben.
Als Kompromiss kam dann 1x im Quartal zum Vorschein.

Haben also beide Fraktionen dran mitgewirkt. Ändert aber nichts daran, dass die Gebühr sowieso für den Popo ist.

//edit:
Die IKK Niedersachsen schreibt:
Darf ein Arzt die Behandlung in einem Notfall verweigern, weil der Versicherte kein Geld mit sich trägt?
Nein. In einem sogenannten akuten Behandlungsfall muss die Behandlung erfolgen. Die Praxisgebühr muss dann spätestens innerhalb von 10 Tagen gezahlt werden.

Ist es in einem solchen Fall möglich, die Überweisung nachzureichen?
Nein. Grundsätzlich kann nicht nachträglich zu einem Notfall überwiesen werden. Die Praxisgebühr kann bei akutem Behandlungsbedarf nachträglich entrichtet werden, spätestens jedoch innerhalb von 10 Tagen. Die Ausstellung der Überweisung beim Vertragsarzt löst ebenfalls die Praxisgebühr aus.
Quelle: IKK Niedersachsen

Der Arzt hat die Geschichte mit dem Ohr wohl als nicht akut eingestuft und ist anscheinend rechtlich auf der sicheren Seite.
 
Zuletzt bearbeitet:
So lange es kein Notfall ist, bei dem übrigens auch nochmal einmalig 10€ fällig werden KH oder Facharzt@Home (Notdienst) spielt dabei keine Rolle, besteht einerseits freie Arztwahl und andererseits freie Patientenwahl. ;)
Ich weiss nicht, ob der Arzt keine Lust, begrenztes Budget oder schon schlechte Erfahrung gesammelt hatte, jedenfalls muss er nicht jeden zu normalen Sprechzeiten annehmen.
 
Zurück
Oben