Bill_Gate$ schrieb:
Wenn BMG & Co. einem Provider einen riesigen Rechtsstreit androhen - Gesetzesurteil hin oder her - wird der sich eher dem Druck der Industrie beugen als wegen ein paar unwichtigen Privatkunden viel Ärger zu riskieren. Klingt traurig, ist aber so. Vor allem bei kleineren Providern!
der rechtstreit ist doch schon da... . es gibt 2 gerichtsurteile die genau dies bestätigt haben. natürlich kann dieser rechtsstreit weitergehen, aber die bisherigen urteile sind nun mal gefällt und basta. will die musikindustrie die daten, bleibt denen nur der weg einer neuen klage.
sowieso sind diese "unwichtigen" privatkunden ihre existenzgrundlage. denn je mehr traffic verursacht wird, desto mehr rollt der rubel im providersegment und vor allem bei der telekom. auch würden sich dann die ganzen kosten nicht mehr amortisieren welche man für den netzausbau / backbone aufrüsten ausgegeben hat. ich war 3 jahre im providergeschäft und ich weiß wovon ich rede.
Bill_Gate$ schrieb:
Und wenn ich "Sieg für den Datenschutz" und "freie Bürger" höre, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll!
ich weiß zwar nicht 100%ig was du damit aussagen willst, aber dieser kleine meilenstein ist für den datenschutz und somit eben für den "freien" bürger eine gute und richtige grundlage mit blick auf die zukunft.
Bill_Gate$ schrieb:
Nach der Hetzkapagne gegen Raubkopierer in den USA ist es doch klar, dass kein Datenschutzgesetz der Welt die großen Plattenmultis langfristig davon abhalten wird, gegen Raubkopierer vorzugehen.
diese aussage wiederspricht doch total den jusistischen grundsätzen. denn die usa ist
nicht europa und schon gar nicht deutschland. man kann deren vorgehen, gesetze und strafen 0,0 mit hisigen vergleichen. natürlich kann man sagen, dass die dortigen entwicklungen auch europäische beeinflussen. dies ist auch größtenteils richtig, aber schon alleine beim urheberrechtsgesetzt ist man hierzulande lange nicht so weit gegangen wie in den usa. weiter gehts mit den softwarepatenten, vorratsspeicherung von verbindungsdaten und auskunftsregelung von providern gegenüber natürlichen personen (wobei erst vor kurzem in den usa ebenfalls ein urteil gefällt wurde, bei dem ein provider der riaa
keine auskunft geben muss).
nicht mehr alles was von übersee rüber kommt wird auch einfach 1:1 bei uns etabliert. in der letzten zeit nimmt die skepsis von europäischen politikern und deren wählern gegenüber us-lobby entscheidungen und deren übertragung auf europäsiche gesetzte zu. und genau das ist auch gut so!
und gegen raubkopierer vorgehen kann die musikindustrie ja tortzdem noch! der weg ist halt eine strafanzeige. danach übernimmt der staatsanwalt die verfolgung und diesem muss ein provider auskunft geben. und genau so sollte es sein und ist auch aus datenschutzgründen der richtige weg.
//edit:
hier noch ein sehr aktueller artikel was die vorratsdatenspeicherung anbelangt. wieder ein kleines mosaikstück mehr zum datenschutz und dem "freien" bürger!
http://www.heise.de/newsticker/meldung/55575