Muß ein Provider die Identitität eines Musik-Kopierers bekannt geben?

Guten Abend,

laut meinem Wissensstand, "noch" nicht! Es kann natürlich sein, dass es durch hinbiegen der Gesetzeslage dem Provider an den Kragen geht, bezüglich der Mitwissenschaft oder dergleichen. Aber bis jetzt kenne ich es nur von einem Provider, der es schon freiwillig macht, ohne das der Staatsanwalt klopfen musste.
 
Provider muss Identität eines Musik-Kopierers nicht preisgeben

"Ein Internet-Access-Provider ist grundsätzlich nicht verpflichtet, den Namen und die Anschrift eines Internetnutzers mitzuteilen, der im Internet Musikdateien zum Herunterladen anbietet und dadurch Urheber- oder sonstige Rechte Dritter verletzt", schreibt das Oberlandesgericht Frankfurt. Das Gericht hat es in einem heute verkündeten Urteil (PDF) zu einem einstweiligen Verfügungsverfahren abgelehnt, einem Musikkonzern den Namen eines Internetnutzers zugänglich zu machen, der über einen deutschen Provider einen Musik-Server betrieben hatte (Az.: 11 U 51/04).....

aus deinem heise link. d.h., dass es keine geseztliche grundlage gibt und ein isp keine identitäten preisgeben muss wenn die musikindustrie das verlangt!

anders sieht es aus wenn die staatsanwaltschaft dies verlangt, dann muss der provider die identität preisgeben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Abend,

das gute daran ist, dass auch hier der Staatsanwalt nicht weit kommt. Es gibt gewisse Lücken, die dem Provider es ermöglichen, einen Riegel davor zu schieben.

Sprich, wenn der Staatsanwalt klopf, muss der Provider auch nicht hören. Dann kommt es zu einer Klage gegen den Provider, die durchaus abgeschmettert werden kann.
 
naja ich denke egal ob er muss oder nicht er wird sie herausgeben und das ist ja das was im Endeffekt zählt :)
 
den[N]is schrieb:
naja ich denke egal ob er muss oder nicht er wird sie herausgeben und das ist ja das was im Endeffekt zählt :)
wieso wird?
wenn das so wäre, dann hätte es dieses urteil nicht gegeben. kein provider wird einer natürlichen person (und das ist die musikindustrie) auskunft geben. da könnte ja jeder kommen und daten verlangen... . datenschutz ade
ich hoffe kein provider wird dies jemals tun!
dieses urteil ist ein sieg für den datenschutz und den freien bürger
 
guillome schrieb:
wieso wird?
wenn das so wäre, dann hätte es dieses urteil nicht gegeben. kein provider wird einer natürlichen person (und das ist die musikindustrie) auskunft geben. da könnte ja jeder kommen und daten verlangen... . datenschutz ade
ich hoffe kein provider wird dies jemals tun!
dieses urteil ist ein sieg für den datenschutz und den freien bürger


;) so sieht es auch aus ;)
 
guillome schrieb:
wieso wird?
wenn das so wäre, dann hätte es dieses urteil nicht gegeben. kein provider wird einer natürlichen person (und das ist die musikindustrie) auskunft geben. da könnte ja jeder kommen und daten verlangen... . datenschutz ade
ich hoffe kein provider wird dies jemals tun!
dieses urteil ist ein sieg für den datenschutz und den freien bürger

naja ich glaube wenn es gegen die Betreiber dann geht und die Chancen auf Erfolg nicht schlecht stehen werden sie eher die Daten herausgeben als einen Rechtsstreit anzufangen. Aber wie dem auch sei meine Weste ist rein :D
 
Das glaube ich auch!

Wenn BMG & Co. einem Provider einen riesigen Rechtsstreit androhen - Gesetzesurteil hin oder her - wird der sich eher dem Druck der Industrie beugen als wegen ein paar unwichtigen Privatkunden viel Ärger zu riskieren.

Klingt traurig, ist aber so. Vor allem bei kleineren Providern!
Und wenn ich "Sieg für den Datenschutz" und "freie Bürger" höre, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll! :(

Nach der Hetzkapagne gegen Raubkopierer in den USA ist es doch klar, dass kein Datenschutzgesetz der Welt die großen Plattenmultis langfristig davon abhalten wird, gegen Raubkopierer vorzugehen.

MfG
 
Bill_Gate$ schrieb:
Wenn BMG & Co. einem Provider einen riesigen Rechtsstreit androhen - Gesetzesurteil hin oder her - wird der sich eher dem Druck der Industrie beugen als wegen ein paar unwichtigen Privatkunden viel Ärger zu riskieren. Klingt traurig, ist aber so. Vor allem bei kleineren Providern!
der rechtstreit ist doch schon da... . es gibt 2 gerichtsurteile die genau dies bestätigt haben. natürlich kann dieser rechtsstreit weitergehen, aber die bisherigen urteile sind nun mal gefällt und basta. will die musikindustrie die daten, bleibt denen nur der weg einer neuen klage.
sowieso sind diese "unwichtigen" privatkunden ihre existenzgrundlage. denn je mehr traffic verursacht wird, desto mehr rollt der rubel im providersegment und vor allem bei der telekom. auch würden sich dann die ganzen kosten nicht mehr amortisieren welche man für den netzausbau / backbone aufrüsten ausgegeben hat. ich war 3 jahre im providergeschäft und ich weiß wovon ich rede. ;)

Bill_Gate$ schrieb:
Und wenn ich "Sieg für den Datenschutz" und "freie Bürger" höre, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll! :(
ich weiß zwar nicht 100%ig was du damit aussagen willst, aber dieser kleine meilenstein ist für den datenschutz und somit eben für den "freien" bürger eine gute und richtige grundlage mit blick auf die zukunft.

Bill_Gate$ schrieb:
Nach der Hetzkapagne gegen Raubkopierer in den USA ist es doch klar, dass kein Datenschutzgesetz der Welt die großen Plattenmultis langfristig davon abhalten wird, gegen Raubkopierer vorzugehen.
diese aussage wiederspricht doch total den jusistischen grundsätzen. denn die usa ist nicht europa und schon gar nicht deutschland. man kann deren vorgehen, gesetze und strafen 0,0 mit hisigen vergleichen. natürlich kann man sagen, dass die dortigen entwicklungen auch europäische beeinflussen. dies ist auch größtenteils richtig, aber schon alleine beim urheberrechtsgesetzt ist man hierzulande lange nicht so weit gegangen wie in den usa. weiter gehts mit den softwarepatenten, vorratsspeicherung von verbindungsdaten und auskunftsregelung von providern gegenüber natürlichen personen (wobei erst vor kurzem in den usa ebenfalls ein urteil gefällt wurde, bei dem ein provider der riaa keine auskunft geben muss).
nicht mehr alles was von übersee rüber kommt wird auch einfach 1:1 bei uns etabliert. in der letzten zeit nimmt die skepsis von europäischen politikern und deren wählern gegenüber us-lobby entscheidungen und deren übertragung auf europäsiche gesetzte zu. und genau das ist auch gut so!

und gegen raubkopierer vorgehen kann die musikindustrie ja tortzdem noch! der weg ist halt eine strafanzeige. danach übernimmt der staatsanwalt die verfolgung und diesem muss ein provider auskunft geben. und genau so sollte es sein und ist auch aus datenschutzgründen der richtige weg.

//edit:
hier noch ein sehr aktueller artikel was die vorratsdatenspeicherung anbelangt. wieder ein kleines mosaikstück mehr zum datenschutz und dem "freien" bürger! http://www.heise.de/newsticker/meldung/55575
 
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